Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kerle

Der Bachelor, Friday, 07.05.2004, 22:38 (vor 7983 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Weiber/Frauen Männer/Herren von Norbert am 07. Mai 2004 16:50:08:

Weißt Du, mir gefällt der Ausdruck Weiber nicht.

Nun es gab in D eine gewisse Änderung der Anredeformen.
Eigentlich gibt es die paarigen Geschlechtszuweisungen:
Mann/Weib und Herr/Frau.
Das erste Wortpaar bezeichnete die einfachen Leute, als Mann und Weib.
Somit ist die ehrenvolle Anrede bei weiblichen Personen: "Frau",
bei männlichen Personen "Herr".
Wenn jemand also von Männern und Frauen spricht,
so benutzt dieser also die ehrenvolle Anrede bei weiblichen Personen,
bei männlichen Personen hingegen nicht.
Auch daran erkennbar: man spricht von weiblichen und nicht von fraulichen Eigenschaften, oder was auch immer.
Der Begriff "Dame" wird, IMHO fälschlicherweise, als weitere Steigerung der ehrenvollen Anrede für weibliche Personen verwendet/eingeführt, was somit eigentlich Unsinn ist.
Die Anrede 'Dame xy' wird im üblichen Sprachgebrauch ja nicht verwendet.
"Weib" hingegen wurde inzwischen zur Schmähform für weibliche Personen.
IMHO, stammt es daher, dass keine weibliche Person zu den einfachen Leuten gezählt werden wollten.
Das Wort 'ordinär' bezeichnet(e) nämlich auch nur dieses: 'einfach'. Ist so noch gut im Englischen erkennbar.
Als letzte Anrede für weibliche Personen gibt es noch die 'Herrin'.
Welches ein ausgeprägtes Machtgefälle beschreibt, z.B. zu Sklaven.
Bei männlichen Personen gibt es noch das 'Kerl', welches aber sehr ambivalent ist, da es sowohl positiv ('ganzer Kerl'), als auch negativ verwendet wird.
Gruß
Norbert

Ohne irgendwelche Zusätze ist Kerle schon einigermassen abwertend. Wenn z.B. Tommy Gottschalk fragt "Wie siehts aus mit den Kerlen?" so meint er wohl, ob sie schon verbandelt wäre. Man geht von einer gewissen Stumpfheit der Männer aus, die man hier beschreibt.
Ein "Kerlegeschwafel" ist in etwa gleichbedeutend einem "Weibergeschwafel".
"That fellow" ist sicher auch nicht schmeichlerisch gemeint, sondern impliziert unangenehme Eigenschaften/Absichten.
Nur durch positive Zusätze wird die Abwertung aufgelöst "ganze Kerle", "tolle Kerle" bzw. dreht sich um.

mfg,
der Bachelor


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