Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 41-50 (Projekte)

verfasst von Oberkellner(R), 24.06.2012, 19:51

LP 41 Hansjörg Frick, LI), Präsident des Vereins für Männerfragen, wohnhaft in Balzers (LI), Schulsozialarbeiter www.schulsozialarbeit.li frick.hansjoerg@schulen.li

Ich denke, dass die Frauen bezüglich
Gleichberechtigung in einigen Bereichen
aufgeholt haben. Handlungsbedarf
besteht aber durchaus noch in einigen
Punkten. Beispielsweise gilt
gleicher Lohn für Mann und Frau mit
identischer Qualifikation noch nicht
überall. Frauen sind in Führungsbereichen noch
immer wenig vertreten und
der Beruf der Familienmanagerin findet
noch immer nicht die Anerkennung,
welche er verdient. Es gibt andererseits
wenige Bereiche, in denen
die Frau den Vorteil hat. Beispielsweise
beim Sorgerecht für die Kinder. Aus
Sicht unseres Vereines braucht es einen Tag des
Mannes und es gibt bereits
deren zwei. Der Weltmännertag ist ein
Aktionstag, der seit 2000 jährlich am
3. November stattfindet. Dieser soll
Laut Aussage des Schirmherrn Michail
Gorbatschow das Bewusstsein der
Männer im gesundheitlichen Bereich
erweitern. Der Internationale Männertagwird
jährlich am 19.November
gefeiert und wurde 1999 in Trinidad
und Tobago eingeführt.
http://www.maennerfragen.li/fileadmin/user_upload/pdf/Vaterland_20110308__Die_Zukunft_ist_weiblich_.pdf

LP 42 Thomas Gesterkamp, Köln, geboren 1957, studierte Soziologie, Pädagogik und Publizistik in Hamburg und Münster – Vater einer Tochter - http://ww2.heidelberg.de/stadtblatt-online/artikel-bilder/26/Frauen-02f_fmt.jpg - thomas.gesterkamp@t-online.de

Männer machen Front gegen den Feminismus. Jetzt müsse Schluss sein mit der "Besserstellung der Frau". Selbst vor Kooperationen mit Rechtsradikalen schrecken einige nicht zurück. VON T. GESTERKAMP

Weil es so nicht weiter gehen kann: Der Maskulismus macht jetzt Front gegen den Feminismus.

Die Politik hat die Anliegen der Männer entdeckt. Auf der Suche nach Profil wurde zuletzt Familienministerin Kristina Schröder (CDU) fündig: "Wir müssen die Männer stärker in den Blick nehmen", betonte sie beim Antrittsbesuch im Familienausschuss.
Das neue Thema der schwarzgelben Koalition signalisiert nicht unbedingt ein gesteigertes Interesse an Gleichstellung. Im Gegenteil, gerade bei der FDP, die die Männerpolitik im Koalitionsvertrag verankerte, klingen stellenweise ganz andere Töne an.

So beschlossen die bayerischen Jungliberalen kürzlich eine Erklärung, laut der sie die "Knechtschaft" der Männer beenden wollen. Sie fordern die Abschaffung des Bundesgleichstellungsgesetzes, die Rücknahme aller UN-Resolutionen und Passagen in EU-Verträgen zum Gender Mainstreaming sowie das Streichen sämtlicher Quotenregelungen. Statt staatlicher Bevormundung müsse "die volle Vertragsfreiheit wiederhergestellt werden".
Wie das neu geschaffene Referat 408 "Gleichstellungspolitik für Männer und Jungen" im Familienministerium arbeiten wird, hängt auch davon ab, welche Forderungen aus der Gesellschaft erhoben werden. Da heißt es genau hinsehen, denn die Männerbewegung präsentiert sich heterogen.
52, ist Journalist in Köln und Autor des Buchs "Die Krise der Kerle" (Lit Verlag). Seine ausführliche Expertise erscheint als Broschüre "Geschlechterkampf von rechts" bei der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Geschlechterdialogisch orientierte Verbände gründen gerade ein "Bundesforum Männer" als Pendant zum Deutschen Frauenrat. Antifeministische Aktivisten dagegen schrecken selbst vor Kooperationen mit Rechtsradikalen nicht zurück. Sie klagen über eine "Kaste der Genderfunktionäre", deren kulturelle Hegemonie jeden Widerspruch unterdrücke.
"Totalitäre Ideologie"
Doch beim Blick in die Presse wird eher eine ganz andere Hegemonie sichtbar. Denn wann immer die publizistischen Alpha-tiere der Republik etwa das spröde Wortpaar Gender Mainstreaming erwähnten, changierte die Bewertung zwischen "lächerlich" und "gefährlich". 2005 bezeichnete der Stern die "neue Geschlechtergefühligkeit" als "trivial und teuer".
Der Spiegel malte 2007 ein düsteres Bild autoritärer Genderpädagogik, das Jungen "früh zu Kritikern des eigenen Geschlechts" mache. FAZ-Redakteur Volker Zastrow wetterte gegen das "angewandte Kaderprinzip der feministischen Lobby", die eine "politische Geschlechtsumwandlung" plane.
Dass die rechtslastige Junge Freiheit einen ganz ähnlichen Verschwörungston anschlug ("Eine totalitäre Ideologie"), störte die bürgerlichen Leitmedien offenbar nicht. Die antifeministische Kampagne hatte Erfolg: Im Familienministerium wird das Wort Gender Mainstreaming mittlerweile ängstlich gemieden. Das angegliederte "Genderkompetenzzentrum" ist in Auflösung begriffen.
Als wissenschaftlicher Kronzeuge dient häufig der Bremer Soziologe Gerhard Amendt. Der Geschlechterforscher, einst Vorkämpfer für die Legalisierung der Abtreibung, behauptet inzwischen, Frauen seien in Beziehungen ebenso gewalttätig wie Männer. In der Welt forderte er gar die Abschaffung der Frauenhäuser wegen ihres "militanten Feminismus".
Auch der Focus schreibt mit ständigen Berichten über das "geschwächte Geschlecht" eine "neue Bürgerrechtsbewegung" geradezu herbei. Doch der neue Geschlechterkampf wird online geführt. In Internetforen stilisieren sich Männer zu Diskriminierten in allen Lebenslagen. Typisch für die Netzbeiträge ist ein trotzig-beleidigter "Da seht ihrs mal wieder"-Tonfall; auf unliebsame Kritiker wird zum Teil eine regelrechte Hatz veranstaltet. Beschimpfungen als "lila Pudel", falsche Behauptungen und die Enthüllung der Klarnamen von Bloggern mit anderer Meinung sind an der Tagesordnung.
Die Diskutanten sind überwiegend keine Neonazis, allerdings ergeben sich immer wieder Überschneidungen mit und Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen und Publikationen. So versorgt der Buchautor Arne Hoffmann, Betreiber des Blogs Genderama, die antifeministische Seite "Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land" (wgvld.com) regelmäßig mit Artikeln aus der Jungen Freiheit. Das Forum wgvdl.com wiederum ist mit der Seite de.altermedia.info verlinkt. Deren homophobe Betreiber riefen 2009 zu "nationalen Protesten" gegen den Christopher Street Day in München auf und unterstellten Oberbürgermeister Christian Ude, schwul zu sein.
Auf der Seite free-gender.de tauschen sich Mitglieder und Sympathisanten der rechtsextremen Initiative "Raus aus den Köpfen - Genderterror abschaffen" aus. Gender Mainstreaming, so heißt es dort, sei "eine unbekannte Gefahr, die sich seit gut 25 Jahren immer tiefer in den politischen Alltag der BRD und der restlichen Welt hineingebohrt hat". Die vor allem in Ostdeutschland aktive Gruppe veranstaltet "Aufklärungsvorträge" zum Genderthema, besucht aber auch Treffen von Neonazis wie zum Beispiel das "Fest der Völker" im September 2009 in Thüringen.

