Lupo Porschen würde selbstverständlich ein Produkt lieben das mit Björn Höcke beworben wird (Allgemein)
Wegen Bill Kaulitz
Händler überziehen Getränke-Start-up mit homophobem Hass
Nach dem Einstieg von Bill Kaulitz berichtet ein Berliner Start-up von massiven Anfeindungen im Handel. Einige Reaktionen haben direkte Folgen fürs Geschäft.
Ein Berliner Getränke-Start-up, ein prominenter Mitgründer – und eine Welle homophober Anfeindungen: Lupo Porschen, Gründer der Berliner Aperitif-Marke Glitter Spritz, hat auf dem Karriereportal LinkedIn öffentlich gemacht, was sein Unternehmen seit dem Einstieg von Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz erlebt.
"Diese Schw**** will ich nicht in meinem Laden haben!" – diesen Satz, so Porschen, habe das Unternehmen in den vergangenen Wochen mehrfach gehört. Von Händlern. Am Telefon, im Markt, auf Messen. "Ehrlich gesagt: Es ist ernüchternd, dass wir im Jahr 2026 im geschäftlichen Kontext noch solche Gespräche führen müssen", schreibt er. Die Ablehnung sei keine sachliche Produktkritik – sondern ein persönlicher Angriff. "Das ist kein Feedback. Das ist eine Haltung, die Menschen ausschließt und Sichtbarkeit verhindern will."
Zwei Realitäten gleichzeitig
Besonders brisant: Porschen berichtet, dass die Anfeindungen handfeste geschäftliche Folgen haben. "Es gibt Fälle, da entscheidet nicht die Nachfrage oder die Qualität darüber, ob wir ins Regal kommen, sondern genau diese Ressentiments."
Porschen beschreibt in seinem Post zwei völlig gegensätzliche Erfahrungen seit dem Kaulitz-Deal. Auf der einen Seite Händler, die Werbe-Aufsteller mit dem Sänger förmlich aus den Händen rissen, und Partner, die genau diese Haltung suchten. Auf der anderen Seite harter, unverhohlener Hass. "Seit dem Einstieg von Bill Kaulitz bei Glitter Spritz erleben wir gerade zwei Realitäten, die kaum weiter auseinanderliegen könnten", schreibt er.
Dass solche Reaktionen ihn und sein Team überrascht hätten, räumt Porschen selbst ein: "Vielleicht hat uns das deshalb so getroffen, weil wir in unserer Berliner Start-up-Welt oft das Privileg haben, Offenheit als Standard zu erleben. Die Realität da draußen zeigt: Sie ist es noch nicht überall." Kleinlaut werde man deshalb trotzdem nicht: "Solche Erfahrungen machen uns nicht vorsichtiger – sie machen uns entschlossener."
Bill Kaulitz ist Gesellschafter von Glitter Spritz
Bill Kaulitz ist seit Anfang März offiziell Mitgründer und Gesellschafter der Glitter Spritz GmbH in Berlin – nicht als klassisches Testimonial, sondern mit aktiver unternehmerischer Beteiligung. Der Frontmann von Tokio Hotel steht seit mehr als zwei Jahrzehnten für kreative Freiheit und Individualität – Werte, die laut dem Unternehmen auch die DNA der Marke prägen.
Glitter Spritz wurde aus der Berliner Getränkemanufaktur Craft Circus ausgegründet, die Porschen und Basti Fischer 2014 ohne externes Investorenkapital aufbauten. Laut NielsenIQ-Daten gehört die Marke zu den wachstumsstärksten im deutschen Aperitif-Segment und belegte 2025 Platz 2 der absatzstärksten alkoholfreien Aperitifs im deutschen Lebensmitteleinzelhandel – in einem insgesamt rückläufigen Markt.