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Liste Femanzen Sabine Fischediek (Liste Femanzen)

Oberkellner @, Mittwoch, 17.07.2013, 11:06 (vor 2454 Tagen)

F29 Sabine Fischediek Diplom-Pädagogin - Leiterin des Frauenhauses Rheine - frauenhaus-rheine@dw-te.de - info@dw-te.de - http://www.mv-online.de/var/storage/images/mv/startseite/region-rheine/rheine/2009/09/rheine-gold-fuer-das-frauenhaus/21788550-1-ger-DE/Rheine-Gold-fuer-das-Frauenhaus_image_630_420f_wn.jpg


Westerkappeln - Eine Frau wird von ihrem Mann geschlagen, erniedrigt, unter Druck gesetzt. Immer wieder. „Ich muss die Mama hauen, weil die böse ist“, erzählt er seinem vierjährigen Sohn. „Die Mama ist eine blöde Kuh.“ Der Junge verliert den Respekt vor ihr. Der Mann trinkt Alkohol, eine Kiste Bier und eine Flasche Wodka pro Tag. Er ist extrem aggressiv. Neun Jahre dauert das Martyrium Ehe, jetzt hat seine Frau mit ihrem Kind Schutz im Frauenhaus Rheine gefunden.

Wer denkt, dies sei ein Einzelfall, irrt. Jede vierte Frau in Deutschland ist von häuslicher Gewalt betroffen. Diese erschreckend hohe Zahl fand Professorin Carol Hagemann-White von der Universität Osnabrück in einer Studie heraus. Sie hat im Auftrag der Bundesregierung die Lebenssituation von Frauen in Deutschland analysiert.


„Das hat mich nicht überrascht“, betont Sabine Fischediek. Sie leitet seit 22 Jahren das Frauenhaus Rheine und hat schon so einiges erlebt. 100 Betroffene sind es im Schnitt pro Jahr, die die Einrichtung aufsuchen. Auch Frauen aus Westerkappeln suchen dort immer wieder Zuflucht.

Am Donnerstagabend war Sabine Fischediek zusammen mit Erzieherin Claudia Schmidtfrerick, die die Perspektive der betroffenen Kinder einnahm, der Einladung der kfd gefolgt. Beide berichteten im Reinhildishaus von ihren Erfahrungen. „Die Dunkelziffer für Gewalt in der Partnerschaft liegt vermutlich noch höher.“

Doch vielen Frauen fehle der Mut, den ersten Schritt zu machen. Dabei reiche oft schon ein Anruf. „Aber es gibt immer noch viele Vorurteile. Wir seien dreckig, es gebe vergitterte Fenster, bei uns lebten nur A-Soziale“, zählt Fischediek nur einige auf. „Wer so denkt, findet den Weg zu uns nicht.“

Es geht der Diplompädagogin um Aufklärung. Was ist das Frauenhaus ? Wie arbeitet es ? Welche Arten von Gewalt gibt es und bin ich überhaupt davon betroffen ? Den meisten Frauen mangele es an Informationen. „Neulich war eine Frau am Telefon und sagte, sie versuche seit fünf Jahren den Mut aufzubringen, bei uns anzurufen“, berichtet Fischediek. Fünf Jahre sind eine lange Zeit. „Ich weiß, wie schwer es ist, Hilfe zu holen. Betroffene schämen sich, fühlen sich allein.“

Häusliche Gewalt - das sind nicht nur Schläge und Tritte, sondern auch systematische Erniedrigungen und Beschimpfungen bis hin zum Geldentzug. So werde das Selbstbewusstsein der Frauen kontinuierlich untergraben.

Das Frauenhaus Rheine ist ein Hilfsangebot für Opfer häuslicher Gewalt im Kreis Steinfurt. Träger ist das Diakonische Werk Tecklenburg der evangelischen Kirche. Auf einer Fläche von 360 Quadratmetern gibt es Platz für bis zu acht Frauen mit ihren Kindern. Jede Betroffene bekommt ein eigenes Zimmer als privaten Schlafraum. Diese befinden sich in der ersten Etage. Geteilt werden zwei Küchen und zwei Badezimmer. Zwei Sozialarbeiterinnen, eine Erzieherin und eine Hauswirtschafterin kümmern sich um die Belange der Frauen. Einen Platz findet dort jeder ab 18 Jahren. Die bislang älteste Bewohnerin war 89 Jahre alt. Über die Dauer ihres Aufenthaltes entscheiden die Frauen selbst. Das Frauenhaus Rheine ist rund um die Uhr unter Telefon 05971/127 93 zu erreichen.