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/die-maenner-rechte/

Sozialistische Verschwörung gegen die Männer
GESCHLECHTERKAMPF Die Herausgeber eines neuen Sammelbandes fühlen sich femi-nistisch diskriminiert - und stilisieren sich zum Opfer in allen Lebenslagen
Das Titelbild des Buches "Befreiungsbewegung für Männer" ist Programm. Neben Glas-, Dosen- und Papiercontainern ist ein weiterer Müllschlucker zu sehen, auf dem groß "Männer - Der Umwelt zuliebe" steht. Das Foto, eine Postkarte der Künstlerin Claudia Jares de Pulgar, steht nach Meinung der Autoren "für den breit geduldeten Sexismus, den das ideo-logisch vorgeknetete Publikum für spaßig hält, weil er sich ja nur gegen Männer richtet".
In der Tat amüsiert sich das (gemischtgeschlechtliche) Publikum seit Jahren über Männer. Die Werbung für die aktuelle Schweißerin-Soap "Eine für alle" tituliert sie pauschal als Schweine, dumme Gockel und lebende Verkehrshindernisse. Vom "bewegten Mann" im Kino über die weibliche Rotzigkeit in der pseudofeministischen Unterhaltungsliteratur bis zu den Witzchen eines Mario Barth: Männlichkeit wird häufig satirisch abgewertet. Daraus aber gleich eine "etablierte Misandrie", also allgemeinen Männerhass abzuleiten, klingt nach Verschwörungstheorie - wie so vieles in diesem Buch.
Die Herausgeber Paul Hermann Gruner und Eckhard Kuhla verstehen sich nicht nur als Publizisten, sondern auch als Aktivisten: Sie fordern "das Ende des weiblichen Geschlech-termonologs" und eine "offensive Interessenvertretung der Männer". Sie planen öffentliche Veranstaltungen, möchten eine politische Debatte über die vermeintlichen "Kulturverlierer" anregen. Ein Teil ihrer Autoren treibt dabei im Fahrwasser fragwürdiger Männerrechtler, die von der "Machtergreifung der Frau" oder einem "neuen Tugendstaat" fabulieren und im Stil der rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit gegen "politische Korrektheit" Stimmung machen.
Das Wort "Befreiungsbewegung" stößt in diesem Kontext sauer auf, wie auch die Nutzung des emanzipatorischen Begriffs "Geschlechterdemokratie" im Untertitel. Denn Autoren wie Arne Hoffmann, der in seinem Blog "Genderama" gegen alles seiner Meinung nach Femi-nistische Stimmung macht, oder auch Gerhard Amendt, der Opfererfahrung von Frauen als "fantasiertes Leid" denunziert und eine weibliche "Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit" ausmacht, sind alles andere als geschlechterdialogisch orientiert. Die Polemik der Männerbefreier auf die Spitze treibt Karl-Heinz Lier, ein Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Gender Mainstreaming als "Hydra im trojanischen Pferd" geißelt. Er schimpft über "obskure Ideen", "Umerziehungsaktionen", "staatlich betriebene Freiheitsberaubung" und "systematische Täuschung durch die politische Kaste", um schließlich gar Marx und Engels als "Väter der Gender-Perspektive" auszumachen. Die sozialistische Verschwörung gegen die Männer ist mithin schon 150 Jahre im Gange.
Ob den Autoren und Gesprächspartnern anderer, durchaus lesenswerter Beiträge - des Bildungsforschers Klaus Hurrelmann, des Therapeuten Wolfgang Schmidbauer oder des Präsidenten des Schweizer Dachverbandes maenner.ch, Markus Theunert - bewusst war, auf welches publizistische Umfeld sie sich hier eingelassen haben? Viele der angesproche-nen Themen sind diskussionswürdig und wichtig - etwa die Schwierigkeiten von Jungen in der Schule, die Nachrangigkeit der Männergesundheit trotz geringerer Lebenserwartung und die Tabuisierung der gegen Männer gerichteten Gewalt. Dass auf Frauenpolitik manchmal einfach nur "Gender" geklebt wird, ist auch nicht völlig falsch. Von einer durchgehenden gesellschaftlichen Benachteiligung "der Männer", wie sie der Grundtenor des Buches unterstellt, kann aber keine Rede sein.
Der Sozialwissenschaftler Hans-Joachim Lenz warnt für sein Spezialgebiet davor, Gewalt gegen Männer "als falsches und unredliches Argument im populistisch gewendeten Ge-schlechterkampf zu missbrauchen", indem "männliche Täterschaft geleugnet und entschul-digt" oder "gar die Schließung von Frauenhäusern verlangt wird". Ein Beispiel, das sich auf andere Bereiche übertragen lässt: Nur miteinander und nicht gegeneinander lässt sich Ge-schlechterdemokratie umsetzen. Dicke Bretter seien zu bohren, schreibt Lenz am Ende seines Beitrages, "beharrlich und mit Augenmaß". Diese Mäßigung lassen zu viele Texte eines sehr heterogenen Bandes leider vermissen. THOMAS GESTERKAMP

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&dig=2009%2F06%2F11%2Fa0148&cHash=94fba3dc50

Die Herausgeber Paul Hermann Gruner und Eckhard Kuhla verstehen sich nicht nur als Publizisten, sondern auch als Aktivisten: Sie fordern "das Ende des weiblichen Geschlechtermonologs" und eine "offensive Interessenvertretung der Männer". Sie planen öffentliche Veranstaltungen, möchten eine politische Debatte über die vermeintlichen "Kulturverlierer" anregen. Ein Teil ihrer Autoren treibt dabei im Fahrwasser fragwürdiger Männerrechtler, die von der "Machtergreifung der Frau" oder einem "neuen Tugendstaat" fabulieren und im Stil der rechtslastigen Wochenzeitung Junge Freiheit gegen "politische Korrektheit" Stimmung machen.

