Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Weibliche Logik

Eugen, Thursday, 11.02.2010, 19:57 (vor 5494 Tagen) @ Logik

Das ist schon eine hammerharte Geschichte, die so recht deutlich die Verkommenheit des "Literatur"betriebs illustriert. Auch die Maßstäbe der Ullstein Geschäftsführerin Bublitz scheinen aus Gummi zu sein.

"Inzwischen hat ihr Verlag aus Berlin, Ullstein, nachträglich die Abdruckrechte für bisher nicht genannte Quellen in Hegemanns Buch eingeholt. Geschäftsführerin Siv Bublitz entschuldigte sich am Donnerstag in einer Erklärung für die umstrittenen Übernahmen." heißt es in der Süddeutschen.

Die Liste der offensichtlich wörtlich übernommenen Textstellen ist beeindruckend lang. Das sind keine Zitate mehr, sondern geistiger Diebstahl. Diebstahl, auch geistiger, ist aber m.W. ein Offizialdelikt. Doch wenn es um einen nach Marketingprinzipien designten Roman geht, in dem viel (Achtung: Die folgenden Textstellen könnten Ihre Gefühle verletzen ;-) vom Ficken und vom Wichsen die Rede ist, von einer 17-jährigen, mit dem vielleicht noch irgend welche Feuchtgebiete getoppt werden sollen, dann soll das wohl als Kavaliersdelikt durchgehen, für das "frau" sich einfach entschuldigt.

Es spielt keine Rolle ob der Roman gut oder schlecht ist, es spielt auch keine Rolle, ob der Verfasser der geklauten Stellen das billigt oder nicht. Wenn die Plagiatorin dafür einen Buchpreis von 45 000 Euro kriegt, dann wird damit das Zeichen gesetzt, dass kommerzielle Interessen künftig alles legitimieren, vielleicht als nächstes den Debutroman einer Zwölfjährigen, die sich durch drei Dutzend Bordelle durchgearbeitet hat.


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