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Pack, Wednesday, 10.06.2026, 15:47 (vor 3 Tagen)

Online-Petition
Kerkeling soll Bundespräsident werden – Reichinnek reagiert

Tausende wollen Hape Kerkeling als Bundespräsidenten. Das geht aus einer Online-Petition hervor. Selbst Politiker und Kerkeling selbst sind nicht abgeneigt.

Am 30. Januar 2027 wird der Nachfolger von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die Mitglieder der Bundesversammlung gewählt. Wenn es nach einer Online-Petition auf der Plattform des Vereins Campact geht, dann sollte an diesem Tag Hape Kerkeling gewählt werden. Mehr als 20.600 Menschen haben den Aufruf bereits unterzeichnet, der Spitzenvertreter der Parteien dazu auffordert, Hape Kerkeling für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren.

Die Petition trägt den Titel "Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!". Als Begründung wird Kerkelings Engagement für die Demokratie und gegen die AfD genannt. Besonders hervorgehoben wird eine Rede, die der Autor, Schauspieler und Entertainer am 12. April 2026 in der Gedenkstätte Buchenwald gehalten hatte. Kerkeling sprach dort als Angehöriger eines ehemals Inhaftierten: Sein Großvater Hermann Kerkeling saß ab 1942 drei Jahre als politischer Häftling ein.

Am Rande einer Preisverleihung in Lüneburg wurde Kerkeling von RTL auf die Petition angesprochen. Ob er sich vorstellen könne, Bundespräsident zu werden, lautete die konkrete Frage? Der 61-Jährige antwortete: "Ich muss Ihnen ehrlich sagen, nach all dem, was in der Welt passiert und wer so an der Spitze von Nationen steht – ich schließe nichts mehr aus." Außerdem sagte er auf der Bühne zu dem Thema, ob er sich selbst in Schloss Bellevue sehe: "Das ist eine schöne Immobilie. Insofern ist das meinerseits kein hundertprozentiges Nein."

"Hape Kerkeling ist ein durchaus geeigneter Kandidat"
Auch Heidi Reichinnek reagierte bereits auf Kerkeling als einen möglichen Bundespräsidenten. Dem Magazin "Bunte" sagte die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke: "Hape Kerkeling ist durch seinen Einsatz für Demokratie und Vielfalt sowie seine klare Kante gegen Rechtsextremismus und Intoleranz ein durchaus geeigneter Kandidat." Als Linke könne man sich vorstellen, "einen parteiübergreifenden Kandidaten zu unterstützen, der breiten Rückhalt in der Gesellschaft genießt".

Boris Palmer glaubt allerdings nicht an die politische Zukunft des Entertainers. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hape Kerkeling das für eine gute Idee hält", sagte der Oberbürgermeister von Tübingen zu "Bunte". Showkollegin Hella von Sinnen ist da anderer Meinung: "Er ist Humanist, empathisch und tolerant. Er ist rhetorisch routiniert und kann improvisieren." Sie sehe ihn am liebsten als seine Kunstfigur Uschi Blum im Schloss Bellevue. "Damit wir endlich mal eine erste Frau im höchsten Amt Deutschlands haben."

"Deutschland braucht an der Spitze keine Parteitaktik, sondern eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet", heißt es in der Petition zu Begründung Kerkelings als Präsidenten. Vorschlagsrecht hat jedes Mitglied der Bundesversammlung, die aus allen Bundestagsabgeordneten sowie zusätzlichen Delegierten der 16 Landesparlamente besteht. Wählbar ist jeder Deutsche ab 40 Jahren mit Wahlrecht zum Bundestag.


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