Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Nochmals: In memoriam Stadtmensch (Allgemein)

Narrowitsch @, Berlin, Freitag, 17.07.2020, 17:18 (vor 133 Tagen)

In mir klingt bis zum heutigen Tage ein Telefonat, welches ich gezwungen war am 3.März gegen 11:30 zu führen. Die traurige Stimme einer stadtmenschlichen Freundin zeigte mir den Tod des Stadtmenschen an; gab mir somit eine Nachricht, die ich nicht akzeptieren wollte, mein Verstand sie aber hinnehmen musste. Stadtmensch und ich waren über die Jahre zu echten Freuenden geworden. Kaum eine Woche, in der wir uns nicht wortreich in unserer Vergangenheit herumtrieben, den Wahnsinn unserer Gegenwart verlästerten, von Geschichten zur Geschichte hüpften und auch uns höchstpersönliche Episoden und Gedankengänge um die Ohren schlugen. Uns verband ein seltenes Erstaunen darüber, dass 2 Menschen, zumal Männer, trotz unterschiedlichster Sozialisation immer wieder zu ähnlichen Schlüssen fanden und sich feiner Zwirn zwischen Herz und Seele spann. Nun ist da in mir ein großes Loch, welches die volkstümliche Weisheit von der Ersetzbarkeit eines jeden Menschen verschlingt.

Zweck dieser einleitenden Sätzen, die vermutlich kaum jemanden hier interessieren, ist die Andeutung, weshalb es mich nach 5 Jahren nochmals zu den Gelben treibt: Stadtmensch war einer, der von Anfang an hier in diesem Forum seine Finger im Spiel hielt bis er sich vor Jahren aus guten Gründen davonmachte. Ich fand, ich sollte den ganz alten Haudegen Kunde vom seinem Ableben geben. Nun sehe ich, dass Forum-Gefährte Emannzer, dies bereits erledigte.
Dennoch fühle ich mich bemüßigt, ein wenig von dessen Kondolenz zurecht zu rücken. Emmanzer schreibt:

„Ich weiß nicht, ob diese tollen Männer noch leben könnten, hätten sie nicht die übelsten Dinge bis hin zum totalen Kindesentzug hinter sich ...“

Beim Stadtmenschen weiß ich es. Er war für seine Tochter A. ein liebevoller Vater, alleinerziehend. Mit seiner Ex verband in hingegen wenig. Und:

„Man stelle sich das mal vor, da liegts du im Krankenhaus und deine Kernfamilie (die Kinder) sind nicht dabei…“

Ich finde, wir sollten uns vor Stereotypen hüten, wir wollen`s schließlich nicht feministisch. Will sagen, in diesem konkreten Fall reiste seine Schwester, so oft es ging, aus Alzey an, nicht gerade um die Ecke. Tochter und auch seine einstige Frau waren rührend besorgt, erfüllten jeden (unausgesprochen) Wunsch.Auch ein eng befreundetes Optiker- Ehepaar tat alles in ihrer Macht liegende um auf dem vorgezeichneten Weg helfend zu begleiten.
Dass es unserem Stadtmenschen familiär nicht dreckig ging und er trotzdem gegen alle Art Ungeist, besonders dem feministisch inspirierten zu Felde zog, ehrt ihn – so finde ich- auf eine eigentümliche Weise.

Er verabscheute Pathos, nicht nur falsches. Ich hoffe, ich hab in seinem Sinne getippt.

2 oder 3 Tage vor seinem Ritt in die ewigen Jagdgründe sprach ich mit ihm. Er saß eisessend auf der Terrasse seines Hospizes, ergötzte sich an Sonne und Vogelgesang; es ging (dem Anschein nach) richtig gut. Wir witzelten, er solle bald auf die Beine kommen, wir wollten schließlich seil Langem in Jalta auf jener berühmten Terrasse Eis essen, auf der einst die „Drei“ für historische Fotos posierten – und sie schön auslachen.

Wer weiß, vielleicht treffen wir uns in der anderen Welt – und dann machen wir das.

Narrowitsch

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


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