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&dig=2009/06/11/a0148&cHash=94fba3dc50

»Der traditionelle Mann bezog seine Macht aus den Produktionsverhältnissen«, sagt Männerforscher Gesterkamp, Autor von »Die Krise der Kerle«. »Er hatte einen Pakt mit den Arbeitgebern der Industriegesellschaft geschlossen«? und der garantierte ihm Anstellung auf Lebenszeit, Sozialversicherung und eine volle Brieftasche. Doch diese Zeiten sind vorbei. Wer kann sich als Ernährer aufspielen, wenn er nicht weiß, ob er in zehn Tagen noch einen Job hat? Es wird Nachwuchsmachos enttäuschen, aber das traditionelle Männerbild aus früheren Tagen ist für die Arbeits- und Lebenswelt der Gegenwart nicht geschaffen, es würde von den Megawerten Flexibilität, Mobilität und Kommunikationstalent überfordert. Der harte Kerl ist für Soft Skills einfach nicht tough genug.
http://www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/geschlechterrollen/148540.html

"Aus teilweise richtigen Grundgedanken ziehen die Männerrechtler generalisierende Schlussfolgerungen. Selbstverständlich haben vor allem Jungen mit Zuwanderungsgeschichte massive Schwierigkeiten in der Schule. Nur Männer müssen zum Militär. Es gibt einen Gesundheitsbericht über Frauen, aber keinen über Männer, trotz geringerer Lebenserwartung. Dass Gewalt nicht nur von Männern ausgeht, sondern sich auch überwiegend gegen sie richtet, ist in der Tat ein unterbelichtetes Thema. In der jüngsten Wirtschaftskrise ist die Männerarbeitslosigkeit deutlich gestiegen, die der Frauen konstant geblieben. Trotzdem lässt sich aus all dem keine pauschale Diskriminierung qua Geschlecht ableiten."

"Ohne antifeministische Strömungen unnötig aufwerten zu wollen, lässt sich feststellen, dass sich die Forderungen nach „Männerbefreiung“ stärker als früher öffentlich artikulieren. Unbestritten ist ebenso, dass einige der in diesem Spektrum artikulierten männerpolitischen Forderungen einen wahren Kern enthalten. Themen wie Männergesundheit, Gewalt gegen Männer oder die Schwierigkeiten von Jungen im Schulsystem (auch wenn diese manchmal zu pauschal als „Bildungsverlierer“ betrachtet werden) sind lange Zeit kaum ins öffentliche Blickfeld gerückt. Verbergen sich dahinter auch Versäumnisse der Frauenbewegung und eines männerbewegten Profeminismus, die diese Probleme verharmlost oder schlicht ignoriert haben?

Quelle: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/die-maenner-rechte/

MÄNNERRECHTLER FÜRCHTEN FEMINISMUS
Rechte Männer in Angst
Von Paragrafen und bizarren Fantasien gequält, wittern konservative Männerrechtler von allen Seiten Betrug. Sie rufen zum Kampf für das benachteiligte Geschlecht aus, nämlich ihres.VON THOMAS GESTERKAMP

Das Bild in der Wochenzeitung Junge Freiheit ist drastisch: Stiletto tritt auf Krawatte. Ein Mann liegt bäuchlings am Boden, schaut flehend nach oben, wo von der Besitzerin der hochhackigen Schuhe nur Unterschenkel und Rockansatz zu sehen sind. "Modernes Ge-schlechterverhältnis" lautet die Schlagzeile zur plumpen SM-Symbolik; die Titelgeschichte im Zentralorgan rechtskonservativer Intellektueller verlangt: "Freiheit statt Feminismus!" Die Freiheitsbewahrer wollen ein neues Denkverbot der politisch Korrekten ausgemacht haben: Kritik an der Benachteiligung von Männern ist angeblich tabu. Trottel und Opfer sei der heu-tige Mann - auf dem besten Wege, zum Deppen der Nation zu werden.
Szenenwechsel: "Berlin 08", ein Jugendkongress der Bundeszentrale für Politische Bildung, diskutiert das Thema "Neue Rollenbilder". Von Alphamädchen und aktiven Vätern berichtet der Ankündigungstext, von den Lebensentwürfen der jungen Generation. Im hinteren Teil des Saales überwiegen die 17- bis 25-Jährigen, vorne sitzen und stehen auffällig viele ältere Männer, die sich immer wieder zu Wort melden. Wie sich herausstellt, gehören sie zu den Männerrechtsinitiativen "Väteraufbruch" und "MANNdat". Einer ihrer Sprecher zählt die Diskriminierungen seines Geschlechtes auf: Scheidungsgeschädigte, denen ihre Kinder entzogen werden; Jungen als Bildungsverlierer in einem von Frauen für Mädchen optimier-ten Schulbetrieb; Zwang zum Militärdienst, steigende Arbeitslosigkeit, hohe Kriminalität, vernachlässigte Gesundheitsvorsorge. Und, besonders skandalös: öffentliche Nichtbeach-tung all dieser Anliegen in den Leitmedien. Dieser Verschwörungstheorie folgt auch die Junge Freiheit: Eine "Kaste der Genderfunktionäre" habe die kulturelle Hegemonie im öf-fentlichen Diskurs erobert. Männer, die über Benachteiligung jammern, seien keineswegs "Heulsusen", sondern engagierte Antifeministen, die "uns eine gefährliche Schieflage in Staat und Gesellschaft vor Augen halten".