„Ich musste immer schwarz sagen, wenn mein Mann das wollte, auch wenn etwas weiß war. Irgendwann wusste ich es selbst nicht mehr“, zitiert die Frauenhaus-Leiterin ein Opfer.

Doch damit nicht genug: Es gebe Männer, die zeigten ihren Frauen beispielsweise Zeitungsberichte, in denen ein Mann seine Gattin erschossen hatte. „Ein klasse Vorbild. Hier, kannst du mal lesen.“

Finden die Frauen endlich den Weg ins Frauenhaus, steht ihnen fachkundige Beratung zur Seite. „Wir helfen bei Gängen zu Ämtern und begleiten die Frauen, wenn sie das Nötigste aus der alten Wohnung holen“, erzählt Fischediek, die konsequent auf der Seite der Betroffenen steht. „Wir sind parteiisch. Die Sichtweise der Männer interessiert uns nicht.“

Zurück in die Wohnungen geht es immer mit Polizeischutz. Denn manchmal hätten die Betroffenen nichts als ihre Kleider am Leib und die Kinder dabei. „Unsere Frauen stammen querbeet aus allen sozialen Schichten“, entkräftet Fischediek gleich noch das Vorurteil, nur A-Soziale seien betroffen. „Täter sind auch Richter und Polizisten. Was im geschützten Raum passiert, weiß man eben nicht.“

Hundert Frauen finden pro Jahr den Weg ins Frauenhaus - nicht aber aus der Gewaltbeziehung. Denn 60 Prozent der Bewohner kehren laut Statistik zu ihrem Mann zurück.

Über die Gründe kann Fischediek nur spekulieren: Angst sei das Eine. Ein weiteres Druckpotenzial seien die Kinder. Viele Täter kämpften um das Sorgerecht und wüssten sich nach außen darzustellen. „Wenn sie meinen Mann reden hörten, dagegen bin ich eine Null“, zitiert Fischediek eine andere Bewohnerin, die mit ihren fünf Kindern in der Einrichtung lebt. Es sind Zitate wie diese, die den etwa 20 Zuhörerinnen im Reinhildishaus so manchen Schauer über den Rücken jagen lassen.
„Es ist traurig, zu hören, was Frauen erleben. Vergewaltigungen, Geldentzug, krankhafte Eifersucht“, zählt Fischediek schonungslos auf. Trotzdem mache ihr der Beruf Spaß. „Weil die Frauen einen Ort haben, an dem sie Schutz finden. Es ist gut, dass es uns gibt.“


http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/westerkappeln/1145768_Letzter_Ausweg_Frauenhaus.html

KREIS STEINFURT/RHEINE „Die Formen der Gewalt gegen Frauen werden immer brutaler – bis hin zu Todesdrohungen“, sagt Stefan Zimmermann, Vorstandsvorsitzender vom Diakonischen Werk Tecklenburg. Die Diakonie ist Träger des Frauenhauses in Rheine – dem einzigen kreisweit


Nach einer aktuellen Untersuchung – wissenschaftlich korrekt und belastbar – sind rund ein Viertel aller Frauen in Deutschland bereits im eigenen Haus geschlagen worden.

Schutz im Frauenhaus

Wie viele von ihnen danach Schutz in einem Frauenhaus suchen, bleibt Spekulation, doch die Belegungsquote der Einrichtung in Rheine spricht eine deutliche Sprache: 76 Prozent betrug sie im vergangenen Jahr.
„Nach Feiertagen zum Beispiel ist das Haus voll – trotz des Gewaltschutzgesetzes“, nennt Stefan Zimmermann einen der Nachfrage-Schwerpunkte. Wie sieht die Leiterin des Frauenhauses Rheine, Sabine Fischediek, ihre Aufgabe? „Wir setzen täglich Zeichen gegen Gewalt“, sagt sie.

Hoffnung aufgegeben

Seit 27 Jahren arbeitet Fischediek in diesem Bereich, seit 1987 als Leiterin in Rheine. Die Hoffnung, dass sich grundsätzlich an dem Problem von Gewalt gegen Frauen und Kinder etwas verbessert, hat sie aufgegeben.

Motivation

„Die Frauenhäuser wurden seit den 70er und 80er einmal gegründet mit dem Ziel, sich selbst überflüssig zu machen“, blickt Sabine Fischediek zurück. Diese gesellschaftliche Veränderung aber blieb aus. Woher beziehen die Mitarbeiterinnen dann noch ihre Motivation?

