Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 141-150 (Projekte)

verfasst von Oberkellner(R), 24.06.2012, 20:30

LP 141 Erich Lehner, Aut, geboren 1958, Studium der Theologie, Psychologie und Pä-dagogik - Männerforscher – Psychoanalytiker in freier Praxis, Mitglied des "Wiener Kreises für Psychoanalyse und Selbstpsychologie" in Bad Fischau am Brunn -www.erich-lehner.at

Männerforscher Erich Lehner über die Obsorge-Debatte und gesellschaftspolitische Versäumnisse in Sachen Vaterschaft
Durch die aktuelle Obsorge-Debatte geraten Männer und insbesondere Väter zunehmend als be-nachteiligte Gruppe in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Männerforscher Erich Lehner verfolgt das Thema Mann seit 1989 und hat sich intensiv mit Vaterschaft beschäftigt. Beate Hausbichler erkun-digte sich bei Erich Lehner genauer nach diesem Gebiet der Geschlechterforschung und sprach mit ihm über die aktuelle Obsorge-Debatte, notwendige Anreize für Männer, in Karenz und Teilzeit zu gehen und männerpolitische Versäumnisse.

dieStandard.at: Frauenforschung hat sich relativ zeitgleich mit dem Feminismus etabliert. Wie war das bei der Männerforschung?
Erich Lehner: Für mich ist Feminismus ein Dach des Diskurses. Das ist nicht die Definition, die alle haben. Viele sind der Meinung, Feminismus heißt, dass Frauen etwas für Frauen tun, was in meiner Diktion den Impetus einer Befreiungsbewegung hat, das wäre aber schon ein politischer Arm. Unter dem Diskursdach Feminismus kann es mehrere Formen von Feminismen geben, einen liberalen, sozialen usw. Die zweite Frauenbewegung wurzelt in feministischen Gruppen der amerikanischen Westküste Ende der 60er Jahre, in denen darüber diskutiert wurde, wie das Patriarchat - ein politi-scher, kein wissenschaftlicher Begriff - Frauen unterdrückt. Ein Teil dieser Gruppierungen war ge-mischt. Erst als diese Gruppen sich in Richtung einer Befreiungsbewegung ausrichteten, mit der die Frauen für sich etwas erreichen wollten, kam es zur Forderung der weiblichen Autonomie und damit verbunden zum Exodus der Männer.
dieStandard.at: Wie sind die Männer mit diesem Ausschluss umgegangen?
Lehner: Die einen reagierten ganz rational und konnten das nachvollziehen, bildeten selbst Gruppen und empfanden sich als Unterstützer dieser feministischen Frauengruppen. Die anderen waren - wie so oft - persönlich gekränkt. In Amerika kam es in den 60er, 70er und 80er Jahren zu einer Männer-gruppenbewegung, die - wie bei den Frauen auch - sehr therapeutisch orientiert war. Der Zweck dieser Gruppen war, sich selbst zu stärken, was für die Frauen sehr wichtig war. Vieles, was wir heute haben, entstand aus diesen Encountergruppen. Eine solche Bestärkung ist bei Männern aller-dings problematisch, wenn es zu keiner Reflexion darüber kommt, dass Männer strukturell ohnehin auf der besseren Seite sind. Ein Teil der Männerbewegung wurde antifeministisch, was sich am extremsten in der Haltung ausdrückte: "Das Patriarchat unterdrückt Männer und Frauen in gleicher Weise". Ein anderer Teil kam an die amerikanischen Universtäten, setzte sich mit feministischen Gedanken auseinander und beschäftigte sich mit der Geschlechterfrage aus Männersicht. In Ab-grenzung zur mytho-poetischen Männerbewegung, die in den 80ern auf der Basis von Robert Blys Buch "Eisenhans: Ein Buch über Männer" entstand, nannten diese Männer an den Universitäten ihre Forschungen bald "Pro-Feminist-Menstudies". Sie wollten sich als eine Richtung positionieren, die mit den Erkenntnissen des Feminismus arbeitet, um mit der Perspektive der Männer Geschlechter-gerechtigkeit herzustellen.
dieStandard.at: Sie haben sich viel mit Vaterschaft beschäftigt. Was sagen Sie zur aktuellen Obsor-ge-Debatte?
Lehner: Das ist eine sehr verkürzte Debatte. Man sagt, man wolle Vaterschaft ermöglichen und schaut einzig allein auf die Zeit nach einer Scheidung. Man sollte die großen Linien stärker in den Blick nehmen. In Schweden ist die Obsorge überhaupt kein Thema. Was aber zur Debatte steht - und das wäre mein Anliegen für Österreich - ist, wie Vaterschaft gestaltet werden kann. Natürlich ist die Obsorge Teil einer aktiven Vaterschaft. Allerdings wird diese Vaterschaft vor der Geburt, während der Geburt und nach der Geburt geformt. Ihr Kennzeichen ist die väterliche Präsenz für Mutter und Kind. Wenn man bedenkt, dass in Österreich der Karenzväteranteil magere 4 Prozent beträgt und nur eine verschwindende Minderheit von Männern für die Betreuung ihrer Kinder ihren Beruf auf Teilzeitarbeit reduziert, wird erkennbar, dass die väterliche Präsenz in Österreichs Haus-halten sehr gering ist. In Schweden war die Obsorge kein Problem, dort hat man auch nicht mit der Obsorge begonnen aktive Vaterschaft zu installieren, sondern es wurde schon 1973 eine Karenzre-gelung für Frauen und Männer installiert. Als sich auf Männerseite nichts tat, wurde 1984 für 10 Jahre eine Kommission zur Erforschung der männlichen Geschlechtsrolle eingeführt, und als sich dann noch immer wenig verändert hat wurde eine weitere 7-jährige Kommission für die Vaterrolle eingerichtet. Eine gewaltige von der Politik getragene PR-Kampagne kommunizierte an die Gesell-schaft die Botschaft: Wir wollen andere Männerrollen. Jetzt wo viel mehr schwedische Männer in der Betreuung ihrer Kinder engagiert sind, ist die gemeinsame Obsorge ein selbstverständlicher Teil einer aktiven Vaterschaft. Bei uns wäre dies nicht der Fall.
dieStandard.at: Sie sehen also in einer automatischen gemeinsamen Obsorge keine Lösung?
Lehner: Ich glaube, dass das derzeitige Gesetz verbessert werden soll. Beispielsweise sollte der Umstand, wenn Väter in Karenz oder Teilzeit zugunsten der Kinderbetreuung waren, berücksichtigt werden. Ich bin jedoch gegen die automatische gemeinsame Obsorge, sie würde nicht die Realität der österreichischen Familie widerspiegeln, in der die meisten Männer nach wie vor für die materi-elle Versorgung und die Frauen für die Familie zuständig sind. Aber die Realität sollte so verändert werden, dass die gemeinsame Obsorge selbstverständlich wird.
dieStandard.at: Was schlagen Sie für mehr Gerechtigkeit in diesen Bereichen vor?
Lehner: Ich halte die Verteilung von Berufsarbeit und Familienarbeit als einen der Schlüsselpunkte für Geschlechtergerechtigkeit. Das heißt zunächst Frauen im Beruf zu fördern. Allerdings verweise ich hier gerne auf den Ausspruch der schwedischen Feministin Eva Moberg, dass Frauen nicht Gleichstellung im Berufsleben erlangen, solange sie alleinverantwortlich für die Familie sind. Moberg forderte zu Recht eine größere Präsenz von Männern in der Familie. Ich bin deshalb sehr dafür, dass die Karenzzeit aufgeteilt wird. Eine Hälfte sollte ausschließlich dem Vater, die andere Hälfte ausschließlich der Mutter zur Verfügung stehen. Es sollte gesellschaftlich klar sein, dass bei-de Elternteile sowohl für die materielle Versorgung als auch für die psychosoziale Betreuung der Kinder zuständig sind. Aufgabe der Politik wäre es hier, die gesellschaftspolitischen Rahmenbedin-gungen zu schaffen.
dieStandard.at: Kürzlich wurde berichtet, dass Männer von Mobbing betroffen sein können, wenn sie in Karenz gehen (derStandard.at berichtete: Väterkarenz: Kinderliebe kann Karriere kosten). Ist die Karenz-Scheu der Männer also berechtigt?
Lehner: Natürlich gibt es das, aber das sind Extreme. Grundsätzlich sagen alle Umfragen, dass es eine hohe Bereitschaft unter Männern gibt, mehr bei ihren Kindern zu sein. Allerdings gilt auch, wenn es Widerstand zur Väterkarenz gibt, dann eher von Seiten männlicher Kollegen, jedoch ist dieser Widerstand nicht immer extrem. Ein Großteil der Karenzväter berichtet dennoch, dass sie auch unter männlichen Kollegen Anerkennung für ihre Entscheidung bekommen haben. Es zeigt aber, dass die Bereitschaft zu größerem familiären Engagement der Männer von der Politik aufge-nommen und unterstützt werden muss. Insofern freue ich mich, dass wir mit Heinisch-Hosek eine Frauenministerin haben, die verstärkt anspricht: Zur Gleichstellung der Frauen gehört eine Verände-rung der Männerrolle. Ich würde mir überhaupt auf lange Sicht wünschen, dass das Frauenministe-rium in ein Gleichstellungsministerium mit Frauen- und Männeragenden umgewandelt wird. In Ös-terreich fehlt eine entwickelte Männerpolitik. Sie sollte von Männern getragen sein, sollte aber einer Frau, der Gleichstellungsministerin, unterstellt sein. Historisch gesehen ist überall da, wo sich Männer organisieren, die strukturelle Macht zu groß und die Gefahr eines Backlash gegeben.

