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Klingbeil der Bargeldfeind oder einfach nur kommunistische Kontrollsucht? (Allgemein)

Pack, Freitag, 11.09.2026, 18:55 (vor 22 Stunden, 15 Minuten)

Bargeld oder Karte?
Klingbeil plant neues Gesetz zur Kartenzahlpflicht
Das Finanzministerium plant eine Neuregelung an der Kasse: Bargeld bleibt, aber digitale Zahloptionen sollen Pflicht werden. Ist das das Ende von "Cash only"?

Die Art und Weise, wie wir bezahlen, steht vor einer grundlegenden Veränderung. Ein Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, sieht vor, dass Geschäfte künftig mindestens zwei Zahlungsmethoden anbieten müssen: Bargeld und eine digitale Bezahloption. "Cash only"-Schilder könnten damit bald der Vergangenheit angehören. Doch was bedeutet das für Verbraucher, Händler und die Gesellschaft insgesamt?

Die neue Realität an der Kasse
Ein Café in Berlin. Ein Schild an der Kasse: "Nur Bargeld." Wenige Straßen weiter, in einem hippen Restaurant, das Gegenteil: "Nur Kartenzahlung." Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird die Wahlfreiheit an der Kasse immer mehr zur Herausforderung.

Besonders hart trifft das Menschen ohne Bankkonto, Ältere ohne Smartphone oder Personen, die aus persönlichen oder finanziellen Gründen auf Bargeld angewiesen sind. Selbst routinierte Kartennutzer stehen manchmal vor Problemen – etwa, wenn sie ihre Karte vergessen haben oder einfach ihre Münzen loswerden wollen.

Diese Szenen könnten bald Geschichte sein. Das Finanzministerium plant eine gesetzliche Regelung, die Verbraucher schützen und gleichzeitig Steuerbetrug erschweren soll. Ziel ist es, dass alle Geschäfte, Restaurants und Dienstleister neben Bargeld auch eine digitale Bezahlmöglichkeit anbieten müssen. Die Eckpunkte des Vorhabens werden derzeit mit anderen Ministerien abgestimmt, ein Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr folgen.

Die Fakten: Was steckt hinter den Plänen?
Das Eckpunktepapier des Finanzministeriums ist klar: Verbraucherinnen und Verbraucher sollen selbst entscheiden können, wie sie bezahlen möchten. Bargeld bleibt gesetzliches Zahlungsmittel, doch digitale Optionen – etwa Kartenzahlung oder mobile Bezahlmethoden – sollen verpflichtend angeboten werden.

Auch Betriebe, die bislang noch ausschließlich Kartenzahlung anbieten, sollen künftig Bargeldzahlungen akzeptieren müssen. Die Regelung soll für den Handel, die Gastronomie und den Dienstleistungssektor gelten. Ausnahmen sind für nicht kommerzielle Organisationen wie Vereine oder Flohmärkte vorgesehen.

Die Initiative, angestoßen von Niedersachsen und Hamburg, ist Teil des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD. Sie soll nicht nur die Wahlfreiheit stärken, sondern auch die Transparenz im Zahlungsverkehr erhöhen. Digitale Zahlungen sind dokumentiert und können so Steuerhinterziehung und Geldwäsche erschweren. Doch die Pläne stoßen auf gemischte Reaktionen.

Bargeld gegen Karte: Eine gesellschaftliche Kontroverse
Die Diskussion um Bargeld und digitale Zahlungen ist längst eine gesellschaftliche Kontroverse. Auf der einen Seite stehen die Vorteile der Kartenzahlung: Sie ist bequem, schnell und sicher. Kein Wechselgeld, keine Tagesabrechnung, kein Risiko einer vollen Kasse.

Laut einer aktuellen YouGov-Studie wünscht sich eine deutliche Mehrheit (62 Prozent) der Verbraucher, auch in Restaurants bargeldlos zahlen zu können. Besonders bei Jüngeren ist das Bedürfnis groß: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen halten 71 Prozent digitale Zahlungsmöglichkeiten für besonders wichtig.

Auf der anderen Seite steht Bargeld als Ausdruck von Freiheit und Anonymität. Die Deutsche Bundesbank betont, dass Bargeld ein gesellschaftliches Fundament sei. Es ermöglicht Menschen, unabhängig von technischen Voraussetzungen oder digitalen Systemen zu bezahlen. Besonders Ältere, Kinder und Menschen ohne Bankkonto sind auf Bargeld angewiesen. Für sie ist die Wahlfreiheit keine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine Notwendigkeit.

