Re: Rote Männer Info Nr 69
Als Antwort auf: Rote Männer Info Nr 69 von Odin am 18. Mai 2004 15:55:56:
Der Irrtum wird deutlich, wenn Frau Abbasgholizadeh bei den wenigen
Fortschritten in Bezug auf Frauenrechte im Iran manche Konsequenzen des
Emanzipationsprozesses kritisch sieht: "Gleichzeitig muss man
berücksichtigen, dass die Freiräume auch negative Folgen hatten: die
Scheidungsrate ist enorm gestiegen, ebenso die Zahl junger Frauen, die
ihre Eltern verlassen." Wenn eine deutsche Väterorganisation
dergleichen einwenden würde, müsste sie damit rechnen, von "konkret"
und ähnlichen Postillen als "faschistoid" denunziert zu werden. Bei
sowas ist unser "moderner" Feminismus nämlich reaktionär und
patriarchalisch: Er geht davon aus, dass die Frauen in der Dritten Welt
noch sehr viel (von ihm!) lernen müssen - ebenso wie die Frauen aus der
früheren DDR das "mussten" (aber gottlob überwiegend gar nicht wollten,
weil sie ein völlig anderes Verständnis von Gleichberechtigung hatten).
So,so, ein Feminismus, der Scheidung als Negativfolge für FRAUEN anorprangert.. Ob den Leuten der Roten Männer Info überhaupt aufgefallen ist, was sie da geschrieben haben?
Hat doch die Scheidung nach der Meinung vieler Männer hier für die Frauen vor allem positive Folgen: Die Scheidung, so viele Maskulisten, ist doch da eigentliche Ziel der Frauen, damit sie die Versorgung ohne den lästigen Mann bekommen.
Und hier wird nun Scheidung als Problem für Frauen dargestellt. Wie das wohl zu der Maskulitischen Weltsicht passt?
Antwort: Gar nicht!
Und das ist ja gerade das Lustige!
hat das Bundesfrauenministerium
vor anderthalb Jahren bereits eine Studie über Gewalt gegen Männer
ausgeschrieben. Es fällt noch schwer zu glauben, dass dies in Bezug auf
die Politik der Bundesregierung irgendwas bewirken wird. Schließlich
verschwinden auch die meisten Sachverständigengutachten in dunklen
Schubladen der Ministrialbürokratie und werden nie wieder gesehen. Aber
es ist dann natürlich auch Sache der Männer, wenigstens die
vorliegenden Fakten gegen den Mythos der allzeit leidenden Frauen
einzuwenden. Und einige Einleitungssätze der jetzt vorgelegten
Ergebnisse geben doch Anlass zur Hoffnung, so wie diese: "Männer haben
zwar vielfältige Gewalterfahrungen, aber in anderen Kontexten und mit
anderen Folgen als Frauen. Daher lassen sich auch die vorhandenen
Forschungsinstrumente zu ,Gewalt gegen Frauen' nicht einfach auf Männer
übertragen, d.h. Männer müssen anders befragt werden."
Na, Ihr schlauen Roten MÄnner, dann macht doch mal eine andere Befragung! Und zeigt auf, inwiefern die Gewalterfahrung von Männern anders ist als die von Frauen!
Vielleicht ,weil nörgelnde Ehefrauen nicht dasselbe sind wie Vergewaltiger im Park? (Grins..)
Frauen spielen in der rechtsextremen Szene eine seit Jahren wachsende
Rolle: "Die Frauen in der Gruppe waren offenbar nicht zurückhaltender
als die Männer; alle drei stimmten laut Anklage der Tötung von Menschen
ohne Widerspruch zu. Das entspricht einer Beobachtung des
Verfassungsschutzes, wonach rechtsradikale Frauen sich nicht mehr auf
die Rolle der Freundin beschränken, sondern selber aktiv werden
wollen." http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/329/31298/
Den SWR-Beitrag von Astrid von Friesen über den "Feminismus und die
Folgen" fanden wir so wichtig, dass wir ihn wegen eines offenbar
veränderten Links nach unserer 68. Ausgabe gleich nochmal rundmailten.