http://diestandard.at/1282273231408/dieStandardat-Interview-Maennerpolitik-muss-einer-Frau-unterstellt-sein

LP 142 Philipp Holstein, geboren 1972 in Vechta (Niedersachsen), Studium der Polito-logie, Germanistik, Anglistik – Autor mit Schwerpunkt Musikkritik für Tageszeitungen – seit 2005 Redakteur für populäre Musik im Feuilleton der Rheinischen Post - http://www.schallplattenkritik.de/images/stories/jury2010/holstein.jpg

Es gibt Streit, um den Feminismus. Der Begriff ist ein bisschen angestaubt, deshalb wollen ihn ei-nige Frauen um die 30 neu definieren, an ihre Zeit anpassen, an die Lebenswirklichkeit 2008. Wer Klarheit über seinen Standpunkt bekommen möchte, der sagt erst mal, wo er nicht steht. Die neuen Feministinnen machen das so. Sie grenzen sich gegen Alice Schwarzer ab, denn die habe zwar durchaus einiges erreicht, personifiziere aber den alten Feminismus, den ideologischen, männer-feindlichen. „Alice Schwarzer ist Historie.“
Die neuen Feministinnen, das sind zum Beispiel Jana Hensel und Elisabeth Raether. Sie haben das Buch „Neue deutsche Mädchen“ geschrieben, eine Sammlung von biografischen Essays: So habe ich entdeckt, dass Frauen und Männer nicht gleich behandelt werden. Hensel und Raether hatten die an sich schöne Idee, zu beschreiben, wie junge Frauen heute leben. Sie möchten Feminismus sexy verpacken.

Sie ließen Paul Snowden das Buch gestalten. Snowden entwirft Plattencover und die T-Shirts mit der Aufschrift „Wasted German Youth“, die man in Berliner Clubs oft sieht. Womit wir beim Man-ko des Buches sind: Die Autorinnen sind allzu sehr auf sich bezogen und auf ihren Wohnort: Berlin. Das Buch müsste „Berliner Mädchen“ heißen. Es grenzt aus: Wir hier, ihr da. Die Geschichten zweier Medien-Frauen zwischen Promi-Termin und Party gehen als Hauptstadt-Fanzine durch.
Alice Schwarzer hat zu verstehen gegeben, was sie von den Autorinnen hält: „Wellness-Feminismus“ sei das, sagte sie in ihrer Rede zur Entgegennahme des Börne-Preises vergangenen Sonntag. Sie meinte damit auch Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl. Die drei Frauen veröffentlichten das Buch „Wir Alphamädchen“. Es unternimmt ebenfalls den Versuch, Feminismus zu beleben, ihm die Schwere zu nehmen, ihn unterhaltsam zu machen.
Lebenswelten
Haaf und Co. gehen anders vor als Hensel und Raether. Sie meinen „wir und ihr“, wenn sie „wir“ sagen. Sie geben sich kämpferisch. Aber: Sie benutzen zu viele Imperative. Die „Alphamäd-chen“ lesen sich wie eine feministische Dienstanweisung: Jetzt handelt mal schön. „Kaltherzig-keit“ wirft ihnen Schwarzer vor, „Gesichtslosigkeit“; die Autorinnen schießen mit Aufsätzen in verschiedenen Medien zurück.
Die Lage scheint also verfahren zu sein. Dass Schwarzer die Lebenswelt junger Frauen nicht mehr verstehen kann, ist wohl so, auch wenn man es ihr natürlich nicht zum Vorwurf machen darf. Und es ist auch so, dass die Streitschriften der neuen Feministinnen eher Rätsel aufgeben als zu einen, zu motivieren oder zu erhellen. Die Autoren sind entweder in ihrem Milieu gefangen oder sie verlieren sich in der wohlfeilen Formulierung. Immer ist ihr Hauptproblem aber dieses: Sie sind komplett unpolitisch.
Sinkendes Interesse
Dabei gibt es Gründe dafür, dass das Interesse am Feminismus wieder erwacht ist: Frauen können noch immer nicht gleichberechtigt leben. Ihr Anteil im Top-Management ist 2007 von 7,5 auf 5,7 Prozent zurückgegangen. Nirgendwo in Europa ist der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern größer als in Deutschland. Zwar nehmen zehn Prozent der Väter Elternzeit - aber eben nur zwei Monate.
Und dann sind da noch die weichen Faktoren: Werbung orientiert sich nach wie vor an der männli-chen Sexualität. Comedy à la Mario Barth ist latent frauenfeindlich. Sendungen wie Heidi Klums Model-Show sind es, wenn man ehrlich ist, auch.
Feminismus ist der Kampf für die wirtschaftliche, politische, soziale und sexuelle Gleichstellung der Frau. So formulieren es auch die neuen Feministinnen. Demnach nutze die Frau der Gegenwart moderne Arbeitsformen; „mit den Möglichkeiten des Informationszeitalters vereinbart sie Berufs-, Sozial- und Privatleben“. Und sie hat Spaß. Komisch ist, dass keine der genannten Autorinnen den Namen Ursula von der Leyen (CDU) nennt.
Veränderung der Normen
Die Familienministerin verkörpert all das, was neue und Alphamädchen fordern - den jeweiligen Lifestyle ausgenommen. Sie versucht, Frauen Familie und Karriere zu ermöglichen. Sie holt die Männer in die Verantwortung. Sie trickst, wie man zuletzt beim Streit um die „Herdprämie“ sah: Die „soll“ kommen, heißt es, sie muss aber nicht. Von der Leyens Ideal ist es, dass sich Vater und Mutter die Elternzeit teilen. Ihr Plan, die Ganztagsbetreuung einzuführen, bedeutet nichts anderes, als per Gesetz die biologische Benachteiligung der Frau auszugleichen.
Von der Leyen betreibt gender mainstreaming, ein Begriff, der einer konservativen Partei nicht leicht zu vermitteln sein wird. Gender mainstreaming ist ein Programm zur Erziehung von Mädchen und Jungen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit. Seit anderthalb Jahren finanziert das Famili-enministerium die Aktion „Neue Wege für Jungs“, eine Berufsberatung für Teenager. Dort werden auch klassische Frauenberufe empfohlen, in der Pflege etwa.
Der Feminismus strebt, so sagt es das Lexikon, eine Veränderung der Normen an. Alice Schwarzer ist Feministin. Die siebenfache Mutter Ursula von der Leyen verkörpert bereits den nächsten Schritt, die Emanzipation, die Befreiung aus dem Zustand der Abhängigkeit. Eigentlich müsste man hier ansetzen, „neue Emanzen“ müssten sich zu Wort melden, den Kurs unterstützen, noch mehr fordern, Gleichheit jetzt. Aber das tun sie nicht. Vielleicht, weil sie sich als Mädchen betrachten. Vielleicht, weil von der Leyen eine Konservative ist und somit in bestimmten Milieus schwer vermittelbar. Vielleicht, weil Politik irgendwie keine Rolle mehr spielt. Ein Streit mit Alice Schwarzer jedenfalls bringt niemanden weiter, er sagt nichts aus, er nervt.
Es kann nicht schaden, wenn Frauen, die anders leben als ihre Mütter, Feminismus neu definieren. Aber sie müssen sich fragen lassen, warum ihre Berichte und ihre Forderungen der Wirklichkeit meilenweit hinterherhinken.

