Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 171-180 (Projekte)

verfasst von Oberkellner(R), 24.06.2012, 20:46

LP 171 Clemens Wergin, 1969 in München geboren, Abitur in Winnenden (BW), Studi-um der Nahostgeschichte, Islamwissenschaft und Journalismus in Hamburg, Leidenschaft für den Nahen Osten, seit 2007 Ressortleiter Ausland der Welt Gruppe, Kolumnist der Jüdischen Allgemeinen

Nun soll sie also kommen, die Frauenquote in deutschen Unternehmen. Das ist die Konsequenz aus der Hartleibigkeit deutscher Unternehmenspraxis in den vergangenen Jahrzehnten beim Thema Frauenförderung in Führungspositionen. Daran können offenbar nur radikale Maßnahmen etwas ändern. Und doch gibt es einige Gegenargumente. Denn erstens spiegeln die deprimierenden Zahlen nicht nur die Frauendiskriminierung in der deutschen Wirtschaft wieder, sondern auch die Tatsache, dass Frauen zuweilen andere Lebensentscheidungen treffen als Männer und die Gleichung: “mehr Macht und Geld wiegt schlechtere Lebensqualität auf” nicht für so logisch ansehen wie viele Män-ner. Gravierender ist aber, dass eine Frauenquote vor allem jene Männer am härtesten trifft, die der frauenfreundlichsten Generation angehören die es in diesem Land je gab und nicht etwa jener Ma-cho-Generation, die uns den Schlammassel einebrockt hat. Aus aktuellem Anlass hier noch einmal ein Essay zu diesem Thema, das vor einigen Monaten in der Welt am Sonntag erschien:
Vor einigen Wochen hat meine Kollegin Miriam Hollstein an dieser Stelle geschrieben, warum sie gerne eine Quotenfrau sein möchte und es an der Zeit findet, mit harten Maßnahmen mehr Frauen in Führungspositionen durchzusetzen. Nun wird niemand bestreiten wollen, dass die deutsche Ar-beitswelt dringend frauenfreundlicher werden muss, auch und gerade in den höheren Führungseta-gen. So wünschenswert dieses Ziel aber ist, so selten wird über die Kosten solch einer Politik gere-det. Denn was als nötig erscheint, um gesamtgesellschaftliche Geschlechtergerechtigkeit herzustel-len, schafft in vielen individuellen Fällen notwendigerweise Ungerechtigkeit. Was für das Kollektiv, für die Gesellschaft sinnvoll sein mag, ist weit weniger überzeugend, wenn es auf konkrete Lebens-situationen einzelner Menschen heruntergebrochen wird. Weil die Aufstiegschancen von einer be-stimmten Alterskohorte von Männern mit weitgehenden Frauenförderungsmaßnahmen sehr stark beschnitten würden.
Man muss sich nur einmal umhören in Unternehmen, die entweder eine echte Frauenquote für Füh-rungspositionen eingeführt haben oder eine ambitionierte Frauenförderungspolitik verfolgen, wie etwa auch die Axel Springer AG. Die Leidtragenden dieser Politik sind vor allem die Gruppe der 30- bis 40-jährigen Männer. Die schauen sich verdutzt um und fragen: Und was wird nun aus uns? Denn weil das Problem der Frauenförderung in vielen deutschen Unternehmen lange sträflich ver-nachlässigt wurde, bedarf es nun notwendigerweise einer Überkompensation an Frauenförderung, die weit darüber hinausgeht, nur gleiche Wettbewerbschancen für Frauen zu schaffen. Anders wird man die gewünschte rasche Veränderung nicht herbeiführen können. Und damit sehen diejenigen Männer, die am Anfang oder in der Mitte ihres Karriereweges stehen, die eigenen Aufstiegschancen beeinträchtigt.
Die Ironie dieser Situation liegt darin, dass die zu erwartenden drastischen Maßnahmen zur Frauen-förderung eine Männergeneration treffen werden, die ohnehin auf dem richtigen Weg war. Es han-delt sich um eine Generation, die zumindest in vielen Angestelltenmilieus die Gleichwertigkeit von Frauen am Arbeitsplatz internalisiert hat, die es schätzt, in geschlechtsgemischten Teams zu arbeiten, und die ihre Rolle auch im Privatleben als Väter und Partner anders definiert als noch die eigenen Väter. Das lässt sich auch an der ständig steigenden Nachfrage bei den Vätermonaten belegen. So setzen inzwischen ein Viertel der Väter einige Zeit aus, um ihre Kinder zu betreuen. In Bayern, Berlin und Sachsen sind es sogar etwa 30 Prozent.
Es liegt mir fern, diese Generation jüngerer Männer zu idealisieren. Zweifelsohne liegt auch hier in Beruf und Privatleben noch vieles im Argen und kann verbessert werden. Aber es kann gleichzeitig wenig Zweifel daran geben, dass es sich um die frauenfreundlichste und partnerschaftlichste Män-nergeneration der deutschen Geschichte handelt – und die soll nun für die Versäumnisse ihrer Väter büßen, wenn es nach dem Willen der EU und dem vieler deutscher Konzernlenker geht.
Bezeichnenderweise werden diese Maßnahmen etwa in Firmen von Managern beschlossen, die meist schon rein altersmäßig noch der alten Machokultur deutscher Unternehmen entspringen. Sie haben sich hochgearbeitet, ohne sich groß Gedanken zu machen über die frauenfeindliche Atmo-sphäre in der deutschen Wirtschaft und ohne sich selbst darum zu bemühen, talentierte Frauen mit nach oben zu ziehen und zu fördern. Einmal auf dem Gipfel angelangt, stellen sie nun fest, dass in den Führungsebenen unter ihnen eine fast frauenlose Ödnis herrscht, die ihrem Unternehmen zu schaden droht. Getrieben auch von der Politik haben sie nun offenbar wenig Probleme damit, wenn jüngere Männer für die Korrektur der eigenen Versäumnisse eine Reduzierung ihrer Karriere- und damit Lebenschancen in Kauf nehmen müssen. Es ist immer einfacher, harte Maßnahmen zu be-schließen, wenn sie einen selbst nicht mehr betreffen. Es handelt sich bei der neuen Verve in Sachen Frauenförderung also weniger um ein Problem zwischen den Geschlechtern, sondern um einen Konflikt zwischen unterschiedlichen Generationen von Männern. Zwischen denen nämlich, die nun als Spitzenmanager oder führende Politiker Entscheidungen treffen und denen der nachwachsenden Generation, die unter diesen Entscheidungen leiden werden.
Dabei kann kein Zweifel daran bestehen, dass es allen nützt, wenn in Deutschland mehr Frauen in Führungspositionen gelangen. Schließlich gibt es eigentlich nichts Öderes als rein männlich besetzte Leitungsrunden, in denen sich der von keinerlei zivilisierender Weiblichkeit gebremste Hang zum Herrenwitz ungehindert durchsetzt. Ohnehin ist zu viel Gleichförmigkeit, egal ob in Sachen Ge-schlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, nicht gerade förderlich für die Kreativität. Das gilt für die Politik genauso wie für die Wirtschaft. Und wir weißen Männer haben wahrlich keinen Grund zur Weinerlichkeit. Es kann aber gleichzeitig nicht angehen, dass nun gerade die Generation von jungen Männern am meisten unter der forcierten Frauenförderung leiden soll, die am wenigsten für das Problem kann, das mit der Frauenförderung behoben werden soll.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ich will kein Quotenopfer sein. Oder mindestens will ich nicht, dass vor allem meine Generation die Folgen dieser Maßnahmen allein schultern muss. Und dass die Generation von Männern, die uns diesen Schlamassel eingebrockt hat und die Rückständigkeit Deutschlands bei der Geschlechterfrage zu verantworten hat, weitgehend ungeschoren davon-kommt.

