Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nein.

Garfield, Wednesday, 05.12.2007, 18:23 (vor 6637 Tagen) @ Student

Hallo Student!

Das stimmt definitiv nicht, weil der Ramadan sich nach dem Mondkalender ständig und überschaubar verschiebt. Außerdem waren die Araber ein Handelsvolk und nicht so abhängig von Ernten wie sesshafte Völker zumal des Nordens es sind.

Ich denke trotzdem, daß sich der Ramadan ähnlich erklären läßt wie die christliche Fastenzeit. Es konnten auch nie alle Araber Händler sein, denn womit hätten sie dann handeln sollen? Es mußte schon auch Araber geben, die sich mit Viehzucht und auch mit Ackerbau befaßten, wenn auch Letzteres durch die klamatischen Gegebenheiten wohl nicht die Bedeutung hatte wie in Europa. Nutztiere wiederum brauchen auch Futter - und schon war wieder die Abhängigkeit von der Natur und auch vom Wetter da.

Du bringst eine Reihe von Vermutungen...

Das Problem besteht darin, daß man für uralte Bräuche oft gar keine Aufzeichnungen findet, aus denen klar hervorgeht, wie sie entstanden sind. Deshalb kann man da häufig nur Vermutungen anstellen.

Worauf ich eigentlich hinaus will: Leute, die im Elfenbeinturm (oder auch in einer Asketen-Höhle) schöne Theorien entwickelten und daraus Ratschläge für ihre Mitmenschen ableiteten, setzten sich damit üblicherweise nie durch. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, daß der Ramadan entstanden ist, weil man der Meinung war, daß Enthaltsamkeit die Menschen irgendwie besser macht.

Solche Bräuche entstehen üblicherweise aufgrund von knallharten Notwendigkeiten, und ethische, moralische, religiöse oder sonst irgendwelche Bedeutungen bekommen sie erst später zugeschrieben. Oft gibt man ihnen diese Bedeutung erst dann, wenn sie eigentlich nicht mehr nötig sind und viele Menschen sie aber trotzdem aus Gewohnheit beibehalten möchten.

Freundliche Grüße
von Garfield


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