Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

Homepage - Archiv 1 - Archiv 2 -- Hilfe - Regeln für dieses Forum - Über uns

139070 Einträge in 35503 Threads, 295 registrierte Benutzer, 104 Benutzer online (1 registrierte, 103 Gäste)

Entweder bist Du ein aktiver Teil der Lösung, oder ein Teil des Problems.
Es gibt keine unbeteiligten Zuschauer!

    WikiMANNia
    Femokratieblog

Das wäre eine positive Auswanderungswelle (Allgemein)

Pack, Sonntag, 23.08.2026, 08:13 (vor 23 Stunden, 35 Minuten)

Sachsen-Anhalt feiert den CSD – nach dem Anschlag in Berlin stark geschützt von der Polizei. Doch die Angst ist groß, dass der Staat hier bald nicht mehr Freund und Beschützer ist.

[image]
Die Regenbogenflagge um Charlies Schultern weht im Wind. Die 15-Jährige steht mit Freunden am Rande des Magdeburger Domplatzes. Sie ist Sachsen-Anhalterin, aus ihrem Heimatort ganz in der Nähe angereist. "Mit Angst", sagt sie. "Aber auch mit dem Gefühl: Ich muss Flagge zeigen für unsere Demokratie, für unsere Freiheit."

Charlie ist queer. Seit Anfang der Woche besucht sie eine neue Schule. An ihrer alten sei sie gemobbt worden, nachdem sie sich geoutet habe, erzählt sie. Mitschüler hätten sie beleidigt, ihr geschrieben, sie sei "ekelhaft". Oder: "Ich soll mich umbringen." An der neuen Schule sei es besser. "Da bin ich nicht mehr alleine queer."

Das gilt auch heute in Magdeburg. Denn hinter Charlie sammelt sich ihre Community. Da wehen Dutzende Regenbogenflaggen, tanzt ein großes Einhorn, unterhalten sich Männer in bauchfreien Oberteilen und Frauen in Pailettenkleidern. Auf Schildern steht "Liebe, Digga, Liebe", "Queerrechte ins Grundgesetz" oder "Lebe so, dass die AfD etwas dagegen hat".

Es ist das 30. Jubiläum des Christopher Street Days (CSD) in Magdeburg. Viele Teilnehmer stammen aus der Region, andere Gruppen sind aus dem Rest der Bundesrepublik angereist. Und fast alle hier formulieren es ähnlich wie Charlie: Man müsse Flagge, Gesicht, Präsenz zeigen. Jetzt erst recht. Jetzt so sehr wie lange nicht mehr.

Die Polizei ist deswegen heute mit noch mehr Kräften im Einsatz als üblich. Der Domplatz, auf dem die Bühne steht, ist mit schweren Pollern eingegrenzt. Entlang der Demoroute blockieren Polizei-Vans jede einzelne Querstraße. Beamte in Zivil laufen in der Menge mit, Beamte in Uniform säumen den Protestzug eng. Während die Bässe wummern, schauen sie sich aufmerksam um.

Von einem "mulmigen Gefühl" bei der Anreise spricht der 29-jährige Danny. Er kommt aus Magdeburg, ist schwul, trägt keine Regenbogenflagge, sondern Jeans und dunklen Pullover. Die vielen Polizisten seien ein seltsamer Anblick. "Doch dank ihnen fühle ich mich sicher", sagt Danny. "Und viele andere so frei, sich zu zeigen, wie sie es im Alltag nie tun würden."

Der Staat ist auf ihrer Seite. Sogar, wenn manche gegen ihn sind. Ein Block der Antifa läuft im Demozug mit, es sind ein paar Dutzend unter rund 3.000 Teilnehmern. "Ich kann nichts, ich bin nichts, gebt mir eine Uniform", skandieren sie im Chor. An ihrer Spitze läuft ein junger Mann im weißen Shirt. Auf dem Schild in seiner Hand steht: "No cops @pride!", also: Keine Polizisten auf CSDs. Wie er sich das vorstellt, will die Reporterin ihn fragen. Doch er blockt sofort ab: Mit der Presse will er nicht sprechen.

Für die Polizisten ist Protest gegen sie kein Problem. Sie sind Profis. "Das ist Meinungsvielfalt", sagt einer, der in der Nähe steht. Es gebe viele unterschiedliche Positionen, auch die Polizei selbst sei im Übrigen auf dem CSD vertreten. Manche Polizisten sind auf gelben Westen auch mit Kürzeln, die für die Community typisch sind, extra als vertrauensvolle Ansprechpartner ausgezeichnet.

Die größte Sorge vieler hier ist: Vielleicht ist all das bald nicht mehr so. Vielleicht wird der Staat bald zu unserem Gegner.

CSD wirbt für taktisches Wählen – gegen die AfD
Die AfD Sachsen-Anhalt steht in Umfragen bei 43 Prozent. Vom Landesverfassungsschutz wird sie als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft. In ihrem Wahlprogramm, das sie bereits "Regierungsprogramm" nennt, definiert sie als gesellschaftliches Leitbild alleinig die heterosexuelle Familie ("Vater, Mutter, Kind"), als ihr großes Ziel mehr deutschen Nachwuchs – und als einen der Hauptfeinde für ihre Vision die queere Community.