Das scheint noch einmal Probleme gegeben zu haben, darum hier ein
aktualisierter Link:
http://db.swr.de/upload/manuskriptdienst/eckpunkt/ep20040405_2479.rtf
Seit wann interessiert Nazis oder Maskulisten denn, was Frauen wollen? Das interessiert sie doch auch nicht in der Frage Kind und Beruf. Da wird einfach wild gegen jedes Ergebnis von Umfragen spekuliert, dass Frauen ja ach so gern zuhause sind und keine Vereinbarung von Kind und Beruf wollen (www.MannDat.de). Ist wohl ein Wunschtraum der Maskulisten..
.
Über den türkischen Vater, der seinen eigenen Sohn nicht einmal SEHEN
darf, weil das Jugendamt und das Oberlandesgericht (OLG) Naumburg ihn
lieber Adoptiveltern überlassen wollen, haben wir schon berichtet.
Bitte lest diesen Bericht der Leipziger Volkszeitung:
http://www.lvz-online.de/lvz-heute/111809.html Beanstandungen des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte beeindrucken ein richtiges
deutsches Gericht offenbar nicht. Mehr muss man eigentlich über diesen
Rechtsstaat nicht mehr sagen. Seit Roland Freisler und seinem
"Volksgerichtshof" nichts Neues. Hauptsache, das System behält Recht.
Und in dieses Recht verkeilt es sich notfalls. Mit Zähnen und Klauen.
SEIN Recht. Nicht das der Anderen!
Die "Zeit" brachte in ihrer aktuellen Ausgabe einen Schwerpunkt zum
Thema "Väter". [link=http://www.zeit.de/leben/index"
target="_top]http://www.zeit.de/leben/index[/link] Eine Woche vorher, in
der Ausgabe vom 6. Mai, waren bereits die "Mütter" dran.
http://www.zeit.de/leben/index_muetter
Wer weiss, was der Mann wirklich angestellt hat. Manchmal ist es besser, den Eltern, auch den Vätern, die KInder zu entziehen als sie ihnen zu überlassen, und auch, wenn es nur für wenige Stunden ist.
Vielversprechend etwa Jörg
Laus Erkenntnis "Das Bild der Mutter kennt nur Extreme". Hier nur der
Hinweis für euch, wenn ihr's selbst nachlesen wollt, wir waren mit
anderen Themen ausgelastet, wie ihr gleich sehen werdet. Vielleicht
kommen wir aber nochmal darauf zurück. Jetzt erstmal zu unseren
aktuellen Schwerpunkten:
1. Bilder aus dem Irak, die die Beteiligung von Frauen an Folterungen
belegen, haben naheliegende Emotionen auf allen Seiten freigesetzt.
Ausgerechnet in einer Zeit, da uns Alice Schwarzer und Amnesty
International die Frauen als gefoltertes Geschlecht andienen wollen!
Jetzt werden hier und da aus Täterinnen rasch Opfer gemacht.
2. Eine liebe Freundin übt sich in Differenzierung und hat die
emanzipatorischen Wurzeln des Feminismus nicht ganz vergessen: Wann und
warum bei Heide Oestreich Hopfen und Malz noch nicht ganz verloren
sind.
Faktum ist: Mehr Männer foltern als Frauen. Und in etwa genauso viele Frauen sind unter den Gefolterten wie Männer, wenn Vergewaltigung als Folter zählt, und man die Sache global betrachtet. Auch hier sind die folternden Männer völlig unter den Tisch gefallen. Nur die folternde Frau bekam Beachtung. Warum wohl? Genau! Folternde Frauen sind selten. Folternde Männer gehören zum Krieg dazu. Hund beisst Mann, ist keine Nachricht. Mann beisst Hund schon. (Churchill)
4. Weil Maxim B. nicht nett zu seiner Ex-Schwiegermutter war, ließ Mama
Wutz seinen neuen Roman verbieten. Ein Denkfehler unsererseits:
Trüffeltiere lesen nicht!
Wenn jemand sich in seinen Persönlichkeitsrechten angegriffen fühlt, ist es sein oder ihr Recht, sich dagegen zu wehren. Vor allem bei Veröffentlichungen.
".PENETRIERT FÄHRT LYNNDIE ENGLAND NACH HAUSE, SCHWANGER!"
LÜGEN, IRRTÜMER UND UNERWARTETE WAHRHEITEN IN DEN ZEITEN DES KRIEGS
Man stelle sich nur für einen Augenblick vor, die Rollen der
Geschlechter bei den dokumentierten Folterszenen aus jenem irakischen
Knast von Abu Ghraib wären umgekehrt gewesen, und ein junger männlicher
Soldat hätte Gesten wie die, die der amerikanischen Soldatin Lynndie R.
