Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Studie zum Thema Seitensprünge

susu, Monday, 16.02.2004, 21:38 (vor 8064 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Studie zum Thema Seitensprünge von Jörg am 16. Februar 2004 01:16:16:

Eine Studie zweier US-Psychologen scheint alle gängigen
Klischees zu bestätigen:
"Das Betrugsverhalten von Männern und Frauen folge 'evolutionär
vorgegebenen Mustern', schreiben Schmitt und Shackelford. Der
Frau gehe es [...] um Gefühlsbindung und Zuwendung von
Ressourcen, dem Mann hingegen um leicht verfügbaren Sex."

Warum zum Teufel werden Psychologen im Spiegel als Experten für Evolutionsbiologie gehandelt. Ich heb mal kurz an:
Bei Primaten ist eine genaue Korelation zwischen bestimmten morphologischen Merkmalen bei Weibchen und der Promiskuität bei Männchen und eine zwischen bestimmten morphologischen Merkmalen bei Männchen und der Promiskuität von Weibchen festzustellen. So ergibt sich die durschschnittszahl von Partnern jedes Weibchens aus der durchschnittlichen Hiodengröße der Männchen. Der Zusammenhang sieht da so aus: Bei z.B. Gorillas, wo ein Silberrücken eine ganze Gruppe von Weibchen monopolisiert finden sich Erbengroße Hoden. Es sind eifach nicht so viele Spermatozoen notwendig um eine Fortpflanzung sicherzustellen, wegen mangelnder Konkurenz. Bei Bonobos, ständiger Partnerwechsel die Regel sind, haben die Männchen (um mal nicht ganz so trockene Fachsprache zu verwenden) "verdammt dicke Eier". Es gibt ähnliche Krelationen, aus denen auf die Promiskuität von Männchen geschlossen werden kann (bei allen Primatenarten). Nehmen wir jetzt den homo sapiens sapiens (oder besser, weil biologisch korrekt, den pans narrans). Dort finden wir, daß nach Betrachtung der Morphologien Weibchen pro Zyklus 1,2 Partner haben (einen durchgehenden, alle 5 Monate einen Seitensprung), Männchen im selben Zeitraum jedoch 1,2 Partnerinnen. Der Mensch ist die einzige Primatenart, bei der beide Werte übereinstimmen (die Promiskuität gehört zu den Merkmalen, die bei so gut wie allen Tierarten geschlechtsdiversifiziert auftreten. Vermutlich sind für die jeweilige Promiskuität verschiedene Gene verantwortlich, beim Menschen mit gleichem Resultat).

Paarbindung (was die Psychologen als Gefühlsbindung und Zuwendung beschreiben) hängt direkt mit der Promiskuität zusammen. Der Drang zur Paarbildung bei einem Geschlecht ist dabei direkt proportional zur Promiskuität des Gegengeschlechts. Was lehrt uns dies: Auch hier sind bei Menschen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede erwartbar.

Siehstewohl, eine rein evolutionsbiologische Erklärung. Und da sag noch wer, ich hätte prinzipiell was gegen die SoziobiologInnen. Nö. Nur wenn Leute die keine Ahnung haben (z.B. Psychologen oder Versicherungskaufleute) die Biologie raten, statt mal kurz zu recherchieren, dann schreite ich ein... (verbal)

susu


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