http://flatworld.welt.de/2011/10/17/frauenquote-trifft-vor-allem-die-neuen-manner/

LP 172 Horst-Eberhard Richter, geboren 1923 in Berlin, gestorben 2011 in Gießen, Psychoanalytiker und Sozialphilosoph – www.horst-eberhard-richter.de

Die Frau von heute strotzt vor Selbstvertrauen, ist attraktiv, gebildet und unabhängig. Jetzt holt sie sich auch im Bett, was sie will. Und die Männer? Sie sind erst mal überfordert
Was die TV-Serie «Sex and the City» zum Thema machte, ist längst nicht mehr nur Fiktion. Erfolgreiche Frauen machen sich lustvoll auf die Jagd und schleppen Männer ab.
«Frauen haben gewaltig zugelegt an Unabhängigkeit, Ausbildung und Kompetenz», sagt der Berner Paartherapeut Klaus Heer (65). Und dazu gehört eben auch die Lust nach befriedigendem Sex.

Wie die Zukunft der Erotik aussehen könnte, wollte der Wiener Trendforscher Matthias Horx (52) wissen. Er stellte die Frage: Wie lieben wir 2010? Kürzlich präsentierte er die Ergebnisse seiner Studie und kam zum Schluss: Es sind die Frauen, die künftig beim Sex den Ton angeben.

«Cool Cats» nennt er diese selbstbewussten und emanzipierten Frauen. Starre Rollenmuster, wie jenes, dass es grundsätzlich der Mann ist, der um eine Verabredung bittet, sind für sie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Stattdessen schlüpfen sie in die aktive Position und angeln sich die Männer, die ihnen gefallen. Bewusst umgeben sie sich mit einer verführerischen Aura, tragen heisse Dessous und erotische Accessoires. «Cool Cats» sind laut Horx Strateginnen der Erotik. Es macht ihnen Spass, Männer zu reizen und mit ihnen zu spielen. Sie wollen Sex um ihrer selbst willen, nicht mehr einem Partner zuliebe, und fordern die Befriedigung ihrer Bedürfnisse hier und jetzt.

Und wie reagieren Männer auf diese geballte Ladung Frau? «Sie sind verwirrt und verängstigt», sagt Klaus Heer. «Sie wissen nicht mehr, was sie im Bett genau tun müssen. Die Folge ist, dass sie sich verunsichert zurückziehen.» Sie verlieren die Lust am Sex.

Viele Paar- und Sexualtherapeuten beobachten eine fatale Tendenz: Dem Mann droht die Identitätskrise. Die Frauen im Aufbruch drängen mit ihrer Emanzipiertheit die Männer in die Defensive – im Job, in der Familie und eben auch im Bett. «Frauen haben zu ihren ursprünglichen Stärken neue hinzugewonnen und sich vervollkommnet», sagt der deutsche Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter. Die Männer dagegen seien «geblieben, was sie waren» und stellen sich nun gemessen an den Frauen, als «unvollständige, sozusagen halbe Wesen» dar.

Der Zürcher Psychoanalytiker Markus Fäh (50) trifft bei seiner Arbeit immer wieder auf diese Verunsicherung: «Der Mann fühlt sich bedroht, weil er ständig in Frage gestellt wird. Psychologisch gesehen, ist er das schwache Geschlecht.» Daran sind die Männer selber schuld, meint Fäh: «Sie haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Noch immer entwickeln sie eine hohle Macho-Maske, um ja nicht als weiblich identifiziert zu werden.
Dabei wäre es so einfach. Fäh: «Der Mann muss etwas mehr Gefühl zulassen, einfach etwas weiblicher und sinnlicher sein. Dann kann er es entspannt geniessen, wenn er verführt wird.» 
http://www.blick.ch/erotik/die-neue-lust-der-frauen-id164926.html

"Der moderne Kapitalismus ist krank"