England offenbar so saukomisch erscheinen, in Richtung auf den
Vaginalbereich einer Frau gemacht - mit breitem Grinsen und einer Kippe
im Mundwinkel. Man male sich nur für ein paar Minuten aus, welchen
Honig die Ideologinnen des "gefolterten Geschlechts" (Schwarzer)
umgehend daraus gesaugt hätten.
Andererseits: Sind Bilder, die Männer gegenüber Frauen in verleichbarer
Pose zeigen, denkbar? Abgesehen davon, dass die Kategorie des Denkbaren
ohnehin einigen Strapazen ausgesetzt ist, weniger WEIL amerikanische
Soldaten foltern (damit musste man in Zeiten von Dabbelju und
Gunatanamo Bay längst rechnen), sondern auf welch eine sadistische Art
und Weise sie dies tun und sich daran selbst in höchstem Maße
delektieren. Wäre ein eine Frau misshandelnder Mann in vergleichbaren
Triumpfposen denkbar? (Oder würde er nur die Pose und das Foto
vermeiden?) Achatz von Müller schreibt erfrischend böse in der "Zeit"
vom 13. Mai: "Die Slips und Büstenhalter an den Körpern der Gefangenen
erweisen sich ebenso wie die höhnischen Fingerübungen ihrer weiblichen
Bewachung als die Karikatur unserer eigenen Empörung über die
vermeintliche islamische Entwürdigung des weiblichen Körpers unter der
Burka. Handelt es sich also um pervertierte feministische Pornografie?
Nicht nur. Der Vertrieb der Bilder führt in das Herz der Finsternis, wo
Hohn in Vergewaltigung und Mord umschlägt." Dem wäre schon beinah'
nicht mehr hinzuzufügen.
Und die folternden Männer, die nicht gezeigt werden, sind also rein, liebenswürdig und unschuldig? Schöne, neue Masku-Welt...
Es waren Männer, die hier auf übelste Weise misshandelt wurden, physisch
und psychisch, so wie es im Krieg fast immer Männer sind, die den Kopf,
den Arsch und wohl auch ihre Schwänze hinhalten müssen. Das schließt
nicht aus, dass auch Frauen zu den Opfern von Abu Ghraub gehören. Im
Mittelpunkt jetzt aber ein weiblicher Täter: Eine zierliche junge Frau,
die ein besonderes Faible für sexuelle Demütigungen zu haben scheint.
Aufgewachsen in einem Land und einer Kultur, die bereits Fluchen und
Schimpfen in einschlägigem Vokabular zur Vergewaltigung erklärt -
jedenfalls wenn es gegenüber einer Frau geschieht.
Wirkliche Vergewaltigungen haben nach den neuesten Presseberichten aus Spiegel und co. ebenfalls im Irak stattgefunden. Vielleicht waren die Soldaten nur so schlau, sich nicht fotographieren zu lassen. Vielleicht gehören diese Bilder auch zu denen, die jetzt in der Öffentlichkeit wegen des Einspruchs des Pentagons nicht mehr gezeigt werden dürfen.
"'Wir fanden, es sah so lustig aus, deshalb wurden Fotos gemacht', sagte
die US-Gefreite Lynndie England der Zeitung New York Times. Die
Misshandlungen in Abu Ghraib seien Routine gewesen und manchmal
amüsant, hätten jedoch fast nie die Grenzen des Erlaubten
überschritten, betonte England dem Blatt zufolge. Bislang hatte sich
England stets damit gerechtfertigt, dass sie lediglich Befehle befolgt
habe. Auf die Frage, ob sie selbst Gefangene misshandelt habe, sagte
die 21-Jährige: ,Ja, ich bin auf einigen von ihnen herumgetreten, habe
einige gestoßen und gezogen, aber nichts Schlimmes getan.'" schreibt
die "Süddeutsche" am 17. Mai. Nach eigener Aussage hat sie Gefangene
unter anderem vier bis sechs Stunden lang gezwungen, über den Gang zu
kriechen. Lediglich die erzwungene Selbstbefriedigung der Gefangenen
fand sie laut Verhörprotokoll unangemessen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,300167,00.html
Verwunderlich ist offenbar auf den ersten Blick nur: solch widerliche
Formen der seelischen Zermürbung und Zerstörung DURCH EINE FRAU. Nein,
die gequälten Gefangenen gehörten nicht Alice Schwarzers "gefoltertem
Geschlecht" an. Die Aufregung wäre dann zweifellos eine ganz andere
gewesen, aber zentral ist vor allem die Überraschung, dass eine Frau
der Täter ist. So schreibt Bernd Pickert in der "taz" vom 8. Mai: "Doch
wie kommt es, dass eine normale junge Frau jedes Gefühl verliert, was
richtig und was falsch ist, oder wenigstens, was erlaubt ist und was
verboten? Aber warum auch wird eine knapp 21-Jährige ohne Erfahrung,
Training und Ausbildung überhaupt Aufseherin von Gefangenen?"