http://www.rp-online.de/kultur/mehr_kultur/Neue-deutsche-Maedchen_aid_565317.html

LP 143 Prof. Dr. Stephan Hyöng, Dipl. Pädagoge und Dipl. Soziologe, lebt mit seiner Familie in Berlin, unterrichtet dort Jungen- und Männerarbeit an der Katholischen Hoch-schule für Sozialwesen, Mitbegründer von Dissens e.V. – hoeyng@khsb-berlin.de

Der "Dissens"-Gründer Stephan Hyöng findet:

Als ich 1986 begann, mich mit dem Thema Männer zu befassen, verstanden in dieser kleinen, kaum so zu nennenden Männerbewegung eigentlich alle die Frauenbewegung und die Schwulenbewegung als Vordenker. Es wurde darum gestritten, ob die Herrschaftsverhältnisse durch Kapitalismus oder Partriarchat bestimmt waren. Die bewegten Männer befassten sich in Absetzung von Politfreaks mit Themen wie Sexualität und Partnerschaft, was ihnen oft als Bauchnabelperspektive vorgeworfen wurde. Gruppen wie das Göttinger Männerbüro suchten zu Beginn der neunziger Jahre vor dem Hintergrund von Robert Blys Buch „Eisenhans“ den verloren geglaubten Kern ihrer Männlichkeit zurückzugewinnen – und konnten dies ganz traditionell nur in Absetzung von Frauen und allem als weiblich wahrgenommenen. Mir schien damals, so mancher dieser Mythopoeten hatte sich zuweit mit feministischen Frauen und Forderungen identifiziert und musste nun dagegen steuern mit tief im Inneren erkundeter traditioneller Männlichkeit. Mit Dissens e.V. waren wir zunächst die einzigen, die Männer und Beruf thematisierten. Wir sprachen davon, dass Männer in dieser Gesell-schaftsordnung einen hohen Nutzen haben, aber dafür auch einen individuell verschiedenen Preis zahlen. Schnack/Neutzling konnten 1990 diesen Preis in ihren Buch „Kleinen Helden in Not“ für Jungen benennen, und dies war grundlegend für eine parteiliche soziale Arbeit mit Jungen, die im Übrigen gut mit parteilicher Mädchenarbeit harmonierte.
Betroffenheit von einer gesellschaftlichen Veränderung
Die Frauenbewegung setzt sich sehr stark für die Gleichstellung von Frauen im Beruf ein. Es sind jedoch kaum Klagen von Männern zu hören, die sich sorgen, beruflich gegenüber Frauen zu verlie-ren.
Vor den Zeiten der Frauenbewegung entsprach es dem normalen Rollenbild, wenn Väter nach Trennungen kaum Kontakt zu ihren Kindern hielten, wenn sie darunter litten, sprachen sie nicht darüber. Es war eine Forderung der Frauenbewegung, dass Väter sich mehr um ihre Kinder küm-mern sollten.
Heute möchten aktive Väter bei den zunehmenden Trennungen die Beziehung zu ihren Kindern erhalten. Mit Partnerinnen und Familiengerichten haben viele Männer verletzende persönliche Er-fahrungen gemacht und Benachteiligung erfahren. Mitte der Neunziger führte ich die ersten Ge-spräche, in denen Männer für sich reklamierten, die eigentlich Benachteiligten im Geschlechterver-hältnis zu sein.
Ich erkläre mir das so, dass diese Männer von ihren Erfahrungen so belastet sind, dass sie gar keine anderen Themen mehr wahrnehmen können. Sie verallgemeinern damit das eigene leidvoll erfahrene Thema so sehr, dass es in kein Verhältnis gesetzt werden kann zu anderen, der eigenen Erfahrung widersprechenden Geschlechterverhältnissen. Sie können eine soziale Bewegung wie die Frauenbewegung in ihren vielfältigen Wirkungen, die auch durch wirtschaftliche Entwicklungen bedingt sind, nicht einordnen.
Sie möchten Teil einer Bewegung sein
Inzwischen sind Väterrechtler zu Männerrechtlern und in den Medien zu Meinungsführern gewor-den. Männer nehmen für sich in Anspruch, die eigentlich Benachteiligten, die Opfer zu sein. Damit können sie das Gefühl gewinnen, gegen das Establishment zu kämpfen und Teil einer Bewegung zu sein, die sozialen Widerstand leistet. Das stärkt in der belastenden Lage das Selbstwertgefühl, führt aber auch zu Überhöhungen und Verallgemeinerungen.
Frauen und Feminismus als Gegner
Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum nun ausgerechnet „der Feminismus“ als feste Instanz gesehen und zum Gegner, zum zu bekämpfenden Establishment wird. Sind die Frauen, die sich von ihren Partnern trennen, so häufig Feministinnen? Nur die wenigsten würden sich so bezeichnen. Frauen mit feministischem Bezug lassen sich inzwischen in einigen sozialpolitischen Verwaltungen an wichtigen Stellen finden, als das bestimmende Establishment kann ich sie weder für Familienpo-litik noch für irgendein Politikfeld wahrnehmen. Männerrechtler überhöhen die Macht von Frauen. Sicher gibt es neben Frauen, die Männer in sozialen Bereichen fördern, auch Frauen, die Macht im familiären Bereich nicht gerne abgeben. Sicher gibt es Frauen, die nicht wahrhaben wollen, dass es noch andere im Geschlechterverhältnis Benachteiligte gibt. Doch wie kann man die Männer nicht sehen, die aktiver Vaterschaft im Weg stehen? Wer über das Politikfeld Familie schaut, Führungs-männer in Unternehmen, die wenig Zeit für Kinder lassen, sieht männliche Familienrichter, die meinen, Kinder gehörten immer zu ihren Müttern. Solche Männer vertreten ein patriarchales Ver-ständnis von Männern und Frauen, das Familien in ihrer Entfaltung einschränkt. Es fehlt eine Ana-lyse der Gesellschaftsordnung, die dann reformiert werden soll.
Da wird versucht, Äußerungen von Biologen zur Erziehung von Kindern als Bestätigung für die Benachteiligung von Jungen zu nutzen. Für den Bereich der Sozialwissenschaften können Männer-rechtler wirklich zu recht sagen, dass man an feministischen Bezügen nicht mehr vorbei kommt. Aber die aktuell wichtigste Theorielinie infolge des Feminismus, der Dekonstruktivismus, ist keine vorherrschende Meinung, die gesellschaftliche Gestaltungsmacht hat. Sozialwissenschaft hat viel zu wenig Einfluss auf Politik und Wirtschaft und Medien.
Doch das Feindbild des machtvollen Feminismus wird von Männerrechtlern mit aller Kraft be-kämpft. Wer Gruppen von Menschen pauschal abwertet, entzieht sich damit einer Vernetzung mit sozialen Bewegungen, kann sich mit anderen sozialen Diskursen nicht verbinden, ist nicht Teil einer sozialen Bewegung. Auch feministische Gruppen werteten in den Anfängen des Feminismus Männer pauschal ab. Aber schon längst geht es um das Gegenteil: Die Vielfalt von Menschen ist im Mittelpunkt feministischer Theorie und Praxis, und aufgrund ihres Geschlechts Ausgegrenzte und Abgewertete erfahren viel Solidarität solange sie sich nicht selber ausgrenzend verhalten.
Kampf um Gelder
Mit ihren Provokationen einen hohen Neuigkeitswert in den Medien zu haben, ist ein Vorteil der abwertenden Haltung von Männerrechtlern. Sie können dann zutreffend noch eine Benachteiligung ausmachen: ihre Projekte erhalten tatsächlich kaum öffentliche Gelder. Und dies ganz zu recht, denn Initiativen mit ausgrenzenden Menschenbildern sollten keine öffentlichen Finanzen erhalten. Ist der Kampf um Gelder ein Grund für die Gegnerschaft zu Mädchen und Frauenarbeit? Ich fürchte die mittelständischen Männer, die sich genauso betroffen sehen wie sozial randständigen Jungen, wenn sie aus einer Bildungskatastrophe eine Jungenkatastrophe und aus Sorgerechtsverweigerungen ein Feminat machen, unter dem angeblich alle Männer leiden. Dabei hätten Männer und Frauen mehr Chancen, mehr Geld für geschlechterbewusste soziale Arbeit zu fordern, wenn sie gemeinsam vorgingen.
Solidarische Haltung nicht aufgeben
Gleichstellung eröffnet mir eine Perspektive, mit der ich analytisch alle sozialen Vorgänge betrach-ten kann. Ich brauche anderen nicht ihr Leid abzusprechen, ich sehe vielmehr Verbindungen und Gemeinsamkeiten. Es gibt Erklärungen, die nicht den nächstliegenden zum Schuldigen erklären, sondern Verbindung zu anderen sozialen Bewegungen eröffnen. Geschlechterverhältnisse können eine weitere Perspektive auf Rassismus und Umweltzerstörung geben.
Die Geschlechterforschung ist trotz der Provokationen aufgefordert, die zuhauf dokumentierten Benachteiligungserfahrungen von Männern im familienrechtlichem Bereich zum Ausgangspunkt für eine Ergänzung ihrer Perspektiven zu nehmen. Es gibt bei Männern und Jungen Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts. Es ist ein feministischer Grundgedanke, Betroffenen mit wissenschaft-licher Forschung eine Stimme zu geben. Parteilichkeit auch für diese Jungen und Männer kann und darf aber nicht zurück zu den Generalisierungen führen, die in der Anfangszeit der Politisierung der Geschlechterverhältnisse auftauchten. Es geht nicht mehr um „die“ Jungen oder „die“ Männer. So-ziologisch lassen sich bestimmte Gruppen zusammenfassen, die bestimmte Probleme und Benach-teiligungen erleiden. Die kann und muss man aber auch präzise benennen. Um ihnen zu helfen, sollte man den Blick weiten und die Ressourcen der Männer einfordern, die in unserer Gesellschaft immer noch große Gewinne einfahren.
Prof. Dr. Stephan Höyng lebt mit seiner Familie in Berlin und unterrichtet dort Jungen- und Män-nerarbeit an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen. Als Mitbegründer von Dissens e.V. be-fasst er sich seit über 20 Jahren mit dem Verhältnis verschiedener Männlichkeiten zu Erwerbsarbeit und fürsorglichem Verhalten. Er hat ein europäisches Forschungsprojekt zu Männlichkeiten in einer sich verändernden Arbeitswelt geleitet. Gegenwärtig befasst er sich mit Männern in der frühkindli-chen Erziehung.