Die bezeichnet sie in ihrem Programm als "Regenbogenkult", "Indoktrination" oder "Sumpf aus Genderismus". Und kündigt an: "Die AfD-Sachsen-Anhalt wird diese Identitätsstörung durch eine neue, patriotische Kulturpolitik heilen." Staatliche Institutionen sowie Sozialarbeiter und Erzieher müssten sich "zur normativen Normalität" bekennen, aus Sicht der AfD also: allein zur Heterosexualität. Vereinen sollen die Fördermittel gestrichen werden, Studiengänge wie "Gender-Studies" sollen beendet werden, Schulen sollen die Regenbogenflaggen nicht mehr zeigen dürfen, Programme für sexuelle Vielfalt in den Schulen beendet werden.

Der CSD in Magdeburg positioniert sich klar gegen die AfD. Er ist keine parteipolitisch neutrale Veranstaltung, versucht auch gar nicht, diesen Anschein zu erwecken. "Scheiß AfD, Scheiß AfD", stimmen die Teilnehmer, dirigiert vom Wagen der Veranstalter auf der Hälfte des Demozugs, an. Die ist als einzige Partei hier gar nicht vertreten.

CSD wirbt für taktisches Wählen – gegen die AfD
Die AfD Sachsen-Anhalt steht in Umfragen bei 43 Prozent. Vom Landesverfassungsschutz wird sie als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft. In ihrem Wahlprogramm, das sie bereits "Regierungsprogramm" nennt, definiert sie als gesellschaftliches Leitbild alleinig die heterosexuelle Familie ("Vater, Mutter, Kind"), als ihr großes Ziel mehr deutschen Nachwuchs – und als einen der Hauptfeinde für ihre Vision die queere Community.

Die bezeichnet sie in ihrem Programm als "Regenbogenkult", "Indoktrination" oder "Sumpf aus Genderismus". Und kündigt an: "Die AfD-Sachsen-Anhalt wird diese Identitätsstörung durch eine neue, patriotische Kulturpolitik heilen." Staatliche Institutionen sowie Sozialarbeiter und Erzieher müssten sich "zur normativen Normalität" bekennen, aus Sicht der AfD also: allein zur Heterosexualität. Vereinen sollen die Fördermittel gestrichen werden, Studiengänge wie "Gender-Studies" sollen beendet werden, Schulen sollen die Regenbogenflaggen nicht mehr zeigen dürfen, Programme für sexuelle Vielfalt in den Schulen beendet werden.

Der CSD in Magdeburg positioniert sich klar gegen die AfD. Er ist keine parteipolitisch neutrale Veranstaltung, versucht auch gar nicht, diesen Anschein zu erwecken. "Scheiß AfD, Scheiß AfD", stimmen die Teilnehmer, dirigiert vom Wagen der Veranstalter auf der Hälfte des Demozugs, an. Die ist als einzige Partei hier gar nicht vertreten.

CDU-Politiker hat hier keinen leichten Stand
Und wie hält es der CSD mit der konservativen CDU? Mit einem Wagen oder Stand ist die Partei hier nicht vertreten. Doch mit der CDU komme man gut klar, sagt Rasnov. "Wenn man sich die Landtagsdebatten anguckt, dann weiß man, wo Hass und Hetze herkommen", findet sie. Soll heißen: Kein Vergleich zur AfD.

Ein Problem sei allerdings Bundeskanzler Merz, der "immer unzulänglicher" agiere, immer weniger volksnah wirke. Die Menschen in Sachsen-Anhalt übertrügen das auf die CDU im Land – obwohl die ihre Sache in der Regierung eigentlich gut mache und "tolle Abgeordnete" habe.

Tobias Krull ist aus Sicht von Rasnov einer davon. Der CDU-Landtagsabgeordnete kandidiert in Magdeburg und steht für seine Partei heute neben den Vertretern anderer Parteien auf der Bühne. Er hat hier aber keinen allzu leichten Stand. Seine Absage an eine Koalition mit der Linken nach der Wahl bezeichnet der Moderator als "Ernüchterung, die ich heute nicht brauchte".

Doch Krull zieht – im Gegensatz zu so manchem seiner Parteikollegen in Sachsen-Anhalt – eine noch klarere Grenze zur AfD. Er könne sich eine Zusammenarbeit mit der AfD "überhaupt nicht vorstellen", sagt er t-online. Das AfD-Programm bewerte alles negativ, was "irgendwie mit queer, irgendwie mit Regenbogen" zu tun habe. "Das macht mir große Sorgen, weil es einfach um einen Ausschluss von Menschen geht."
https:/ /www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_101401244/csd-magdeburg-afd-regierung-wir-reden-darueber-auszuwandern-.html

powered by my little forum