Kann denn sein, was nicht sein darf? Eine solche Frage hätte Herr
Pickert bestimmt nicht bei einem 21-jährigen GI männlichen Geschlechts
aufgeschrieben. Aber seine Entrüstung trübt dies nicht, er sieht
durchaus die Ungleichbehandlung: "Gegen England wird derzeit nicht
ermittelt, gegen ihren Freund Graner schon. Sie verlor nicht einmal
ihren Job. Und doch wird ihr Leben nie mehr so sein wie vorher - genau
wie das derjenigen, die da vor ihr standen und lagen, nackt, gedemütigt
und mit Kapuzen über dem Kopf."
Und was droht Graner? Vemutlich auch höchstens ein Ausschluss aus der Armee..
In der "Süddeutschen" vom 7. Mai schrieb Sonja Zekri über "die Illusion
vom weiblichen Krieg", dass Frauen wohl doch nicht, wie einst erhofft,
die "besseren Männer" seien, die das Kriegsgeschehen und die Truppen
insgesamt zu zivilisieren imstande wären. Bemerkenswert war nicht
zuletzt Frau Zekris Bewertung, der ganze Skandal sei eine "fahrlässige
Provokation", weil die Bilder nunmehr eine Verstärkung der Gegengewalt
gegen die Besatzer zur Folge haben werden - und inzwischen bereits
hatten. Vielerorts hat man den Eindruck, dass am meisten Bedauern
darüber herrscht, dass der ganze Skandal fotographisch dokumentiert ist
und somit die Emotionen besonders angefacht werden. Ein Bild sagt mehr
als tausend Worte. Auch - oder vielleicht gerade - wenn es Pornographie
ist!
Allerdings sieht Frau Zekri den geschlechterbezogenen Kern sehr wohl:
"Wer je an die Vision einer friedlichen, humanen, einer ,weiblichen'
Kriegsführung glaubte, der muss spätestens jetzt einsehen, dass das
Illusion war. Alexander Solschenizyn beschreibt schon im ,Archipel
Gulag' eine Sadistin des sowjetischen Geheimdienstes NKWD, deren
Spezialität darin bestand, Männern die Genitalien zu zerquetschen. Wir
wissen von grausamen KZ-Aufseherinnen und brutalen Partisaninnen. Und
nun eben von Specialist Lynndie England. (...) Die Entrüstung, dass
auch Frauen solcher Taten fähig sind, folgt jedoch einem Frauenbild,
das davon ausgeht, Frauen seien als mögliche Mütter sozusagen
biologisch unfähig, Leid und Tod zu verursachen. Das ist eine überholte
Position, auch wenn sie vielleicht manche Feministinnen noch immer
nicht abgelegt haben." - MANCHE?
Wenn Frauen als das gefolterte Geschlecht bezeichnet werden, hat das damit zu tun, dass die Gefahr grösser ist, dass eine Frau von einem Mann gefoltert wird als dass ein Mann von einer Frau gefoltert wird. Nichts damit, dass Frauen keine Härte und Brutaltität zugetraut wird.
Ich als halbgebildete Emanze und viele Feministinnen, die sich beim Historikerinnen-Streit von ihnen initiiert darum gekümmert haben, dass die Frauen eben nicht mehr als unbelastetes Geschlecht im 2. Weltkrieg galten, glauben auch daran, dass Frauen Gewalt und Brutalität ausüben können. Selbst Alice Schwarzer schreibt ähnliches auf ihrer Homepage!
