
Amerikanische Verhältnisse im Baumarkt? (Frauen)
WilhelmTell , Schweiz, Thursday, 09.04.2015, 21:42 (vor 3610 Tagen)
Ein Camper ging in den Baumarkt, um eine leere Gasflasche gegen eine volle zu tauschen. Da kam er an eine ganz besonders intelligente Verkäuferin.
Haben wir die Deutschland schon amerikanische Verhältnisse? Hatte ich einfach nur Pech und verwischte eine von den “Quotenfrauen”? Wie kann man sich gegen so etwas schützen?
https://lebenimwohnmobil.wordpress.com/2015/04/08/bad-durkheim-2/
--
Wenn ich so bin, wie ich bin, bin ich ich.
Das ganze System ist kaputt
Christine
, Friday, 10.04.2015, 09:19 (vor 3610 Tagen) @ WilhelmTell
Was erwartet man eigentlich, wenn jeder Mensch in Nullkommanix austauschbar ist? Früher konnte man in der Tat davon ausgehen, dass die Menschen in den jeweiligen Geschäften Ahnung von dem haben, was sie verkaufen. Heute gibt es ein Heer von (jungen) Leuten, die Einzelhandelskaufmann bzw. Verkäufter lernen. Vermutlich gibt es gar nicht so viele Stellen, als das diese adäquat besetzt werden können. Da Zeit Geld ist, wird bei einem Wechsel vermutlich auch nicht weiter gebildet, von der Bildung in den Schulen will ich gar nicht erst anfangen. Was erwartet man da?
Was mir aber ebenfalls aufgefallen ist, dass die Menschen keine Lebensfreude mehr haben. Ob man in einen Baumarkt, in ein Lebensmittelgeschäft oder in Arztpraxen geht, es begegnet einem kaum Jemand, der freundlich ist. Die Gesichter sprechen Bände. Die Menschen sind anscheinend alle so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass Freundlichkeit für viele ein Fremdwort ist. Ich unterstelle noch nicht einmal böse Absicht, sie sind einfach so.
Vor ca. 20 Jahren habe ich über eine Zeitarbeitsfirma als Helferin in 2 Arztpraxen gearbeitet. Beide Ärzte wollten mich übernehmen und das ohne entsprechende Ausbildung, einfach nur, weil ich die Einzige war, die die Patienten freundlich behandelte. In der einen Praxis meinten die Menschen nach einem Urlaub meinerseits sogar, dass sie froh wären, dass ich wieder da wäre, die anderen wären halt so unfreundlich. Dabei habe ich nichts besonderes gemacht, konnte ich auch gar nicht, weil ich den Beruf ja nicht erlernt habe.
Ich frage mich, wo das hinführen soll und noch wichtiger, was ist passiert, dass die Menschen so geworden sind? Wenn das Ausnahmen wären, dann könnte man damit gut klar kommen, aber leider ist das die Regel. Im übrigen gilt das für Frauen sowie für Männer.
--
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohl angepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
Zitat von Sefton Delmer, britischer Chefpropagandist wärend des Zweiten Weltkrieges...
Scotty , Friday, 10.04.2015, 12:00 (vor 3610 Tagen) @ Christine
Man mag heute darüber sagen, was man will: Deutschland war im Jahre 1936 ein blühendes, glückliches Land. Auf seinem Antlitz lag das Strahlen einer verliebten Frau. Und die Deutschen waren verliebt - verliebt in Hitler... Und sie hatten allen Grund zur Dankbarkeit. Hitler hatte die Arbeitslosigkeit bezwungen und ihnen eine neue wirtschaftliche Blüte gebracht. Er hatte den Deutschen ein neues Bewußtsein ihrer nationalen Kraft und ihrer nationalen Aufgabe vermittelt."
Sefton Delmer, britischer Chefpropagandist während des Zweiten Weltkrieges in seinem Buch "Die Deutschen und ich",- Hamburg 1961, S. 288
--
Menschen sind wichtiger als Staaten, daher salutiert man nicht vor Flaggen!
Das ganze System ist kaputt
dentix07, Saturday, 11.04.2015, 02:09 (vor 3609 Tagen) @ Christine
Zumindest für das Gesundheitssystem meine ich eine Teilantwort zu kennen.