In der Wirtschaftskrise haben Seelenklempner großen Zulauf. Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht im SPIEGEL-ONLINE-Interview über die medizinischen Folgen der Angst vor Jobverlust, die verdrängten Schuldgefühle von Managern - und schrankenlose Gier.
SPIEGEL ONLINE: Herr Professor Richter, haben Psychotherapeuten in der Krise mehr Patienten als zuvor?
Richter: Die Zahl der psychisch Kranken hat statistisch gesehen tatsächlich zugenommen. Viele sehen pessimistisch in die Zukunft. Das ist mittlerweile richtig verbreitet, fast wie eine kollektive Depression. Die Klienten kommen mit Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Diese Beschwerden haben mit inneren Spannungen und Sorgen zu tun. Die Krise verstärkt diesen Zustand noch. Doch oft wollen die Menschen nicht lange darüber reden, sondern schnell wieder auf die Beine kommen. Gerade solche, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben.
SPIEGEL ONLINE: Kommen denn eher Klienten, die Angst um ihren Job haben, oder sind es eher schuldgeplagte Manager?
Richter: Es sind meist Ängste vor Versagen, die Manager zu Psychotherapeuten treiben. Schuld oder Scham werden eher verdrängt. Manager nehmen sich ohnehin nicht gern Zeit für Psychotherapie und greifen lieber gleich zu Medikamenten.
SPIEGEL ONLINE: Sie sind jetzt 86 Jahre alt und haben die Große Depression im Jahre 1929 als junger Mensch miterlebt. Können Sie Parallelen zu der heutigen Krise erkennen?
Richter: Auch damals war es eine Weltkatastrophe. Was ich mitbekommen habe, war das öffentliche Bild von Armut und Bettelei, eine große Niedergeschlagenheit. Auch diesmal reicht die Verunsicherung der Menschen tiefer, als es oberflächlich den Anschein hat. Es gibt mehr heimlichen Pessimismus, als zugegeben wird.
SPIEGEL ONLINE: Woher kommt denn dieses versteckte, depressive Lebensgefühl?
Richter: Da sind die Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg. Sorge macht auch der riesige staatliche Schuldenberg mit den Spätfolgen. Niemand befürchtet durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise eine psychische Destabilisierung, die damals zum Nährboden für den Zerfall der Demokratie mit nationalistischen Ressentiments und rassistischer Verfolgung führte. Heute grassiert nur Unmut über die Bankenbranche. Doch der lässt sich schwer abreagieren, weil die Banken größtenteils nur ihren Job erledigt haben, meist ohne gegen Gesetze zu verstoßen.
SPIEGEL ONLINE: Weshalb man sie auch nicht belangen kann.
Richter: Dass sie nicht bestraft werden können, ist bezeichnend und spiegelt einen Sittenverfall in unserer Gesellschaft wider. Selbst Manager, die für eine offensichtliche Straftat belangt werden, ernten meist Milde. Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel zum Beispiel ist sogar noch mit einer riesigen Abfindung davongekommen und ins Gefängnis musste er auch nicht. Dabei hat er Steuern in Millionenhöhe hinterzogen. Immerhin ist Zumwinkel einer der wenigen, die sich zum Abreagieren von Empörung anbieten. Scharen von unverantwortlichen Zockern auf den Finanzmärkten bleiben ungeschoren.
SPIEGEL ONLINE: Wie konnte sich das Wirtschaftssystem denn überhaupt so entwickeln, dass es den unverantwortlichen Zockern, von denen Sie sprechen, freie Bahn lässt? Hat die Gesellschaft den Kapitalismus oder der Kapitalismus die Gesellschaft verändert?
Richter: Die Gesellschaft hat den Kapitalismus verändert. Eine Soziale Marktwirtschaft funktioniert nur, wenn die Gesellschaft sie auch als sozial und gerecht versteht. Das alles muss von innen kommen. Wenn die Menschen Gerissenheit, Habgier und Rücksichtslosigkeit als Erfolgsantriebe bejahen, entsteht der Raubtierkapitalismus. Das Wirtschaftssystem spiegelt den Reifezustand der Gesellschaft wider. Dann nennt sich eine Marktwirtschaft sozial, ist es aber nur noch vom Etikett her.
SPIEGEL ONLINE: Man kann also nicht durch schärfere Regeln ein besseres Wirtschaftssystem schaffen?
Richter: Schärfere Regelungen und deren Kontrollen sind notwendig. Aber eine Kultur der Fairness und der Humanität entsteht erst, wenn sich der Geist ändert. Erst dann verdient die Marktwirtschaft Vertrauen.
SPIEGEL ONLINE: Wann hat denn die Gesellschaft angefangen, einen Raubtierkapitalismus zuzulassen?
Richter: Als der Sozialismus Ende der achtziger Jahre zusammenbrach, sah es so aus, als wäre das der endgültige Sieg des Kapitalismus. Niemand zog dieses System mehr in Zweifel. Die Schrankenlosigkeit der Freiheit war die große Hoffnung. Das war aber der Durchbruch von Maßlosigkeit und Gier.
SPIEGEL ONLINE: Ist es nicht natürlich, dass der Mensch gierig ist?
Richter: Wenn man wie ich mehr als ein halbes Jahrhundert den Menschen zuhört und die Politik beo-bachtet, merkt man, dass die Menschen sich verändert haben. Als Adam Smith Mitte des 18. Jahrhun-derts die liberale Marktwirtschaft erfunden hat, hat er gleichzeitig ein dickes Buch über "Die Theorie der ethischen Gefühle" geschrieben. Er war der Meinung, dass die egoistischen Antriebskräfte durch ein Gegengewicht von sozialen Gefühlen vor Maßlosigkeit bewahrt werden würden. Doch das funktioniert heute nicht mehr. Das Schwinden sozialen Verantwortungsgefühls ist die Krankheit des modernen Kapitalismus.
SPIEGEL ONLINE: Ist die Art von freier Marktwirtschaft, die sich Adam Smith vorgestellt hat, überhaupt möglich?
Richter: Ich setze heute große Hoffnung auf die laufende Stärkung der Frauen in allen Berufen. Ich behaupte: Die Finanzkrise wäre nicht in die katastrophale Zockerei entglitten, hätten Frauen in dieser Branche schon deutlich mehr Führungspositionen innegehabt.
SPIEGEL ONLINE: Was machen denn Frauen anders?
Richter: Die Wertewelt von Frauen ist stärker durch Hilfsbereitschaft und Teilen mit anderen geprägt als bei Männern. Das zeigen Vergleichsstudien. Das ebenbürtige Einrücken der Frauen in Führungspositionen ist noch mitten im Gang und wird sich vermutlich eher noch beschleunigen.
SPIEGEL ONLINE: Aber werden die Männer in Führungspositionen nicht versuchen zu verhindern, dass Frauen ihnen diese Positionen streitig machen?
Richter: Es gibt natürlich Widerstände. Die Männer haben Angst, ihre Dominanz zu verlieren und unterdrücken vielfach schon die eigene moralische Sensibilität, um nicht als weichliche Gutmenschen zu erscheinen. Gerissenheit, Habgier und Egoismus werden in unserer Gesellschaft als Erfolgsfaktoren angesehen. Güte, Großzügigkeit, Ehrlichkeit stehen für Versagen. Wenn wir mehr Frauen in Führungspositionen in der Finanzindustrie haben, dann wird sich das ändern. Dann stehen die notwendigen Finanzmarktregeln in Zukunft nicht nur auf dem Papier, sondern werden auch befolgt. Dann könnte Adam Smiths Vision der Marktwirtschaft Wirklichkeit werden.
Das Interview führte Friederike Ott

http://web.archive.org/web/20091120193915/http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,643304,00.html

LP 173 Dr. Erwin Rasinger, Aut , geboren 1952 in Wien, Arzt und Gesundheitssprecher der ÖVP, Abgeordneter des Österreichischen Nationalrates - http://www.springermedizin.at/img/db/thumbs/19398_190x0-width_img.jpg

