Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Oberkellner(R)

31.10.2009, 16:06
 

Liste Femanzen Kategorie Sonstiges (Liste Femanzen)

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1) Prof. Ines Weller „Männer sind schuld am Klimawandel“ im Spiegel. „Wer hat eigentlich mehr Schuld am Klimawandel - Männer oder Frauen? Für die Bremer Professorin Ines Weller ist der Fall klar: Männer essen mehr Fleisch, fahren protzige Autos und wollen ihr klimaschädigendes Verhalten nicht ändern.“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,517892,00.html

2) Friederike Maier (Ökonomin, Direktorin des Harriet Mill-Instituts der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Arbeitsmarktpolitik und Frauen und Ökonomie.
taz: Frau Maier, Opel beschäftigt zu 92 Prozent Männer, Arcandor zu drei Viertel Frauen. Opel wird gerettet, Arcandor nicht. Ist das gerecht?
Friederike Maier: Es wird auf jeden Fall mit zweierlei Maß gemessen. Die beiden Branchen werden in Deutschland sehr unterschiedlich bewertet, was nicht ganz zufällig mit dem Geschlecht der dort Arbeitenden korreliert.
Die Autoindustrie ist der Politik wichtiger als der Handel?
Ja. Dabei kommen mehrere Selbstdefinitionen zusammen: Deutschland begreift sich als Industriestandort, als Autoproduzent und als Exportnation. Der Handel ist in dieser Wahrnehmung etwas ganz anderes. Er ist lokal, er produziert nicht.
Die Industrie schafft die Werte, die der Handel nur verteilt, lautet das Argument.
Das ist ein ganz alter volkswirtschaftlicher Irrglaube. Wir haben eine internationale Arbeitsteilung. Da ist die Frage: Wer muss was produzieren? Müssen die Deutschen Autos bauen? Vielleicht können die Koreaner das wirklich besser. Und wir können dafür vielleicht etwas anderes: Intelligente Dienstleistungen, Software, Solaranlagen. Eine kapitalistische Gesellschaft muss nicht selbst alles produzieren. Sie kann auch Handel treiben, sie kann mit Dienstleistungen reich werden, wie die Schweiz.
Nun ist Karstadt kein so gutes Beispiel für Wachstum.
Opel hat Autos produziert, die keine Käufer gefunden haben. Wo ist der Unterschied?
Für Opel gibt es eine Exportzukunft, für Karstadt nicht.
Auf dem internationalen Automarkt gibt es ebenfalls eine Überproduktion, insbesondere im Mittelklasse-Segment. Aber weil die deutsche Politik so an die Autoindustrie glaubt, wird sie gestützt. Genauso gut hätte man Konsumgutscheine ausgeben können, für Kinderkleider oder Flachbildschirme, das hätte Arcandor Zeit für eine Neuausrichtung gegeben. Nicht einzelne Rettungsaktionen sondern ein klarer konturiertes Konjunkturprogramm wäre hier gefragt. Der Staat muss entweder die Geschäftspolitik mitbestimmen können oder die Finger von solchen Unternehmen lassen.
Und ist es nun Zufall, dass vorwiegend Frauenarbeitsplätze über die Wupper gehen?
Nein. In der sogenannten Kernindustrie sind die guten Jobs für die "Familienernährer". Frauenarbeit wird als Zuverdienst wahrgenommen. Das kann durchaus auch die Industrie sein. Aber auch die frauendominierten Industrien hat man in den siebziger Jahren sang- und klanglos sterben lassen: Textilindustrie, Bekleidung, Nahrungsmittel.
Die SPD hat als erstes darauf hingewiesen, dass man bei Arcandor vor allem Frauenarbeitsplätze retten sollte.
Dass die SPD hier einen Gender-Aspekt aufgreift, ist bemerkenswert. Früher hätte man gesagt: Die Industrie ist unser Hauptaugenmerk, alles andere ist abgeleitet. "Das sind ja nur Arbeitsplätze von Frauen", das sagt heute keiner mehr. Aber die Frage ist: Folgt daraus irgend etwas?
Trotz des Arguments "Frauen" wollen zwei Drittel der Deutschen keine Arcandor-Rettung.
Aber nicht, weil sie gegen Frauenarbeitsplätze sind, sondern weil sie nicht einsehen, dass sie mit ihren Steuergeldern für Managementfehler bezahlen sollen. Die Eigentümer haben die Gewinne privatisiert, nun wollen sie die Verluste sozialisieren. Das mag die Bevölkerung nicht.
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=a2&dig=2009%2F06%2F10%2Fa0044&cHash=73dbcce7c4

3) Marlies Brouwers (Vorsitzende Deutscher Frauenrat)
.... Dass für den Deutschen Frauenrat bei der sozial gerechten Gestaltung unserer Gesellschaft die Frage der Geschlechtergerechtigkeit eine besondere Rolle spielt, liegt auf der Hand. ......um durch entsprechende Regelungen im Steuerrecht und in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben. Dazu gehören sicher auch die Weiterentwicklung des Elterngeldes zur Förderung der paritätischen Aufteilung der Pflichten von Frauen und Männern in der Familie und die verstärkte Förderung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt durch gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern.
http://anonym.to/?http://www.frauenrat.de/deutsch/infopool/i...1/article/kraft-und-phantasie-fuer-schwierige-zeiten.html

4) Bärbel Diekmann (Verbandspräsidentin Welthungerhilfe)

