Ukrainischer Angriffskrieg (Politik)
Hochmut kommt vor dem Fall
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"Beinahe täglich greift die Ukraine die russische Ölinfrastruktur teils weit hinter der Frontlinie an. Nun droht ein ukrainischer Drohnenkommandant Russland."
Ukrainischer Kommandant droht Putin
"Kaum ein Ziel in Russland ist mehr vor uns sicher"
Beinahe täglich greift die Ukraine die russische Ölinfrastruktur teils weit hinter der Frontlinie an. Nun droht ein ukrainischer Drohnenkommandant Russland.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien und -pipelines in Russland deutlich zugenommen. Die Attacken setzen das Regime in Moskau wirtschaftlich unter Druck. In einem seltenen Interview hat der Kommandant der ukrainischen Drohnenstreitkräfte Moskau jetzt unverhohlen mit weiterer Zerstörung gedroht.
"Kaum ein Ziel in Russland ist vor unseren Drohnen sicher", sagte der ukrainische Drohnenkommandant Robert Brovdi der britischen BBC. Auch Ziele, die zwischen 1.500 und 2.000 Kilometer hinter der Front liegen, befinden sich demnach nicht mehr im geschützten russischen Hinterland.
Selenskyj: Angriffe sind "sehr schmerzhaft" für Moskau
Brovdi, bekannt unter seinem Kampfnamen "Magyar", führt die Drohnenstreitkräfte der ukrainischen Armee. Im Gespräch mit der BBC erklärt er, warum er es wichtig findet, den Krieg auf das russische Territorium zu bringen: "Für den Gegner sind wir wie ein rotes Tuch. Wir bringen den Krieg auf sein Territorium, damit er ihn selbst spürt", sagte er.
Die Angriffe richten sich laut Brovdi nicht nur gegen militärische Ziele, sondern zunehmend auch gegen die Energieinfrastruktur Russlands. "Wenn Raffinerien ein Instrument sind, um Ressourcen in Geld für den Krieg umzuwandeln, dann sind sie legitime militärische Ziele", sagte er der BBC. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete solche Angriffe zuletzt als "sehr schmerzhaft" für Moskau.
Die Drohnenangriffe werden von streng geheimen Militärbasen aus koordiniert. BBC-Journalisten berichten von einem unterirdischen Gefechtsstand, in dem zahlreiche Bildschirme Live-Aufnahmen vom Schlachtfeld zeigen. Dort verfolgen Soldaten in Echtzeit die Einsätze der Drohnenpiloten und dokumentieren deren Ergebnisse.
Ukrainischer Kommandant: Drohnen machen Druck auf Russland
Obwohl die Drohnenstreitkräfte nur rund zwei Prozent der Gesamtstärke der ukrainischen Armee ausmachten, seien sie für etwa ein Drittel der erfolgreichen Angriffe auf Russland verantwortlich, erzählte Brovdi. Drohnen hätten sich zum wichtigsten Faktor entwickelt, über den die Ukraine militärischen Druck auf Moskau ausüben könne.
Ein zentrales Ziel seiner Einheiten sei es, die zahlenmäßige Überlegenheit Russlands bei den Truppen auszugleichen. "Unsere Aufgabe ist es, mehr feindliche Soldaten zu töten, als Russland neu rekrutieren kann", sagte Brovdi. Konkret sprach er von mehr als 30.000 russischen Soldaten, die seine Einheiten jeden Monat töten oder schwer verletzen würden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, decken sich aber mit den Beobachtungen angesehener Denkfabriken wie dem US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW).
Brovdi war vor dem Krieg erfolgreicher Unternehmer
Die Strategie ist Teil eines umfassenderen Ansatzes: Neben militärischen Effekten sollen die Angriffe auch psychologische Wirkung entfalten. Brovdi hofft, dass Schäden an der Infrastruktur und steigende Verluste die Unterstützung für den Krieg in Russland schwächen.
Der 49-jährige Brovdi stammt aus der westukrainischen Stadt Uschhorod und war vor dem Krieg ein erfolgreicher Unternehmer im Agrar- und Immobiliensektor. Kurz vor Beginn der russischen Invasion meldete er sich freiwillig zum Militärdienst. Heute ist er einer der bekanntesten Kommandeure der ukrainischen Streitkräfte.
Seine Drohneneinheit, bekannt als "Magyars Vögel", begann als kleine Aufklärungseinheit und entwickelte sich im Laufe des Krieges zu einem eigenständigen Verband. Inzwischen ist sie Teil der offiziellen Drohnenstreitkräfte der Ukraine, die Magyar leitet.
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