Gesundheitssprecher Rasinger: "Ich wäre beim Test durchgefallen"
Wien - "Ich halte mich für einen ganz passablen Hausarzt" , sagt Erwin Rasinger: "Schließlich kommt die halbe Regierung zu mir." Ein Glück nur, dass der 57-Jährige seine Karriere schon vor Jahrzehnten gestartet hat. "Denn heute" , sagt Rasinger, "hätte ich keine Chance, jemals Arzt zu werden" .
Schuld, meint der Gesundheitssprecher und Nationalratsabgeordnete der ÖVP, seien die Auf-nahmetests fürs Medizinstudium. Hunderte Anwärter bleiben dabei Jahr für Jahr auf der Strecke, darunter stets überproportional viele Frauen. Diese Schieflage zeigt sich auch beim aktuellen Ergebnis aus Innsbruck: Frauen ergatterten lediglich 43,8 Prozent der Studienplätze, obwohl sie 55,2 Prozent der Kandidaten stellten.
Halbe-halbe an den Unis
Rasinger glaubt nicht, dass die gescheiterten Bewerberinnen per se schlechtere Voraussetzungen für den Arztberuf mitbrächten. Er fordert deshalb eine gesetzliche 50-Prozent-Quote an den Medizin-Universitäten: "Die Hälfte der Studienplätze soll an Frauen vergeben werden."
Die Tests zeigten, wer eher Chancen habe, das Studium in Mindestzeit zu beenden, argumentiert Rasinger: "Aber sie sagen nichts darüber aus, ob jemand einmal ein guter Arzt wird." Empathie und "Herzenswärme" hält er für seinen Beruf für wichtiger als mathematische Formeln - aber derartige Eigenschaften könne ein Test nicht abprüfen. Oder: "Ein Mediziner muss kombinieren und Diagnosen vermitteln können und nicht 3000 Seiten auswendig lernen."
Aus Interesse hat sich der Allgemein- und Sportmediziner ins Lernheft zum Test vertieft. Seine Conclusio: "Ich wäre durchgefallen." Schwierigkeiten hätte ihm etwa sein schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen gemacht, das bei der Prüfung abgetestet wird. "Das braucht man als Chirurg, der mit der Knopflochkamera operiert, aber beispielsweise nicht als Hausarzt oder Psychiater." Es sei unfair, Zugangshürden nach solch einseitigen Kriterien aufzubauen, meint Rasinger: "Welche Richtung ein angehender Arzt einschlägt, entscheidet sich dann eh während des Studiums."
Quote auch für Minderheiten
Weil die Tests für bestimmte Gruppen offenbar "gravierende Nachteile" brächten, würde der ÖVP-Politiker nicht nur Frauen fördern. Rasinger wünscht sich à la USA auch eine Extraquote für Minderheiten und Menschen mit Behinderungen, die bei den Auswahlverfahren sonst nie eine Chance hätten. Und Universitäten sollten sich ein bestimmtes Kontingent aus dem Kreis von Bewerbern gezielt aussuchen können: "Wenn ein junger Mensch etwa ein Jahr beim Roten Kreuz gearbeitet hat, ist das auch eine Qualifikation."
Rasinger will seine Idee Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) schmackhaft machen. Einspruch könnten allerdings Juristen erheben. Der Verfassungsrechtler Heinz Mayer meint, dass eine derartige Frauenquote das Diskriminierungsverbot verletze, weil es besser qualifizierte Männer benachteilige: Bevorzugt könnten Frauen nur bei gleicher Qualifikation werden. Rasinger sagt: "Lassen wir's drauf ankommen!"(Gerald John/DER STANDARD-Printausgabe, 13.8.2009)

http://derstandard.at/1250003356959/Nach-Mediziner-Tests-VP-fuer-Frauenquote-an-Med-Unis

LP 174 Sven Schmalfuß – geboren 1981 in Offenbach/Main, Studium der Philologie und Politikwissenschaft - Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Studieneinheit Gender Studies der Universität Regensburg - sven-schmalfuss@klinik.uni-regensburg.de

Sven Schmalfuß M.A., Studieneinheit Gender Studies und Public Health, Universität Regensburg, ein. Schmalfuß referiert zum Thema "Von Lucretia bis Kachelmann: Vergewaltigung im Spiegel der Kultur".

Vergewaltigungen waren schon immer mehr als ein „simples“ Gewaltverbrechen; mehr als die se-xuelle Inanspruchnahme einer Person gegen deren Willen.

Jenseits der nicht herunterzuspielenden persönlichen physischen und psychischen Schäden des Op-fers, öffnen sich noch weitere Dimensionen, die vor allem in der kulturellen Spiegelung von Verge-waltigung offenkundig werden.

Vergewaltigungen sind auch immer Ehrverletzungen, Besitzinanspruchnahmen und/oder Racheakte. Hierbei ist aber durchaus ein Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung zu sehen. Der Art, Stärke und den Richtungen dieses Wandels durch die Jahrhunderte nimmt sich dieser Vortrag an.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Raum 106 des Hauptbaues der Wirtschaftswissenschaftli-chen Fakultät (Auf der Schanz 49, Ingolstadt).

Quelle: Katholische Universität Eichstätt-Ingols

http://www.brennessel.com/brennessel/news/detailview.php?ID=109959
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_II/Gender_Studies/seiten/ueber_uns/team.htm
Vortrag am 12.05.2011 „Ich bin doch keine Emanze! Ist der (politische) Feminismus tot? (RESI – Regensburger Schwulen- und Lesbeninitiative)

