Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Gretchenfrage (Familie)

verfasst von Narrowitsch(R), Berlin, 23.10.2012, 07:20

» Das würde bedeuten, daß es keinen einzigen Mann und kein einziges Weib
» gäbe, daß alleine und für sich genommen, ein wirklicher Mensch wäre.
» Wir sind dann alle bloß "halbe" Menschen?!

Nicht ausgeschlossen, beleidigt aber unsere Eitelkeit. Ist ein bisschen wie bei einem Beinmputierten, der ist selbstverständlich auch ein ganzer Mensch, aber eben nicht ganz.

» Warum dann auf halbem Wege stehen bleiben? Warum nicht gleich sagen, daß
» alle Menschen zusammen erst den wirklichen Menschen bilden, daß wir
» alle nur ein Funke des Feuers sind und jeder all die Facetten all der
» anderen bedürfe um wirklich ganz zu sein?

Das ist Unfug.

» Damit wären wir dann bei den Religionen.

Na und? Gleichgültig, wie jeder Einzelne die klassische Gretchenfrage beantwortet, so kommt er doch nicht herum - es sei denn er zählt zu den eifernden Ignoranten - um die Weisheit, die alte Religonen in sich bergen.

Wie sehr Menschen seit jeher der feurbachsche Gedanke beschäftigt, ist in der Wiki angedeutet:

"In vielen Schöpfungsmythen werden die menschlichen Wesen als androgyn beschrieben. In der persischen Mythologie lebte das erste Menschenpaar, Licht und Dunkel, im Garten Eden gemeinsam in einem Körper, bis Ahura Mazda sie trennte. Die griechischen Mythen erzählen eine ähnliche Geschichte: Prometheus formte den Menschen androgyn aus Lehm und Athene verlieh ihnen Leben. Göttervater Zeus trennte die ursprünglichen Kugelmenschen und entnahm dem weiblichen Körper ein Stück Lehm, welches er dem Manne ansetzte. So haben Frauen bis heute eine blutende Öffnung, Männer aber ein zusätzliches Stück Körper und beide fühlen sich zueinander hingezogen.

Ardhanarishvara ist eine zweigeschlechtliche Figur aus der hinduistischen Götterwelt, die aus Shiva und seiner Gemahlin Parvati gebildet wird."


Teile des 68iger Feminismus schlossen aus den uralten Mythen messerscharf , er müsse den androgynen Menschen erschaffen, der die weiblichen und männlichen Teile in jedem Individuum zu einem Ganzen vereint. Der vielgepriesen umfassenden Gleicheit wegen. So gelangten quasi religiöse Paradigmen in die westliche Welt, die nicht wenige Psycho- und Soziologen fleißig weiter transportieren, wo es möglich ist, bis in den letzten winkel des Erdballs. Seither irrlichert das Gerede von Männern und Frauen durch die Publizistik, die wahlweise irgendwelche Anteile des anderen Geschlechts in sich zulassen müssenum sodann weibisch oder vermännlicht ihren Platz im Genderparadies zu finden. Mittlerweile irrsinnige Staatsdoktrin.

Göttinnegleiche Anmaßung des damals aufstrebenden Feminats,das sich noch nicht zwischen matriarchalischen, lesboanarchistischen und eben androgyner gleichgemachten Gesellschaftsnormen entschieden hatte und bis heute nicht entschieden hat. Eine Anmaßung, die nahezu zwangsläufig in die Abgründe des Feminismus und Genderismus führen musste: in eine ganz speziell angestrebte Zwangsvereinigung natürlicher Unterschiede.Einfach Wahnsinn.

Die Folgen jener Besterbungen treten uns nun täglich entgegen: Die getrennten Menschen aus dem Mythos suchen zwar noch immer nach dem passenden Gegenstück, wollen es aber nicht wahrhaben, weil die moderne Dogmatik Autonomie befiehlt, die weitaus mehr Illusion in sich birgt, als der Satz von Feuerbach.

Nein wir sind nicht irgendwie oder irgendwo bei Religionen.

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.

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