Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 91-100 (Projekte)

verfasst von Oberkellner(R), 24.06.2012, 20:10

LP 91 Matthew Arnold, GB geboren 1822 in Laleham, gestorben 1888 in Liverpool, (ältester lila Pudel dieser ehrenwerten Liste), englischer Dichter und Kulturkritiker

Sollte jemals eine Zeit anbrechen, in der sich Frauen ausschliesslich zum Wohl der Menschheit vereinen, wird daraus eine Macht entstehen, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat.
Das steht als erstes in dem Buch "Das starke Geschlecht" zu lesen.

http://www.schweisfurth.de/veranstaltungen.html?&no_cach...&tx_attacalendar_pi1_old_pid=219&cHash=64c857de60

http://de.wikipedia.org/wiki/Matthew_Arnold

LP 92 Josep Borrell, Spanien, geboren 1947 in Spanien, Politiker der sozialistischen Partei PSC, ehemaliger Präsident Europäisches Parlament, Präsident des Europäischen Hochschulinstituts

Strassburg (AP) Zum Weltfrauentag hat der Präsident des Europäischen Parlaments, Josep Borrell, alle Männer zu einer Änderung ihrer Einstellung aufgerufen. Nur so könne eine Gleichstellung der Geschlechter erreicht werden, sagte Borrell am Dienstag vor dem EU-Parlament in Strassburg. Insbesondere rief er die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dazu auf, Frauen in ihren jeweiligen Ländern dasselbe Einkommen wie Männern zu garantieren und sich auch sonst darum zu bemühen, ihnen das Leben zu erleichtern.
Einer EU-Studie zufolge haben Frauen zwar in puncto Bildungs- und Beschäftigungschancen aufgeholt, doch verdienen Männer in den 25 EU-Staaten im Durchschnitt immer noch 15 Prozent mehr als Frauen. Auch der für Arbeit und Soziales zuständige EU-Kommissar Vladimir Spidla betonte, dass diese Lücke unbedingt geschlossen werden müsse. Borrell sprach sich dafür aus, ein europaweites Institut für Frauenfragen zu gründen. Ferner müssten die Mitgliedstaaten härtere Strafen für Gewalttaten gegen Frauen verhängen.

http://de.news.yahoo.com/050308/281/4g4sy.html

„Es ist kein Problem der Frauen, sondern ein Problem von allen", sagte Josep Borrell, Präsident des Europäischen Parlaments, vor kurzem zum Internationalen Frauentag. Die EU will 2006 zum "Jahr der Gewalt gegen Frauen machen". Sie will auf die lokalen Ebenen einwirken. Von ganz oben. Mit Daphne II, einem EU-Programm gegen Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Frauen, das vergangenes Jahr beschlossen wurde und bis 2008 läuft. 50 Millionen Euro hat der EU-Haushalt dafür vorgesehen. "Es ist ein gutes Programm, das viele Initiativen unterstützt hat und vor allem Erfahrungsaustausch bis auf die lokale Ebene ermöglicht", meint Lissy Gröner, SPE-Koordinatorin im Frauenausschuss des Europäischen Parlaments. "Aber wir brauchen einen anderen Finanzrahmen. 50 Millionen Euro für fünf Jahre, das sind 10 Millionen pro Jahr, für 30 Länder."

www.taz.de/dx/2005/04/12/a0137.1/text

LP 93 Dietmar Muscheid, geboren 1957 in Neuwied (RP), DGB-Vorsitzender Rheinland-Pfalz und seit 1974 Mitglied der SPD – dietmar.muscheid@dgb.de - http://www.trading-house.net/bilder/dgb-fordert-gleichstellungsgesetz-fuer-wirtschaft-402739_400_0.jpg

"...bezeichnete die "Hartz IV"- Reformen als Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung. Jede Ehefrau eines Arbeitslosen könne künftig zur Arbeit gezwungen werden. Muscheid ist der Ansicht, dass Frauen damit unverschuldet für die Arbeitslosigkeit ihrer Männer büßen." (veröffentlicht am 08.03.2005)
Entgeltlücke muss überwunden werden, so DGB-Landesvorsitzender Dietmar Muscheid anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2012
Obwohl Frauen in der heutigen Zeit gut ausgebildet und immer häufiger berufstätig sind, zeigt sich am Arbeitsmarkt keine echte Gleichstellung von Frauen und Männern. Nach wie vor verdienen die Männer im Schnitt rund 23 Prozent mehr als ihre weiblichen Kolleginnen.

„Die Entgeltlücke muss überwunden werden, indem der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ konsequent umgesetzt wird“, stellt DGB-Landesvorsitzender Dietmar Muscheid anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2012 fest.

Erneut fordert Muscheid die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro. „Gerade Frauen sind häufig von Dumpinglöhnen betroffen und arbeiten oft in Bereichen ohne Tarifvertrag. Branchen-Mindestlöhne helfen dabei nicht, ein gesetzlicher Mindestlohn muss zur Pflicht für alle werden.“

„Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, die Unternehmen verpflichtet, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen und geschlechtergerecht zu gestalten“, so Muscheid. Außerdem müssten so genannte „typische Frauenberufe“ eine größere gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung erfahren.

Dies alles zeige, dass man sich noch lange nicht auf dem Erreichten ausruhen dürfe. „Es gibt noch viel zu tun zur Umsetzung der Gleichberechtigung“ so Muscheid abschließend.

Rund um den Internationalen Frauentag finden in Rheinland-Pfalz und Saarland zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt. Eine Übersicht hierzu findet sich hier: www.west.dgb.de

Pressekontakt: DGB Rheinland-Pfalz (Heike.Ruhrmann[at]dgb.de)
www.dgb-rlp.de
http://www.prport.net/frauen-verdienen-immer--prozent-weniger--muscheid-gesetzlicher-mindestlohn-traegt--geschlechtergerechtigkeit-bei-pr39251.html

Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid hat für die Wirtschaft gesetzliche Gleichstel-lungsregelungen für Frauen gefordert. «Wir brauchen gerade für die Privatwirtschaft ein Gesetz, das die Gleichstellung verbindlich regelt und ihre Umsetzung überprüfbar macht», sagte Muscheid anlässlich des Internationalen Frauentages am Montag in Mainz.