http://streit-wert.boellblog.org/stephan-hoeyng/

"Wir sind zudem der festen Überzeugung, dass sich die bisher von Herrn Amendt, der Gruppe A-gens oder anderen Protagonisten ähnlicher Gruppierungen geäußerten Positionen in weiten Teilen nicht mit dieser Plattform vereinbaren lassen. Eine mögliche Zusammenarbeit steht daher überhaupt nicht zur Diskussion."

http://www.bundesforum-maenner.de/index.php?option=com_content&view=article&id=21&Itemid=23

Der Soziologe Stephan Hyöng sieht GM als "ein Konzept, mit dem systematisch
geschlechtsbezogene Benachteiligungen aufgespürt werden können. Es ist ergebnisoffen für die
verschiedensten Benachteiligungen der verschiedensten Gruppen"

http://www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/Kursw_GenderMainstreaming.pdf

Gender Mainstreaming - Möglichkeiten und Grenzen aus der Perspektive
von Männern1
Klaus Schwerma/Stephan Höyng
Bevor wir die Möglichkeiten und Grenzen von Gender Mainstreaming einschätzen, ein kurzer Blick zurück auf die Schwierigkeiten der bisherigen Gleichstellungspolitik und -maßnahmen.
Probleme für eine Gleichstellung der Geschlechter sehen wir weniger im rechtlichen oder formellen Bereich, dort ist Gleichstellung relativ weit vorangeschritten. Auch vereinzelte deutlich frauenfeindliche Aktionen können nicht allein die Ursache für den unzureichenden und schleppenden Prozeß der Gleichstellung sein. Schauen wir aber auf die Kultur und
Struktur von gesellschaftlichen Institutionen, können wir die Ausgrenzung von Frauen aufgrund indirekter und informeller Prozesse beschreiben.
Männerbündische Arbeitskultur
In unserer Lebens- und Arbeitswelt herrscht eine männliche Kultur vor3, die von Männern, aber auch von Frauen getragen wird. Wir möchten hier drei Aspekte aus dem informellen
Bereich von Organisationen nennen, die diese Hegemonie stützen4:
Fast allen Männern gemein ist eine interessengeleitete Wahrnehmung bzw. die
Nichtwahrnehmung von Geschlechterdifferenzen und geschlechtlichen
Diskriminierungen.
Die zwei verbreitetsten Männlichkeitsentwürfe orientieren sich an Erwerbsarbeit: Der gute Ernährer konzentriert sich auf den Beruf als Erwerb für seine Familie, für den Übererfüller sind Beruf und Karriere die zentrale Lebenswelt.
Eine männerbündische Arbeitskultur verhindert die Gleichstellung der Geschlechter in Organisationen, Betrieben und Verwaltungen. Formale Regelungen können diese nur schwer erfassen, Ausgrenzungen finden vor allem auf informelle Weise statt.

http://www.dissens.de/de/dokumente/pubs/hoeyung_schwerma-gender_mainstreaming.pdf

LP 144 Peter Jobst, bietet journalistische Dienstleistungen an in Nußdorf (Bayern) -www.pressebuero.de

Frauen spekulieren kaum
Wer jedoch erst einmal den Schritt gewagt hat, ist bei der Geldanlage oftmals wesentlich erfolgrei-cher als der Ehepartner. Denn während die Depots mancher Männer mit ihren oftmals hochspekula-tiven Titeln mit einem Lottoschein vergleichbar sind, setzen börsenerfahrene Frauen in erster Linie auf bekannte Wachstumsunternehmen, die – das beweisen gerade die vergangenen Jahre – erfah-rungsgemäß auch die interessantesten Renditen erwarten lassen. Kurzfristige Spekulationen werden indes nur dann eingegangen, wenn Gewinne nahezu programmiert erscheinen. Im Übrigen infor-mieren sich Frauen in der Regel genauer und gehen erst dann ein größeres Risiko ein, wenn auch die Chancen vollständig überblickt werden können.

