Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @ Eugen Prinz ...Nachtrag @ Sven

Sven75, Monday, 31.05.2004, 00:27 (vor 7960 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: @ Eugen Prinz ...Nachtrag @ Sven von Pokemon am 30. Mai 2004 14:01:43:

Daran habe ich bei meiner Argumentation aber überhaupt nicht gedacht. Ich denke nur dass es wirklich Menschen gibt, die eine Abtreibung einer Unterhaltszahlung vorziehen würden.

Sicher gibt es die. Interessant daran sind nur die Gründe. Und da sind einige Argumente nicht von der Hand zu weisen. Wenn jemand an einem solchen Kind später ohnehin keine Rechte hat, ausser das Recht, jahrelang für das Kind zu zahlen, wird dieser - logisch betrachtet - gar kein Interesse daran haben, dass dieses Kind zur Welt kommt.

Wie das moralisch zu bewerten ist, ist eine andere Sache. Aber wenn die Gesetze so gemacht werden, dass obige Situation eintritt, braucht man sich nicht wundern, wenn die Männer so denken. Wenn die Unterhaltsrepressalien so gravierend nicht wären, oder noch besser wenn die Männer an ihren Kindern auch ein Recht hätten - und sei es nur das Recht, die Entwicklung des Kindes miterleben zu dürfen - dann sähe deren Beurteilung des Kindes auch anders aus.

Mit einem hat er aber Recht und ich denke darum geht es ihm auch: Er läßt sich nicht von Frauen oder sonstwem vorschreiben, welche Konstellation davon als "schlimm" gilt und welche nicht.

Ich hatte nur den Eindruck, er würde generell alle Vergewaltigungen als nicht so schlimm abtun.

Selbst wenn er das so sähe/sieht, ist es seine persönliche Ansicht, die ihm niemand vorzuschreiben hat. Man kann denke ich endlos darüber diskutieren, ob physische oder psychische Schmerzen schwerwiegender sind. Man könnte im zweiten Stadium weiterhin ewig darüber diskutieren, ob der psychische Schmerz einer Vergewaltigung mehr wiegt als der jahrelange Schmerz eines ausgesperrten und versklavten Vaters. Wie schwer dieser Schmerz ist, ist immer subjektiv und deshalb schwer zu vergleichen.

Aber es wäre wohl ein Anfang, wenn man dem anderen zugesteht, seinen Schmerz am stärksten zu bewerten und wenn man versucht, dieser Bewertung Verständnis entgegenzubringen. Allein von der Sache her sind dies sowieso zwei völlig unterschiedliche Dinge.

So sehe ich das auch. Deshalb bin ich auch dagegen, Vaterschaftstests nur mit Erlaubnis der Mutter machen zu lassen. Im Gegenteil, vielleicht sollten diese Tests obligatorisch nach jeder Geburt gemacht werden.

Zustimmung. Wäre sicherlich der beste Weg und sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber dann würde man die heilige Kuh "Mutter" schlachten müssen, was man in Deutschland bekannterweise aber nicht will.

Gruss,
Sven


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