Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

Homepage - Archiv 1 - Archiv 2 -- Hilfe - Regeln für dieses Forum - Kontakt - Über uns

105244 Einträge in 24904 Threads, 288 registrierte Benutzer, 186 Benutzer online (1 registrierte, 185 Gäste)

Entweder bist Du ein aktiver Teil der Lösung, oder ein Teil des Problems.
Es gibt keine unbeteiligten Zuschauer!

    WikiMANNia
    Femokratieblog
Avatar

Was bedeuten die Target-Salden? - Hans-Werner Sinn erklärt, wie wir ausgeraubt und betrogen werden (Manipulation)

Carlos, Donnerstag, 23.04.2020, 17:20 (vor 182 Tagen) @ Wiki

Servus!

Der Vortrag von Hans-Werner Sinn ist natürlich hochinteressant, und wenn man die über zwei Stunden Zeit aufbringen kann, dann soll man sich das Video auch zur Gänze anschauen. Ich breche das Ding mit den sogenannten „Target“-Salden einmal aufs kurze herunter – also das, was für den alten Carlos gemeinhin „kurz“ sei. ;-)
Angenommen, ein Firmeninhaber in Italien möchte sich aus Deutschland eine neue Maschinenanlage für seine Fabrik kaufen. Er selber hat die komplette Summe des Kaufpreises aber nicht auf seinem Konto. Also geht er zu seiner Bank und bittet um ein Darlehen. So weit, so normal.
Sämtliche italienischen Banken haben sind aber völlig pleite. Und: Nicht nur die Banken dort sind pleite, sondern auch fast alle Großunternehmen, mögen auch deren Aktien an den Weltbörsen gehandelt werden; mindestens aber ächzen sie unter gigantischen Schuldenbergen. Nicht nur die privaten Wirtschaftsunternehmen – der Staat Italien ist ebenfalls pleite. Summierten sich die italienischen Staatsschulden vor der Corona-Krise auf etwa etwa 130% bis 140% des Bruttoinlandsprodukts, so dürften inzwischen die 200% überschritten sein; spätestens gegen Jahresende 2020 ist das dann so weit.
Und weil die Hausbank des italienischen Unternehmers pleite ist, macht sie nun folgendes: Sie kabelt zur EZB nach Frankfurt, beantragt das Geld dort und läßt nach alter Väter Sitte „anschreiben“ - nix anderes ist das nämlich. Die EZB mandatiert sodann das Geld nach Italien, der Unternehmer kann seine Maschine aus Deutschland bestellen und dem deutschen Hersteller die Rechnung begleichen. Na ja… mag sich so manch einer denken – is‘ mir doch wurscht: So lange jeder ein Geld kriegt, ist doch alles paletti…
Ist es aber nicht. Wem gehört den nun die EZB – will sagen: Wer ist der bei weitem größte Anteilseigner der EZB? Ich vermute, ihr kommt auch von alleine drauf… Klartext: Wir lassen bei uns selber „anschreiben“ und liefern jenes Investitionsgut nach Italien. Klartext: Wir finanzieren unseren eigenen Export. Klartext: Als größter Anteilseigner haften wir auch. Daß das mathematisch nicht auf ewig gut gehen kann, rechnet jeder Klippschüler in wenigen Minuten aus.
Warum ist das so? Nun: Auf dem Kapitalmarkt, i.e. an den Weltbörsen, findet sich schon seit geraumer Zeit keine alte Sau mehr, die bereit wäre, den italienischen Staat zu finanzieren, sprich: Italienische Staatsanleihen zu kaufen – und falls doch, dann eben nur zu horrenden Zinsen. Horrende Zinsen deswegen, weil eben auch der Totalausfall der Rückzahlung der Kreditsumme so gut wie programmiert ist; zudem verunmöglichen sie von vorne herein durch deren schiere Höhe sinnvolle Investitionen, aus deren Gewinnen man später die Zinsen ja begleichen könnte.