Gefährliche Schieflage? Selbstverständlich gehört die Wehrpflicht infrage gestellt. Die De-batte um die schlechten Leistungen männlicher Schüler ist längst in vollem Gange; und wenn es einen "Frauengesundheitsbericht" gibt, spricht nichts gegen ein Pendant, das die Gesundheitsrisiken von Männern beschreibt. So manches Einzelthema ist diskussionswürdig - daraus aber eine flächendeckende "Beschneidung von Männerrechten" zu konstruieren, das klingt wie die Aufforderung zum Geschlechterkampf von rechts. Was im Übrigen von den Medien alles andere als ignoriert wird. So profiliert sich Frank Schirrmacher, der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit Klageliedern über den Bedeu-tungsverlust des Mannes. Schon vor Jahren schrieb er Frauen die öffentliche Deutungsho-heit zu - weil sie als Moderatorinnen den politischen Männerrunden die Stichworte liefern. Später machte er Mütter für niedrige Geburtenzahlen verantwortlich - weil sie ihre natürliche Aufgabe als "Hüterinnen der Flamme" und "natürlicher Kitt" in den Familien vernachlässig-ten. Spätestens mit der Zeit-Serie über "Männer in Not" und nach diversen Spiegel-Titeln über das, "Was vom Mann noch übrig ist", kann von Medienboykott nun wirklich keine Rede sein.
Doch rechtskonservative Zirkel wittern derzeit überall Betrug: "Verrat an der Familie" titelte die Junge Freiheit kurz nach ihrem Schwerpunkt zum Geschlechterkrieg. Die Politik, so heißt es da, "entzieht der Keimzelle des Volkes schleichend die Lebensgrundlage" - ein Schuft, wer dabei gleich an Nazijargon denkt. Verfasser des Textes ist der Journalist Jürgen Liminski, zehnfacher Vater, ob seines Kinderreichtums häufig geladener Talkshowgast und Lobbyist des "Familiennetzwerkes Deutschland". Hier sammeln sich derzeit alle, die sich von CDU-Ministerin Ursula von der Leyen im Stich gelassen fühlen. Sie zeichnen ein düsteres Zukunftsbild schrumpfender Gesellschaften, wettern gegen angeblich genusssüchtige Kinderlose, machen im Stil eines Bischofs Mixa Stimmung gegen die Krippenbetreuung, fordern stattdessen Prämien für Vollzeit-Mütter - und entdecken die Identitätskrise des Mannes.
Deren regelmäßige Beschwörung verschleiert, dass Männer in den Entscheidungspositionen von Politik und Wirtschaft, von Wissenschaft und Kultur nach wie vor das Sagen haben - Ausnahmen wie Anne Will oder Angela Merkel bestätigen nur die Regel. Die Geschlech-terforschung nennt das "hegemoniale Männlichkeit": Ein bestimmter Männertypus - weiße Hautfarbe, gut gebildet, ohne Migrationshintergrund, dafür mit treusorgender Gattin, regiert weitgehend unangefochten. Weniger privilegierte Geschlechtsgenossen sehen sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert, die Frauen in vergleichbaren Situationen haben. Doch reicht das als Anlass für einen "Aufstand der Männer"? Konservative Publizisten, Familien-fundis, militante Abtreibungsgegner, Männerrechtler und rückwärts gewandte Kirchenobere haben ihr gemeinsames Feindbild ausgemacht. Die Junge Freiheit ruft zum Kampf gegen den "ausufernden Gouvernanten- und Umerziehungsstaat". Der "radikale Feminismus" als eine Art staatlich subventioniertes SM-Studio, in dem Männer von Stilettos und Paragrafen gequält werden: Eine groteske Vorstellung, die sich für die rechten Geschlechterkrieger aber nicht auf das Reich ihrer bizarren Fantasie beschränkt.

http://www.taz.de/Maennerrechtler-fuerchten-Feminismus/!23226/

Der Mann – sozial und sexuell ein Idiot?
http://www.geschlechterdialoge.de/dokumente/Vortrag%20Gesterkamp.pdf

LP 43 Robert Dunker, Redakteur bei Axel Springer(Berlin), Studium der Amerikanistik und Mittelalterlichen Geschichte an der LMU München

Von 23 deutschen Medaillen in Vancouver gewannen die Frauen 13, darunter fünf goldene. Ohne ihre Kolleginnen wären die männlichen Starter ein ziemlich trostloser Haufen. Was sind die Gründe für die Erfolgswelle der Athletinnen in Schwarz-Rot-Gold? WELT ONLINE ging auf Spurensuche.

Im Biathlon ist es wie so oft im Vergleich der Geschlechter. Die Frauen holen Medaillen, die Männer nur Blech. Die Riege der deutschen Gold-Mädels und der Schlaffi-Jungs ist bei den Olympischen Spielen in Vancouver und Whistler beliebig erweiterbar. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

http://www.welt.de/sport/article6519487/Warum-Frauen-die-besseren-Maenner-sind.html