Oftmals spricht einiges dafür, dass sich die Frau möglicherweise sogar federführend um die Geldan-lage kümmert. Denn beispielsweise während einer Familienpause hat sie sogar mehr Zeit, sich mit finanziellen Fragen auseinanderzusetzen und nach attraktiven Chancen zu suchen. Wenn dann auch noch die Rendite „stimmt“, ist das Ziel einer kompetenten Gleichstellung erreicht.

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=67046

LP 145 Till Steffen, geboren 1973 in Wiesbaden, Rechtsanwalt, Politiker der Grün Al-ternativen Liste (GAL), Justizsenator der Freien Hansestadt Hamburg der schwarz-grünen Koalition – www.tillsteffen.de

"Hamburg (dpa) - Hamburg und Bayern machen sich für eine gesetzliche Frauenquote für Füh-rungspositionen in der Wirtschaft stark. Das sagte der Vorsitzende der Justizministerkonferenz, Hamburgs Justizsenator Till Steffen, dem "Hamburger Abendblatt. Es reiche nicht mehr aus, nur Appelle an die Unternehmen zu richten. Bei der Justizministerkonferenz am kommenden Mittwoch wollen Hamburg und Bayern einen gemeinsamen Gesetzentwurf vorlegen, um zu zeigen, dass eine Quote machbar ist. Familienministerin Kristina Schröder hatte eine gesetzliche Vorgabe ins Ge-spräch gebracht."

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11827374/63589/Hamburg-und-Bayern-wollen-Frauenquote-in-Wirtschaft.html

LP 146 Bernhard Bueb, geboren 1938 in Tansania, Theologe und Pädagoge, lebt in Überlingen am Bodensee, im Gemeinderat Überlingen (FDP)

"Der Pädagoge Bernhard Bueb hat den Vorschlag der CDU-Ministerpräsidenten Müller und Koch für einen sozialen Pflichtdienst begrüßt, falls die Wehrpflicht und der Zivildienst ausgesetzt werden sollten. Der Buchautor ("Lob der Diziplin") frühere Rektor des Elitegymnasiums in Salem erklärte bei MDR INFO, dieser Dienst sei insbesondere für junge Männer sehr nützlich und sinnvoll: "Nach meiner Erfahrung mangelt es vielen männlichen Jugendlichen an einem natürlichen Zugang zu hilfsbedürftigen Menschen." Durch einen Pflichtdienst könnten sie lernen, dass Helfen Freude ma-chen kann.
Für Frauen ist ein solches Jahr nach Ansicht Buebs nicht unbedingt notwendig. Sie seien von Natur aus hilfsbereit und leisteten in ihrem Leben viel mehr soziale Hilfdienste, allein wenn sie Mütter würden. Zudem würden meistens die Frauen für Eltern oder Verwandte in Not da sein. "Bei ihnen ist das erzieherische Moment nicht so notwendig wie bei Männern", erklärte Bueb. Er glaube au-ßerdem, dass alle Seiten von einem Sozialen Pflichtdienst profitieren würden: die Betreuten in Al-tersheimen und Behinderteneinrichtungen, der Staat und auch die jungen Männer, denn Sie "würden sich verändern, einen Gemeinsinn und ein anderes Verhältnis zu Menschen in Not entwickeln."

http://www.mdr.de/mdr-info/7605953.html

Erziehung: Experte bemängelt das Fehlen von Männern im Bildungssystem
Jungen stecken tief in der Krise
Von unserem Korrespondenten Ralf Müller
München. Die Verwirrung wird langsam komplett: Sind die Jungen nun das starke oder das schwa-che Geschlecht? Werden die Mädchen weiterhin benachteiligt oder inzwischen sogar bevorzugt? Fest steht, das seit Jahrhunderten festgefügte Weltbild ist ins Rutschen gekommen. Jungen, behaup-tet der Coburger Buchautor und promovierte Germanist Andreas Gößling (50), "werden von unse-rem Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungssystem benachteiligt".
So provozierend sind die Thesen, die Gößling in seinem neuen Buch "Die Männlichkeits-Lücke" aufstellt, inzwischen gar nicht mehr. "Mädchen sind schon seit längerer Zeit die Leistungsträger", bestätigte Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter der Schule Schloss Salem und ebenfalls Buchautor, bei der Vorstellung der "Männlichkeitslücke" in München. Die moderne Dienstleistungsgesellschaft brauche eher die Eigenschaften, die Mädchen mitbringen. Das Karriere-Ideal sieht Bueb heute ir-gendwo "zwischen Typ Maggy Thatcher und Ursula von der Leyen".
Keine Männer in Kindergärten
Die Zahlen scheinen eindeutig: Von 1970 bis 2001 ist der Anteil männlicher Schüler an den Gym-nasien von 56 auf 46 Prozent abgestürzt während die Quote männlicher Hauptschüler von 51 auf 56 Prozent anstieg, hat Gößling recherchiert. 60 Prozent der Sitzenbleiber und 65 Prozent der Schulab-brecher sind männlich. 12,3 Prozent der männlichen Jugendlichen waren 2003 arbeitslos, aber nur 8,6 Prozent der weiblichen. Die "Jungenkrise" drückt sich nach Ansicht Gößlings auch in einem fast hundertprozentigen Monopol der Jungen auf Gewalt aus. Jungen seien öfter krank und anfälliger, hyperaktiv zu werden. Gößling benennt auch die Ursache: "Die Balance zwischen männlichen und weiblichen Elementen in Kultur und Bildungssystem ist in Schieflage geraten.
Die Männer, waren sich die Experten bei der Präsentation der "Männlichkeitslücke" in München einig, hätten sich weitgehend aus der Kindererziehung zurückgezogen. In der Regel ließen sie sich in der Familie kaum sehen, seien im Kindergarten und der Grundschule praktisch nicht existent und sogar in weiter führenden Schulen wie dem Gymnasium sei die weibliche Pädagogik auf dem Vor-marsch.
Bessere Noten für Mädchen
In Kindergärten, schildert Gößling in seinem Buch, stürzten sich die Jungen "wie Verhungernde" auf jeden jungen Mann, der dort seinen Zivildienst ableistet, oder jeden Hausmeister, der etwas re-parieren solle: Und sie reagieren tief enttäuscht, wenn die vermeintliche Lichtgestalt bald darauf wieder verschwindet. Das durchschnittliche Maß an Zeit, das Väter ihren Söhnen widmeten, sei "erbärmlich", stimmte Bueb zu.
Männliche Schüler, behauptet Gößling, seien nicht nur im Schnitt schlechter als die weiblichen Al-tersgenossinnen, sie würden auch schlechter benotet. Zumindest dann, wenn sie von einer Lehrerin unterrichtet werden. Für diese Behauptung stützt sich der Autor unter anderem auf eine Grundschul-Lese-Untersuchung aus dem Jahr 2005, wonach Jungen in den vierten Klassen der Grundschulen bei gleicher Leistung in Deutsch und Sachkunde signifikant schlechtere Noten als Mädchen erhielten.
In Brandenburg wurden Jungen bei gleicher Leistung um fast 20 Prozent schlechter eingestuft als Mädchen. Dort betrage der Anteil weiblicher Lehrkräfte 93,3 Prozent. In Baden-Württemberg, wo "nur" zwei Drittel der Grundschullehrer Frauen sind, lägen die Jungen nur um 7,2 Prozent hinter den Mädchen zurück.
"Die Schule ist was für Mädchen", zitiert Gößling in seinem Buch einen Schüler. Ex-Schuldirektor Bueb sieht das auch ein wenig so. Die deutsche Schule, sagte er, sei eine "Belehrungs- und keine Charakterschule", was den Mädchen deutlich mehr entgegenkomme als den Jungen. In Deutschland habe man "nicht den Mut, die Schüler etwas erleben zu lassen". Aber nur dadurch könnten sie ihr Selbstwertgefühl stärken, nicht mit einer "akademisierten Bildung".
"Wenn wir es nicht bald schaffen, unseren Söhnen zu helfen, werden die damit verbundenen Prob-leme unser Sozialgefüge noch nachhaltiger erschüttern, als sie es ohnehin schon tun", warnt Buch-autor Gößling.
Mannheimer Morgen
10. Juni 2008
http://www2.morgenweb.de/www/ratgeber/familie_und_erziehung/20080610_srv0000002684110.html

