Nasa-Satellitenbilder zeigen plötzlich schneebedeckte Wüste (Klimawahn)
In der eigentlich extrem trockenen Atacama-Wüste kam es zuletzt zu außergewöhnlich starken Schneefällen. Nasa-Satellitenbilder zeigen eine weiße Schneedecke von den Anden fast bis zur Pazifikküste. Begünstigt wurde das Wetterereignis von El Niño.
Im Norden Chiles liegt die Atacama-Wüste, eine der trockensten Regionen der Erde. Mancherorts gibt es hier jahrelang keinen Niederschlag. Alle paar Jahre herrschen jedoch außergewöhnliche Bedingungen, die das Wüstenklima auf den Kopf stellen – begünstigt durch das Klimaphänomen El Niño.
Im Pazifischen Meer vor der Atacama-Wüste wird der sogenannte Humboldtstrom schwächer, das Wasser erwärmt sich. Dadurch können sich Wolken leichter bilden, die Niederschläge in der Wüste verursachen.
Außergewöhnlich starke Schneefälle in der Wüste
Ein solches Szenario ist diesen August eingetroffen. Winterstürme verursachten starke Schneefälle, große Teile der Wüste waren danach weiß bedeckt. Zwar gab es auch in vergangenen Jahren manchmal Schneefall, doch sein Umfang ist dieses Jahr außergewöhnlich.
Der Großteil des Winterniederschlags in der Region stammt aus sogenannten Cut-Off-Tiefs, die vom Jetstream abgeschnitten werden und gelegentlich Nordchile erreichen können. Durch El Niño haben diese Stürme es leichter, weiter nach Norden vorzudringen. In diesem Jahr wird mit einem Rekord-El-Niño gerechnet, begünstigt durch die Erderwärmung.
Nasa-Satelliten haben das Naturphänomen dokumentiert. Ein Bild vom 19. August zeigt Schnee, der sich westwärts von den Anden fast bis zur Pazifikküste südlich der chilenischen Hafenstadt Antofagasta erstreckt.
Die Atacama-Wüste war nach starken Schneefällen großflächig weiß eingefärbt. NASA
Niederschläge weit über dem Jahresmittel
In manchen Gegenden fiel der Niederschlag auch als Regen. In der Hafenstadt Taltal im Norden Chiles fielen in drei Tagen fast 40 Millimeter Regen – etwa das Zehnfache des Jahresdurchschnitts. „Solche Ereignisse sehen wir pro Jahrzehnt nur wenige Male, wenn überhaupt“, sagt Geophysiker René Garreaud von der Universität Chile.
In Teilen Nordchiles kam es gar zu Schlammlawinen und Sturzfluten, die nationalen Behörden berichten von tausenden Betroffenen und vielen beschädigten Häusern.
Das Wetter war und ist schon immer ein Chaos