Welt am Sonntag: Frau Kaltenborn, als Sie in der Formel 1 in die Runde der Rennsportmanager eingeführt wurden, die auf der Pressekonferenz Rede und Antwort stehen, monierte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dass es keine Blumen für Sie gebe. Haben Sie inzwischen einen Strauß bekommen?
Monisha Kaltenborn: Nein, einer der Herren hat sich später persönlich entschuldigt, dass man daran nicht gedacht hat. Zurück in Hinwil habe ich von Schweizer Journalisten einen riesigen Strauß geschickt bekom-men.
Welt am Sonntag: Hätten Sie diese Geste erwartet?
Monisha Kaltenborn: Nein. Mir war ja auch gar nicht bewusst, dass ich in 61 Jahren Formel 1 die erste Frau bei einer solchen Pressekonferenz war.
Welt am Sonntag: Der Zirkel der Formel-1-Manger gilt als verschworene Männerclique. Wie wurden Sie aufgenommen?
Monisha Kaltenborn: Ich führe seit 1998 für das Sauber-Team Verhandlungen. Anfangs gab es in den Runden erstaunte und etwas abschätzige Blicke, das hätte ich nicht erwartet. Aber ich komme von einem Schweizer Team und bin ohnehin die Exotin unter den Engländern. Interessanterweise hatte Bernie Eccles-tone (Chefvermarkter der Formel 1, d. R.) nie ein Problem mit mir, der hatte schon immer Frauen in wichtigen Positionen um sich herum. Insofern war es keine Überraschung, als ich als Geschäftsführerin auftrat. Als es darum ging, wer die Position besetzen soll, haben die Leute gesagt: Monisha, wer sonst?
Welt am Sonntag: Bernie Ecclestone ist nicht bekannt für einen modernen Führungsstil. Von Transparenz im Geschäftsleben hält er nicht viel. Wie kommen Sie als Juristin damit zurecht?
Monisha Kaltenborn: In diesem Geschäft muss man bestimmte Gesetze akzeptieren. Jeder Teamchef ist absolut egozentrisch, Bernie hat über all die Jahre ein Gleichgewicht geschaffen und die Formel 1 zu einem hoch profitablen und weltweit beachteten Profisport ausgebaut. Da braucht es jemanden, der eine eiserne Hand hat.
Welt am Sonntag: Besiegelt er Verträge wirklich per Handschlag?
Monisha Kaltenborn: Auf sein Wort ist Verlass. Als Verhandlungspartner ist er sehr angenehm. Er hört einem zu. Und man selber kann, wenn man ihm zuhört, eine Menge lernen. Er meint übrigens, dass Frauen in diesem Geschäft etwas zupackender sind als Männer und dass sie schneller zum Ergebnis kommen.
Welt am Sonntag: In Deutschland wird heftig über eine Frauenquote in Unternehmen diskutiert. Wäre das auch für die Formel 1 wünschenswert?
Monisha Kaltenborn: Quoten sind etwas Künstliches, aber ich frage mich schon, warum es so wenige Frauen in Führungspositionen im Motorsport gibt. An der Ausbildung kann es ja nicht liegen.
Welt am Sonntag: Sie haben einen anderen Werdegang hinter sich als Ihre männlichen Kollegen. Die haben meist Raumfahrttechnik studiert, waren Mechaniker oder sind Rennen gefahren.
Monisha Kaltenborn: Die Zeiten haben sich gravierend geändert. Früher wurden die Rennställe von einer Person, einem Mann, geprägt. Der Wettkampfgedanke war ein anderer, es gab eher ein Miteinander denn ein Gegeneinander, der finanzielle Aufwand war nicht so groß. Mittlerweile ist die Formel 1 zu einem Business geworden, sehr emotional und medienwirksam. Wir müssen alle zwei Wochen, bei Rennen, unsere Zwischenbilanz abgeben. Wir sind sehr vielen Zuschauern verpflichtet, die uns beurteilen, da hilft es, mit einem juristischen Ansatz, Probleme zu lösen.
Welt am Sonntag: Zurück zur Quote. Warum sind Frauen im Motorsport noch Exotinnen?
Monisha Kaltenborn: Vermutlich liegt das daran, dass man ihnen nicht dieselben Chancen eröffnet wie den Männern. Um das zu erreichen, wäre eine Quote der richtige Schritt, damit würde ein Umdenken erreicht werden. Aber schon jetzt tut sich etwas. Jean Todt (Präsident des Automobilweltverbandes Fia, d. R. ) hat eine Kommission ins Leben gerufen mit dem Ziel, Frauen den Karriereweg im Motorsport zu eröffnen, auch was das Rennfahren betrifft. Wir beobachten, dass viele junge Mädchen im Kartsport gemeinsam mit den Jungen zusammenfahren und auch sehr erfolgreich sind. Dann gibt es einen Bruch. Kaum eine 18-Jährige entscheidet sich, das professionell zu machen. Es gibt bei vielen Teams offenbar immer noch Akzeptanz-probleme und Vorurteile. Und zu Hause heißt es von den Eltern: Was willst du in dieser Männerwelt?
Welt am Sonntag: Ein Grund für die schwache Frauenquote in der Formel 1 ist auch die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie machen Sie das?
Monisha Kaltenborn: Da muss der Partner mithelfen. Ich habe zwei Kinder, die ich dieses Jahr zum ersten Mal mit an die Strecke nehmen werde. In unserem Metier ist es extrem schwierig, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Man kann ja keinen Formel-1-Kindergarten aufmachen.
Welt am Sonntag: Wieso nicht?
Monisha Kaltenborn: Wir befinden uns in einem Technologieumfeld, und Familie und Kinder, glaube ich, sind nicht die Themen, die wir rüberbringen sollten.
Welt am Sonntag: Und das Macho-Image? Ist das noch zeitgemäß?
Monisha Kaltenborn: Ich empfinde es nicht als störend. Es wird bei uns doch keine Frau beleidigt. Es ist die Show, die wir verkaufen. Dazu gehören schöne Frauen, die Gridgirls, dazu. Es bereitet doch mehr Freu-de, wenn da eine rassige Frau in der Startaufstellung steht als ein Mann.
Welt am Sonntag: Die Rennfahrerin Ellen Lohr brachte mal einen Gridboy mit.
Monisha Kaltenborn: Auch als Frau finde ich es ästhetischer, eine schöne Frau anzuschauen.
Welt am Sonntag: Ist die Formel 1 für weibliche Zuschauer anziehend genug?
Monisha Kaltenborn: Auf jeden Fall. Ich weiß, dass der Anteil weiblicher Fans in den letzten Jahren konstant gestiegen ist.

http://www.welt.de/print/wams/sport/article13359173/Allein-unter-Maennern.html

LP 44 Rainer Grünberg, Jahrgang 1955, Redakteur bei Axel Springer (Welt online, Hamburger Abendblatt), ehemal. Schachspieler - http://www.chessbase.de/2007/hamburgsoiree/Img_4778.jpg

Von 23 deutschen Medaillen in Vancouver gewannen die Frauen 13, darunter fünf goldene. Ohne ihre Kolleginnen wären die männlichen Starter ein ziemlich trostloser Haufen. Was sind die Gründe für die Erfolgswelle der Athletinnen in Schwarz-Rot-Gold? WELT ONLINE ging auf Spurensuche.

Im Biathlon ist es wie so oft im Vergleich der Geschlechter. Die Frauen holen Medaillen, die Männer nur Blech. Die Riege der deutschen Gold-Mädels und der Schlaffi-Jungs ist bei den Olympischen Spielen in Vancouver und Whistler beliebig erweiterbar. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

http://www.welt.de/sport/article6519487/Warum-Frauen-die-besseren-Maenner-sind.html

LP 45 Christoph Böhr, CDU, geboren 1954 in Mayen, Rheinland-Pfalz, studierte Philosophie, Germanistik, neuere Geschichte und Politikwissenschaft, Herausgeber der Buchreiche „das Bild vom Menschen und die Ordnung der Gesellschaft“

Der stellvertretende CDU- Vorsitzende Christoph Böhr begrüßte die Diskussion um ein verpflichtendes soziales Jahr als Ersatz für den Wehr- und Zivildienst. Frauen dürften aber dazu nicht herangezogen werden, da sie mit Geburten- und Erziehungszeiten bereits einen Dienst an der Gesellschaft leisteten

http://www.welt.de/politik/article287468/Ministerium-Soziales-Pflichtjahr-politisch-nicht-machbar.html
http://www.volksfreund.de/944823

LP 46 Dr. Horst Köhler, CDU, geboren 1943 in Heidenstein (heute Polen), ehem. Präsident Bundesrepublik Deutschland und ehem. Direktor Internationaler Währungsfond IWF

Er werde nur noch die Zehner-Vorschlagslisten der Ministerpräsidenten akzeptieren, wenn sie mindestens drei Auszeichnungsvorschläge für Frauen enthielten, ließ er die Staatskanzleien der Länder wissen, wie FOCUS berichtet.