Die wirtschaftliche Dimension: Wer zahlt den Preis?
Die geplante Pflicht zur Wahlfreiheit stellt Händlerinnen und Händler vor wirtschaftliche Herausforderungen. Kartenzahlungen sind für kleine Betriebe oft teurer als für große Ketten. Geräte, Transaktionsgebühren und technische Infrastruktur belasten vor allem kleine Unternehmen.

Laut einer Bundesbank-Studie kostet eine Girocard-Zahlung einen kleinen Händler im Durchschnitt 1,33 Euro – bei großen Händlern sind es nur 29 Cent. Noch teurer sind Kreditkarten, die durchschnittlich einen Euro pro Transaktion kosten und 2,4 Prozent des Umsatzes verschlingen.

Doch auch Bargeld ist nicht kostenlos. Eine Barzahlung kostet Händler laut Bundesbank-Studie durchschnittlich 43 Cent. Der größte Kostenfaktor ist der Zeitaufwand: Kassieren, Zählen, Abrechnen und der Transport zur Bank summieren sich. Für kleine Betriebe, die oft keine spezialisierten Mitarbeiter haben, sind diese Prozesse besonders belastend.

Die Entscheidung zwischen Bargeld und Karte ist also nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Wirtschaftlichkeit. Große Ketten können ihre Kosten auf viele Produkte verteilen, kleine Betriebe kämpfen mit hohen Fixkosten. Die geplante Pflicht zur Wahlfreiheit könnte für sie zusätzliche Belastungen bedeuten – aber auch neue Chancen.

Bargeld als Kulturgut: Was steht auf dem Spiel?
Die Diskussion um Bargeld ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturelle. Für viele Menschen ist Bargeld ein Stück Identität. Es steht für Freiheit, Anonymität und Tradition. Gleichzeitig wächst die Generation, die mit dem Smartphone zahlt und Bargeld als umständlich empfindet. Die Frage lautet also: Ist Bargeld ein Relikt der Vergangenheit oder ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft?

Die geplante Regelung könnte einen Kompromiss schaffen. Bargeld bleibt erhalten, aber digitale Zahlungsoptionen werden zur Pflicht. Die Umsetzung wird zeigen, ob die Wahlfreiheit wirklich gestärkt wird, Steuerbetrug minimiert wird und ob langfristig eine Zahlungsform die andere verdrängt. Das Finanzministerium strebt an, dass der Entwurf noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen und dann 2027 umgesetzt wird.
https:/ /www.t-online.de/finanzen/aktuelles/id_101430636/kartenzahlung-im-geschaeft-das-soll-sich-an-der-kasse-aendern.html

Klingbeil der Bargeldfeind oder einfach nur kommunistische Kontrollsucht?

Varano, Città del Monte, Freitag, 11.09.2026, 19:11 (vor 21 Stunden, 59 Minuten) @ Pack

Die geplante Regelung könnte einen Kompromiss schaffen. Bargeld bleibt erhalten, aber digitale Zahlungsoptionen werden zur Pflicht. (...) Das Finanzministerium strebt an, dass der Entwurf noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen und dann 2027 umgesetzt wird.

Immer wieder faszinierend zu sehen, bei welchen Neuregelungen diese Scheißhausregierung es eilig hat - und welche viel wichtigeren Themen (z.B. Bürokratie-Abbau) auf die lange Bank geschoben werden.

Eine Freundliche Bitte.

-Forenleitung-, Freitag, 11.09.2026, 21:45 (vor 19 Stunden, 25 Minuten) @ Pack

Du kopierst hier viele Beiträge von T-Online komplett herein. Rechtlich sind Vollzitate nicht erlaubt und du könntest das Forum in Schwierigkeiten bringen. Wir haben schon wegen kleineren Dingen Rechtsprobleme bekommen.

Sicherer ist eine kurze Beschreibung, oder Zitat und ein Link auf den ganzen Beitrag bei T-Online, oder falls du im Internet auch mal wo anders bist, eben einen Link dorthin.

Ich wäre dir dankbar, wenn du das berücksichtigen könntest.

-Forenleitung-

DDR-Erfahrung

Mockito, Samstag, 12.09.2026, 12:09 (vor 5 Stunden, 1 Minuten) @ Pack

Wenn es nur noch digitales Geld gibt, dann wird der zweite Arbeitsmarkt und die Clans längst eine Möglichkeit gefunden haben, um weiter Geld zu verdienen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich dabei nicht nur um eine frei konvertierbare Währung als Möglichkeit handeln wird. Die Waffen des totalitären Staates werden dagegen stumpf sein. Den Kampf gegen das Westgeld hatte die Stasi in der DDR auch verloren. Das Gegenteil war der Fall, die waren selbst daran interessiert.

Um sich vor dem Staat zu schützen, sollte man nicht auf das Grundgesetz vertrauen sondern längst selber handeln.

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