LP 147 Ulrich Parzany, geboren 1941 in Essen (NRW), evangelischer Theologe, Pfarrer und Prediger sowie Autor

"Weißwasser (idea) Unternehmer und Führungskräfte sollten sich als Mentoren verstehen. Wie ProChrist-Hauptredner Ulrich Parzany (Kassel) vor Unternehmern im sächsischen Weißwasser sagte, sehnen sich besonders junge Menschen nach Vorbildern und Personen, an denen sie sich reiben können. Zuhause erlebten sie oft beides nicht mehr. "Die Feigheit der Väter, sich aktiv an der Er-ziehung ihrer Kinder zu beteiligen, ist die größte pädagogische Katastrophe der letzten 30 Jahre", so Parzany.

http://www.idea.de/no_cache/startseite/aktuelle-nachrichten/newsticker/newsticker/article/46962128/

LP 148 Stefan-Götz Richter, lebt in Washington und ist Herausgeber von www.theglobalist.com - http://www.ifa.de/typo3temp/pics/778fc08085.jpg

Erstmals liegt das Schicksal der Weltwirtschaft in den Händen von zwei Frauen: Angela Merkel und Christine Lagarde. Liegt es da gut?
Obwohl wir in geschichtsbewegten Zeiten leben, haben wir die wahre Bedeutung des historischen Moments noch nicht erkannt. Das Schicksal der Weltwirtschaft liegt zum ersten Mal in den Händen von zwei Frauen, Angela Merkel und Christine Lagarde, der Bundeskanzlerin und der IWF-Chefin.
Bei allem Gerede um die Bedeutung des Barack O., Mitt R., Jintao H., Nicolas S., David C.: Wir leben in der Ära von Angela und Christine. Und im feinen Unterschied zu den Männerschlachten der Vergangenheit (à la Kennedy und Chruschtschow, Reagan und Gorbatschow) geht es bei den beiden heutigen Protagonistinnen nicht um übergroße Egos.
Frauen spielen eine immer wichtigere Rolle
Die globale Finanzkrise hat nur etwas beschleunigt, was sich seit einigen Jahrzehnten abzeichnet: Frauen werden bei der Gestaltung der politischen Zukunft der Welt eine wesentlich wichtigere Rolle spielen, als das bisher der Fall war.
Schon als Lagarde bis zum Frühsommer 2011 noch französische Finanzministerin war, gab es immer wieder Bilder dieses mächtigen Duos, wie sie im Umfeld eines Haufens Männer bei EU-Gipfeln in Brüssel vertrauensvoll miteinander sprachen, offensichtlich bestrebt, Ordnung in das Chaos zu bringen.

Noch während Lagardes Zeit in Paris kam es allerdings zu Spannungen. Die französische Regierung war bestrebt, die Deutschen anzumahnen, endlich ihre „systemisch bedingten“ Leistungsbilanzüberschüsse abzubauen. Der Hintergrund des Vorstoßes war klar. Das französische Außenhandelsdefizit steigt rapide an, was in unserem Nachbarland aktuell zu einem wenig rühmlichen Wahlkampfthema geworden ist.

Zuletzt was es der scheidende EADS-Chef Louis Gallois, der gar vor einer regelrechten Deindustrialisierung Frankreichs warnte. So ging es in den bilateralen Gesprächen der beiden Frauen nicht länger nur darum, einen gütlichen Ausweg aus der Krise zu finden. Handfeste nationale Interessen kollidierten mit wirtschaftlichen Grundüberzeugungen und Philosophien.
Dieser Zwist ist prononcierter geworden, seit Christine Lagarde als erste Frau in der Geschichte der Institution das Ruder beim IWF übernahm. Dort hat sie sich zügig den Ruf einer kompetenten Managerin erworben. Aber es gibt doch Bedenken, dass es der Preis ihres Aufstiegs war, mit den Amerikanern beim Piesacken der Deutschen gemeinsame Sache zu machen.
Und so ist es in der Zwischenzeit denn auch gekommen. Nachdem für lange Monate der amerikanische Finanzminister Tim Geithner immer wieder in die Bresche sprang, um den Europäern die Leviten zu lesen, erledigt Frau Lagarde nun diesen Job.
Phobie der Europäer
Es gibt sogar Bedenken, dass sich ein altes Spiel wiederholt, demzufolge der Hauptstellvertreter des jeweiligen IWF-Chefs, immer ein Amerikaner, die wahren Fäden in der Hand hält, während der (bisher immer europäische) Chef durch die Welt reist, um diese Weisheiten zu verkünden.
Die Amerikaner weisen solche Überlegungen und Anspielungen freilich als vollkommen unbegründet zurück. Derlei Interpretationen zeugten von einer Phobie der Europäer, die beim IWF mit allen Mitteln an ihrer immer weniger zeitge-mäßen Überrepräsentation festhalten wollten.
Was also ist – jenseits der Anspielungen und Unterstellungen – von dem Zwist Merkel–Lagarde zu halten? Beide sind Profis, wenn sie auch auf ganz andere Stilmittel zurückgreifen. Die eine setzt vom Auftritt her auf eine androgyne, französisch eingefärbte Eleganz. Die andere auf das genaue Gegenteil, eher die bodenständige, dabei sehr bürgerliche Form der Mutter Courage.
Die Bedingungen der Europäer für Athen

EINSPARUNGEN:
Beide haben sich im Laufe ihrer Karrieren in Männerwelten durchsetzen müssen. Christine Lagarde tat dies im harten Geschäft der weltweit operierenden amerikanischen Anwaltskanzleien. Vor dem Wechsel in die französische Politik stand sie an der Spitze einer dieser Kanzleien.
Angela Merkel hatte den großen Vorzug, dass sie – unbesehen aller Talente – von den Männern (und Konkurrenten) ihres unmittelbaren politischen Umfelds immer fahrlässig unterschätzt wurde. Auch wenn sie von ganz unterschiedlichen Wertvorstellungen her kommen, so ringen sie nun ernsthaft und ehrlich um den besten Lösungsweg – und zwar sowohl für die Krise der Euro-Zone als auch der Weltwirtschaft ganz allgemein.
Die Wahrheit wird am Ende, wie so häufig, in der Mitte zu finden sein. Wenn die eingangs aufgestellte These, dass es bedeutsam sei, in Zeiten zu leben, in denen zum ersten Mal Frauen das Geschehen auf der Weltbühne bestimmen, dann muss man sich fragen, ob dies einen Vorzug haben könnte.
Kompetenz zum Multitasking
Noch eine dritte im Bunde macht dieser Tage von sich reden: Hillary Clinton, mächtige Außenministerin der USA, wird als Nachfolgerin des Weltbank-Chefs Robert Zoellick gehandelt. Zufall?
Die schlüssigste Antwort ist, wie es der ehemalige kanadische Außenminister Pierre Pettigrew einmal formuliert hat, dass das Zeitalter der Globalisierung im Kern davon geprägt sein wird, dass Frauen eine sehr viel stärkere Rolle bei der Suche nach Lösungen spielen werden. Die Komplexität des Weltgeschehens kann von der bei Frauen stärker angelegten Kompetenz zum Multitasking positiv aufgefangen werden.
Und noch ein Weiteres: Sie verstehen es besser, Wege zum Interessensausgleich zu finden, anstatt aufeinander loszustürmen. Auch wenn manch einer diesen Interpretationsansatz als zu stereotyp empfinden mag, hat er zumindest den Vorzug, Hoffnung zu vermitteln – und ist bisher auch noch nicht widerlegt worden.
Pikante Formen des Rollentauschs
Bei Angela M. und Christine L. jedenfalls hat man den Eindruck, dass sie nicht fremdbestimmt sind, sondern ehrlich miteinander ringen. Dass es dabei zu pikanten Formen des Rollentauschs kommt, macht die Sache am Ende nur umso spannender.
So zelebriert die Bundeskanzlerin mit ihrem Beharren auf fiskalischer Konsolidierung die klassische Position des IWF, während sich letzterer unter Lagarde eher in der Rolle einer keynesianisch gestimmten nationalen Regierung gefällt. Auch das ist eine Form der internationalen Arbeitsteilung. Beide Frauen scheinen bemüht, ein fein abgestimmtes Pas-de-deux zu geben.
Denn am Ende braucht es ja all das, was diskutiert wird: die Konsolidierung, die Restrukturierung, die Wachstumsmaßnahmen und Rettungsschirme. Die eigentliche Schlacht geht darum, in welcher Reihenfolge all dies erfolgt. Wo auch immer man bei dieser Debatte steht, beide Lager können sich bei jeder ihrer Titaninnen wohl aufgehoben fühlen. Beide verfügen zudem über enormen Respekt im jeweils anderen Lager. Chapeau.
Der Autor ist Herausgeber von theglobalist.com in Washington D.C.
http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13873094/Angela-und-Christine.html