Die nordrhein-westfälische Regierung empfahl daraufhin den Ministerien, bei Männern einen „restriktiven Maßstab anzulegen“. Anregungen, Frauen mit dem Bundesverdienstorden auszuzeichnen, seien dagegen „großzügig zu befürworten“.

http://www.focus.de/politik/deutschland/bundesverdienstorden_aid_117847.html

Ein Tag hat 24 Stunden - das gilt für jeden Menschen, ob er ein hohes Amt bekleidet oder nicht, ob er alt ist oder jung, ob er ein Mann ist oder eine Frau. Wie der oder die Einzelne diese Stunden nutzt, ist allerdings sehr unterschiedlich - so unterschiedlich wie die gesellschaftliche Anerkennung, die man für dieses Tun erhält. "Arbeit" - das wurde und wird zumeist mit "Erwerbsarbeit" gleichge-setzt. Es hat lange gedauert, bis man erkannte, dass auch die vielen Stunden, in denen wir ohne Be-zahlung füreinander sorgen und uns um die Belange anderer kümmern, eine enorme Bedeutung haben - für die Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft, vor allem aber für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und das soziale Klima in unserem Land.
Und damit sind wir hier, bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Sie, verehrte Damen.
Sie alle verbindet, dass Sie sich in den 24 Stunden, die Ihnen täglich zur Verfügung stehen, für mehr einsetzen als für Ihren Beruf, für Ihr eigenes Wohl oder das Ihrer Familie und Freunde. So verschieden Ihre Lebenswege und Lebenssituationen auch sind: Sie alle eint das entscheidende Mehr an Zeit und Engagement, das Sie auf den unterschiedlichsten Feldern erbringen: für das Wohl Ihrer Mitmenschen oder das Zusammenleben in unserem Land und in unserer Einen Welt.
Viele von Ihnen engagieren sich sogar mehrfach, an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Funktionen. Wenn ich Ihre Lebensläufe betrachte, dann frage ich mich: Wie schaffen Sie das bloß, so viel zu bewegen und zu bewältigen? Und manchmal beschleicht mich auch der Verdacht: Ihr Tag muss mehr als 24 Stunden haben!
Gewünscht hat sich das die eine oder andere von Ihnen bestimmt schon mal. Es braucht viel Energie und Organisationstalent, um - neben der alltäglichen Arbeit in Haushalt und Beruf - in weiteren Lebensbereichen aktiv zu sein. Vor allem Frauen mit kleinen Kindern müssen - weit mehr als Män-ner - zwischen Berufs- und Familienarbeit balancieren, oftmals auf Kosten der Zeit für gesellschaft-liches Engagement.
Aber auch ganz allgemein unterscheiden sich die Tagesabläufe von Frauen noch immer sehr deutlich von denen der Männer: Bei Frauen liegt das Schwergewicht ganz eindeutig auf der (unbezahlten) Hausarbeit, bei Männern auf der Erwerbsarbeit. Und auch bei der freiwilligen Arbeit gibt es große Unterschiede: Das Engagement der Frauen ist tendenziell eher familienbezogen und sozial bestimmt, während sich Männer stärker in berufsnahen Bereichen engagieren und in solchen, die traditionell mit mehr Prestige verbunden sind.
Ich weiß, verehrte Damen, Ihre Verdienste für unser Gemeinwesen sind sehr unterschiedlich und mit Sicherheit nicht darauf zu reduzieren, dass Sie sie als Frauen oder in einem typisch weiblichen Bereich erworben haben. Mir liegt sehr viel daran, auf Maßstäbe in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen, die vielleicht erklären können, warum noch immer weit weniger Frauen als Männer für eine Auszeichnung mit dem Verdienstorden vorgeschlagen werden. Zwar ist der Anteil der Or-densträgerinnen seit 1990 von 16 auf 25 Prozent angestiegen. Doch gemessen am Anteil der Frauen an unserer Bevölkerung und an ihrem vielfältigen Engagement ist das immer noch viel zu wenig! Deswegen nehme ich seit Oktober letzten Jahres Vorschlagslisten nur noch an, wenn von zehn Kandidaten mindestens drei Frauen sind.
Dass bei uns so wenige Frauen mit dem Verdienstorden ausgezeichnet werden, liegt zum einen da-ran, dass die Verdienste von Frauen noch lange nicht so selbstverständlich anerkannt werden wie die von Männern - und zwar genau deshalb, weil sie oft als selbstverständlich gelten und von vielen Frauen auch selbst so gesehen werden: Dass eine Frau nicht nur ihre Eltern und Schwiegereltern pflegt, sondern auch die allein stehende Nachbarin, oder dass eine Mutter sich im Förderverein der Schule ihrer Kinder engagiert. Das Gelingen unseres Zusammenlebens hängt aber gerade von der Qualität solcher scheinbar selbstverständlichen Arbeit ab.
Ein zweiter Grund: Frauen engagieren sich zwar zeitlich gesehen in ähnlichem Maße wie die Männer - sie stehen aber seltener an herausgehobener Stelle; sind selten Vorsitzende, Leiterin oder Ge-schäftsführerin. Sie kennen ja vielleicht die volkstümliche Deutung des Wortes "Ehrenamt": "Den Männern die Ehre; den Frauen das Amt - will sagen: die Arbeit." Wenn wir die Leistungen von Frauen besser würdigen wollen, dann müssen wir darauf achten, dass wir herausragende Leistung nicht mit herausragenden Ämtern verwechseln, denn das versperrt den Blick auf das, was unterhalb von Führungs- und Funktionärsebenen gerade auch von Frauen geleistet wird.
Wir sollten aber zugleich auch mehr als bisher dafür tun, dass Frauen die Positionen einnehmen können, die ihren Leistungen angemessen sind. Eine moderne, zukunftsfähige und zugleich solida-rische Gesellschaft braucht die Kreativität, die Phantasie und die Kompetenz der Frauen an verant-wortlicher Stelle - in Wirtschaft und Politik genauso wie im Bereich der freiwilligen und gemein-nützigen Arbeit. Dazu braucht es auch Männer, die Haus- und Familienarbeit nicht scheuen und dafür gegebenenfalls auch im Beruf zurückstecken. Es braucht gesellschaftliche Rahmenbedingun-gen, die es Frauen wie Männern möglich machen, berufliches, privates und öffentliches Engagement zu verbinden. Und schließlich braucht es Vorbilder.
Sie, meine verehrten Damen, sind solche Vorbilder. Sie zeigen, wie viel Sie als Frauen mit Ihrer Stimme, Ihrer Zeit und Ihrem Herzblut bewegen können - ob als Wissenschaftlerin oder Künstlerin, als Unternehmerin oder Begleiterin von Bedürftigen, ob in Vereinen, Bürgerinitiativen oder in der Politik. Früher hat man solches Engagement oft "selbstlos" genannt. Aber das trifft es nicht. Denn wer sich engagiert, handelt im Gegenteil sehr selbstbewusst: um Ziele zu erreichen und etwas zu bewegen; aber auch, weil es erfüllend ist und - jedenfalls überwiegend - Freude bringt.
Ich freue mich sehr darüber, Sie heute mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszuzeichnen. Bitte tragen Sie den Orden ebenso selbstverständlich wie selbstbewusst! Schlagen Sie andere verdiente Frauen zur Auszeichnung vor! Und machen Sie anderen Frauen Mut, ähnliche Wege zu gehen - und Männern auch!
Nun will ich aber lieber schließen, sonst kommt mir nachher noch eine von Ihnen mit dem Satz: "Gute Taten werden hauptsächlich von Männern gepredigt und von Frauen getan."

