Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Die Revolution verkifft ihre Sozialhilfe.

LatexTester, Sunday, 30.01.2011, 10:05 (vor 5465 Tagen) @ Kurti

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind das zumindest in Teilen die gleichen Spinner, die euch in euer Wohnung als Sturmkommando besuchen würden, wenn ihr etwas gegen den Feminismus sagt oder schreibt. Der Verdacht, ihr würdet den Nebenwiderspruch nicht ernst genug nehmen, genügt da für eine verwüstete Wohnung und eine Neuordnung der Kauleiste.

Mit PI hat das nicht das Geringste zu tun, der Artikel des RBB spricht von linksautonomen und linken Gruppen, die die gewaltsame Inbesitznahme eines Hauses durch Gewalt verteidigen wollen.

In der Vergangenheit und den Tagen, als Hausbesetzung noch Massensport der Linken war, endeten die Besetzungen nicht nur mit Räumungen, sondern nicht selten mit einer Eigentumsübertragung des Hauses zum Vorzugspreis an die Besetzer, die damit nicht nur die Seite von den Unterdrückten und Ausgebeuteten zu den Besitzenden wechselten, sondern sehr schnell bewiesen, dass Eigentum vor allem Selbstverpflichtung bedeutet. Was hieß, dass man den Nicht-Eigentümern unter den Besetzern, die noch im Haus wohnten, schnell links/rechts und unbürokratisch klarmachte, sie sollen gefälligst zusehen, wo sie jetzt die sozialistische Transformation der kapitalistischen Gesellschaft voranbringen.

Dies muss selbstverständlich als solidarischer Akt der Unterstützung zur Selbstfindung verstanden werden, denn die vornehmlich schwäbischen Autonomen haben ihre Form des Häusle-Baus in der Großstadt und weitab der provinziellen Herkunft nur klassenkämpferisch kultiviert und dabei modellhaft vorgeführt, dass der Habenichts in seiner Eigentumslosigkeit die Revolution eher verhindert, denn stützt. Dafür gab es historische Vorbilder. Auch Väterchen Stalin hat mit eisernem Besen gekehrt. Und wenn man sich auch solcher Mittel nicht bedienen konnte oder durfte, so war man sich doch klassenbewußt, dass die Basis der Revolution das Fundament des eigenen Hauses mitdenken muss, diente dies doch einem höheren Ziel.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass Helga, Susi und Hanna die Kinder nicht unter den zerlumpten und ständig besoffenen und bekifften Typen aufziehen wollten, die schon mal in die Küche kotzten oder bei den Alltagspartys Heizkörper von der Wand rissen, sondern eher etwas ruhiger und gediegener, so wie sie selbst damals in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen waren, aber natürlich anders. Alternativ irgendwie, und so.

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