Diese „Target“-Salden – will sagen: die Schulden von Ländern wie Italien bei der EZB – explodieren seit jeher; mittlerweile stehen sie bei über einer Billion Euro. Zur Klarmachung: Eine Billion ist ein Einser mit 12 Nullern hinten dran. Und ebenso klar ist: All diese Phantastillionen sind unwiederbringlich verloren.
Überschuldet, also pleite, ist aber beileibe nicht nur Italien. Nein: Auch Doitschland hat je und je kräftig Schulden aufgetürmt. Angefangen hatte das erstmalig unter der ersten doitschen Nachkriegs-Groko – nein, nicht unter jener, der die olle Murksel-Schabracke A.D. 2005 als Bumskanzlerette angedienlich war, sondern jener von 1966 A.D. bis 1969 A.D. unter dem Kanzler Kurt Georg Kiesinger. Dessen Groko hatte vermittels ihrer übergroßen Mehrheit im Brunztag eine der ersten großen und entscheidenden Grunzgesetzänderungen durchgewunken. Bis dahin hatten die deutschen Bundes- und Landesrechnungshöfe Exekutiv-Gewalt inne – will sagen: Sie konnten verschissene Dreckspolitiker per Amtsanklage vor Gericht stellen. Die Grunzgesetzänderung degradierte die Rechnungshöfe nunmehr zu sauteuren und dem Wesen nach überflüssig gewordenen, zahnlosen Tigern: Ab da konnten sie nur noch monieren – monieren, wenn etwa Politiker wie der Pobereit Hinterlader Milliarden unserer Knete verplemperten, weil ja das Party-Feiern in Berlin – pleite, aber angeblich sexy – dem Kerl keine Zeit ließen, sich um den Flughafen zu kümmern. Sprich: Das politische Amt und die persönliche Verantwortung dafür waren ab damals getrennt. Ab 1969 A.D. landete dann Herbert Frahm im Bumskanzleramt. Willy, wie er von der Plebs auch genannt wurde, machte ebender Plebs so richtig viele, zahllose Versprechen – alles, wirklich alles würde er machen und dafür Füllhörner über‘m Lande ausschütten - und auch bezahlen – also… irgendwann. Das Geld für das alles hatte der Willy natürlich nicht in petto. Na ja, die Plebs liebte ihren Willy trotzdem, und die üppig wachsenden Staatsschulden – ochnoja… Das waren ja nur die Schulden vom Staat – und „der Staat“… der war ja irgendwo ganz weit weg… Herbert Frahm kam etwas sehr zupaß: Drüben, auf der anderen Seite vom großen Tümpel, hatte US-Oberpräser Ritchie Nixon ebenfalls mit wachsenden Schulden zu kämpfen; der sich über Jahrzehnte hinziehende Krieg gegen Vietnam und inzwischen gegen ganz Indo-China kostete Unsummen. Also hoben Nixon und Kumpane die lästige Goldbindung des US-Dollar auf. Dieses Ereignis kann man, gerade auch aus heutiger Retrospektive, gar nicht hoch genug bewerten.
Das heutige westlich dominierte Weltwährungssystem wurde 1944 A.D. in Bretton-Woods im US-Bundesstaat New Hampshire gegründet. Eigentlich hatte alles gut angefangen: Das Währungssystem unter der Führung des US-Dollar sollte ans Gold gebunden sein. Einige hatten von Anfang an freiwillig mitgemacht, wie die westlichen Siegermächte, die anderen, wie später das besiegte Doitschland, mehr oder weniger nolens volens. Seit 1944 A.D. ist Doitschland auch währungspolitisch nicht mehr souverän.
Überhaupt die Kaugummikatscher: Als der Ober-Hausneger und Laufbursche 2008 A.D. Ober-Präser wurde, übernahm er vom Trinker-Dabblju-Bush ein Land mit п mal Daumen 10 Billionen Dollar Schulden; acht Jahre später, als Trump Präser wurde, hatten sich Schulden auf knapp 20 Billionen verdoppelt. Mal so eben. Reprise: Eine Billion ist ein Einser mit 12 Nullern hinten dran. Davon jetzt und hier aber wiederum 20 Stück. Inzwischen sind die Schulden freilich hin nach Absurdistan munter weiter galoppiert…