Der "Soldatin" Lynndie England wird jetzt in einem dienstlichen
Verfahren zur Last gelegt, sie habe die amerikanischen "Streitkräfte in
Verruf gebracht". Das scheint in der Tat das Zentrale zu sein, was die
Bush-Krieger (und -Kriegerinnen) derzeit bewegt. Auch in der Presse
registriert man eine seltsame Mischung aus pflichtgemäßem Abscheu und
"Human-touch"-Berichterstattung: Private England als negativer Star,
als das Mädel von nebenan, das kindliche Gemüt, das sich halsüberkopf
erst in eine Ehe stürzt und dann, als diese nach wenigen Monaten wieder
geschieden wird, zur Army geht. Obwohl sie auf einer Hühnerfarm
arbeitete, habe sie immer davon geträumt "als Meteorologin das
Heraufziehen von Stürmen voraussagen zu können".
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,298686,00.html
Die "message" ist alles andere als klar, aber auf eine amorphe Weise,
als ob auch die Journalisten den ganzen Vorgang nicht in ihre
Sichtweise der Welt einordnen könnten: Die kleine Lynndie ist ein ganz
normaler Mensch, sie ist nicht VOM WESEN HER gewalttätig (wie natürlich
die Männer, die sowas tun!), geschweige denn sadistisch. Nein, Lynndie
war überfordert, sie war "zur falschen Zeit am falschen Ort", wie ihre
Eltern zitiert werden. Und schon haben wir unsere kleine Foltererin
ganz tief ins Herz geschlossen!
Wenn das Darstellen eines furchtbaren Gewalttäters als Menschen von Nebenan das bei den Roten Männern auslöst, sind die Roten Männer anders als viele andere Menschen; die fühlen sich dadurch nömlich eher bedroht.
Irgendwo haben die Erklärungsbemühungen ihre Richtigkeit und treffen
doch auf junge männliche Soldaten, die in solche Situationen geraten,
genauso zu. Nicht aber auf Joseph M. Darby, männlich, der mithilfe
eines zunächst anonymen Briefes den ganzen Skandal ins Rollen brachte,
weil ihm bei den Bildern schlecht wurde, die in den Soldatenkreisen
zirkulierten. Auch nicht auf den Gefreiten und "bulligen Mann"
(Spiegel) Charles Graner, Lynndies Freund, über den jetzt
Gewaltvorwürfe aus einem weit zurückliegenden Scheidungsverfahren
erneut laut werden. Und DAS passt doch richtig schön ins Bild! Zumal
diese Vorwürfe jetzt endlich plausibel scheinen, andererseits damals
nicht verifiziert wurden.
Es ist naheliegend, dass zweierlei scheinbar Nebensächliches selbst zum
Thema wird: Die von den Medien praktizierte Pornographie der Bilder und
- das kritische Nachdenken über die im Zentrum vieler Bilder stehende
Frau. Reflexe sind unvermeidbar, sowohl die Unseren, die ihre
klammheimliche Freude über diesen Gegenbeweis zu Schwarzers Gepladder
üder das gefolterte Geschlecht nur mühsam zivilisiert; und dann
offenbar auch die Reflexe derer, die den Auftritt der Soldatin England
- von hinten durch die Brust ins Auge - EIGENTLICH als Beweis für das
männliche Foltersystem umzubiegen bemüht sind: "Bei den Worten Frau und
Militär assoziiert man das männliche Militär als Täter und den
weiblichen Menschen als Opfer, die dazugehörige Situation ist die
Vergewaltigung. Die Bilder von Lynndie drehen diese Vorstellung nur
scheinbar um." Weiß unvermeidlicherweise Heide Oestreich in der "taz"
vom 11. Mai. Für sie ist diese Soldatin "ein Instrument des Systems
Militär, das sich ihrer bedient, um die größtmögliche Demütigung zu
erreichen".
So schnell wird aus dem Täter ein Opfer.
Ein Opfer wäre sie nur wenn sie ein unwilliges Instument gewesen wäre. Schreibt die Taz das? Nee, ich seh das nirgends! Fazit:Ideologiekritik sollte noch gelernt werden.
In diesem Zusammenhang wird nicht thematisiert, warum die folternden Männer nirgends zu sehen sind, obwohl es sie nach den Berichten von Spiegel und co. auch gab. Ich kann das aber sagen: Die sind nicht zu sehen, weil sie als Normalerscheinung des Krieges gedeutet werden!
Scheinbar! Denn wir sind diesmal nur gegen das Böse, wenn es sich gegen
Frauen richtet. Wenn das Gute Böses vollbringt, sprich: Wenn eine Frau
foltert, tja dann - ist wahrscheinlich jemand anders zuständig. Wenn es
aber Amnesty nicht darum ginge, Männer (als das Geschlecht der Täter
schlechthin) demonstrativ und exemplarisch zu exkommunizieren, dann
müsste doch auch eine Nachfolgeaktion "Gewalt gegen Männer verhindern!"
möglich sein - vielleicht unter speziellem Bezug auf die Ereignisse in
Abu Ghraib, wo MÄNNER gefoltert wurden. Das ist sie aber nicht! Und
deswegen hat Amnesty International tatsächlich mit dieser Aktion den
Boden der Aufklärung verlassen, die irgendwann mal die
Grundvoraussetzung für seine Entstehung war. Genau wie die USA.
Es gibt eine USA-Kampagne, die sich ganz intensiv mit den Folterungen im Irak und in Afghanistan auseinandersetzt. Das Geschlecht der Folterer wird dort aber nicht thematisiert. Hätten die Roten Männer das als Problem aufgestellt, hätte ich gedacht, o.k., wenigstens recherchieren die ordentlich. Aber so...
Und noch ein weiterer Beitrag fand durchaus unsere Anerkennung, in dem
Frau Oestreich die Erziehung von Kleinkindern in Deutschland
kritisiert: "Seit die Pisa-Studie amtlich nachwies, dass die Deutschen
immer blöder werden", denkt man hier und da darüber nach, wieso
gruppenbetreute Kinder sich positiver und intelligenter entwickeln als
diejenigen, denen eine Trennung von den Eltern angeblich nicht
zuzumuten ist, weil sie den Kleinen bei den ersten Malen immer schwer
fällt. "Es ist der alte Muttermythos, der die bundesdeutsche Politik
immer noch im Bann hält. Internationale Forschung, die die
Überlegenheit guter Gruppenbetreuung gegenüber der Bemutterung
nachwies, wird ignoriert; staatliche Kinderbetreuung bedeutet schlechte
Kinderbetreuung, so ist es vor allem im Westen gespeichert."
http://www.taz.de/pt/2004/05/11/a0219.nf/text
Was in diesen Beiträgen zum Ausdruck kommt, ist ein Unbehagen an
feministischen Widersprüchen - oder auch nur an denen zwischen der
früheren emanzipatorisch-feministischen Theorie und der daraus (nicht!)
folgenden Praxis, wo eine Geburt den Sprung ins ersehnte
Hausfrauendasein mit auskömmlichem Unterhaltsrecht ermöglicht.
Ach, und fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die dagegen stehen, sind ja so gar kein Hinderungsgrund... Ja, ja, die Maskulisten in ihrer schönen neuen Welt..
asturbationsfaktor, und den
Was die
gebügelten Hemden oder der Nachwuchs, der wohl gesättigt und gesäubert
ZENSUR IM DIENSTE DER WEIBLICHEN EHRE
In unserer Ausgabe 68 haben wir die Zensur des Buches "Esra" von Maxim
Biller angesprochen. Zur Erinnerung: Billers Buch wurde gerichtlich die
Veröffentlichung untersagt, weil es angeblich die Persönlichkeitsrechte
seiner früheren Freundin und - delikat, delikat! - ihrer Mutter
verletzen würde. (Auf ein solch inniges Mutter-Tochter-Verhältnis nimmt
schon Astrid von Friesens SWR-Beitrag an einer Stelle stimmungsvoll und
aussagestark Bezug, den wir eingangs noch einmal empfahlen.) Dazu an
dieser Stelle eine weitere Bewertung unseres Hamburger Korrespondenten
Achim Amme (www.achim-amme.de ):
Wenn dieses Urteil Bestand hat - und die allgemeine Verunsicherung,
nicht nur in Opfer-Täter-Fragen, deutet darauf hin -, dann haben zwei
beleidigte Leberwürstchen etwas geschafft, was nicht einmal
Reichspropagandaminister Goebbels gelang, nämlich einen ideologischen
Flächenbrand auszulösen, der selbst eine Bücherverbrennung überflüssig
macht, weil sie bereits in die Gehirne von Dichtern und Schriftstellern
vorverlagert wird, um alles auszulöschen, was nur annäherungsweise
vorgefundene Realität spiegelt. Autoren und Verleger werden mit diesem
Urteil gezwungen, bevor auch nur eine Zeile zu Papier gebracht wurde,
ihre entlegensten Gehirnwindungen dahingehend zu überprüfen, ob
vielleicht irgend eine Person, die vielleicht nicht einmal gemeint ist,
sich möglicherweise, unter Umständen, die noch gar nicht bekannt sind,
verbal verletzt, gestalterisch falsch widergegeben oder sonstwie auf
ihre sensiblen Zehchen getreten fühlen könnte.Die unrühmliche Rolle der
Justiz bestünde wieder einmal in der Tatsache, daß sie sich zum Büttel
einer politischen Lobby machen ließe, die die künstlerische Freiheit -
abgesehen von der Freiheit der Meinungsäußerung, was schon schlimm
genug wäre -, nicht nur mit Quadratlatschen tritt, sondern auffordert,
das Denken am besten sofort einzustellen. Es ist sicher kein Zufall,
daß offenbar frustrierte Frauen hinter dieser Initiative stecken und
noch weniger, daß der Zeitgeist - Werbung, Medien und Politik lassen
grüßen -, sie damit durchkommen läßt.