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Horst-Koehler/Reden/2007/06/20070621_Rede.html

LP 47 Michail Gorbatschov (RUS), geboren 1931 in Priwolnoje, ehem. Präsident Sowjetunion, Friedensnobelpreisträger, ehem. Generalsektretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion

"Es ist längst an der Zeit für einen eigenen Welt-Frauenpreis. Frauen haben sich mehr um unsere Welt verdient gemacht als Männer. Wir wollen von nun an jährlich auch Frauen ehren, die unsere Welt zum Besseren verändert haben."

http://www.news.at/articles/0416/610/79369/world-awards-frauen-gorbatschow-preise

Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow hat auf einem Frauenkongresses in Hamburg darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen nach wie vor benachteiligt werden....
"Die Last an Problemen, die Frauen auf ihren Schultern tragen müssen, ist wesentlich größer als die der Männer", sagte der frühere sowjetische Präsident am Dienstag zu Beginn des "Women's World Congress". Höhepunkt der Veranstaltung wird am Mittwochabend die Verleihung der World A-wards an zwölf Frauen sein, die mit verschiedenen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Die Preisträgerinnen der ersten Verleihung dieser Art sind unter anderen die Sängerinnen Whitney Houston und Dionne Warwick, aber auch Bianca Jagger, Vivienne Westwood und Nadja Auer-mann. Die Preise werden in einer großen Gala verliehen. Organisator ist der Wiener Georg Kindel. Er hat zusammen mit Gorbatschow die World Awards erfunden, die bisher nur an Männer verliehen wurden und zu deren Preisträgern Schauspieler Michael Douglas, Regisseur Steven Spielberg, Me-diengröße Ted Turner und Paul McCartney zählen.

(apa/red)
http://www.news.at/articles/0424/610/83818/michail-gorbatschow-frauen

LP 48 Roger Köppel, geboren 1965 in Zürich (CH), Chefredakteur der Schweizer Weltwoche, war zuvor Chefredakteur der deutschen Tageszeitung DIE WELT

Hamburg (dpa) - Glanzlichter bei der «Goldenen Feder»: Die Verleihung des Medienpreises aus dem Hamburger Bauer-Verlag hat auch in diesem Jahr mit sprachlichen und musikalischen Höhepunkten aufgewartet.
Der seit 40 Jahren für die Emanzipation der Frau streitenden Alice Schwarzer gab der designierte Chefredakteur der Berliner Tageszeitung «Die Welt», Roger Köppel, in seiner Laudatio einen wertvollen Tipp: Er habe in einem Münchner Flughafenkiosk nach der «Emma» gesucht und sie erst nach sieben Minuten im Regal Mode/Accessoires/Frisuren, über einem Hardcore-Schwulenmagazin, entdeckt. «Jetzt müssen Sie nur noch für eine bessere Kioskplatzierung kämpfen», empfahl Köppel der 61- Jährigen. Er gestand ein, ein «stiller Bewunderer, heimlicher Fan» von Schwarzer zu sein: «Sie haben einen Urinstinkt für die Aufdeckung der Schwachstellen des Gegners.» Mit seiner Rede habe er die These bestätigt, dass Männer auch nur Menschen sind, konterte die Frauenrechtlerin.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,300031,00.html

„Das wird in der Regel die Frau sein, was auch vernünftig ist, weil Mütter vor allem am Anfang für die Kinder die wichtigere Bezugsperson sind. Väter haben, wie vor der Trennung, für die Existenz der Familie zu sorgen. Sie nehmen ihre Verantwortung wahr, indem sie pünktlich zahlen, ohne zu klagen.
Mag ja sein, dass es ungerecht ist, wenn man zahlen muss, ohne etwas zu sagen zu haben. Und sicher stimmt es auch, dass manche Frauen, weil sie Trennungen extrem persönlich nehmen, ihren Ex-Männern aus Rachsucht die Kinder vorenthalten. Das ist schlimm und verwerflich, aber so ist das Leben. Wenn man es zulässt oder verursacht, dass eine Familie auseinanderbricht, hat man die Konsequenzen zu tragen.“

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2011-08/editorial-vaeter-muetter-die-weltwoche-ausgabe-082011.htm

LP 49 Klaus Tschütscher (LI), geboren 1967, seit 2009 Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein, verantwortet die Ressorts Präsidium, Finanzen, Familie und Chancengleichheit, wohnhaft in Ruggell (LI), http://www.regierung.li/typo3temp/pics/210ec29a2b.jpg

Auch wenn sich in der rechtlichen
und politischen Gleichstellung von
Frau und Mann in Liechtenstein viel
getan hat, sind wir noch lange nicht
am Ziel. Der erreichte Grad an Chancengleichheit
hängt nämlich nicht nur
vom politischen Willen ab, sondern
von Realitäten wie den teilweise immer
noch vorhandenen Rollenzwängen,
wenn es um dieVereinbarkeit von
Familie und Beruf oder von Familie
und Politik geht. Mit unserer Familienpolitik
wollen wir bessere Voraussetzungen
schaffen, damit Frauen ein
selbstbestimmtes Leben führen und
noch stärker in politischen Gremien
vertreten sein können. Ein weiteres
Handlungsfeld sehe ich im gemeinsamen
Bemühen mit der Wirtschaft,
Lohngleichheit und eine stärkereVertretung
von Frauen in Führungspositionen zu erreichen.

http://www.maennerfragen.li/fileadmin/user_upload/pdf/Vaterland_20110308__Die_Zukunft_ist_weiblich_.pd

http://www.justiz.gv.at/internet/html/default/2c94848535a081cf0135af63ba2700d2.de.html;jsessionid=4288F9367BCAE78737092254AC9D249F.

Zu den Aufgabenschwerpunkten der Kommission gehört unter anderem die aktive Beobachtung der Entwicklung bei der Gleichstellung von Frau und Mann und der getroffenen Gleichstellungsmassnahmen. Auch die Ausarbeitung eigener Empfehlungen oder Anträge zuhanden der Regierung für Massnahmen im Hinblick auf die Gleichstellung von Frau und Mann zählen zu den Arbeitsbereichen der Kommission. Bereits seit 1986 ist die Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann als ständiges Beratungsorgan für die Regierung tätig. "Soziale Gerechtigkeit bedeutet auch Geschlechtergerechtigkeit. Ich wünsche mir, dass die Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann auch in den kommenden vier Jahren weiterhin erfolgreich für die Anliegen von Frauen und damit für eine gerechte Gesellschaft eintreten wird", so Regierungschef Klaus Tschütscher.
http://www.regierung.li/index.php?id=158&uid=72

LP 50 Gregor Gysi Jurist, Politiker, geboren 1948 in Berlin, seit 1967 Mitglied der SED, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion DIE LINKE

Gregor Gysi (PDS) ist nicht nur Wirtschaftssenator von Berlin, sondern auch für Frauenfragen zuständig. Das könne er als Mann besonders gut, findet Gysi. Das Interview zum morgigen Internationalen Frauentag führten Constanze von Bullion und
Sina Löschke.