LP 175 Kurt Röttgen, geboren 1950, Chefredakteur Abendzeitung von 2000-2005

Die Kraft ist weiblich
Schiedsrichterin, Boxerin, Soldatin, Kanzlerin, Staatspräsidentin – es gibt keine Männerbastionen mehr. Wozu auch?
Frauen können stärker als Männer sein, befand Veronica Ferres, nachdem sie Millionen Fernsehzu-schauer als couragierte „Frau vom Checkpoint Charlie“ beeindruckt hatte. Weil sie, so die Münchner Schauspielerin, „brennen für das, was sie erreichen wollen“. Der venezolanische Staatschef Hugo Chavez erwartet von ihnen sogar die Lösung globaler Probleme wie Klimawandel oder Be-völkerungsexplosion. Den Glückwunsch an Argentiniens neue Präsidentin Cristina Kirchner verband er mit einer für lateinamerikanische Machos erstaunlichen Erkenntnis: „Frauen werden die Welt retten.“
Sie begnügen sich nicht länger mit der Hälfte des Himmels, schreibt Alice Schwarzer im Jubilä-umsbuch „Emma, die ersten 30 Jahre“ – „sie wollen die Hälfte der Welt“.
Ob Angela Merkel im November 2005 zur ersten Bundeskanzlerin gewählt wurde oder Monika Piel zwölf Monate darauf an die Spitze des größten ARD-Senders Westdeutscher Rundfunk (WDR), ob Regina Halmich im Boxring zur hoch bezahlten Hauptkämpferin aufstieg, Frauen seit einigen Jahren den Lufthansa-Airbus fliegen oder vor dem Europäischen Gerichtshof das Recht erstritten, in der Bundeswehr Dienst an der Waffe leisten zu dürfen: Reihenweise sind Männerfestungen gefallen, die als uneinnehmbar galten.
So avancierte die Frauen-Nationalelf, vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erst 1982 zu offiziellen Länderspielen zugelassen, zum Publikumsrenner. Bis zu 11,53 Millionen Fans sahen am letzten Septembersonntag im ZDF das Weltmeisterschaftsfinale gegen Brasilien, der Marktanteil betrug über 50 Prozent. „Frauenfußball ist manchmal attraktiver als das athletische Spiel der Männer“, resümierte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach dem zweiten Titelgewinn in Folge. Amtsvorgänger Peco Bauwens hatte das bis 1970 geltende Verbot von „Damenfußball“ noch mit „Verschwinden der weiblichen Anmut im Kampf um den Ball“ begründet.
Die ersten Frauen, die es wagten, in der Öffentlichkeit gegen den Ball zu treten, mussten sogar um das körperliche Wohlergehen fürchten. So berichtete die Frankfurter Metzgerstochter Lotte Specht, dass „Männer Steine nach uns geworfen haben.“ Sie hatte 1930 den 1. DFC Frankfurt gegründet, nach einem Jahr jedoch vor den ständigen Anfeindungen resigniert.
Womöglich markiert der Herbst 2007 für Historiker einmal den Niedergang des Patriarchats. Mit der Sozialpädagogin Hannelore Ratzeburg schaffte erstmals in der 107-jährigen DFB-Geschichte eine Frau den Sprung ins Präsidium. Und als erste Schiedsrichterin pfiff Bibiana Steinhaus (28) ein Spiel in den beiden höchsten deutschen Männerligen. „So untheatralisch und angenehm“, beobachtete Sportpsychologe Hans-Dieter Hermann während der Partie Paderborn gegen Hoffenheim, „dass sich mancher männliche Kollege eine Scheibe abschneiden könnte“. Den begehrtesten Job für die Fußball-WM der Frauen 2011 in Deutschland bekam kein Mann, sondern Steffi Jones. Die 34 Jahre alte frühere Nationalspielerin aus Frankfurt, Tochter einer Deutschen und eines farbigen US-Soldaten, leitet das Organisationskomitee.
Selbst zu Wasser ist es nicht mehr so, wie es war. Seit jeher galt der Spruch „Frauen an Bord bringen Totschlag und Mord“ als eine Art Credo unter Seefahrern. Jetzt meldete die „Frankfurter All-gemeine Zeitung“: „Frauen segeln besser. Wieder fällt eine Bastion der Männer.“ Auf der Hambur-ger Außenalster gewannen die Berlinerinnen Ulrike Schümann, Julia Beck und Ute Höpfner die „Meisterschaft der Meister“, bei der die besten deutschen Seglerinnen und Segler in Booten gleicher Bauart antraten.
Am eindrucksvollsten ist jedoch, wie sich die nur 1,60 Meter große und 50 Kilogramm schwere Regina Halmich in der rauen Männerwelt Boxen behauptet. „Frauen sind von Gott für die Küche, das Haus und das Bett bestimmt“, schwadronierte Kiews Oberbürgermeister Alexander Omel-schenko, als sie im Dezember 1998 bei einer Boxgala der Klitschko- Brüder in der ukrainischen Hauptstadt kämpfte. Halmich war da bereits drei Jahre Weltmeisterin, aber nicht nur in der Fremde mangelte es an Anerkennung und Respekt. „Man will nicht sehen, dass sich Frauen ins Krankenhaus schlagen“, erklärte Boxpromotor Wilfried Sauerland.
Nächsten Freitag boxt die 31-Jährige zum letzten Mal: In ihrer Heimatstadt Karlsruhe, vor ausver-kauftem Haus, das ZDF überträgt live. Die besten Plätze am Ring kosten 431 Euro. Über fehlende Resonanz oder eine Benachteiligung als Frau muss Halmich nicht mehr klagen. Seit Jahren ist sie der Star des Kampfabends, Männer bilden das Rahmenprogramm. Sie garantiert volle Hallen und Einschaltquoten ab fünf Millionen aufwärts, kassiert die höchsten Gagen.
Das habe sie nicht mal geträumt, sagt die frühere Anwaltsgehilfin. Halmich war zwar nie die unter-privilegierte Frau, die in Clint Eastwoods Boxdrama „Million Dollar Baby“ ihr kleines Lebensglück mit den Fäusten erzwingen will. Aber sie war besessen von der Idee, Frauenboxen in Deutschland zu etablieren. „Dieser Ehrgeiz, das ständige Streben nach dem perfekten Boxkampf“, so Halmich, sei immer größer gewesen als die Angst vor Schlägen und Verletzungen.
Halmich schaffte den Spagat zwischen Leistung und Entertainment, in der medialen Spaßwelt eine Voraussetzung für Erfolg. Von 55 Kämpfen hat sie nur einen verloren. Den WM-Titel verteidigt sie kommende Woche gegen die Israelin Hagar Shmoulefeld Finer zum vierundvierzigsten Mal. Es passt zu ihr, wenn sie ankündigt: „Sollte ich verlieren, werde ich noch einmal antreten. Ich verab-schiede mich nicht mit einer Niederlage.“ Das ist kein übliches Ballyhoo, um bereits den Rückkampf anzuheizen. Halmich nimmt ihre Pionierrolle ernst.
Populär wurde die zielstrebige Boxerin allerdings erst, als sie 2001 TV-Sprücheklopfer Stefan Raab im Geschlechterkampf das Nasenbein brach. Die zum „Revanchefight“ hochgejazzte Neuauflage sechs Jahre später sahen 19 500 Zuschauer in der bis zum letzten Platz gefüllten Kölnarena und 7,74 Millionen bei Pro Sieben. Dass sie dem 22 Zentimeter größeren und 34 Kilo schwereren gelernten Metzger Raab abermals das dicke Fell gerbte, war für Halmich eine „megageile Show“, für einen nüchternen Experten wie den ehemaligen Klitschko-Trainer Fritz Sdunek eher „Klamauk“. Halmichs Gage: geschätzte eine Million Euro.
Von Selbstinszenierung versteht Halmich offensichtlich nicht weniger als vom Boxen. Schon Thomas Gottschalk staunte in seiner „Late Night“ über die damals kaum bekannte Achtzehnjährige, die völlig unbefangen mit ihm plauderte. Halmich trat bei „Wetten, dass..?“ auf, ließ sich nackt für „Playboy“ und „Max“ fotografieren, veröffentlichte zwei Bücher: ihre Autobiografie „... noch Fra-gen?“ sowie „Die Kraft ist weiblich“, ein persönlicher Fitnessratgeber. Mit der Zeit interessierten sich immer mehr Menschen für die umtriebige Badenerin. Die höchste Auflage in diesem Jahr brachte dem Fachmagazin „Boxsport“ das Heft, das Halmich in schwarzen Dessous und High Heels auf dem Titel zeigt.
Halmich setzt weiter auf das Medium, dem sie den Aufstieg verdankt. Für Pro Sieben moderiert sie künftig Kampfabende, worauf sie sich mit einem Coachingprogramm intensiv vorbereitet. Das Fernsehen, so Halmich, „hat beim Frauenboxen Gott sei Dank keine Berührungsängste mehr. Es wird nicht mehr zwischen Frau und Mann unterschieden, nur die Quote zählt“. Damit das Geschäft weiter floriert, suchen TV-Sender und Veranstalter eine Nachfolgerin mit Halmichs Boxtalent und PR-Qualitäten.
Erste Erfolgsmeldungen werden bereits verbreitet. „Ich baue Alesia Graf und Ina Menzer zu neuen TV-Stars im Frauenboxen auf“, verkündete etwa Klaus-Peter Kohl, Chef des Universum-Boxstalles. Die 26-jährige Mönchengladbacherin Menzer, „Dynamit-Ina“ genannt, hat ihr BWL-Studium un-terbrochen; sie hofft auf einen lukrativen Fernsehvertrag. So wie Susi Kentikian (Kampfname: „Kil-ler- Queen“) oder Julia Sahin, die vom Boxen allein nicht leben kann und nebenher als Betriebs-schlosserin arbeitet. Oder auch Deutschlands beste Kugelstoßerin Nadine Kleinert. Nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking will sie Boxerin werden.
Doch im internationalen Vergleich dominieren neben Halmich eher die starken Ausländerinnen. Muhammad Alis Tochter Laila zum Beispiel oder die Russin Natascha Ragosina, die auch außerhalb des Boxringes den branchentypischen Erwartungen entspricht. Vor dem Kampf im Berliner Hotel „Maritim“ ließ sie sich mediengerecht von Udo Walz das Blondhaar frisieren und nach ihrem kurzrundigen K.-o.-Sieg über eine Gegnerin aus der Dominikanischen Republik posierte sie lächelnd im 25 000 Euro teuren Zobelumhang.
Die Befürchtung, der Boom im deutschen Frauenboxen könnte nach Halmichs Rücktritt abflauen, ist nicht unbegründet. Im Gegensatz zum Fußball haben die Erfolge der Weltmeisterin aus Karlsruhe keine Sogwirkung entfaltet. Während in den letzten zehn Jahren die Zahl der Fußballerinnen um 24 Prozent auf 955 188 anstieg, sind im Deutschen Boxsport-Verband gerade mal 150 Amateurbo-xerinnen registriert. Dazu kommen rund zwei Dutzend Profis.
Frauen interessieren sich in Boxklubs hauptsächlich für die Gymnastik. Sie beteiligen sich auch gern am Boxtraining, steigen aber seltener zu Wettkämpfen in den Ring. Aus Furcht vor Schmerzen, Blessuren oder öffentlicher Demütigung. Anders als im Breitensport Fußball fehlt das Netzwerk der Mitspielerinnen, oft auch die Unterstützung durch Familie und Freunde.
Wenn sie im frühen Teenageralter zum Boxen ging, erinnert sich Regina Halmich, waren die Eltern besorgt, ob sie wohl heil zurückkomme. Dass Mädchen auf Bolzplätzen beim Fußball mitmachten, war hingegen vor Jahrzehnten schon selbstverständlich. „Bei Regen musste ich mit meinen beiden Brüdern Skat spielen, wenn die Sonne schien, Fußball“, erzählt die Kölner Sportjournalistin Irmgard Stoffels, mit der SSG Bergisch-Gladbach 1977 Deutsche Meisterin. Auf die von Männern oftmals verbreitete Meinung, Frauenfußball sei unästhetisch, hätten ihre Gladbacher Teamgefährtinnen mit „Emanzipationsgehabe“ reagiert. Dabei, so Stoffels, „kannten die meisten das Wort Emanzipation nur vom Hörensagen. Sie spielten nicht Fußball, um Männern etwas zu beweisen, sondern weil es ihnen Spaß machte“.
Heute empfinden selbstbewusste Frauen ihre immer stärkere Rolle in allen gesellschaftlichen Berei-chen als Normalität. „Sie lassen sich von Widrigkeiten nicht schrecken, leben ihre Visionen aus“, sagte Barbara Dickmann der Münchner „Abendzeitung“. Auch deshalb, erkannte die Leiterin des TV-Frauenmagazins „Mona Lisa“, sei die Achtung der männlichen Kollegen vor dem weiblichen Geschlecht gewachsen.
Wobei Alice Schwarzers Ziel noch längst nicht erreicht ist. Nur zehn Prozent aller Topführungskräfte in Europa sind Frauen. Laut EU-Gleichstellungsbericht 2007 liegt das weibliche Durchschnitts-einkommen je Arbeitsstunde um 15 Prozent unter dem der Männer. In deutschen Betrieben beträgt die Frauenquote auf der Führungsebene 25 Prozent, Tendenz langsam steigend. Allerdings haben nur vier Prozent der Großunternehmen eine Chefin.
Dass es im Sportjournalismus kaum Frauen in Führungspositionen gibt, bemängelt die eigene Be-rufsorganisation. Immerhin diente er Maybrit Illner oder Anne Will als Sprungbrett für die Talk-show-Karriere. Sabine Töpperwien leitet beim WDR die Hörfunk-Sportredaktion, auf dem Weg nach oben waren Männer nicht immer hilfreich. „Mädchen, mit Ihnen soll ich über Fußball reden?“, fragte Trainer Otto Rehhagel herablassend die junge Reporterin. „Schicken Sir mir doch lieber Ihren Bruder.“
Franz Beckenbauer hingegen erwies sich als lernfähig. Wegen seinen kruden Thesen – „In Spitzen-berufen sollten Frauen dem Mann nur beratend zur Seite stehen, ihre Qualitäten liegen im Aus-gleich“ – hatte ihn die „Emma“-Redaktion vor Jahren zum „Pascha des Monats“ gekürt. Jetzt outete sich der „Kaiser“ als Bewunderer weiblicher Stärke: „Unsere Fußball-Weltmeisterinnen haben Fan-tastisches geleistet.“
Doch gerade wegen ihrer Erfolge in Männerdisziplinen ist es den Sportlerinnen offenbar wichtig, dem klassischen Frauenbild zu entsprechen. So beteuert Regina Halmich stets, kein „Mannweib“ zu sein. Und während Klaus Wowereit ganz selbstverständlich davon ausgeht, als Schwuler Kanzler werden zu können oder Fernsehfrau Anne Will sich zur lesbischen Liebe bekennt, schotten die Fuß-ballerinnen sich immer noch ab. Auf 20 bis 40 Prozent wird der Lesbenanteil im Frauenfußball ge-schätzt, aber kaum jemand traut sich, dazu zu stehen.
Regina Halmich hat sich für „Playboy“ und „Max“ auch ausgezogen, weil sie nicht nur als Frau in kurzer Hose wahrgenommen werden wollte, die verschwitzt und mit roten Flecken im Gesicht auf ihre Gegnerin eindrischt. Die Leute sollten sehen, dass „eine Boxerin nicht zwangsläufig maskulin sein muss“. Narben haben die Kämpfe kaum hinterlassen, es macht Halmich stolz und ihren Le-bensgefährten Andreas Jourdan heilfroh. Die zweimal gebrochene Nase wird demnächst gerichtet.