„Daraus, dass die Bewohnerinnen ihre Persönlichkeit bei uns wieder stabilisieren, wenn sie der häuslichen Gewalt entkommen sind“, erläutert die Leiterin des Frauenhauses. Jede Geste spiele dann eine Rolle, sie helfe den Frauen dabei, sich selbst wiederzufinden.

Wer – wie Sabine Fischediek – in ganzheitlichen Zusammenhängen denkt, weiß, dass Menschen sich nach Beziehungen sehnen. „Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung muss dazu führen, dass diese Beziehungen für alle Beteiligten lebenswert sind“, sagt sie. Klar ist für Sabine Fischediek aber auch: „Frauenhäuser müssen Partei ergreifen zu Gunsten der Frauen.“ Die notwendige Veränderung der Männer müsse an anderer Stelle der Gesellschaft stattfinden – das könnten Frauenhäuser nicht leisten.

Hemmschwellen

Viele Hemmschwellen müssen Geschädigte überwinden, bevor sie sich an ein Frauenhaus wenden. In der Regel dauert ihre Leidenszeit unter häuslicher Gewalt schon länger. „Es gibt eine Scham, das öffentlich zu machen. Genau das aber geschieht, wenn sie in einem Frauenhaus um Aufnahme bitten. Ihr Fall geht dann auch auf den Dienstweg der Verwaltung“, sagt Sabine Fischediek.


http://www.muensterschezeitung.de/lokales/kreissteinfurt/Haeusliche-Gewalt-Belegungsquote-des-Frauenhauses-Rheine-bei-76-Prozent;art15703,523642


Kreis Steinfurt -

494 Fälle häuslicher Gewalt wurden im vergangenen Jahr im Kreis Steinfurt angezeigt - so viele wie noch nie zuvor. Der „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt“, der dieser Tage zehn Jahre alt wird, begreift das durchaus als Erfolg seiner Arbeit: Das Dunkelfeld werde aufgehellt, mehr Frauen trauten sich, zur Polizei zu gehen, das Thema sei enttabuisiert. Gewalt gegen Männer sei dagegen, anders als neue Studien behaupten, kein aktuelles Thema.

Von Achim Giersberg

Seit zehn Jahren gibt es den „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt“ im Kreis Steinfurt. Gestern zog dessen Sprecherin Anni Lütke-Brinkhaus ein positives Fazit der Arbeit in dieser Zeit. Dass seitdem die Anzeigen von Fällen häuslicher Gewalt kontinuierlich von 196 im Jahr 2002 auf den Rekordstand von 494 Anzeigen – darunter zwei versuchte und ein vollendetes vorsätzliches Tötungsdelikt – im vergangenen Jahr gestiegen sind, sei kein Widerspruch, im Gegenteil: „Es ist uns gelungen, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Mehr Frauen trauen sich heute, die Täter anzuzeigen“, sagt Lütke-Brinkhaus und Jürgen Roscher, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde, spricht von „Aufhellung des Dunkelfeldes“. Der Runde tisch habe durch seine Angebote einen „riesigen Schritt nach vorne“ ermöglicht.

Einig sind sich beide aber darin, dass „nur die Spitze des Eisbergs“ in der Statistik erscheine und das Dunkelfeld nicht angezeigter Gewaltakte sehr hoch sei. Ein großer Fortschritt sei, dass die Polizei seit 2002 die Möglichkeit habe, gegenüber den Tätern für zehn Tage und länger ein Betretungsverbot der eigenen Wohnung auszusprechen. Das Prinzip „Wer schlägt, der geht“ gebe den Frauen Zeit, in Ruhe über weitere Konsequenzen nachzudenken.

Ausstellungen. Medienveröffentlichungen, Stofftaschen- und Taschentücher-Aktionen, Fortbildungen, das Erarbeiten und Verteilen von Broschüren, Flyern und Notfallkarten und natürlich die Vernetzung von Beratungsstellen, Frauenhaus, Polizei und Staatsanwaltschaft: Die Bilanz des Runden Tisches kann sich sehen lassen. 20 000 Notfallkarten mit konzentrierter, auch zweisprachiger Information, so Lütke-Brinkhaus, seien beispielsweise an 500 Arztpraxen verteilt worden und in kürzester Zeit vergriffen gewesen – ein Indiz für die Aktualität des Themas.

