Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

BPA: Mehr Chancen für Frauen und Männer

Christine ⌂, Wednesday, 07.03.2007, 12:48 (vor 6908 Tagen) @ Christine

http://www.bundesregierung.de

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"REGIERUNGonline" - Wissen aus erster Hand

Gleichstellungspolitik
Mehr Chancen für Frauen und Männer
Veröffentlicht am: Di, 06.03.2007

Vor 20 Jahren hat die Bundesrepublik Deutschland ein Bundesfrauenministerium
erhalten. Wie kam es dazu? Welche Themen waren damals aktuell, welchen
Herausforderungen steht die Gleichstellungspolitik heute gegenüber? Welches
Verhältnis werden die Geschlechter in der Zukunft haben?

Zwei Tage vor dem Internationalen Frauentag diskutierten am 6. März drei
Familienministerinnen zu diesen Fragen: die amtierende Bundesministerin Ursula
von der Leyen und zwei ihrer Vorgängerinnen.

Die eine ist die heutige Bundeskanzlerin. Angela Merkel war von 1991 bis 1994
Bundesministerin für Frauen und Jugend. Die andere, Rita Süssmuth, wurde 1987
erste Frauenministerin.

Sie zogen mit den derzeitigen Ministerinnen der Bundesregierung Bilanz über
Erfolge und aktuelle Probleme der Gleichstellungspolitik.

Vereinbarkeit nicht mehr "ob" sondern "wie"

Merkel lobte die neue Familienpolitik, weil sie echte Wahlfreiheit anstrebe. Dazu
gehörten Bedingungen, die Familie und Beruf vereinbaren.

"Familienbelastung kann nicht nur Frauensache sein", sagte die Bundeskanzlerin.
"Ohne eine neue Aufteilung der Arbeit, der Verantwortlichkeiten in Familie und
Beruf ist Gleichstellung nicht durchsetzbar." Und sie hob hervor: "Erziehung ist
eine Mutprobe für Männer."

Elterngeld schafft neue Wege

Bundesfamilienministerin von der Leyen schuf bereits die ersten Voraussetzungen
für eine echte Gleichstellung von Mann und Frau: Elterngeld und Vätermonate.

"Eine Generation junger Frauen wächst heran, die Lust hat, Verantwortung zu
übernehmen und ihr Leben zu gestalten", sagte die Ministerin. Daher sei die
Beteiligung der Frauen an der Erwerbsarbeit eines der wichtigsten
gleichstellungspolitischen Ziele.

Außerdem gelte es, die alten Rollenbilder zwischen Männern und Frauen endgültig
zu überwinden. Männer seien wichtige Partner und Adressaten der
Gleichstellungspolitik. Auch Männer müssen sich für die Familie entscheiden
können, so von der Leyen. Heute müssten Frauen und Männer einseitige
Rollenbindungen aufgeben und ihren eigenen Lebensentwurf verwirklichen.

Familienpolitik in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Rita Süssmuth erinnerte daran, dass sich die Gesellschaft schwer täte mit
Veränderungen. Daher seien Quotenregelungen "wichtig wie Krückstöcke für die
Gesellschaft". Durch die Bundeskanzlerin hätte die Gleichstellungsproblematik
einen Schub bekommen. Aber gerade die jungen Frauen sollten das Erreichte nicht
als selbstverständlich ansehen. Nur ein Beispiel: Es gibt im Moment nicht eine
Ministerpräsidentin in Deutschland.

Keine Gesellschaft kann auf Frauen verzichten

Frauen von heute sind die am besten ausgebildete Frauengeneration aller Zeiten.
Die Mädchen haben bessere Zensuren als ihre männlichen Klassenkameraden. 48
Prozent der Studierenden sind Frauen. Aber nur vier Prozent der höchst dotierten
Professuren sind von Frauen besetzt.

In Top-Positionen der Wirtschaft sieht es noch düsterer aus. In Deutschland gibt
es gerade einen weiblichen Vorstand.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan warnte davor, dass hochausgebildete
Frauen auf dem Weg in die Karriere verloren gingen. Daher müsse ganz konkret
Frauenförderung vorangebracht werden.

Etliche Unternehmen haben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon als
Standortvorteil begriffen. Bundesjustizministerin Zypries verwies darauf, dass
aber nur auf Basis von Selbstverpflichtungen der Unternehmen für mehr
Familienfreundlichkeit geworben werden könne. Auch im öffentlichen Bereich seien
nicht alle Probleme gelöst.

Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung
E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/ Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 01888 / 272 - 0
Telefax: 01888 / 272 - 2555

--
7. Familienbericht http://dip.bundestag.de/btd/16/013/1601360.pdf
Seite 234, Familienarbeit: - Väter 70 Std. - Mütter 46 Std.
Siehe auch: http://www.wgvdl.com/forum/index.php?id=12360

--
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein


gesamter Thread:

 

powered by my little forum