DGB-Landesvorsitzende - DGB fordert Gleichstellungsgesetz für Wirtschaft: Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid hat für die Wirtschaft gesetzliche Gleichstellungsregelungen für Frauen gefordert. «Wir brauchen gerade für die Privatwirtschaft ein Gesetz, das die Gleichstellung verbindlich regelt und ihre Umsetzung überprüfbar macht», sagte Muscheid anlässlich des Internationalen Frauentages am Montag in Mainz.
Die bisherigen Vereinbarungen zwischen Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden seien unzu-reichend.
So verdienten vollzeitbeschäftigte Frauen in der rheinland-pfälzischen Industrie noch immer rund 20 Prozent weniger, im Dienstleistungsbereich sogar knapp ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Im europaweiten Vergleich nehme Deutschland beim Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen einen Spitzenplatz ein. Rheinland-Pfalz bilde dabei mit durchschnittlich 22 Prozent keine Ausnahme.
Aber auch im öffentlichen Dienst, wo es seit 1995 mit dem Landesgleichstellungsgesetz bereits gesetzliche Regelungen gibt, sah der DGB-Landesvorsitzende Nachhofbedarf. So seien auch hier Frauen kaum in Führungspositionen vertreten und würden seltener befördert. Zudem müssten sich laut Muscheid auch die Maßstäbe ändern, nach denen verschiedene Tätigkeiten bewertet würden. Die Verantwortung für Maschinen und Finanzen dürfe nicht höher entlohnt werden als Verantwor-tung für Menschen oder das Gelingen sozialer Prozesse.
http://www.trading-house.net/news/dgb-landesvorsitzende-dgb-fordert-gleichstellungsgesetz-fuer-wirtschaft-21111264.html
"Gleichstellung heißt auch
- gegen Gewalt an Frauen!"
Dietmar Muscheid,
Vorsitzender DGB-Landesbezirk
http://213.139.155.226/maenneraktion/maenneraktion_bilder.htm

LP 94 Helmut Höge, Journalist und Schriftsteller, geboren 1947 in Bremen, Engagement in Autonomen- und Beatnikblättern, Redakteur der Tageszeitung (taz) und freitag

HELMUT HÖGE über die Väter-Fantasien
Ein Haufen Arschlöcher!
Vor dem Steglitzer Familiengericht ging es neulich um Sorgerecht und Lebensschwerpunkt. Die Mutter führte aus: Der Mann sei in leitender Stellung, ihre Beschäftigung eher prekär; er sei hyper-aktiver und - verantwortlicher - Protestant, sie liebe es dagegen, auszuschlafen; er habe einen stabi-len Charakter, während ihr leicht alles zu viel werde, usw. Ihre gemeinsame Tochter sei also besser bei ihm in Köln aufgehoben. Der Vater erklärte der Richterin: Seine Frau sei sehr liebevoll mit dem Kind und beschäftige sich stundenlang mit ihm, während er sich höchstens leistungsgerechte Lern-programme ausdenken könne; seine verantwortungsvolle Tätigkeit lasse ihm weniger Zeit für das Kind als die freiberufliche Schreibtischarbeit seiner Frau zu Hause; zudem gebe er eher gern mit dem klugen Kind bei Freunden an, als sich wirklich mit ihm zu beschäftigen - kurzum: Die Tochter sei besser bei der Mutter in Berlin untergebracht.
Wie in vielen anderen Scheidungsprozessen ist es aber auch in diesem so nicht gelaufen. Zudem ging es erst einmal nur um eine einstweilige Verfügung, mit der der Kindsvater seine Verschleppung der Tochter nach Köln gerechtfertigt hatte. Vor allem war darin von kariösen Milchzähnen die Rede, worum die Mutter sich nicht gekümmert habe, weswegen er dies jetzt schnell in Köln machen lasse - und zwar unter Totalnarkose, woran man die Kompliziertheit des Zahnproblems und damit den Grad der Vernachlässigung des Kindes durch die Mutter erkennen könne. Dazu erklärte der Ehemann der Vorsitzenden Richterin, die Kindsmutter sei leicht depressiv und nicht zu einer ver-antwortungsbewussten Erziehung in der Lage. So würden sich selbst die Kaninchen auf dem Balkon bei ihr "unkontrolliert vermehren".
Die Ehefrau brachte dagegen mehrere ärztliche Gutachten bei sowie auch Beurteilungen ihrer Le-bensumstände durch eine Sozialarbeiterin und der Leiterin der Kita ihrer Tochter. Was eine Pro-zessbeobachterin zu der Äußerung verleitete: "Typisch, der Mann dreht durch - und die Frau muss ihre geistige Gesundheit nachweisen."
Das Gericht schmetterte die einstweilige Verfügung des Ehemanns zwar ab - die Tochter wurde der Mutter übergeben, aber die Frau kostete dieser dreiwöchige Spaß ihres Mannes inklusive der Rechtsanwältinnen- und Psychiaterkosten sowie dreier Kurzreisen nach Köln etliche tausend Mark, plus Verdienstausfall.
Geweint hatte der Mann nur einmal, 1997, als er im Spiegel einen Riesenartikel von Matthias Matussek las - über das Elend der gut verdienenden "Trennungsväter", zu denen er nie und nimmer gehören wollte, die ihm aber Leid taten, weil sie hilflos den feministischen Müttern sowie dem weiblichen Teil der Helferwelt ausgeliefert waren - wenn sie ihr Kind nur mal kurz sehen wollten. Die Mutter brauchte laut Matussek bloß ein "genervtes ,Keinen Bock' hören zu lassen - und schon mussten die Mittelschichstmänner klein beigeben. Nur zahlen durften sie - wahre Unsummen!
Dennoch fiel es auch schon vor dem Steglitzer Gerichtsprozess schwer, diese armen Männer - ge-trennt von ihren Kindern, in Karrierekämpfe verstrickt - zu bedauern. Denn nicht brache Kindesliebe und -fürsorge lässt sie verzweifeln, sondern dass sie zahlen - und nichts dafür kriegen. Das scheint ihnen derart antikapitalistisch, eine auf den Kopf gestellte Welt zu sein, dass sie reihenweise ausrasten "wie Michael Kohlhaas" (Matussek).
Es gibt Millionen Kinder, denen sie Unterstützung geben, mit denen sie eine vorkapitalistische Ge-selligkeit pflegen könnten, diese Welt interessiert sie aber nicht, sie wollen einzig das eine Kind - als einstmals gemeinsame Anschaffung - vor Gericht sich erstreiten: Es gehört ihnen! Wenigstens zu 50 Prozent. Auch wenn sie nie eine Windel gewechselt oder das Gör zur Kita gebracht haben - sie haben dafür gezahlt! Und jetzt sind sie "ein Heer von verzweifelten Vätern", wie Matussek meint. Bullshit! Es ist ein loser Haufen Arschlöcher!