http://www.tagesspiegel.de/politik/geschichte/geschichte-die-kraft-ist-weiblich/1104146.html

LP 176 José Luis Zapatero, ESP, geboren 1960 in Valladolid (Spanien), ehem. Minister-präsident Spanien, Politiker der PSOE, Vater zweier Töchter

Von Helene Zuber
Gleichberechtigung - im Regierungsprogramm des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero hat sie Priorität. Gleich neun Frauen hat er in sein neues Kabinett geholt. Und eine Schwan-gere befiehlt gar über die Streitkräfte.
Hamburg - Die blonde Frau in der weißen Umstandsbluse über der beigen Hose nahm in der erbar-mungslosen Morgenhitze auf der Militärbasis von Herat die Parade der internationalen Truppe ab. Neun Stunden war die frisch ernannte spanische Verteidigungsministerin von Madrid aus geflogen, um ihren 780 in Afghanistan stationierten Landsleuten den Rücken zu stärken – und zu beweisen, dass eine im siebten Monat Schwangere ihr Amt voll ausfüllen kann. "Zu Befehl, Frau Ministerin", riefen die Soldaten Carme Chacón, 37, gutgelaunt zu und salutierten, während sie Hände schüttelnd die Reihen abschritt.
Mit der Übertragung des Kommandos über 150.000 Soldaten, die auch in prestigebringenden Aus-landsmissionen eingesetzt sind, an die Juristin aus Katalonien hat Ministerpräsident José Luis Ro-dríguez Zapatero gleich mehrere Signale auf einmal gesetzt. Die Spitzenkandidatin für Barcelona hatte entscheidend zu seinem zweiten Wahlsieg am 9. März beigetragen. "Es wird Zeit, dass katala-nische Minister sich wieder um Staatsangelegenheiten kümmern", hatte Zapatero ihr gesagt, als er Chacón per Handy um ihre Zusage bat.
In der vergangenen Legislaturperiode hatten einige konservative Generäle gerade die Politik der Sozialisten gegenüber den 17 autonomen Regionen, wie in Spanien die Länder heißen, als Bruch der nationalen Einheit gegeißelt. Denn Zapatero hat eine Reform der Länderverfassungen ermöglicht, so dass auch die Katalanen noch mehr Autonomie von Madrid erzielen konnten. Deshalb nannten rechte Medien jetzt Chacóns Berufung eine "Provokation".
Erste Schwangere in der Regierung
33 Jahre nach dem Tod des Diktators General Francisco Franco, betonte nun die Verteidigungsmi-nisterin aus Katalonien in Herat die Bedeutung der Friedensmissionen: "Ich will euch den Respekt und Stolz bezeugen, den Spanien und wir als Spanier für eure noble Aufgabe empfinden."

Die Staatsrechtlerin, die 2004 zur Vizepräsidentin des Parlaments gewählt worden war, und der Zapatero im vergangenen Juli das Wohnungsbauministerium anvertraute, ist die erste Schwangere im spanischen Kabinett. Was eine Sensation in dem stark vom traditionellen katholischen Frauenbild geprägten Land ist, interpretierte Chacón bei ihrem Amtsantritt gelassen als "Beweis für die Integration der Streitkräfte in die spanische Gesellschaft".
Die Geburt ihres Sohnes erwartet die engagierte Politikerin, die im Dezember den ehemaligen Staatssekretär im Präsidialamt standesamtlich geheiratet hat, für Juni. Zumindest bis nach der Sommerpause wird sie Mutterschaftsurlaub nehmen. Als eine wichtige Mission sieht die energische Verfechterin von Zapateros "Neuem Weg" im Sozialismus, den Frauen verstärkt Zugang in die spa-nische Berufsarmee zu verschaffen und ihren Aufstieg in höhere Ränge zu fördern.
Vom Flamenco-Institut in die Regierung
Während seiner ersten Legislaturperiode ab April 2004 hatte der Sozialist Zapatero schon internati-onal Aufsehen erregt mit einem weiblichen Stellvertreter, María Teresa Fernández de la Vega, und einer Ministerriege, in der gleich viele Frauen wie Männer vertreten waren. Nun setzte er gar noch eine Ministerin drauf.
Die Jüngste, die seit der Rückkehr zur Demokratie im Ministerrat Platz nehmen durfte, ist Bibiana Aído, 31. Mit der Betriebswirtschaftlerin, die bislang das staatliche Flamenco Institut leitete, ver-stärkte der Ministerpräsident, 48, die Generation der Dreißigjährigen in der Regierung.
Die Andalusierin soll nun im eigens geschaffenen Ministerium für Gleichberechtigung eine der Pri-oritäten der Politik für die kommenden vier Jahre durchsetzen: "Diskriminierung in allen Bereichen der Gesellschaft zu beseitigen", wie Zapatero in seiner Regierungserklärung versprach. "Da könnte ich ja gleich ein Amt für Güte, Liebe und Überfluss einrichten", verspottete die Chefin der Regie-rung der Autonomie Madrid, Esperanza Aguirre von der konservativen Volkspartei, die Fraueniniti-ative ihrer politischen Gegner.
Vor vier Jahren hatten die Sozialisten als Erstes das Gesetz zur Gewalt gegen Frauen einstimmig im Parlament eingebracht. Später setzten sie eine Quotenregelung für die Wahllisten durch, in denen mindestens 40 Prozent Frauen vertreten sein müssen. Dadurch konnten bei den letzten Kommunal-wahlen rund 2000 Bürgermeisterinnen und Stadträtinnen mehr in die Gemeinden einziehen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/spaniens-kabinett-neun-frauen-fuer-zapatero-a-549472.html