Sabine Fischediek, Leiterin des Frauenhauses in Rheine, bestätigt das. In diesem Jahr sei das Frauenhaus in Rheine ständig belegt. Ihr Fazit aus zehn Jahren: „Das Elend und die Not der Frauen wird nicht weniger.“ 1600 Frauen und 2100 Kinder hätten 2012 im Frauenhaus Obhut gefunden; ungefähr 50 Prozent seien aber schließlich wieder in die häusliche Situation zurückgekehrt. Stark in Anspruch genommen werde auch die Frauenberatungsstelle Rheine.

Gewalt gegen Männer: Ein Tabuthema?

Häusliche Gewalt geht fast ausschließlich von Männern aus; das Bild der nudelholzschwingenden Ehefrau ist eine reine Erfindung von Witze-Zeichnern: Davon ist der Runde Tisch fest überzeugt. „Zu 90 bis 95 Prozent sind Frauen und Kinder von häuslicher Gewalt betroffen“, sagt Jürgen Roscher und Anni Luetke-Brinkhaus und Sabine Fischediek pflichten ihm bei. Es gibt allerdings auch andere Einschätzungen.

So zitiert der „Spiegel“ eine neue Studie des Robert Koch-Instituts unter 6000 Erwachsenen, die zu dem überraschenden Schluss kommt: „Frauen sind häufiger als Männer Ausübende körperlicher Partnergewalt, aber auch Ausübende von Gewalt gegenüber sonstigen Familienmitgliedern.“ Das Thema „Männer als Gewaltopfer“ sei noch weitgehend tabuisiert, während über Gewalt gegen Frauen offen und häufig gesprochen werde. Auch sei die Scham bei Männern oft noch schwerer ausgeprägt als bei Frauen, über die erlittene Gewalt zu sprechen. Auch eine Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2004 kommt zu dem Schluss, dass 26 Prozent der befragten Männer in heterosexuellen Partnerschaften schon einmal Gewalt erfahren hätten, vornehmlich wütendes Wegschubsen, Ohrfeigen, Bisse und Kratzen. Hinzu käme psychische Gewalt wie Drohungen und Beschimpfungen. Beratungsangebote für Männer als Opfer häuslicher Gewalt gebe es im Kreis Steinfurt nicht, bestätigte Roscher

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Trauriger-Rekord-Haeusliche-Gewalt-2012-494-Faelle-angezeigt

Um 10:00 Uhr gibt es einen Gottesdienst in der Evangelischen Jakobikirche (Münsterstraße). Danach wird um 11:00 Uhr vor der Kirche eine Bronze-Gedenktafel enthüllt. Während eines anschließenden Empfangs im Jakobi-Gemeindehaus gibt es neben Grußworten, einem musikalischen Rahmenprogramm einen Rückblick auf die Arbeit des Frauenhauses in den vergangenen 25 Jahren und eine moderierte Gesprächsrunde.

Die Verantwortlichen haben das Frauenhaus-Jubiläum bewusst unter die Überschrift "25 Jahre Frauenhaus Rheine - ein Grund zum Feiern" gestellt. "Grund zum Feiern" sei, so die Leiterin des Frauenhauses Sabine Fischediek, "dass das Frauenhaus jetzt bereits seit 25 Jahren vielen Frauen aktiv helfen konnte". Als Schutzraum für Frauen und ihre Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, hat das Frauenhaus in Rheine im vergangenen Vierteljahrhundert hunderten von Frauen und Kindern als Anlaufstelle gedient. Viele von ihnen haben durch die Arbeit des Frauenhauses in Rheine den Weg in eine Zukunft ohne Gewalt finden können.

Anlässlich des 25. Jubiläums des Frauenhauses in Rheine gibt es außerdem eine "Schutzengel-Aktion". Wer die Arbeit des Frauenhauses unterstützen möchte, kann mit einer Spende ab 25 € selbst "Schutzengel" werden. Nähere Informationen zu dieser originellen Spendenidee gibt es hier.

http://kirchenkreis-tecklenburg.de/index.php?id=90&tx_ttnews%5Btt_news%5D=227&cHash=5788882eb3413fa032493de0c34a34ce

Neuenkirchen. Jede vierte Frau macht in ihrem Leben Erfahrungen mit häuslicher Gewalt – eine Zahl, die die Landfrauen im großen Saal des Karl-Leisner-Hauses doch sehr betroffen machte. Als Referentin hatten sie zu ihrer Herbstversammlung die Leiterin des Frauenhauses in Rheine, Sabine Fischediek, eingeladen. Sabine Fischediek leitet seit 22 Jahren diese Einrichtung, die Frauen aus dem gesamten Kreis Steinfurt, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, Zuflucht und Hilfe anbietet.