LP 149 Christian Schwägerl, geboren 1968 in Weiden an der Oberpfalz (RP), Wirt-schafts-, Politik- und Umweltjournalist sowie Autor - http://www.praxisnah.de/cache/images/1a3c1e30a31cb4c44ea1a8d6961e1150.jpg

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"Sie (die Frauen, Franklin) werden auf dem Arbeitsmarkt begehrt sein, weil sie in großer Zahl Bil-dung, Energie und Motivation frei Haus mitbringen. Darin unterscheiden sie sich zugleich in wach-sendem Maß vom anderen Geschlecht. Derzeit arbeitet knapp die Hälfte der Frauen zwischen fünf-zehn und vierundsechzig Jahren Vollzeit, summiert man Teilzeitjobs zu „Vollzeitäquivalenten“. Im Gegensatz dazu sind einundsiebzig Prozent der Männer erwerbstätig. Dieser Status quo verbirgt indes die Qualifikationskrise der Männerwelt. Die Erwerbsquote der Männer ist seit Jahren in einem derartig steilen Sinkflug, daß das Schweigen über das eigene Geschlecht als männertypische Reak-tion nicht mehr ausreicht.

„Während das Bildungsniveau von Männern stagniert, steigt es bei Frauen weiter“, schreibt das Berliner Familienministerium. Im demographischen Umbruch wird sichtbar, was bisher durch männliche Rituale im Wirtschaftsleben und prämoderne Zustände in der Kinderbetreuung nur mas-kiert wurde. Seit Frauen sich an Schulen und Universitäten entfalten können, ist ihr Aufstieg phä-nomenal. Anfang der sechziger Jahre waren sechzig Prozent der Gymnasiasten Jungen und vierzig Prozent Mädchen. Heute haben sich die Verhältnisse beinahe umgekehrt. 2004 besuchten vierzig Prozent der siebzehn- bis achtzehnjährigen Mädchen die gymnasiale Oberstufe, aber nur dreißig Prozent der Jungen. An den Hauptschulen ist der Jungenanteil auf siebenundfünfzig Prozent ge-wachsen. Besonders in Ostdeutschland ist die Mehrzahl der Schulabbrecher männlich.

Im Pisa-Test lagen Mädchen zwar in Mathematik hinter Jungen zurück, doch ihr Vorsprung bei der Lesekompetenz war mehr als doppelt so groß. Die Leistungsunterschiede in den Naturwissenschaf-ten fielen nur noch marginal aus. Frauen stellen inzwischen die Hälfte der Studierenden und Absol-venten an deutschen Hochschulen. Eine Umfrage der TU Darmstadt unter mehreren tausend Natur-wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen hat ergeben, daß Frauen zielstrebiger studieren und häufi-ger Auslandssemester einlegen.

Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet damit, daß „junge Frauen künftig weiter aufholen, denn sie haben die Bildungsdefizite in den letzten Jahrzehnten nicht nur verringert, sondern die jungen Männer in weiten Bereichen der allgemeinen wie beruflichen Bildung bereits überholt“. Der Frauenanteil an den Fachkräften werde „deutlich ansteigen“.

Frauen ergreifen im Durchschnitt beherzter neue Chancen als junge Männer: So sind aus Ost-deutschland seit Beginn der Wirtschaftsflaute deutlich mehr Frauen in die starken Wirtschaftsregio-nen des Westens abgewandert. Zugute kommt Frauen auch, daß sie den Dienstleistungssektor do-minieren, neben der Technologiebranche das zweite gegen Globalisierung resistente Feld, dem der Aufstieg Indiens und Chinas wenig anhaben kann. Ausbildungsstatistiker verzeichnen einen deutli-chen Trend: Gerade jene Ausbildungen in höherwertigen Dienstleistungsberufen, für die junge Frauen sich häufiger als junge Männer entscheiden, erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Nun kann man einwenden, daß der größte Fleiß und die besten Noten nichts helfen, wenn andere Qualitäten fehlen, die Männer sich zurechnen: Biß, Durchsetzungsvermögen, Ausdauer. Wo sich der Arbeitsmarkt der Zukunft konturiert, stehen inzwischen aber Männer als das schwächere Geschlecht da. Die Zahl der erwerbstätigen Frauen wuchs zwischen 1991 und 2004 um rund 1,1 Millionen, während die Zahl der erwerbstätigen Männer um rund 1,4 Millionen sank.

Seit 1991 sind in Industrie, Bergbau, Baugewerbe und anderswo zweieinhalb Millionen einfache Jobs verschwunden. Betroffen davon sind hauptsächlich Männer. In derselben Zeit entstanden 1,5 Millionen neue Stellen für Akademiker. Knapp sechzig Prozent dieser neuen Stellen haben Frauen eingenommen. Die Zahl berufstätiger Akademikerinnen ist seit 1991 um siebzig Prozent gewachsen, der Zuwachs bei Männern betrug dreiundzwanzig Prozent.

Schon diskutieren die Fachkreise, ob Frauen Männer mittelfristig aus dem Arbeitsmarkt verdrängen. Vorerst wird eine derart radikale Vorstellung verneint. Aus mehreren Gründen: Obwohl ihnen der Vormarsch in Männerdomänen wie Jura, Betriebswirtschaft und Medizin längst glückt, meiden Frauen noch innovative Wachstumsbranchen. In Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik stagniert der weibliche Anteil an Studierenden bei rund einem Drittel, und nur jeder fünfte Nach-wuchsingenieur ist eine Frau.

Zum anderen beginnt der Umbruch erst im Jahr 2010, die wirklich radikale Phase des Bewußt-seinswandels steht noch aus. So wird manch frischgebackene Mutter vom Personalchef behandelt, als wäre sie nach einem Unfall behindert. Betreuungsangebote, die mehr als Halbtagsarbeit erlauben, fallen im Westen so marginal aus, als würden Kleinkinder beim Spielen mit anderen Schaden nehmen. Und zu viele Männer geben durch Untätigkeit im Familienalltag zu verstehen, daß sie mehr Geld nach Hause bringen als ihre Partnerinnen, was wiederum deren Leistung am Arbeitsplatz mindert.