SZ: Herr Gysi, wie fühlt man sich so als Frau?

Gysi: Ich befürchte, da ist meine Fantasie überfordert.

SZ: Sie haben mal geschrieben: "Mein Traum ist es, die Welt mit den Augen einer Frau sehen zu können, mir die Welt von der anderen Seite zu erklären, das Weibliche zu verstehen."

Gysi: Es gibt immer Dinge, die man nie begreifen wird, weil man sie nicht selbst erleben kann. Wenn ich als Anwalt jemanden verteidige, der eine ganz schlimme Tat begangen hat, geht es nicht darum, die Tat zu akzeptieren, sondern sein Denken zu verstehen. Auch bei meiner Frau gibt es Reaktionen, die ich nicht begreife, weil ich das nicht mit ihren Augen sehen kann. Da muss ich mich wohl mit meiner Begrenztheit abfinden.

Gysi: Ich habe akzeptiert, dass Gleichstellungspolitik für Frauen auch von Männern gemacht werden kann, ja sogar muss. Frauen kämpfen hier in eigener Sache. Bei mir wird überlegt, vielleicht hat er ja im einen oder anderen Punkt recht.

SZ: Klar, Männer sind die besseren Feministinnen.

Gysi: Nein, aber die Wahrnehmung ist ungerecht. Wenn Männer etwas nicht wollen, gelten sie als streitbar. Bei Frauen wird sofort zur Vokabel zickig gegriffen. Männern nimmt man nicht übel, wenn sie Karriere machen. Bei Frauen redet man von Karrierismus. Auch die Prostitution gäbe es nicht ohne die Männer, die sie in Anspruch nehmen und gleichzeitig moralisch diskreditieren.

SZ: Sie haben Ihren Sohn allein erzogen. Hat Ihre Frau Alimente bezahlt?

Gysi: Wir haben das anders geregelt. Aber mir ist aufgefallen, wie grob ungerecht das alles ist. In dem Haus, in dem wir wohnten, gab es ungeheuer viel Mitgefühl. Eine hat sogar Kuchen gebacken, um es mir zu erleichtern. Im selben Haus wohnte eine allein erziehende Mutter, um die hat sich keiner gekümmert.

Muss der Mann geschwitzt haben bei diesem Gespräch!

SZ: Welche Frauen bewundern Sie?

Gysi: Jeanne d'Arc, Marie Curie oder Indira Gandhi.

SZ: Die war aber ziemlich autoritär.

Gysi: Ja, aber das spiegelt genau das wider, was eine Frau braucht, um sich in der Männerwelt durchzusetzen. Auch in der Politik muss die Frau ein besserer Mann sein, um anerkannt zu werden.

SZ: Worum beneiden Sie Frauen?

Gysi: Ums Kinderkriegen. Ich meine nicht den Vorgang selbst, der ist ja furchtbar. Was ist das für ein ungeheurer Vorgang, wenn aus dem eigenen Körper neues Leben entsteht. Der Anteil des Mannes ist ja sehr weit hergeholt.

Dazu muss ich nichts sagen, oder? Es könnten nur wieder sprachliche Entgleisungen werden, und das habe ich ja gelobt zu vermeiden.

SZ: Vor welchen Frauen fürchten Sie sich?

Gysi: Vor solchen wie Ihnen. Frauen erkennen doch unsere Schwächen sehr viel genauer. Und wenn sie diese Punkte entdeckt haben, können sie mit einer Konsequenz und Offenheit damit umgehen, dass dem Mann außer Verlegenheit kaum noch eine Reaktion bleibt.

http://www.gruene-partei.de/cms/default/dokbin/249/249044.und_was_sagen_die_gruenen_maenner_dazu.pdf

"Unser Frauensenator Gysi sagte, er beneide Frauen um ihre Gebärfähigkeit. Besser er würde erklären, er verabscheue Männer wegen ihrer Gewalttätigkeit."
Regina Michalik, Sprecherin des Landesvorstandes Bündnis 90/Die Grünen Berlin auf der Pressekonferenz zur Präsentation der Grünen Karte Nr. 3 am 22.4.02

Veröffentlicht in "Stachlige Argumente", 4/2002, Zeitschrift von B90/Grüne, Landesverband Berlin
Der staatssozialistische Versuch, der Spontaneität und Unsicherheit des Kapitalismus mittels einer Ersetzung von Wettbewerb und Evolution durch planmäßige Steuerung und zentrale Verwaltung der Ressourcen zu entgehen, ist gescheitert. Auch wenn historisch seiner steten Bekämpfung und den damit verbundenen Bedingungen Rechnung getragen werden muß, gilt: Die allgemeinen Voraussetzungen von Innovation und Fortschritt wurden zerstört oder konnten nicht entstehen. Die soziale Sicherheit hatte somit keine dauerhafte ökonomische Grundlage gefunden. Freiheit und individuelle Initiative wurden eingeschränkt und grundlegende demokratische Rechte waren nicht gewährleistet. Der Staatssozialismus wurde zu einer stagnierenden Gesellschaft, die zunehmend zerfiel und schließlich zusammenbrach. Er hat der Menschheit dennoch wichtige Erfahrungen vermittelt, die es kritisch zu analysieren, nicht zu denunzieren gilt. Sozialistische Politik nach dem Untergang des Staatssozialismus bedeutet, die Entwicklungspotentiale des Wettbewerbs in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Bildung, Medien und Kultur von der Dominanz der Kapitalverwertung zu befreien bzw. sie davor zu bewahren und ihre patriarchale Verfaßtheit zu überwinden. Erst dadurch wird es möglich, sie als Ressourcen für die Emanzipation und Entwicklung aller Individuen zu gestalten und die mit ihr verbundenen Risiken, Spontaneitäten und Unsicherheiten gemeinschaftlich zu kontrollieren und solidarisch auszugleichen. Die Gleichstellung der Geschlechter ist Konsequenz einer solchen Veränderung und zugleich Bedingung ihres Eintritts. Der Aufbruch in eine sozialistische Moderne zielt darauf ab, an die Stelle der Dominanz der Kapitalverwertung über Richtung, Gestalt und Tempo des Wandels der menschlichen Zivilisation die Dominanz sozialer, kultureller und ökologischer Zielstellungen zu setzen. Dazu bedarf es der politischen Steuerung, bewußter Gesellschaftsgestaltung und der Entwicklung von Gegenmächten, die dies durchsetzen können.
http://www.glasnost.de/pol/gysiblair.html.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13910319/Gregor-Gysi-macht-ein-Praktikum-im-Kindergarten.html

http://www.berlin-stadtderfrauen.de/de/gysi.html#mainstreaming

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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