Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

Homepage - Archiv 1 - Archiv 2 -- Hilfe - Regeln für dieses Forum - Über uns

136030 Einträge in 34483 Threads, 295 registrierte Benutzer, 157 Benutzer online (0 registrierte, 157 Gäste)

Entweder bist Du ein aktiver Teil der Lösung, oder ein Teil des Problems.
Es gibt keine unbeteiligten Zuschauer!

    WikiMANNia
    Femokratieblog

Deutscher Windradschrott in Tschechien: Der hohe Preis der grünen Bilanz (Grüne)

Grüne Abrissbirne, Saturday, 03.01.2026, 20:36 (vor 6 Tagen)

[image] Deutscher Windradschrott in Tschechien: Der hohe Preis der grünen Bilanz

Deutscher Schrott wird illegal in Tschechien abgeladen: In Brünn liegen 317 Tonnen Abfall aus der Demontage von Windrädern und Flugzeugen. Zurück rollen vorerst nur 35 Tonnen gesundheitsschädlicher Carbonstaub. Eine dafür zuständige deutsche Firma ist insolvent. Am Ende räumt der Staat, zahlt abermals der deutsche Steuerzahler.

In Horní Heršpice, einem Industriegebiet im Brünner Stadtteil, läuft seit Donnerstag der Abtransport von deutschem Abfall an. Zurück in die Oberpfalz gehen zunächst 35 Tonnen gesundheitsschädlicher Carbonstaub, in großen Säcken vor Ort abgestellt. Nur ist das der kleine Teil. Insgesamt lagern in Brünn 317 Tonnen Müll aus Deutschland. Plastikteile, Laminat, Material aus der Demontage von Windrädern und Flugzeugen. Die Tschechen haben nicht irgendeinen Resthaufen gefunden, sondern ein industrielles Hinterlassenschaftsdepot.

Die tschechische Polizei führt die Spuren zur Firma Roth International mit Sitz in Weiden. Der damals noch amtierende Umweltminister Petr Hladík teilte das vergangene Woche mit. Die Tschechische Umweltinspektion sagt zudem, Lkws der Firma hätten den Müll zwischen Juni und Oktober des vergangenen Jahres nach Brünn gebracht.

Das Muster ist nicht neu. Bekannt wurde zuerst die illegale Halde in der Gemeinde Jiříkov. TE hatte im Januar 2025 berichtet. Im Herbst sorgte die Regierung der Oberpfalz bereits dort für den Abtransport des Schrotts. Jetzt taucht in Brünn die nächste Masse auf, größer, komplexer, politisch heikler.

Und schon beginnt das bekannte Spiel: Über den großen Rest der Deponie in Brünn wollen die tschechische und die deutsche Seite erst bei einem Treffen im Januar verhandeln. Bisher hatten die Deutschen daran gezweifelt, dass auch dieser Teil von Roth International stammt. Nun liegen Ermittlerangaben und Behördenfeststellungen auf dem Tisch.

Eigentlich, so die schlichte Logik, müsste der Verursacher zahlen und räumen. Roth International sollte selbst für die Beseitigung sorgen. Doch die Firma ist insolvent. Also übernimmt die Regierung der Oberpfalz die Aufgabe und kündigt an, die Kosten von der Firma zurückzufordern.

Damit ist der Kern dieses Skandals beschrieben: Die Verantwortung wandert nach oben, bis sie beim Staat landet. Die Rechnung wandert nach unten, bis sie beim Steuerzahler landet. Und das alles, während in der Praxis längst klar ist, dass diese Abfälle alles andere als triviales Plastik sind.

Schon im Januar war berichtet worden, dass nahe Jiříkov Glasfaserabfälle aus Windkraftflügeln und Flugzeugteilen abgeladen worden seien. Die Lieferungen seien als Kunststoffabfall deklariert und für das tschechische Unternehmen Piroplastik bestimmt gewesen. Bei einer Inspektion habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich um schwer bis kaum wiederverwertbare Glasfaserabfälle handelte.

Der tschechische Umweltminister Hladík kündigte damals an, das Problem illegaler grenzüberschreitender Mülltransporte auf EU-Ebene anzugehen. Die Empörung vor Ort war eindeutig: Wohlhabendere Länder exportierten ihren Müll in ärmere Länder, so die Kritik aus Jiříkov.

Im Oktober kam das Thema dann sogar im ZDF-Magazin „frontal“ an. Dort hieß es, in den nächsten 15 Jahren müssten rund 600.000 Tonnen ausgediente Rotorblätter entsorgt werden. Allein 2024 seien 600 Rotoren abgebaut worden, und es sei unklar, wohin mit dem Müll.

Ein Experte, der im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Studie erarbeitet hatte, sagte vor laufender Kamera, Windkraftanlagen würden bislang meist nicht nachhaltig recycelt. Es gebe keine allgemeingültigen gesetzlichen Regelungen. Und Sicherheitsleistungen der Betreiber seien keine Garantie für eine fachgerechte Entsorgung.

Dabei liegen die technischen Gründe offen auf dem Tisch. Rotorblätter bestehen zu großen Teilen aus Faserverbundstoffen, Glas- und Carbonfasern in Kunstharzen. Glasfaserhaltige Abfälle können zumindest teilweise in Zementöfen „thermisch verwertet“ werden. Carbonfaserverbundstoffe sind problematischer, weil sie in Verbrennungsanlagen Abgasfilter verstopfen können und als derzeitige Option vor allem die energieintensive Pyrolyse genannt wird, für die es in Deutschland laut dem Sachstandsbericht nur eine Anlage mit rund 1.500 Tonnen Kapazität pro Jahr gebe.
Die Größenordnungen sind ebenfalls dokumentiert: In diesem Jahrzehnt werde mit bis zu 20.000 Tonnen Rotorblattmaterial pro Jahr gerechnet, in den 2030er-Jahren mit bis zu 50.000 Tonnen. Bis 2040 werden Abschätzungen genannt, die für GFK-Abfälle aus Rotorblättern Hunderttausende Tonnen erwarten.

Die Folge ist ein Zustand, der kriminelle Entsorgung geradezu einlädt. In Tschechien wurden Ende vergangenen Jahres 150 Tonnen nahe Jiříkov und weitere rund 300 Tonnen bei Brünn entdeckt, eine toxische Mischung aus Glas- und Carbonfaserteilen, Gummi, Metallen und Batterieresten. Falsch deklariert, über einen tschechischen Logistiker verfrachtet, so der Ermittlungsstand.

Der Geschäftsführer sitzt in Untersuchungshaft, das Unternehmen ist insolvent. Und die Kosten für den Rücktransport, mehrere Hunderttausend Euro, würden laut Darstellung am Ende wohl der Freistaat Bayern ergo der deutsche Steuerzahler tragen. Während die Windstrom-Profiteure, so wurde es beschrieben, ihre Schäfchen längst im Trockenen haben.

Und was sagte das Bundesumweltministerium dazu? Gegenüber dem ZDF im Oktober: Die Entwicklung und Anwendung von Entsorgungslösungen befinde sich in einem „dynamischen Prozess“. In Brünn kann man sehen, was dieser Prozess praktisch bedeutet: Sackware aus Carbonstaub auf einem Industrieareal, 317 Tonnen deutscher Müll, Verhandlungen im Januar und ein Staat, der abermals auf dem Rücken seiner Steuerzahler räumt, weil der Verursacher sich in die Insolvenz verdünnisiert hat.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/deutscher-schrott-in-bruenn/

[image] [image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum