Der Rechtsstaat inhaftiert Menschen die Helfen wollen (Allgemein)
In "unsere Demokratie" entscheidest nicht Du wen Du helfen willst, es entscheidet der Staat und wehe Du wagst dich den Falschen zu helfen, da landest Du im Knast.
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Generalbundesanwalt ermittelt
Sie trauern der DDR nach und helfen russischen Soldaten
Ein ostdeutscher Verein bringt seit Jahren Hilfsgüter in den russisch besetzten Donbass. Doch wem hilft er tatsächlich? Der Generalbundesanwalt ermittelt, zwei Männer sitzen in Haft.
Ein Berg, 50 Kilometer nordöstlich von Berlin, sollte den Fortbestand des Warschauer Pakts auch nach der Apokalypse sichern. Die Troposphärenfunkzentrale 301 im Atombunker Wollenberg hätte selbst dann noch gesendet und empfangen, wenn elektromagnetische Impulse und glühende Hitze von Atombomben herkömmliche Technik und Verbindungen lahmgelegt hätten. Moskau hätte der DDR-Führung dann Befehle geben können, wie es weitergeht.
Heute ist dort ein Museum. Ein Verein hat die Technik von damals vor der Vernichtung bewahrt. Auf dem Gelände wurde aber offenbar auch etwas vom Geist des Warschauer Paktes gebunkert, also von der Verehrung des kommunistischen sowjetischen Waffenbruders und von der antifaschistischen Mission gegen den Feind im Westen.
Hausherr des Bunkers ist ein Mann, der Mitglied eines Netzwerks ist, das den Untergang der DDR nie verwunden hat und das sich nach dem Fall der Mauer weiter als "antifaschistischen Schutzwall" versteht. Daher leistet es auch Hilfe für die Russen im Donbass.
Am 16. Mai 2025 standen deshalb zehn Polizisten eines BKA-Kommandos vor der Tür des Bunker-Eigentümers und Vereinsvorsitzenden Falko H. und durchsuchten das Bunkergelände. H. wurde nach eigenen Angaben die Waffenbesitzkarte wegen mangelnder Zuverlässigkeit entzogen, seine Konten wurden gekündigt.
Am 21. Januar 2026 kam das BKA erneut. Dieses Mal wurde Falko H. sogar festgenommen. Was da passierte, nennen die Betroffenen und ihr Umfeld "Mundtotmachen der letzten Kriegsgegner" und "Kriminalisierung humanitärer Hilfe" durch eine "politische Justiz". Die Bundesanwaltschaft hingegen spricht vom Verdacht der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland. Es gilt die Unschuldsvermutung.
t-online hat im Bunker, in alten DDR-Seilschaften und neuen Russland-Netzwerken recherchiert. Es geht um Vorwürfe, über die Ermittler kaum etwas sagen. Um Kooperationspartner, die Bestelllisten russischer Kampfeinheiten abarbeiteten, und um deutsches Geld, das auf verschlungenen Wegen geflossen sein soll, um solche Ausrüstungswünsche zu erfüllen. Es geht um einen Verein, der im gerade vorgelegten Verfassungsschutzbericht in Brandenburg viel Raum einnimmt.
Donbass-Hilfe als Kampf gegen "den Faschismus"
Falko H. nennt sich in einem Profil "Hausmeister aus Berufung". Als junger Mann hatte er nach eigenen Angaben im Wachregiment "Hugo Eberlein" der NVA in Strausberg gedient. Er ist Vorsitzender im Bunkerverein und außerdem Kassierer im Verein "Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe", der im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Vier Beschuldigte, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, gehören zum Verein und dessen Umfeld. Die "Friedensbrücke" hat ihren Sitz in Wandlitz – einem Ort, der durch die Nähe zur einstigen Waldsiedlung der DDR-Staatsspitze bis heute als Erinnerungsort alter DDR-Eliten gilt.
Die Adresse des Vereins in Wandlitz war auch die Anschrift der Vorsitzenden der "Friedensbrücke", Liane Kilinc. Bei der Wende war sie 17 Jahre alt, nach eigenen Schilderungen Tochter eines hochrangigen Mitarbeiters im Ministerium für Staatssicherheit und damals Leistungssportlerin. Den Zusammenbruch von DDR und Sowjetunion nennt sie "Verrat".
In einem Video erklärt Kilinc, sie habe 1990 schon gewusst, dass der Zusammenbruch der DDR der Nato freie Bahn für ihre Osterweiterung geben würde. "Und ich wusste damals schon, wo meine Aufgabe sein wird – im 'Nie wieder'", dem Kampf gegen das, was sie und russische Propaganda gleichermaßen als "Faschismus" bezeichnen. Sie hält es für folgerichtig, die russisch besetzten Teile der Ukraine zu unterstützen und dort einen antifaschistischen Feldzug zu führen.
Putin machte sie zur Russin, Gouverneur übergab Papiere
An der Vereinsadresse in Wandlitz ist Kilinc nicht mehr anzutreffen. Sie lebt seit 2022 in Russland. Sie war die erste Frau, die unter Wladimir Putin tatsächlich "politisches Asyl" beantragte und es per Dekret des Präsidenten erhielt – selbst Whistleblower Edward Snowden hatte nur "vorübergehendes Asyl" erhalten. Der höchste Asylstatus wird nur für Menschen aus Ländern gewährt, die "Menschenrechte systematisch verletzen". Die Verleihung an Kilinc war also auch Propaganda gegen Deutschland. Der Gouverneur von Nischni Nowgorod händigte ihr die Papiere in einer Feierstunde aus. Man habe sie "auch in unsere patriotischen Projekte eingebunden", erklärte er.
Zeitweise stand im Impressum der "Friedensbrücke" die Moskauer Adresse der Stiftung "Russisches soziopolitisches Zentrum", eines Thinktanks für politische PR. Kilinc hat sie inzwischen entfernt. Die Adresse gehört aber auch zum "Nationalkomitee Freies Deutschland": Kilinc war 2023 Mitgründerin dieses Gremiums, das in der Tradition einer 1943 unter Stalin gegründeten deutschen Exilorganisation steht. Kilinc plant offenbar für ein "Deutschland danach".
Wer weitelesen möchte, siehe Link
https:/ /www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_101279002/donbass-transporte-bringen-friedensbruecke-terror-verfahren-haft.html