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass der Hunger dort größer ist, wo Frauen schlechter gestellt sind. Laut der Studie sind 70 Prozent der 1,4 Milliarden Armen weltweit Frauen und müssen mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. "Die Stärkung von Frauen ist ein Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Armut, der noch zu wenig beachtet wird", sagte Dieckmann
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,655055,00.html

5) Margret Michels (ehemalige Sozialpädagogin, Bielefeld)
Es sind die Selbstbestimmung, die Unabhängigkeit von der Männerwelt, die Margret Michels nach eigenen Angaben zu diesem Schritt bewegen. «Ich habe lange darauf hingearbeitet und jetzt bin ich glücklich, dass es klappt», lacht die jung gebliebene Frau, als sie dort in der Wohnung steht. «Ich kann es kaum noch abwarten, hier einzuziehen.http://www.ad-hoc-news.de/assauer-alternatives-frauen-wohnprojekt-in-bielefeld--/de/Wirtschaft-Boerse/Arbeit-Soziales/20645355

6) Carol Hagemann-White (Uni Osnabrück
Kaum zu glauben, sensationelle Neuigkeiten: Die Professorin Carol
Hagemann-White von der Uni Osnabrück hat in einer brandaktuellen Studie
herausgefunden: Jede vierte Frau in Deutschland hat schon einmal häusliche
Gewalt erlebt
http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/westerkappeln/1145768_Letzter_Ausweg_Frauenhaus.html

7) Waris Dirie (UN-Sonderbotschafterin)
"Vielleicht sollten die Frauen den Männern die Eier abschneiden, damit auf der Erde wieder ein Paradies entstehen kann. Die Männer würden ruhiger werden und sensibler mit ihrer Umwelt umgehen. Ohne diesen ständigen Ausstoss von Testosteron gäbe es keinen Krieg, kein Töten, kein Rauben, keine Vergewaltigungen."

UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie in ihrem internationalen Bestseller "Wüstenblume", Seite 346 der Taschenbuchausgabe

8) Annette Heseding, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Vechta:
"Schwerer als etwa der Beruf einer Altenpflegerin oder Verkäuferin sei auch der Straßenbau nicht."
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,641803,00.html

9) Prof. Jutta Allmendinger, Sozialforscherin

Ungeachtet der Bildungsgewinne und der höheren Erwerbsquote von
Frauen, "arbeiten Frauen für deutlich weniger Geld", macht sich die
Key-Speakerin Prof. Jutta Allmendinger aus Berlin an das "Bohren
besonders dicker Bretter".

http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090525_OTS0260&ch=politik

“Der Heiratsmarkt ist für Frauen immer noch lukrativer als der Arbeitsmarkt.” Zu diesem Ergebnis kommt laut “ Die Welt” die Sozialforscherin Jutta Allmendinger. Diese hatte die in Deutschland im Schnitt gezahlte Witwenrente mit berufstätigen Frauen durchschnittlich selbst erworbenen Altersrente verglichen.

Aus "EURO am Sonntag" 13./14. Juni 2009
"...Der Geldbeutel des Partners interessiert die Frauen am wenigsten..."

"...Die jungen Frauen sehen sich als Gewinnerinnen der Krise..."

"...Das Bild des mächtigen, gut verdienenden Mannes hat ausgedient..."

"...Frauen schrecken nicht davor zurück, an erste Stelle zu stehen..."

BRIGITTE-Studie 2009: "Diese Frauen machen keinen Rückzieher"

Wie haben sich die Einstellungen junger Frauen im Krisenjahr verändert? Prof. Jutta Allmendinger, Leiterin der neuen BRIGITTE-Studie "Frauen auf dem Sprung. Das Update", über die brisanten Ergebnisse.

http://anonym.to/?http://www.brigitte.de/gesellschaft/politik-gesellschaft/brigitte-studie-2009-allmendinger-1034143/

10) Dr. Anja Stuckert – Refertentin für Gender bei Plan International, Hamburg

Für die nachhaltige Wirkung eines Dialogs zu Gleichberechtigung
ist es erforderlich, auf bestehende Machtverhältnisse
und strukturelle Diskriminierungen einzugehen. Um Gender
einzuführen, ohne anhaltenden Widerstand zu erzeugen,
bedarf es hierfür seitens der ProjektmitarbeiterInnen nicht
nur fortgeschrittener Kommunikationstechniken, sondern
auch eines tiefgreifenden eigenen Verständnisses der Genderthematik.
Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, erfordert Zeit und
Geduld. Ohne die aktive Beteiligung aller Akteure lassen
sich Veränderungen der kulturellen Traditionen, der Denkund
Verhaltensweisen nur schwer erreichen.
In dem Projekt wurde deutlich, dass Frauenförderung ein
wichtiger erster Schritt bei der Umsetzung von Gender
Mainstreaming sein kann, gerade auch in Gesellschaften, in
denen die Lebenswelten von Frauen und Männern stark
getrennt sind. Um jedoch strukturelle Machtbeziehungen
grundlegend zu revidieren und Frauen sozial, politisch und
wirtschaftlich einen gleichberechtigten Stellenwert zu
garantieren, bedarf es über die Frauenförderung hinaus
einen Dialog mit allen Beteiligten und die Umsetzung eines
Genderansatzes.

http://www.venro.org/fileadmin/Publikationen/Einzelveroeffentlichungen/Gender/VENRO_Gender_final.pdf

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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