Seit Ehrenbergs Krankenversicherungskostendämpfungsgesetz (1977; Stichwort: angebliche Kostenexplosion) wurden Praxen und Krankenhäuser mit immer neuen und immer abstruseren „Kostendämpfungs- oder Gesundheitsreformgesetzen“ in steigender Frequenz unter Druck gesetzt.
Stichworte: Globalbudget, Arzneimittelbudget, Regress, mehrfache Senkung der Honorare (z.B. 2000 Senkung der Zahnersatzhonorare [also nur das was der Zahnarzt für seine Arbeit erhält, NICHT die Material und Dentallaborkosten] um 20%, 2004 nochmalige Kürzung um 5%!), bzw. Anpassung weit unter allgemeiner Kostensteigerung (bestes Beispiel die Mwst.-Erhöhung um 3%, die in den Honoraren NICHT nachvollzogen wurde), RLV (Regelleistungsvolumen = Praxisbudget), dann gab es die Zwangsverrentung mit 68 (nur für Kassenärzte; inzwischen wieder abgeschafft), die Praxisgebühr, „Seehofers Rache“ (Sozialgesetzbuch 5, § 95b), das MPG (Medizinproduktegesetz) und die Medizinproduktebetreiberverordnung, die den bürokratischen Aufwand absichtlich in die Höhe trieben, die Zwangsfortbildung, etc. etc.
Und dazu wurden immer neue „Mediziner-Skandal-Säue“durchs Land getrieben. Meist war wenig bis Nichts dran, aber es wurde Stimmung gemacht gegen Ärzte!
Und immer wenn eine „Reform“ mal wieder gescheitert(*) war, waren die die schon vorher gewarnt hatten, die Ärzte, natürlich wieder Schuld daran!
(*) Wie vorherzusehen war, denn nie wurde die ursächliche „Krankheit“ behandelt, sondern immer nur mit wirkungsloser Medizin an den Symptomen herumgedoktert. (Auf den Gedanken bei dieser Krankheit des Systems mal die Ärzte zu fragen und evtl. mal auf deren Rat zu hören, kam man nie; stattdessen drosch man auf sie ein! Angefangen von der STERN (?)-Titelgeschichte „Die Beutelschneider“ 1977 o. 78, bis Ärztepack (Seehofer) und Gierhälse (Ulla))
Irgendwann hinterläßt das Spuren, prägt, die Einstellung gegenüber dem Beruf und auch den Patienten, die das alles dummerweise glauben und denen immer häufiger das Mißtrauen ins Gesicht geschrieben steht.
Und da es natürlich auch (politisch gewollte) wirtschaftliche Folgen hat, wird in den Praxen gespart. Auch beim Personal! So mancher Arzt (kann) schon längst nicht mehr nach Tarif bezahlen, oder hat umgestellt von gelernten Vollzeitkräften auf angelernte Halbtagskräfte, die kommen billiger.
Und das zeigt sich dann in deren Haltung gegenüber ihrem Job (eben nicht mehr der Beruf; kommt von berufen) und den Patienten.
(Das das Arbeitsklima anscheinend in so mancher Praxis nicht gerade positiv ist, sei es im ungehobelten Benehmen des Chefs/der Chefin begründet, oder im Zickenkrieg der Mitarbeiterinnen untereinander, verbessert die Situation verständlicherweise auch nicht!)
Und im Krankenhaus sieht es nicht anders aus. Betten- und Personalabbau, überlastete Ärzte und Krankenschwestern (Krankenpfleger haben nur kurz geboomt), dazu immer häufiger Ärzte und Pflegepersonal die Probleme mit der Verständigung haben, dafür aber eine ausufernde Bürokratie, die die Zeit für die eigentliche Arbeit immer weiter beschneidet!
Eigentlich ist es ein Wunder, daß man in diesem System wenigsten hin und wieder noch ein freundliches Gesicht sieht!
Und nach meiner Meinung ist es in anderen Bereichen ähnlich, denn auch dort wird die Arbeit immer mehr durch politische Vorgaben geregelt und beschränkt, Bürokratie und Überwachung ausgebaut.
Das Mindestlohngesetz ist das derzeit letzte und prägnante Beispiel. Und Nahles hat schon die nächste Patrone geladen: die neue Arbeitsstätttenverordnung!
--
Kurt Schumacher: "Kommunisten sind nur rotlackierte Faschisten!"
Ich stelle fest: „Der gleiche Geist tarnt sich jetzt bunt! Rot, Grün, (Grün), Lila und Braun trägt er heute!“