Maria Deiters, Vorsitzende der Landfrauen, begrüßte die Versammlung. Besonders dankte sie allen, die auch in diesem Jahr wieder viele schöne Dinge für den Missionsbasar der Frauengemeinschaft St. Anna hergestellt haben. Der Basar findet am 29. und 30. November in der Heriburgschule und im Karl-Leisner-Haus statt. Ob textile Kostbarkeiten, gestrickte Wollsocken, adventliche Gestecke oder leckeres Gebäck – all das wird in der Aula und in den Nebenräumen der Heriburgschule zum Kauf für die gute Sache angeboten. Der Basar ist am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Café ist ebenso zu diesen Zeiten geöffnet, am Sonntag aber schon um 9.30 Uhr, wenn dort wieder das Adventsfrühstück angeboten wird.

Nachdem sich die etwa 60 Landfrauen mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gestärkt hatten, berichtete Sabine Fischediek über die Arbeit des Frauenhauses in Rheine. Obwohl diese Einrichtung schon seit 22 Jahren existiert, ist sie immer noch vielen Frauen, die Hilfe brauchen, unbekannt. Oft sind es Frauen mit kleinen Kindern, die im Frauenhaus Zuflucht vor einem gewalttätigen Ehemann daheim suchen. Manchmal nur für einen Tag, oft aber auch für Wochen und Monate. „Wir bieten den Frauen nicht nur Zuflucht und Sicherheit, sondern beraten sie auch und begleiten sie bei Behördengängen oder bei Arztbesuchen.“ Mit Betroffenheit erfuhren die Landfrauen, dass viele der Frauen im Frauenhaus oft über Jahre hinweg von ihren Männern misshandelt werden. „Und viele kehren dennoch zu ihren Männern zurück, oft wegen materieller Abhängigkeit.“ Gewalt gegen Frauen sei heute noch genauso ein Problem wie damals, als sie vor 22 Jahren angefangen sei, so Fischediek. „Manchmal denke ich, dass es sogar schlimmer geworden ist. Die Formen extremer Gewalt nehmen zu. Heute gibt es immer mehr Menschen, die man überhaupt nicht mehr einschätzen kann“, sagte sie.

http://www.mv-online.de/Region-Rheine/Neuenkirchen/2008/11/Neuenkirchen-Die-Formen-extremer-Gewalt-nehmen-zu

Der Runde Tisch als ein wichtiges Kooperationsbündnis hat einiges bewirkt. Gegründet wurde es 2003 unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Kubendorff.

Die Thematik hat viele Facetten: Gewalt kann sich auf körperlicher, seelischer oder auch wirtschaftlicher Ebene vollziehen.

Ziel des Bündnisses ist unter anderem die Ächtung häuslicher Gewalt, die Verbesserung von Schutz und Hilfe für die Opfer und die Reduzierung konkreter Fälle.

Menschen sind sensibilisiert

Die Beteiligten des Runden Tisches ziehen Bilanz: Obschon noch viel zu tun bleibt, ist die Stimmung optimistisch. „Die Menschen sind mittlerweile für die Problematik sensibilisiert“, so die Gleichstellungsbeauftragte Anni Lütke Brinkhaus.

Es gab innerhalb des vergangenen Jahrzehnts Ausstellungen, eine Vielzahl von Broschüren und Flyer wurden verteilt. In einer Aktion gingen 20 000 Notfallkarten gezielt an Arztpraxen.

Die Problematik aus der Tabuzone herauszubekommen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, ist ein zentrales Anliegen.

"Gewaltschutzgesetz"

Ein Meilenstein war das „Gewaltschutzgesetz“ von 2002. Es erweiterte die Befugnisse der Polizei. Seither ist es möglich, Verursacher häuslicher Gewalt zunächst einmal für zehn Tage aus der Wohnung zu verbannen. „In dieser Zeit haben die Opfer Gelegenheit zu überlegen, wie sie mit der Situation umgehen“, so Jürgen Roscher, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizei.

196 Fälle häuslicher Gewalt wurden 2002 im Kreisgebiet angezeigt. Zehn Jahre später waren es 494, wobei die Polizei es dreimal sogar mit Tötungsdelikten zu tun bekam. Die Dunkelziffer ist hoch.

„Wir wären froh, wenn mehr Fälle angezeigt würden“, betont Jürgen Roscher. Doch die Hemmschwelle ist immer noch hoch. Vielen Betroffenen ist es peinlich. Zu 90 Prozent wird Gewalt an Frauen verübt.

1600 Frauen geholfen

Seit 1987 leitet Sabine Fischediek das Frauenhaus. 1600 Frauen und 2100 Kindern konnte in der Zeit geholfen werden. 50 Prozent der Frauen gingen nicht wieder in die Beziehung zurück.

Die vor zwei Jahren eröffnete Frauenberatungsstelle geht auf die Arbeit des Runden Tisches zurück. Nach so genannten „Gewaltschutzeinsätzen“ der Polizei schickt die Behörde auf Wunsch ein Fax mit Daten der Betroffenen an die Frauenberatungsstelle.

Im ersten Jahr wurden 70 Klientinnen verzeichnet, im zweiten Jahr bereits 207. Auch die Kooperation mit der Polizei entwickelt sich. Schickte sie 2011 sieben Fax-Nachrichten, wuchs die Zahl 2012 auf 70. In diesem Jahr sind es bislang 40.

Hilfsprojekt feiert Geburtstag: Mehr häusliche Gewalt - Lesen Sie mehr auf:
http://www.muensterschezeitung.de/lokales/kreissteinfurt/Hilfsprojekt-feiert-Geburtstag-Mehr-haeusliche-Gewalt;art15703,2057121#86199420

Kreis Steinfurt/Rheine - Die Dunkelziffer ist groß. Alle gesellschaftlichen Gruppen sind betroffen. „Und in den Fällen, die bekannt werden, können wir den Opfern nicht helfen.“ Diese Erkenntnis hat Konsequenzen ausgelöst: In diesen Tagen nimmt eine neue Beratungsstelle für Frauen ihre Arbeit auf: Opfern häuslicher Gewalt soll geholfen werden.

Die Frauenberatungsstelle ist im Gesundheitsamt in Rheine angesiedelt worden. Dort gibt es schon viele Beratungsangebote. „Der Ort kann aber auch helfen, die Hemmschwelle zu überwinden“, sagt Agnes Denkler, die mit Ursula Stadelmeyer als Beraterin arbeitet.

2003 hat sich im Kreis ein Runder Tisch gegründet, der „Häusliche Gewalt“ zum Thema hatte, berichtet dessen Leiterin Erika Leuteritz von den Anfängen. Im Februar 2006 waren die Fragestellungen in ein Konzept geflossen. Einige Kernpunkte: Die Beraterinnen kommen auf Wunsch zu den Opfern. Häusliche Gewalt ist noch immer vielfach ein Tabu-Thema. „Es werden schnell Selbstzweifel geweckt, weil Männer als Täter sich zum Beispiel entschuldigen“, erläutert Agnes Denkler.

„Wenn wir als Polizei zu einem Einsatz bei häusliche Gewalt gerufen werden, stellt sich heraus, dass es sich vielfach um Serientäter handelt - je nach sozialem Umfeld gelingt es mehr oder weniger gut, derartige Ereignisse nicht bekannt werden zu lassen“, betont Jürgen Roscher. Der Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde freut sich, dass diese Beratungsstelle ins Leben gerufen wird. „Die Quote der Frauen, die bereit sind, qualifizierte Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist noch sehr gering; möglicherweise eine Folge des Schocks, unter dem die Opfer vielfach stehen.“

„Das wir ein solches Angebot brauchen, wissen wir schon lange“. Sabine Fischediek, Leiterin des Frauenhauses in Rheine, sieht es deshalb als „willkommene Ergänzung“.

Anni Lütke Brinkhaus, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Steinfurt, beschreibt „den harten und steinigen Weg“ vom Konzept bis zur Umsetzung. Eine Finanzierung über Politik und freie Träger habe sich nicht realisieren lassen. An vielen Stellen sei die Qualität des Konzeptes zwar gelobt worden, aber „es passt gerade nicht in unsere Förderrichtlinien.“ Nach vielen Rückschläge und Enttäuschungen habe sich das Land im September 2010 bereiterklärt, 85 Prozent der Kosten zu übernehmen. Zehn Prozent schultert der Träger, das Diakonische Werk im Kirchenkreis Tecklenburg; die übrigen fünf Prozent „einstimmig“ die Politik. So sei es dann gelungen, eine Lücke im Hilfesystem zu schließen.

Es gibt jetzt eine Telefonnummer, da geht nichts verloren: ' 05971/800 73 70.

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/2011/04/Kreis-Steinfurt-Neue-Beratungsstelle-fuer-Frauen-schliesst-Hilfe-Loch

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