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In Sachsen kämpft die AfD gegen die Abschiebung eines Flüchtlings (Allgemein)

Pack, Monday, 08.04.2024, 16:13 (vor 44 Tagen)

Fleischer aus Venezuela

Er arbeitet, zahlt Steuern und ist gut integriert. Trotzdem soll ein Venezolaner abgeschoben werden. Doch es rührt sich Widerstand – sogar von der AfD.

Ein im sächsischen Weißwasser lebender Venezolaner soll abgeschoben werden, obwohl er im Ort gut integriert ist und sein Arbeitergeber nur in den höchsten Tönen von ihm spricht. Das geht selbst der AfD zu weit. Daher hat sie bei einer Sitzung des Stadtrats einstimmig dafür gestimmt, sich gegen den Beschluss des Innenministeriums zu stellen.

Heberth Alvarado lebt seit Oktober 2022 in Deutschland und arbeitet seit April letzten Jahres bei der Fleischerei Kadach im nahegelegenen Spremberg. Seine Tochter geht in die Kita in Weißwasser und seine Freundin erwartet im Juni ein gemeinsames Kind.
Abschiebung am 25. April

Doch all das reicht dem sächsischen Innenministerium nicht. Alvarado soll abgeschoben werden, und zwar schon am 25. April. Die Tatsache, dass sich sowohl sein Arbeitergeber, die Handwerkskammer Cottbus sowie der gesamte Stadtrat in Weißwasser inklusive der AfD-Fraktion für seinen Verbleib in der 20.000-Seelen Gemeinde aussprechen, ändert daran nichts. Selbst die Härtefallkommission sprach sich für ein Bleiberecht aus, doch das Innenministerium beharrt weiter auf der geplanten Abschiebung

Wie die Bildzeitung berichtet, begründet das Innenministerium die Ablehnung mit den mangelnden Deutschkenntnissen von Alvarado. Dass er sowohl im Ort als auch in seinem Job gut integriert sei, sei nicht ausreichend. Auch einen Verweis auf den Fachkräftemangel im Handwerk lässt der sächsische Innenminister nicht durchgehen. Bei einer Fragerunde vor Schülern erklärte er, dass Alvarado nicht als Fachkraft gelte, da er keine formale Ausbildung als Fleischer absolviert habe. Sollte er aber eine Ausbildung beginnen, könnte sich das ändern, das berichtet die "Sächsische Zeitung".
Auf Nachfrage von t-online erklärte eine Sprecherin der Fleischerei Kadach, Aline Nickel, dass der Beginn einer Ausbildung nur als letztes Mittel in Betracht käme. Alvarado, der schon seit seinem 13 Lebensjahr regelmäßig in der Fleischerei seines Opas mitgearbeitet habe, mach auch ohne Ausbildung jetzt schon den Job von mindestens zwei Lehrlingen. Zum anderen wäre es für ihn finanziell der "Supergau". Die Familie sei angewiesen auf das Geld von Alvarado und müsste, sollte er die Ausbildung beginnen, auf staatliche Unterstützung zurückgreifen – genau das, was die Politik ja immer zu verhindern suche.

Im Moment würde man versuchen, die Abschiebung erstmal bis nach der Geburt des Kindes zu verschieben. Die große Hoffnung sei, so Nickel, dass man eine Duldung bis Oktober erwirken könnte, weil er dann die Möglichkeit hätte, Arbeitsduldung zu beantragen. Auch die Handwerkskammer Cottbus setze sich für Alvarado ein und hofft, dass man über eine arbeitsmarktpolitische Begründung die Abschiebung verhindern könne. Doch die Zeit dränge, denn bis zum Abschiebetermin seien es nur noch zwei Wochen.


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