Die Schuldenlast, unter der die heutige westliche Welt ächzt, ist überhaupt nicht vom Himmel herab geplumpst wie eine biblische Plage. Nein – tauglose Politiker-Hackfressen haben uns das eingebrockt – und wir uns selbst auch, die wir weit mehrheitlich zu blöde, zu faul und sonst was noch waren, zu kapieren und entsprechend rechtzeitig zu handeln. Wir haben uns eben, weit mehrheitlich, nur allzu gerne belügen und bescheißen lassen.
Der Kaugummikatscher-„Ökonom“ Keynes war und ist eines der größten Arschlöcher, welche die Welt jemals gesehen hat. Maßgeblich er propagierte das „deficit spending“ - auf gut Deutsch: Die permanente staatliche Aufnahme neuer Kredite – neue Kredite zumal, um alte abzubezahlen, wiederum neue Kredite um die jüngeren Kredite abzubezahlen, von denen er ja angeblich die alten abzahlen will. Ein privater Haushalt, der so wirtschaftet, geht zackig pleite; will sagen, lange bevor dessen Bilanz im Verhältnis zum monatlich zur Verfügung stehenden Einkommen mit steigender Tendenz 140% Schulden gegenüber stehen, geht schon lange pleite in die Obdachlosigkeit, bevor er auch nur 100% Schulden erreicht. Und: Kredite kriegt er schon längst keine mehr. Klar ist: Bretton-Woods ist längst zu einem Schneeball-System mutiert. Den letzten beißen die Hunde. Also auch uns. Uns Doitsche.
Die mathematischen Gesetze, denen zufolge 1+1 immer nur 2 ergibt, oder etwa, daß man Geld, das man nicht hat, auch nicht ausgeben kann, gelten jedoch nicht nur für den kleinen Privatmann und dessen Privathaushalt – nein, sie gelten auch für die großen Entitäten der Staaten. Sicher, Staaten können über gewisse Zeiten hinweg die Menschen bescheißen und ihnen vorgaukeln, der Staat könne ja gar nicht pleite gehen. Die meisten Menschen sind freilich zu blöde und glauben diesen Scheiß. Der Blick in die Geschichte lehrt aber immer die Gültigkeit der Mathematik: Kein einziges Währungssystem hat bis dato überlebt; alle sind sie an aufgetürmten Schuldenbergen zugrunde gegangen – und die Menschen litten Elend und Verarmung. Dazu gelernt haben die Menschen aber zu keinem Zeitpunkt jemals, denn sonst wären wir ja heute nicht da, wo wir eben sind: Am Abgrund. All das zusammen saldiert beweist uns ebenfalls die Richtigkeit der Tatsache, daß Generationen übergreifendes, dauerhaftes Lernen nicht existiert, nicht funktioniert, nicht möglich ist. Spätestens jede dritte Generation benötigt ihre eigene Katastrophe.
Vermutlich in Bälde wird dieses Schneeball-System, gleich einer gigantischen Supernova, nicht explodieren, sondern im Gegenteil implodieren: Es wird in sich selbst zusammenstürzen, kollabieren zu seinem inneren Kern, seinem wahren Wert: Ins schiere Nichts. Was sind bunt bedruckte Papierfetzen mit Zahlen darauf, ausgespuckt aus heiß laufenden und heiß gelaufenen Druckerpressen, auch schon anderes als Papierfetzen, die unweigerlich zu Humus zerfallen? Eben. Sollte man noch über hinreichend Lust und Laune verfügen, so mag man noch gerne darüber spekulieren, ob auf dem Humus später etwas Gutes wächst – oder halt nicht. :-D

Carlos

--
Laudetur Iesus Cristus per ómnia sǽcula saeculorum.
為了小孩子我砸鍋賣鐵。。。
La vida es sueño...
Nayax t’ant’ apanta wajchanakaxa manq’añapataki…
Con không gần phải khiếp sợ, bố ở dây, cảnh giác...


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum