Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Es reicht!

Garfield, Thursday, 25.03.2004, 12:24 (vor 8026 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Re: Es reicht! von Texaco am 24. März 2004 22:16:01:

Hallo Texaco!

"Es kommen doch in letzter Zeit immer mal wieder Artikel, die die feministische Sicht in Frage stellen. Die Chancen für einen Bewußtseinswandel werden immer besser, nicht immer schlechter."

Da bin ich mir nicht ganz so sicher. Feminismuskritische Äußerungen hat es schon immer gegeben. Beispielsweise schrieb Geyer in seinem Buch "Über die Dummheit" schon 1954, daß man die Frau auf ein Podest gestellt hat, auf dem sie sich dann solange darüber beklagt hat, die unterdrückte Sklavin zu sein, daß man sie nun wieder von diesem Podest herunter holen möchte. Diese Sätze hätten auch gut in Martin van Crevelds Buch "Das bevorzugte Geschlecht" gepaßt. Leider haben sie wie viele ähnliche Äußerungen überhaupt nichts bewirkt.

Irgendwo (entweder im Rote-Männer-Info oder hier im Forum) hab ich vor kurzem mal gelesen, daß es schon in den 70er Jahren in einer bekannten Zeitschrift einen Bericht über eine Studie gab, die ergeben hat, daß häusliche Gewalt sehr wohl auch von Frauen ausgeht. Auch das ist damals wirkungslos verpufft, weil die gesellschaftlichen Dogmen und Klischees zu stark waren.

Ich denke, das geht auch sehr von den Männern aus, die sich immer noch häufig von Wunschdenken leiten lassen. Sie wünschen sich eben liebevolle, gütige Frauen, und so gehen sie davon aus, daß Frauen eben so sind. Und selbst negative Vorurteile gegen Männer können für einen einzelnen Mann durchaus positiv sein. Denn so kann er sich immer einreden, daß er dann wohl eine große Ausnahme wäre, und er kann hoffen, daß seine Partnerin das tatsächlich auch so sieht.

Aber ich habe trotzdem auch das Gefühl, daß sich die Situation in den letzten Jahren ein wenig gebessert hat. Vermutlich liegt das einfach daran, daß die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern immer offensichtlicher wird. Männer sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen, Männer können aufgrund ihres Geschlechts bei Bewerbungen abgelehnt werden, Männer sind weit häufiger Opfer von falschen Beschuldigungen wegen Vergewaltigung oder sexueller Belästigung, Männer ziehen bei Scheidungen und bei Sorgerechtsfällen häufig den Kürzeren usw. Das sind Fakten, die nun doch den einen oder anderen zum Nachdenken bringen und auch Zweifel am etablierten feministischen Weltbild aufkommen lassen. Diese Zweifel werden noch dadurch gefördert, daß Berufsfeministinnen mangels echter Betätigungsfelder zunehmend offensichtlichen Unsinn anzetteln wie z.B. Frauenfriedhöfe oder Mädchenspielplätze. Die öffentlichen Kassen sind leer, die Bürger werden durch immer neue Steuern und Abgaben geschröpft, während ihre Einkommen kaum steigen oder sogar sinken, und da stößt solche offensichtliche Verschwendung von Steuergeldern schon mehr Leuten sauer auf.

Und dann sind ja mittlerweile immer häufiger auch Frauen direkt oder indirekt durch männerfeindliche Gesetze betroffen. Z.B. Frauen, die mit einem geschiedenen Mann zusammen leben und dann für seine Ex mitarbeiten dürfen. Und so manche Gesetzeskeule, die ursprünglich für Männer bestimmt war, trifft schon seit einigen Jahren auch Frauen. Mittlerweile wurden auch schon Frauen fälschlicherweise des Kindesmißbrauchs beschuldigt. Und auch das sogenannte "Gewaltschutzgesetz" trifft auch Frauen, wenn auch bisher nur in geringerem Maße.

Männliche Opfer haben auch schon in früheren Zeiten kaum jemanden interessiert. Sobald es aber weibliche Opfer gibt, horchen viele auf.

Vielleicht wird das alles zusammen tatsächlich ein großes Umdenken bewirken. Aber so sicher bin ich mir da noch nicht...

Freundliche Grüße
von Garfield


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