Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Strafbefehl gegen Lentze: Verfahren beendet mit Geldstrafe (Recht)

trel, Friday, 11.06.2021, 17:40 (vor 1133 Tagen)

In letzter Instanz hat das OLG Köln am 22. März den Revisionsantrag zurückgewiesen. Heute bekam ich die Rechnung von der Staatsanwaltschaft: 1232,50 €, davon 500,00 € Geldstrafe. Nach Auskunft meines Anwalts werde ich letztere zahlen müssen, die anderen Kosten (Prozeßkosten) wegen meiner Bedürftigkeit wohl nicht. Die Ableistung der Geldstrafe in Raten ist möglich und insofern für mich erträglich. In einer Hinsicht ist es gleichwohl eine Niederlage. Anderseits empfinde ich diese nicht als unehrenhaft. Unehrenhaft ist es, von Vertretern der Zivilreligion Auszeichnungen oder Geldleistungen entgegenzunehmen, nicht aber, Blessuren zu erleiden.

Ich blicke zurück. Hat sich mein etwa 17 Jahre währender sexismuskritischer Einsatz gelohnt, und wenn ja, für wen? Für mich hat er sich gelohnt, weil er mir das Wohlgefühl der Kreativität und insgesamt ein gesteigertes Urteilsvermögen eingebracht hat. Aber für andere? Hat irgendwer nach mir gerufen, habe ich irgendjemandem gedient? Die meiste Zeit über war ich im Kreis der Männerrechtler überwiegend unerwünscht, auch wenn ich - vermutlich - manchen von ihnen auch Anregungen habe geben können.

Aber nunmehr sehe ich meinen Einsatz als abgeschlossen. Auch für ein Weiterleben meiner kritischen Netzseiten (Reserveforum, Schlägerinnen-Stopp, MannPassAuf!, Sexistinnen-Pranger, Weiberplage) sehe ich keine Notwendigkeit mehr. Ich habe gesagt, was ich zu sagen hatte. Wer liest das noch, wer muß das noch lesen? In der Zwischenzeit sind sehr viele junge Männer aufgewacht, die keiner Aufklärung mehr bedürfen. Zudem hat sich die Kommunikation auf die sozialen Netzwerke verlagert - von denen ich keinen Gebrauch mache. Und drittens sind ganz neue politische und gesellschaftliche Probleme in den Vordergrund gerückt, die lebhaft diskutiert werden und die zu verfolgen eine spannende Beschäftigung ist.

Ich sehe also die Sexismuskritik als einen Abschnitt meines Lebens, der hinter mir liegt. Schon vor drei Jahren etwa habe ich zu einer unkritischen, vielmehr wertschöpferischen Betätigung gefunden in der Entwicklung sehr neuartiger Metallklarinetten. Der Durchbruch gelang mir zur vergangenen Jahreswende; er ist dokumentiert mit einer Gebrauchsmuster-Urkunde durch das Deutsche Patentamt. Seitdem arbeite ich an der Perfektionierung dieses Instruments. Das bringt mir kein Geld ein (vorläufig jedenfalls nicht), aber es hat etwas für sich, auch mal etwas ganz Neuartiges hervorzubringen anstatt - wiewohl berechtigt - ständig nur Kritik zu üben.

Was gegenwärtig unsere Gemüter bewegt - die pandemische Corona-Hysterie - stellt sich als eine außerordentliche Bedrohung unserer Freiheit und unserer Grundechte dar. Erinnerungen an die Hitler- und an die Honecker-Zeit kommen auf. Doch auf eine mir selber merkwürdig vorkommende Weise genieße ich jetzt "die Gnade der frühen Geburt", die mir, einem nunmehr 71-Jährigen, erlaubt, mich weniger zu fürchten, als vielmehr die Geschehnisse wie in einem Theater zu verfolgen. So stelle ich mir auch die Sichtweise der Engel oder Götter vor: wie sie herabblicken wie auf das spannende Spiel der Menschen. Es ist ihre Art von Unterhaltungsfernsehen, und es ist dem Alter angemessen, sich mehr und mehr in diese Art von Bewußtsein einzufühlen.


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