Katrin Göring hat sich darauf gefreut (Allgemein)
Tripper-Anstieg um 300 Prozent
Sexuell übertragbare Krankheiten breiten sich rasant aus
Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis: Trotz nationaler Strategien geraten sexuell übertragbare Infektionen in Europa immer stärker außer Kontrolle. Das belegen neue Zahlen.
Sexuell übertragbare Infektionen (STI) nehmen in Europa deutlich zu – obwohl Präventionsprogrammen in fast allen Ländern. Ein neuer Bericht der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zeigt: Veraltete Strategien, Zugangshürden bei Tests und fehlende Daten bremsen den Kampf gegen die Ausbreitung.
Vor allem bei jungen Menschen: (die Europaer sind alt) Gonorrhö auf dem Vormarsch
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei Gonorrhö, auch bekannt als Tripper. Die Melderaten bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), sind zwischen 2014 und 2023 um fast 300 Prozent gestiegen. In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle auch bei jungen Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren fast verdreifacht. Das zeigt: Die Infektion breitet sich weit über Risikogruppen hinaus aus.
Veraltete Strategien und fehlende Testmöglichkeiten
Von 29 befragten EU-Ländern verfügen zwar 18 über nationale STI-Strategien, doch nur ein Drittel hat diese in den vergangenen fünf Jahren überarbeitet. Damit greifen viele Programme an der Lebensrealität vorbei. Neue Risikogruppen, verändertes Sexualverhalten nach der Pandemie und moderne Präventionsansätze bleiben oft unberücksichtigt.
In Deutschland ist STI-Prävention Teil einer übergeordneten Strategie, die zuletzt 2016 aktualisiert wurde. Eine eigenständige Teststrategie existiert nicht, getestet wird meist nach WHO-Empfehlung. Das Problem: In 13 Ländern müssen Betroffene für STI-Tests selbst zahlen.
Rechtliche Hürden und schlechte Datenlage
Jugendliche trifft die Situation besonders hart. Während sich in Deutschland junge Menschen ab 14 Jahren ohne elterliche Zustimmung testen lassen dürfen, liegt die Altersgrenze in sieben Ländern bei 18 Jahren. Für viele sexuell aktive Minderjährige ist ein Test damit unerreichbar.
Besonders dünn ist die Datenlage in der Schwangerschaftsvorsorge. Zwar empfehlen fast alle Länder ein Syphilis-Screening, aber nur vier – darunter Deutschland – können Daten zur Testabdeckung vorlegen. Immerhin: Deutschland erreicht dabei eine Quote von über 95 Prozent und empfiehlt bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko eine Wiederholung des Tests im letzten Schwangerschaftsdrittel.
Impfprävention lückenhaft, ECDC fordert Handeln
Auch bei der Impfprävention gibt es deutliche Schwächen. Zwar empfehlen viele Länder die Mpox-Impfung für MSM. Die durchschnittliche Impfquote liegt aber nur bei 13,2 Prozent. Deutschland steht vergleichsweise gut da: Hier sind 62 Prozent der MSM gegen Hepatitis A geimpft. Zudem existieren Empfehlungen zur Postexpositionsprophylaxe mit Doxycyclin – ein Medikament, das eine Infektion nach sexuellem Kontakt verhindern kann.
Das ECDC ruft die EU-Länder dazu auf, ihre Strategien zu aktualisieren, Hürden bei Testungen abzubauen und Daten systematisch zu erfassen. Nur so lasse sich die Ausbreitung sexuell übertragbarer Infektionen stoppen.
https://ww w.t- online. de/gesundheit/aktuelles/id_101067982/sexuell-uebertragbare-infektionen-in-europa-nehmen-drastisch-zu.html
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