Es sind aber nur vier Jahre bis zur Umkehr der demographischen Verhältnisse. Die Nachfrage nach qualifizierten Frauen dürfte dann sukzessive jene „gläserne Decke“ durchlöchern, die bislang ihre Laufbahnen hemmte. Unternehmer werden lieber künftige Mütter einstellen, als ihre Bilanzen durch Fachkräftemangel zu ruinieren. Personaljäger werden nicht nur schicke Dienstautos zusagen, son-dern Plätze in pädagogisch exzellenten Kindergärten.

Und die Männer? Sie werden sich nicht mehr dadurch definieren können, daß ihre Partnerinnen finanziell abhängig sind und daß Frauen am Arbeitsplatz keine Konkurrenz darstellen. Ob nun ge-nau das eine Krise der Männlichkeit bedeutet, ob weibliche Gleichrangigkeit oder berufliche Über-legenheit sich mit der männlichen Psyche nicht verträgt, werden sie herausfinden müssen. Daß es aber längst eine Krise der Männlichkeit gibt, legen die Zahlen der Bildungsstatistik ebenso nahe wie die Tatsache, daß der Kinderwunsch von Männern wesentlich stärker gesunken ist als der von Frau-en.

Der Umbruch wird am heftigsten die Frauen selbst treffen. Ihnen wird die Welt zu Füßen liegen, aber sie werden zugleich ganz neue Erfahrungen machen: Es ist nicht schöner, von einer Chefin zusammengefaltet zu werden. Für ausbleibenden Aufstieg steht die Ausrede von der Benachteili-gung der Frau nicht länger zur Verfügung. Und vorbei sind die Zeiten, in denen man auch wieder aufhören kann mit der Arbeit, weil ja der Mann da ist."

Text: F.A.Z., 07.06.2006, Nr. 130 / Seite 35

LP 150 Dr. Eckhard Benkelberg, Anwalt für Familienrecht in Emmerich am Rhein (NRW) www.benkelberg.com

Eckhard Benkelberg, 01.11.2010 13:19
Sehr bedenklich, so bedenklich, dass ich das Begehren für völligen Unfug halte.
Wenn im Einzelfall ein Vater mal keinen Zuschuss beim ALGII bekommt, weil er seine Kinder am Wochenende versorgt, ist das gewöhnliches Unrecht, gegen das es Rechtsbehelfe gibt. Dass Frauen für das selbe Vergehen nicht so oft bestraft werden wie Männer, liegt daran, dass Frauen erheblich weniger zu Gewaltkriminalität neigen als Männer. Es gibt auch so gut wie keine Frau, die ihre Un-terhaltspflicht nicht erfüllt (§ 170 StGB)
Umgangsrecht des Vaters, das ihm ein Richter zugesprochen hat, ist leicht durchsetzbar mit Ord-nungsgeld und Ordnungshaft. (Ganz andere Frage ist, warum ein Vater kein Umgangsrecht zuge-sprochen bekommen hat: Nun können auch Richter irren, sie sind Menschen, aber auch da gibt es zwei Instanzen, und es müssten schon vier Richter irren. (Ich denke beim Wehklagen von Männern diesbezüglich immer an den Splitter im Auge des anderen) Männer haben Vollzeitarbeitsplätze, lieber Namensvetter, in den letzten fünf Jahren wurden eine halbe Million Frauenarbeitsplätze ab-geschafft und 1,3 Millionen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse für Frauen geschaffen, die also arbeiten, ohne fürs Alter vorsorgen zu können. Der Mann nach Scheidung baut seine Rente weiter auf, die Mutter nach Scheidung arbeit sozialversicherungsfrei, die hat - sorry - in zwanzig Jahren die Arschkarte. Und wer regiert in den Unternehmen, die Frauen nur noch als € 400,00 Kräfte einstellen? Männer.
Der Aufruf kommt mir vor als Aufruf der Jammerlappen.
Nur ein Punkt ist richtig, das ist die eindeutig verfassungswidrige "Gleichstellung" = Bevorzugung von Frauen = Benachteiligung gleich qualifizierter Männer bei Einstellungen und Beförderungen im öffentlichen Dienst. Alles andere ist wieder mal nur Wehklagen.

Quelle: http://www.freiewelt.net/nachricht-5752/m%E4nnerfeindlichkeit-stoppen---interview-mit-eckhard-kuhla.html

http://www.anwalt24.de/beitraege-news/fachartikel/was-gegen-ein-quasi-halbautomatisch-uebertragenes-...-den-vater-des-nichtehelichen-kindes-spricht-ein-fertiger-durchaus-nicht-freundlicher-schriftsatz

Wortwörtliche Auszüge:

- "Die Feiglinge, die keine Verantwortung übernehmen und deshalb nicht heiraten wollten, sehen jetzt die Chance, die Mütter ihrer Kinder unter Druck zu setzen."

- Motto des deutschen Mannes: "Ich will mein Recht: Wenn es mir schon zusteht, will ich es auch haben, selbst wenn ich nichts damit anfangen kann, außer die Mutter des Kindes zu ärgern und viel-leicht zu erreichen, dass sie auf Unterhalt verzichtet".

- "es ist die Frau, die über die notwendigen Vorrichtungen verfügt, Kinder zu empfangen, Kinder auszutragen, Kin der zu gebären und Kinder zu ernähren (womit ich nicht Füttern mit Alete, son-dern die Benut zung der Brust meine). Dass dies allein schon zu einer gänzlich anderen Einstellung der Frau zu ihrem Kind führt, als je bei einem Mann, der ja das Kind nicht geboren hat, dem es mit der Bemerkung, es sei seines, (was er glauben muss) auf den Arm gelegt wird, ist ebenso selbstver-ständlich"

- "Der Vater muss ja auch arbeiten bis vier Uhr. (nur, dass der dann Bier trinkt, während Mutter ihren Zweitberuf antritt, die Kinderbetreuung, von 16.00 Uhr bis 22.00 Uhr)"

- "Wenn Väter nichtehelicher Kinder - Feiglinge in der Regel, sonst wären sie verheiratet und hätten Verantwortung übernommen - jetzt glauben, das gemeinsame Sorgerecht leichter erhalten zu können als geschiedene Väter es nach Scheidung für sich behalten können, sind sie schief gewickelt."

- "Väter hängen sich das Schild "Menschenrechtler" um und halten sich damit für Heilige, gegen die anzutreten Blasphemie ist, die mit sofortiger verbaler Ausgrenzung zu bestrafen ist, und, selbstver-ständlich, mit der Aufforderung, zu schweigen, weil: Der Menschenrechtler, niemand sonst, ist im Besitz der Wahrheit. Die Männer-Selbstbemitleidungsgruppen - sollten so was wie ein Konzil ab-halten, einen Obervater wählen - da eignet sich ein Schauspieler, der sich auch schon mal hat ans Kreuz binden lassen - und den für unfehlbar erklären."

- "1950 kamen in Deutschland gute 10 Millionen Kinder ganz ohne Väter aus. Ich will lieber nicht wissen, wie das ausgegangen wäre, wenn sie ohne Mütter hätten auskommen müssen. Und zuletzt: Haben Frauen, oder ganz ganz überwiegend Männer, die letzten Kriege angefangen? Wurden auf dem Balkan Männer oder Frauen zu tausenden vergewaltigt? Kindersoldaten: Sind das Mädchen oder Buben? Könnte es sein, dass die Frauen, dass die Mütter, besser wissen, was gut ist für ihre Kinder, und dass es überall die Männer sind, die alles kaputt machen?"

- "ich führe derzeit zehn Verfahren für Kinder, die Umgang mit ihren Vätern haben wollen, eines für eine Mutter, die dem Vater den Umgang so lange verweigert, wie der nicht seine Absicht, das Kind nach einem Besuch zu behalten, durch Einwilligung in die Aufenthaltsregelung fallen lässt. Der Deutsche Mann kann seine Herkunft aus dem Neandertal immer noch nicht leugnen: Ich Tarzan, Du Jane, ich stark, Du schwach."

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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