Wer immer sich in seinen Persönlichkeitsrechten beschnitten fühlt, kann gegen eine solche Sache klagen. Macht auch Sinn. Alle Menschen verdienen einen gewissen Grundschutz! Das ist nichts Faschistisches, sondern im Gegenteil antifaschistisch.
Und damit, meine Lieben, haben wir das Ende unserer Erzählungen für
heute wieder erreicht. Wir hoffen, unterhaltsam gewesen zu sein. Alles
andere wäre ruchlos. Für alle Fälle und zu euerer finalen Erheiterung
solltet ihr euch noch diese Karikatur ansehen (vor allem diejenigen von
euch, die irrigerweise glauben, die "taz" sei in ihrem Wesen schlecht):
Ja, unterhaltsam, das waren sie wieder, die roten Männer... Mit ihren Widersprüchen, ihren Pauschalisierungen etc.. Doch ja.. Ich habe schön vor mich hinschmunzeln können. Danke, Alex!
Es grüsst schmunzelnd
das Emmalein
gesamter Thread:
- Rote Männer Info Nr 69 -
Odin,
18.05.2004, 18:55
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Pokemon,
18.05.2004, 23:02
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Odin, 20.05.2004, 01:52
- Re: ptilien... -
Martin,
19.05.2004, 00:44
- Re: ptilien... -
Garfield,
19.05.2004, 12:51
- Danke für die Information :-) (n/t) - Martin, 20.05.2004, 00:54
- Re: ptilien... -
Garfield,
19.05.2004, 12:51
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 12:30
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Arne Hoffmann,
19.05.2004, 13:56
- Re: ...wegen Emmalein - Eugen Prinz, 19.05.2004, 14:27
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 14:41
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Peterchen,
19.05.2004, 14:47
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 15:29
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Arne Hoffmann,
19.05.2004, 15:48
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 16:20
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Sebastian,
19.05.2004, 16:26
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 16:54
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Sebastian,
19.05.2004, 17:01
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 19:38
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Sebastian, 19.05.2004, 21:40
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Jolanda, 19.05.2004, 22:27
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 19:38
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Odin, 20.05.2004, 02:23
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Sebastian,
19.05.2004, 17:01
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 16:54
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Sebastian,
19.05.2004, 16:26
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Jolanda,
19.05.2004, 22:10
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Odin, 20.05.2004, 02:20
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 16:20
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Jörg, 20.05.2004, 00:03
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Arne Hoffmann,
19.05.2004, 15:48
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Ferdi, 19.05.2004, 17:01
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Emmalein,
19.05.2004, 15:29
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Arne Hoffmann, 19.05.2004, 15:37
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Garfield,
19.05.2004, 16:28
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Odin, 20.05.2004, 02:09
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Odin, 20.05.2004, 02:07
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Peterchen,
19.05.2004, 14:47
- In der Tat... - Xenia, 19.05.2004, 14:44
- Re: Rote Männer Info Nr 69 - Expatriate, 19.05.2004, 16:35
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Arne Hoffmann,
19.05.2004, 13:56
- Re: Rote Männer Info Nr 69 -
Pokemon,
18.05.2004, 23:02