http://www.taz.de/pt/2001/08/04/a0198.nf/text

LP 95 Harald Wolf, DIE LINKE, geboren 1956 in Offenbach am Main, studierte Philo-sophie und Sozialwissenschaften in Bochum, Wolf war Mitglied der Gruppe Internationale Marxis-ten (GIM), Wirtschafts- und Frauensenator in Berlin www.harald-wolf.net

Wegen folgendem Artikel http://www.pt-magazin.de/newsartikel/datum/2009/07/06/rettet-unsere-soehne der dem einen oder anderen wohl noch geläufig ist, kündigte Berlins Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen Harald Wolf dem Mittelstands-Magazin, in dem dieser Artikel erschien, jetzt die Schirmherrschaft auf:

http://www.pt-magazin.de/newsartikel/datum/2010/01/11/leserbriefe-zu-pt-magazin-62009/

An 8. März jährt sich der Internationale Frauentag zum hundertsten Mal. Viel wurde erreicht. Doch der Weg von der rechtlichen zur wirklichen Gleichstellung ist immer noch lang.
An diesem 8. März jährt sich der Internationale Frauentag zum hundertsten Mal. Viel wurde erreicht: Frauenwahlrecht, rechtliche Gleichstellung der Geschlechter, zuneh-mende gesellschaftliche Infragestellung tradierter Rollenklischees. Ein mühsamer Kampf: Erst 1977 wurde die gesetzliche Regelung aufgehoben, nach der Ehefrauen nur mit Zustimmung des Ehemanns eine Erwerbstätigkeit aufnehmen durften – ein unvorstellbarer Anachronismus. Aber gilt das nicht auch für die Tatsache, dass Frauen in Führungspositionen noch immer eine seltene Ausnahme sind, dass Frauen in Deutschland 23% weniger Lohn bekommen als Männer? Dass Frauen zwar die besseren Bildungsabschlüsse haben, aber nur 18 % der Professuren erobert haben, stattdessen das Gros der Beschäftigten im Niedriglohnsektor stellen?
Der Weg von der rechtlichen zur wirklichen Gleichstellung ist also immer noch lang.
Rot-Rot hat seit 2002 mit den Mitteln der Landespolitik einiges bewegt. Während sich der Bund noch immer weigert, die überfällige Frauenquote für Aufsichtsräte einzuführen, hat Berlin den Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder in den Landesunternehmen von 12,7 % in 2002 auf 42,1 % in 2010 mehr als verdreifacht und damit das Argument widerlegt, es fehle an qualifiziertem weiblichen Führungspersonal. BSR und BVG werden von Frauen geführt.
Berlin ist im bundesweiten Vergleich Spitze bei der Frauenförderung an Hochschulen. Gesetzliche Vorgaben, leistungsorientierte Mittelvergabe im Rahmen der Hochschul-verträge und individuelle Förderungen haben sich ausgezahlt. In Berlin halten Frauen über 27 % der Professuren, im Bund nur 18 %. Mit dem novellierten Landesgleichstel-lungsgesetz haben wir klare Regelungen für die Besetzung von Führungspositionen getroffen, die Rechte der Frauenvertreterinnen gestärkt und den Geltungsbereich ausgeweitet.
Mit der Einführung der Beitragsfreiheit für alle drei Kitajahre, einer hohen Kita-Dichte und dem Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Schulen ist Berlin im bundesweiten Vergleich gut aufgestellt. Wir brauchen aber mehr Angebote der flexiblen Kinderbe-treuung und wir müssen in Zukunft auch für Kinder der 5. und 6. Klassen eine Ganz-tagsbetreuung anbieten – eine wichtige Aufgabe der nächsten Legislaturperiode.
Frauen stellen bundesweit fast 70 % aller Niedriglöhner, jede dritte Erwerbstätige ist davon betroffen. Eine eigenständige unabhängige Existenzsicherung ist aber grundle-gende Voraussetzung der Gleichstellung. Daher hat die Forderung eines flächende-ckenden und auskömmlichen Mindestlohns eine wichtige gleichstellungspolitische Dimension. Berlin hat mit seinem Vergabegesetz seine Handlungsmöglichkeiten als Bundesland genutzt: Die Vergabe öffentlicher Aufträge in Höhe von fast 5 Mrd. € ist an die Zahlung von Mindestlöhnen gebunden. Zur Bedingung von Wirtschaftsförde-rung habe ich ein Mindest-Jahresbruttoentgelt der Beschäftigten von 25.000 Euro gemacht.
Berlin wird seine landespolitischen Möglichkeiten weiter nutzen und bundespolitisch Druck machen: für verbindliche gesetzliche Regelungen zur Gleichstellung auch in der Privatwirtschaft, gesetzliche Mindestlöhne und gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit.
- Harald Wolf (Die Linke) ist Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/wirtschaftssenator-harald-wolf-gleichstellung-einiges-bewegt/3925038.html
Die 21. Frauen- und Gleichstellungsminister und –ministerinnenkonferenz (GFMK) tagt am 16. und 17. Juni auf Schloss Plön (Schleswig-Holstein). Ganz oben auf der Agenda steht der Leitantrag zum Gutachten der Sachverständigenkommission „Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebens-verlauf“. Das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gutachten ist eine kritische Bestands-aufnahme der gleichstellungspolitischen Wirklichkeit in Deutschland.
Dazu erklärt Harald Wolf, Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, zugleich dienstältester Frauen- und Gleichstellungssenator der Bundesrepublik:
„Das Gutachten hat große Defizite in der Gleichstellungspolitik identifiziert und politisches Handeln angemahnt. Die GFMK muss der Untätigkeit der Bundesfrauenministerin entschlossen entge-gentreten. Unabgestimmte Politik insbesondere in den Bereichen Soziales, Familie und Wirtschaft ist für die folgenschweren Brüche im Lebensverlauf von Frauen und Männern verantwortlich. Ich begrüße daher die Forderung der Konferenz nach ressortübergreifender lebensverlauforientierter Gleichstellungspolitik auf Bundesebene. Berlin bietet mit seinem Gleichstellungspolitischen Rah-menprogramm ein erfolgreiches Vorbild. Alarmierend ist die Zunahme der prekär Beschäftigten, deren überwiegende Mehrheit Frauen sind. Berlin will daher Minijobs auf den Prüfstand stellen, denn Frauen müssen von ihrer guten Arbeit leben können. Außerdem unterstützen wir die Forderung nach einer verbindlichen gesetzlichen Regelung zur Erhöhung des Frauenanteils an Aufsichtsräten. Wir brauchen mehr Frauen in Top-Positionen.“
Die geringfügig entlohnte Beschäftigung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: Von 5.532.842 Personen im Jahr 2003 erhöhte sich die Zahl der geringfügig Beschäftigten auf 7.274.398 im Jahr 2010. Mit 63,5 % waren davon fast zwei Drittel Frauen

http://www.harald-wolf.net/themen/gleichstellung/frauen_in_fuehrung/

Harald Wolf zur Gleichstellungs- und Frau-enminister/-innenkonferenz: „Prekäre Be-schäftigung“ von Frauen muss endlich Thema von Frauen- und Gleichstellungspolitikern sein
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Am 31. Mai 2007 hat in Potsdam die 17. Frauen- und Gleichstellungsminister/ -innenkonferenz (GFKM) stattgefunden. Bestrebungen der unionsgeführten Länder, diese Konferenz mit der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) zu einer einheitlichen Konferenz zusammenzulegen, werden nicht weiter verfolgt.

Berlins Frauensenator Harald Wolf begrüßt den Fortbestand einer eigenständigen Frauen- und Gleichstellungsminister/ -innenkonferenz ausdrücklich. „Frauen- und gleichstellungspolitisch wich-tige Themen werden so in den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen weiterhin ihren Stel-lenwert behalten. Dies ist gerade im Hinblick auf die weitergehende Ausgestaltung der sozialen Sicherungssysteme unverzichtbar.“

Leitthema der diesjährigen GFMK war das Thema „Europa“. Die Frauen- und Gleichstellungsmi-nister/-innen setzen sich im „Jahr der Chancengleichheit für alle“ mit dem von der EU vorgelegten Fahrplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern 2006 – 2010 und dessen Umsetzung in Deutschland kritisch auseinander. Bei der wirtschaftlichen Eigenständigkeit von Frauen schneidet Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten besonders schlecht ab. Defizite finden sich vor allem. bei der Beschäftigungsquote, der Entgeltgleichheit und dem Anteil von Frauen in Führungspositionen

Der Bedeutung des Themas wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen entsprechend hat der Ber-liner Frauensenator Anträge zur Entgeltungleichheit und zu prekären Beschäftigungsverhältnissen eingebracht. Während der Antrag zur Entgeltgleichheit einstimmig angenommen wurde, drückten einige der unionsgeführten Länder ihre ablehnende Position gegen die Erstellung einer Studie über die Beschäftigungssituation von Frauen in Dienstleitungs- und freien Berufen durch Stimmenthal-tung aus, so dass die erforderlichen Mehrheit nicht erreicht wurde. Der Antrag verfolgte das Ziel, endlich verlässliche Daten über das Ausmaß der Beschäftigung von Frauen im Niedriglohnsektor zu erhalten. Harald Wolf reagierte mit Unverständnis auf die ablehnende Haltung: „Den für Gleich-stellung und Frauen zuständigen Ministerinnen und Ministern der Union kam es offenbar nicht da-rauf an mit dem Thema ‚prekäre Beschäftigungsverhältnisse’ angemessen sachlich und fachlich umzugehen, sondern den auf der Bundesebene zwischen den Koalitionsfraktionen bestehenden Konflikt zu den Themen Niedriglohn und gesetzlicher Mindestlohn in die GFMK hineinzutragen und damit dem gleichstellungs-/frauenpolitischen Anliegen einen Bärendienst zu erweisen.“
Mitteilung vom: 01.06.2007, 13:20 Uhr
Rückfragen: Petra Schwarz
Telefon: 90 13 - 74 18

http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2007/06/01/78868/index.html

Frauensenator Harald Wolf: „Frauen haben Anspruch auf den gleichen Lohn wie Männer. Diese Forderung, die eigentlich eine normale Tatsache sein müsste, ist immer noch unerfüllt. Derzeit müs-sen Frauen bis zum 25. März arbeiten, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen - 84 Tage mehr. Ich fordere die Bundesregierung nachdrücklich auf, die Empfehlungen des Sachverständigengutachtens für den ersten Gleichstellungsbericht umzusetzen: Absichtserklärungen ändern nichts, allein gesetzliche Regelungen können hier Abhilfe schaffen.“

Mit 23 Prozent ist die Lohnkluft zwischen den Geschlechtern in Deutschland so tief wie in keinem anderen europäischen Land. In Berlin beträgt der Gender Pay Gap - d. h. die Differenz der durch-schnittlichen Bruttostundenverdienste - nach aktuellen Erhebungen 15,6 Prozent. Männliche Ar-beitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich verdienen durchschnittlich 19,41 € in der Stunde, Arbeitnehmerinnen nur 16,52 €. Dabei bestehen erhebliche Unterschiede in den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Extrem ausgeprägt ist der Verdienstabstand auch bei den jähr-lichen Sonderzahlungen. Hier beträgt er 40,3 Prozent.

Von dieser Lohnschere sind aber keineswegs nur Frauen in den unteren Hierarchieebenen betroffen. Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, durch mehr Frauen in Führungspositionen würde sich die Verdienstlücke verkleinern, ist sie in Führungsetagen besonders groß. Frauen sind oft gezwun-gen, Kompromisse bei der Bezahlung einzugehen, um überhaupt Führungspositionen zu bekommen. Nach einer aktuellen Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung erzielen Frauen selbst bei gleicher Führungsverantwortung zwischen 15 und 21 Prozent weniger Einkommen als Männer. Diese hohe Differenz wird vom WSI als klares Indiz für Diskriminierung bewertet

Die anhaltende Ungerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt führt zu einem erhöhten Armutsrisiko für Frauen, denn sie stellen auch 70 Prozent aller Niedrigentlohnten in Deutschland und erhalten oft Dumpinglöhne von 5 oder 6 Euro. Folgen sind die Verfestigung sozialer Geschlechterrollen und der Zwang, mit Hartz IV aufzustocken. Deshalb muss in Deutschland endlich ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden, um Frauen existenzsichernde Einkommen zu garantie-ren. Das Land Berlin hat daher Mindestlohn-Initiativen in den Bundesrat eingebracht, die in den nächsten Wochen zur Abstimmung stehen.

http://www.berlin.de/sen/wtf/presse/archiv/20110324.1330.337123.html

LP 96 Jürg Steiner, CH, geboren in Lugano, Redakteur Berner Zeitung, Schweiz – juerg.steiner@bernerzeitung.ch

Im Vergleich dazu sieht die mehrheitlich von Frauen gewählte Laufbahn über Gymnasium und Universität, so Elisabeth Grünewald, aus «wie eine undichte Pipeline». Je weiter die Karriere führt, desto mehr Frauen scheiden aus. Unter Maturanden und Studienanfängern sind sie noch in der Mehrheit. Aber schon bei den Studienabgängern sind Frauen in der Minderheit – und ihre Kurve sinkt bis zu den Spitzenpositionen in Forschung und Lehre steil ab. Scharf ausgedrückt: Trotz starker Schulleistungen werden Frauen später oft gestoppt. Und trotz schwacher Schulleistungen bringen es Männer später häufig weit – was mitunter schon Jugendlichen bewusst ist. «Beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf und später», sagt Elisabeth Grünewald, «stellen sich die schwierigen Fragen.» Man müsste sagen: die unangenehmen Fragen. Überspitzt formuliert: Was für Mädchen im Gymeralter in Bildung investiert wird, zahlt sich später für sie und die Gesellschaft noch kaum aus – ausser, die Frauen verzichten auf Familie und Kinder. Dass die Zukunft weiblich sein soll, wie Trendforscher hartnäckig behaupten, stimmt vielleicht bis zum Studienbeginn. Danach wird in den traditionellen Rollen weitergespielt. Und das wird sich, stellt man auf die Vorstellungen ab, die Grünewald und Hadjar bei den Berner Achtklässlern erhoben haben, nur langsam ändern. Wenn überhaupt. Jürg Steinerjuerg.steiner@bernerzeitung.ch •www.faulejungs.ch

http://www.bernerzeitung.ch/region/gemeinde/-Lernen-in---loecheriger-Pipeline-/story/22384534

LP 97 Heiner Geissler, CDU, geboren 1930 in Oberndorf am Neckar, Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit von 1982 bis 1985

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,346531,00.html

ALICE SCHWARZER: "FRAUEN SIND NICHT DIE BESSEREN MENSCHEN!" - HEINER
GEISSLER: "FIND ICH SCHON"
So sehr Alice Schwarzer in ihren schriftlichen Texten (Bücher und "Emma")
gegen das Männergeschlecht herumholzt, so stark spricht sie bei
TV-Auftritten deutlich zurückhaltender einen gesellschaftlichen Konsens an.
In der "NDR-Talkshow" vom Freitag, dem 3. Mai, teilt sie zunächst einmal
ihre Beobachtung mit, dass in der bisherigen Mediendebatte über Erfurt die
Geschlechterfrage bestenfalls angerissen wurde, obwohl es doch
ausschließlich Männer seien, "die das tun". Darauf steigt der ebenfalls
anwesende CDU-Politiker Heiner Geißler mit der Bemerkung ein, er fordere
schon seit langem eine Feminisierung der Gesellschaft: Man solle sich einmal
vorstellen, anstatt von Massenmördern wie Milosevic oder Karacic wären
Frauen, vielleicht gar Mütter, in dieser Position gewesen. Dann wäre es zu
solchen Verbrechen nie gekommen. (Hier verschließt Geißler natürlich vor
sämtlichen weiblichen Diktatorinnen und Kriegsherrinnen die Augen.) Eine
Frau ginge solche Probleme nämlich ganz anders an, davon sei er zutiefst
überzeugt. Schwarzer fällt ihm ins Wort und kritisiert diese Vorstellung als
romantisierend: Das Problem liege nicht in einer Naturgegebenheit, sondern
in der gesellschaftlichen Realität, die eine enorme Kluft entstehen lasse
zwischen den Gefühlen und (Versagens-)Ängsten eines Jungen und dem
Rollenbild, dem er gerecht werden müsse. Es gebe auch schreckliche und
grausame Mütter. Geißler bleibt bei seiner Auffassung und legt einige Sätze
später mit dem Spruch nach: "Was haben Männer und Wolken gemeinsam? Wenn sie
sich verziehen, kann es noch ein schöner Abend werden." Allgemeines
Gelächter, und Schwarzer kommt frohgemut zu dem Schluss: "Ich geh dann schon
mal nach Hause, der Posten Feminismus ist heute besetzt."
Geißler und Schwarzer im Duett. Invisible men 36
siehe auch http://www.wgvdl.com/archiv1/forum_entry.php?id=9891

LP 98 Joachim Arnold, SPD, geboren 1959 und wohnhaft in Wölfersheim (Hessen), Landrat Wetteraukreis, Friedberg (Hessen) http://www.wetteraukreis.de/imperia/md/images/politik/landrat/landrat_mit_kasse_klein_153x213.jpg

Gerne und regelmäßig lese ich das von Ihnen verantwortete P.T. Magazin, dessen Beiträge ich schätze. Umso erstaunter war ich über den in Ausgabe 4/2009 erschienenen Leitartikel ‚Rettet unsere Söhne!’ von Ullrich Rothe. Einen solchen unseriösen Journalismus hatte ich in Ihrer Zeitschrift nicht erwartet. Undifferenzierte Betrachtungsweise, Vorurteile, Rollenklischees und eine wirre Argumentation finden sich zuhauf. Polarisierungen und Diffamierungen befördern keineswegs eine gesellschaftliche Debatte um die schulische Situation von Jungen. Muss man Frauenförderung und (leider) dringend benötigte Einrichtungen wie Frauenhäuser diffamieren, um Jungen zu fördern?

Solange es eine gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen gibt, sind gezielte Maßnahmen zum Ausgleich notwendig. Für unsere Kreisverwaltung sind Frauenförderung, Chancengleichheit von Frauen und Männern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Bestandteile einer modernen Personalpolitik. Deren Bedeutung wird aufgrund der demografischen Entwicklung und den dadurch bedingten Fachkräftemangel noch steigen. Ich hoffe, dass ich in Zukunft im P.T. Magazin, das ich sonst sehr schätze, von solchen journalistischen Entgleisungen verschont bleibe.“
Joachim Arnold, Landrat Wetteraukreis, Friedberg/H.

Frauen werden gebraucht, nicht nur auf dem Arbeitsmarkt

Der Internationale Frauentag am 8. März ist eine jährlich wiederkehrende Gelegenheit Bilanz zu ziehen, wie es um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern bestellt ist. "Trotz un-bestreitbarer Fortschritte vor allem bei der Bildung schlagen sich diese auf dem Arbeitsmarkt nicht in gleichem Maße nieder", bedauert Landrat Joachim Arnold. Mit welchen Stolperstei-nen der Weg nach oben und in die finanziell abgesicherte Existenz gepflastert ist, analysiert der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung.
Frauen sind heute besser ausgebildet als ihre Mütter und Großmütter und ihre Töchter erreichen durchschnittlich höhere Bildungsabschlüsse als die Söhne. Und trotzdem: Sind Frauen bei den Mi-nijobs und im Niedriglohnsektor noch stark vertreten, wird die Luft immer dünner, je weiter sie nach oben kommen. In den Führungsebenen, den Vorstandsetagen der Wirtschaftsunternehmen lassen sich Frauen gar mit der Lupe suchen.
Mit welchen Stolpersteinen der Weg nach oben und in die finanziell abgesicherte Existenz gepflas-tert ist, das analysiert der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Seine Perspektive sind die unterschiedlichen Lebensverläufe von Frauen und Männern. Er stellt fest, dass es die Frauen sind, die durch die Zuständigkeit für die Familie mehr Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitarbeit oder Arbeit in Minijobs in Kauf nehmen und damit nicht nur niedrige Einkommen erzielen sondern später auch von niedrigen Renten leben müssen.
Auf 41 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen Babyboomerinnen - die Ge-burtsjahrgänge zwischen 1962 und 1966 - wartet eine Rente lediglich unterhalb der Grundsicherung, so das Ergebnis einer Untersuchung der Soziologin Barbara Riedmüller. In konkreten Zahlen ausgedrückt sind dies weniger als 680 Euro im Monat.
Staatliches: "Komm mit, lauf weg."
Ein weiteres Resultat des Gleichstellungsberichts: Der Staat erschwert zusätzlich mit widersprüchli-chen Anreizen wie zum Beispiel dem Ehegattensplitting eine gleichberechtigte Partnerschaft und Familienarbeit. Während der Ehe werden so Nichterwerbstätigkeit, geringfügige Beschäftigung und Teilzeitarbeit regelrecht begünstigt. Scheitert die Ehe, sind dann aber beide Ehepartner selbst für die Sicherung ihrer materiellen Existenz verantwortlich. "Wenn einerseits das Bundesverfassungsgericht die typische 'Versorgungsehe' als nicht mehr typusgebend ansieht, also ein neues Rollenbild unterstützt, ist dies bei der Politik größtenteils noch nicht angekommen", bemängelt Kornelia Schä-fer, Leiterin des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit. Diese staatliche Widersprüchlichkeit ähnele einem "Komm mit, lauf weg", so Schäfer. Dies werde auch deutlich an den typischen Steu-erklassen III und V. Denn viele Regelungen im Steuer-, Sozial- und Arbeitsrecht gehen von der lebenslangen Ehe und der traditionellen Rollenverteilung aus und erschweren gleiche und tatsächli-che Wahlmöglichkeiten und Verwirklichungschancen für Frauen und Männer. Die Mehrzahl der jungen Paare wünscht sich heute hingegen eine gleichberechtigte Beziehung, die Berufstätigkeit und Familienarbeit für beide möglich macht.
Nutzung aller Talente macht Gesellschaft leistungsfähiger
Frauen werden gebraucht, und das nicht nur auf dem Arbeitsmarkt. "Die demografische Entwick-lung wird den Fachkräftemangel noch verstärken und die wirtschaftliche Entwicklung braucht neue Konzepte, wenn Fachkräfte gewonnen werden wollen", sagt Schäfer. Das zeigen auch die statisti-schen Daten für den Wetteraukreis. In zahlreichen Handwerksberufen, in der Pflege, im Erzieherin-nenberuf übersteigt die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot. "Wir können auf die gut aus-gebildeten Frauen nicht verzichten und brauchen deshalb eine Gleichstellungspolitik, mit der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert, die Rückkehr in den Beruf nach einer familienbe-dingten Unterbrechung erleichtert und vor allem auch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern abgebaut wird", fordert Landrat Joachim Arnold. Flexible Arbeitszeitmodelle und eine gute Kin-derbetreuung seien hier unerlässlich und Arbeitgeber sowie Kommunen gleichermaßen gefordert.
Gleiche Gehälter und Pflegezeiten anerkennen
"Frauen, die nur ein Jahr wegen Kindererziehung unterbrechen, erreichen später nur noch 95 Prozent des Lohnniveaus einer vergleichbaren, durchgängig beschäftigten Frau", rechnet der Gleich-stellungsbericht vor. Und ein anderer Fakt: Einen Männerberuf zu ergreifen erhöht zwar die Ver-dienstchancen für Frauen, zu den männlichen Einkommen können sie aber dennoch nicht aufschlie-ßen. "Das sind ernüchternde Fakten, die genug Beweise dafür bieten, dass wir noch längst nicht bei dem Ziel einer Gleichstellung angekommen sind", sagt Kornelia Schäfer.
Letztes Beispiel ist der Bereich der Pflege. Gebraucht werden unterstützende Angebote und Rege-lungen für erwerbstätige Pflegende, die ihre alten Eltern oder pflegebedürftigen Familienangehörige betreuen. Es ist einfach Fakt, so Schäfer, dass es in bestimmten Lebensphasen Fürsorgeverpflich-tungen gibt - und zwar für Frauen und Männer - und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege möglich machen. Mit ersten Angeboten wie Informationen und Seminare für Pflegende wurde be-reits in der Kreisverwaltung begonnen. "Frauen und Männer müssen die Möglichkeit haben, ohne langfristige Nachteile neben der Erwerbarbeit andere notwendige Tätigkeiten wie Sorgearbeit oder Pflege auszuüben", fordert der Gleichstellungsbericht.
Der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung analysiert nicht nur den Stand der Gleichstellung sondern gibt Politik und Wirtschaft konkrete Handlungsempfehlungen, zum Beispiel die Einführung eines Mindestlohns, von dem vor allem Frauen profitieren würden. Eine faktenreiche und gut lesbare Kurzfassung zu verschiedenen Themen hier.

http://www.wetteraukreis.de/internet/aktuelles/presse/index_11152.html

100 Jahre Weltfrauentag – 25 Jahre Fachdienst Frauen und Chancengleichheit

Wenn in diesem Jahr am 8. März der Internationale Frauentag zum einhundertsten Mal ge-feiert wird, ist das auch für den Fachdienst Frauen und Chancengleichheit ein kleines Jubilä-um: "Seit fünfundzwanzig Jahren gibt es den Fachdienst, der 1986 als Frauenamt gegründet wurde und kontinuierlich daran arbeitet, eine gleichberechtigte Lebens- und Arbeitswelt zu verwirklichen", so die Leiterin des Fachdienstes, Kornelia Schäfer.

Landrat Joachim Arnold und Kornelia Schäfer, Fachdienstleiterin Frauen und Chancengleichheit, stellen den neuen Jahresbericht des Fachdienstes vor.
Am 8. März wird jährlich Bilanz gezogen, wie es mit der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern steht. Was für viele junge Frauen heute selbstverständlich ist, haben ihre Mütter, Groß-mütter und deren Mütter erkämpft und erstritten. Manchmal gegen den Widerstand der Männer und in den letzten Jahren immer häufiger gemeinsam mit Männern.
"Es ist heute anerkannt, dass Frauen ein eigenes Konto haben, selbstverständlich wählen und ge-wählt werden können, dass es gleiche Schul- und Ausbildungschancen für Mädchen und Jungen gibt und Frauen das Recht auf eine eigenständige Erwerbsarbeit haben. Aber immer noch sind Frauen in manchen Bereichen unterrepräsentiert, was dazu führt, dass deren Erfahrungen und Leis-tungen nicht optimal für die Gesellschaft genutzt werden", bilanziert Landrat Joachim Arnold. Was noch getan werden muss, erläutert Kornelia Schäfer: "Dass es immer noch gravierende Unge-rechtigkeiten gibt, wie die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, dass Opfer von Gewalt in Familien in der Regel Kinder und Frauen sind und dass es in Führungspositionen und in der Politik noch zu wenige Frauen gibt, sind nur einige Schwerpunkte an denen wir arbeiten, damit Gleich-berechtigung gelebte Praxis wird."
Denn trotz einer Bundeskanzlerin gibt es zum Beispiel erst seit letztem Jahr eine Landrätin in Hes-sen und von den Kreistagsabgeordneten im Wetteraukreis sind nur 38 Prozent Frauen. Ähnliche Werte gibt es bei vom Kreis gewählten Ausschüssen und Gremien. Das ist "nicht schlecht, aber ausbaufähig", resümieren Arnold und Schäfer.
Als große Herausforderung bezeichnet Schäfer, dass sich die guten schulischen Leistungen und die vielseitigen Qualifikationen von Frauen vor allem in der Arbeitswelt in einer gelebten Gleichstel-lung ausdrücken: "Das sollte keine weiteren 25 Jahre mehr dauern." Als zentrale Weichenstellungen nennen Arnold und Schäfer die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gute und flexible Kinder-betreuungsangebote, gleiche Karrierechancen für Männer und Frauen, gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit ("Equal Pay") und eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen.
Nur, wenn diese Weichen gestellt werden, kann auch Altersarmut, die besonders häufig Frauen trifft, verhindert werden. "Dies ist eine besonders große Aufgabe angesichts der demografischen Veränderungen", so der Wetterauer Landrat. "Bei einer älter werdenden Bevölkerung kann die Lö-sung nicht so aussehen, dass hauptsächlich Frauen die Kinder erziehen, dafür berufliche Nachteile in Kauf nehmen und wenn die Kinder aus dem Haus sind, ihre Erwerbstätigkeit wieder unterbrechen, um pflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Das ist nicht gerecht und verhindert aufgrund von Teilzeit oder Berufsausstieg eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen." Der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit will dies zum Schwerpunkt seiner Arbeit in den nächsten Jahren machen.
Jahresbericht 2009/2010 des Fachdienstes
Was in den beiden letzten Jahren geleistet wurde, präsentiert der Fachdienst mit seinem "Jahresbe-richt 2009/2010". Einige Beispiele aus der vielfältigen Arbeit:
Unter dem Schwerpunktthema "Frauen und Geld" gab es eine Broschüre und Veranstaltungen zu Minijobs, einen Besuch der Deutschen Börse, ein Seminar zur effektiven Geldanlage und ein Trai-ning, wie Frauen erfolgreicher ihr Gehalt verhandeln können.
Bei zwei großen Infobörsen zum Beruflichen Wiedereinstieg informierten sich rund 600 Besuche-rinnen und Besucher zu Beratungs- und Weiterbildungsangeboten und kamen mit Arbeitgebern ins Gespräch. Der Fachdienst informiert mit Broschüren und Veranstaltungen und berät Frauen, aber zielt auch auf längerfristige Verbesserungen von Angeboten zum Beispiel für Alleinerziehende und junge Mütter ab.
Der Jahresbericht 2009/2010 des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit steht als download im Internet.

http://www.wetteraukreis.de/internet/aktuelles/presse/index_09946.html

Landrat Joachim Arnold (SPD) blickte auf die Gründungsphase der »Frauengleichstellungsstelle« zurück. Aufgabe sollte sein: »Gleichstellungsprobleme aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, um der allgemeinen Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken.« In den ersten Jahren habe bei vielen Aktivitäten der Frauenbeauftragten einige Abwehr überwunden werden müssen. »Heute sieht das anders aus«, sagte Arnold. »Die gesetzlichen Voraussetzungen für Gleichstellung sind heute weitgehend realisiert.« Der Gleichstellungsgedanke werde von allen demokratischen Parteien und relevanten gesellschaftlichen Institutionen unterstützt.

»Mit der Schaffung 1986 gab es eine Einrichtung, an die sich Frauen wenden konnten«, sagte Fachdienstleiterin Kornelia Schäfer. Unterstützung habe es von Frauengruppen und Organisationen gegeben. Schäfer stellte neue Vorhaben vor, beispielsweise: Mit dem »A-Net Wetterauer Netzwerk für Alleinerziehende« solle – in Zusammenarbeit mit Jobcenter und anderen Partnern – die Situation Alleinerziehender verbessert werden. Weitere Initiative: Unterstützungsangebote für pflegende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Dieser Aspekt soll über die Verwaltung hinaus ausgebaut werden. Musikalisch umrahmt wurde das Fest vom Duo Terz aus Frankfurt.

http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Friedberg/Artikel,-Fachdienst-Frauen-und-Chancengleichheit-wird-25-_arid,304973_costart,2_regid,3_puid,1_pageid,80.html

LP 99 Ralf Dickerhof, geboren 1970, Pressereferent Welthungerhilfe Bonn -ralph.dickerhof@welthungerhilfe.de

Heute nehme ich an einer Verteilung in Petit Goave westlich von Port-au-Prince teil.
Da kommt schon der Jeep mit dem Sergeant der sri-lankischen UN-Blauhelme samt drei Kollegen. Verdammt, das werden doch nicht alle sein? Nein, da hinten kommt ein Lastwagen mit insgesamt 20 weiteren Blauhelmen.
Unsere Erfahrung [er ist gerade mal ein paar Tage da] hat uns gezeigt, dass es hier derzeit unmöglich ist, „einfach so“ Nahrungsmittel oder eine Notausrüstung an die wirklich Bedürftigen zu verteilen, denn die können sich gegen die Stärkeren, die Dreisten, nicht durchsetzen.
Und deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen, nur an Frauen zu verteilen: Die sind vernünftiger, nicht so gewalttätig wie (junge) Männer – und bei ihnen sind die verteilten Waren gut aufgehoben... – so geht es einfach und gerecht zu.
Von rechts kommen sie, eine nach der anderen, junge, alte, kranke Frauen und lachende Mädchen.
Wir konnten die Richtigen erreichen, es lief alles ruhig und zügig ab – sehr gut!
Mit freundlichem Gruß
Ralph Dickerhof

http://www.fr-online.de/panorama/welthungerhilfe-hilfsgueter-nur-an-frauen,1472782,2695760.html

LP 100 Matthias Heine, geboren 1961 in Kassel, hat in Braunschweig Germanistik und Geschichte studiert, seit 1992 als Journalist tätig, seit 2010 Redakteur und Theaterkritiker in der Gemeinschaftsredaktion von Welt/Berliner Morgenpost/Welt am Sonntag

Helene Hegemann wird nicht verbrannt werden. Allenfalls gegrillt von den Medien. Die ehernen Spielregeln der Hochkultur haben ihr sogar genutzt. Denn diese Heilige Helene der Textblößen steht wohl nur noch auf der Shortlist des Leipziger Buchpreises, weil die Nominierung vorab bekannt wurde und die Jury nicht ohne Gesichtsverlust zurückrudern kann.
Themen
• Helene Hegemann
• Prenzlauer Berg
• Berlin
• Axolotl Roadkill
• Urheberrecht
Gewinnen wird sie in Leipzig nicht. Aber langfristig schon. Wenn auch nur als Typus. Im ewigen Konflikt zwischen alten Männern und jungen Frauen haben die jungen Frauen immer Recht, und sie werden immer siegen. Das ist gut so.

http://www.welt.de/kultur/article6360182/Warum-alte-Maenner-...ann-hassen.html
Männern zwischen 30 und 50, also in jenem Alter, in dem man heute gewöhnlich Vater wird, muss man raten, den Besuch von Spielwarenabteilungen lieber ihren Gattinnen zu überlassen. Denn Frauen sind nicht so objektfixiert, sonst wäre das Sammlerwesen wohl kaum eine maskuline Domäne. Männer hingegen neigen, wie seit Prousts "Recherche" und Illies’ "Generation Golf" bekannt, stark dazu, sich ihrer eigenen Lebensgeschichte mit Hilfe von Erinnerungsfetischen zu vergewissern. Da können die Furien des Verschwindens, die in den Spielzeugläden gewütet haben, möglicherweise schwere Identitätskrisen heraufbeschwören. Nach Matchbox, Fischertechnik oder Carrera, Namen, die in Kinderzimmern einst heiligen Klang hatten, muss man heute in den Kaufhäusern und großen Ketten lange suchen. Andere, wie Airfix, Plastikant oder Dinky Toys sind ganz verschwunden. Ihnen wird nur noch auf Gedenkaltären im Internet gehuldigt.

http://m.welt.de/article.do?id=print-welt/article274573/Die-Schreckenskammer-Hollywood

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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