Gesetz gegen Diskriminierung: Spanien führt jetzt Frauenquoten für Wahllisten ein

Spanien hat in einem weit reichenden Gesetz zur Gleichberechtigung eine Frauenquote für die Kan-didatenlisten bei Wahlen eingeführt. Danach müssen bei Parlaments-, Regional- und Kommunal-wahlen künftig auf den Kandidatenlisten zwischen 40 und 60 Prozent Frauen stehen. Ein Gleichstellungsgesetz, das mit großer Mehrheit im Madrider Parlament verabschiedet wurde, schreibt vor, dass weder Frauen noch Männer auf den Wahllisten mehr als 60 Prozent der Bewerber stellen dürfen.
Für das Gesetz votierten 192 Abgeordnete aller Fraktionen mit Ausnahme der konservativen Volks-partei (PP), deren 119 Parlamentarier sich der Stimme enthielten. Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern werden durch das Gesetz verpflichtet, in Tarifgesprächen mit den Gewerkschaften Maßnahmen zur Förderung von Frauen auszuhandeln. Zudem sollen in einem Zeitraum von acht Jahren mindestens 40 Prozent der Vorstandsmitglieder Frauen sein.

Das Gesetz soll dazu beitragen, der Diskriminierung von Frauen im Beruf und in der Gesellschaft ein Ende zu setzen. Nach einer Untersuchung des Statistikinstituts verdienen Frauen in Spanien trotz gleicher Qualifizierung durchschnittlich 40 Prozent weniger als Männer. Außerdem geben jährlich rund 400.000 Frauen ihren Beruf auf, um sich um Kinder und Familie zu kümmern.

Recht auf Vaterschaftsurlaub
Männer erhalten durch das Gesetz ein Recht auf einen Vaterschaftsurlaub. Die Dauer soll zunächst auf zwei Wochen beschränkt sein, bis 2013 aber auf vier Wochen ausgedehnt werden. "Das Gesetz wird die Gesellschaft radikal zum Guten und für immer verändern", sagte Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Seine Regierung besteht zur Hälfte aus Frauen und Männern. Demgegen-über bezeichnete die PP den sozialistischen Regierungschef als einen "Salon-Feministen". Das Ge-setze befasse sich nicht mit den "wirklichen Problemen der Frauen".

(apa/red)
http://www.news.at/articles/0711/15/167473/gesetz-diskriminierung-spanien-frauenquoten-wahllisten

LP 177 Richard Herzinger, geboren 1955 in Frankfurt/Main, Studium der Germanistik an der Freien Universität Berlin, Journalist u.a. DIE ZEIT, DIE WELT, Jüdische Allgemeine

Die “Frauenfrage” sei ein “Nebenwiderspruch” im großen historischen Prozess, hieß es einst in der linken Dogmatik. Auch in diesem Punkt hat die Wirklichkeit die marxistische Geschichtsreligion Lügen gestraft. Denn der Aufbruch der Frauen ist das entscheidende revolutionäre Element in der sich zuspitzenden globalen Auseinandersetzung zwischen Demokratie und despotischer Willkür, die heute die wesentlichen Alternativen der Menschheit sind.

Avantgarde humanen Fortschritts. Junge Frauen beim Protest im Iran 2009
Wie an einem Präzisionsmessgerät lassen sich gesellschaftlicher Fort- und Rückschritt an dem Um-gang mit dem massiv wachsenden Anspruch der Frauen auf Gleichberechtigung und aktive Teilhabe an den öffentlichen Angelegenheiten ablesen. In Ägypten erregten kürzlich sadistische Übergriffe von Soldaten gegen demonstrierende Frauen weltweite Empörung. Nachdem sogar US-Außenministerin Hillary Clinton dagegen lauten Protest erhob, sah sich der herrschende Militärrat zu einer Entschuldigung genötigt. Diese Ereignisse haben in doppeltem Sinne symbolische Bedeutung: Die massiven Bestrebungen der alten Macht, den Freiheitsimpuls der ägyptischen Rebellion zu ersticken, kulminieren in dem Versuch, Frauen gewaltsam aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben.
Doch die Übergriffe haben erst recht deren Protestbereitschaft stimuliert, und ihr Aufschrei zwang den Militärrat erstmals zum – zumindest verbalen – Zurückweichen. Dass die Entschlossenheit der Frauen, nicht nur den Kampf für die eigenen Rechte, sondern für die Neugestaltung der Gesellschaft insgesamt in die eigenen Hände zu nehmen, selbst in einem arabischen Land nicht mehr ohne Weiteres zu brechen ist, zeigt die Wucht des globalen weiblichen Aufbegehrens. Das gilt sogar, wenn hinter den wütenden Protesten meist mit Kopftuch bedeckter ägyptischer Frauen auch islamistische Organisationen stecken sollten, die eine Chance zur Schwächung des Machtmonopols der Armee wittern.
Dass sogar Islamisten zunehmend Frauen vorschicken, um zu suggerieren, sie befänden sich auf der Höhe der Kernfragen der Gegenwart, zeugt indirekt davon, dass sich der feministischen Druckwelle niemand mehr entziehen kann. Dabei zeigt sich die Rückständigkeit arabischer (und anderer islami-scher) Gesellschaften in nichts so deutlich wie in der fortgesetzten Diskriminierung, wenn nicht Versklavung der Frau. Keine andere Auseinandersetzung ist daher für die Zukunft arabischer Frei-heitsbestrebungen so zentral wie diese: Ohne volle rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter bleiben sämtliche Demokratisierungspläne in der Region Makulatur. Dabei ist die Anerkennung der weiblichen Selbstbestimmung über den eigenen Körper – und das heißt: über die eigene Sexualität – das ultimative Tabu patriarchalischer Herrschaft. Als sich kürzlich eine ägypti-sche Bloggerin nackt im Internet zeigte, zog sie nicht nur den Hass religiöser Fanatiker, sondern auch die Empörung säkularer, “liberaler” Kreise auf sich.
Keine demokratische Revolution ohne sexuelle Revolution
Die demokratische Revolution kann daher nur vollendet werden, wenn sie mit der sexuellen Revo-lution einhergeht. Diktaturen überall auf der Welt erkennen das und zielen mit ihrer Repression auf die sexuelle Entwürdigung der Frau. So entführten und misshandelten in Weißrussland Schergen des Geheimdienstes jüngst drei Aktivistinnen der Feministinnengruppe Femen, deren Spezialität es ist, ihrem Protest barbusig Nachdruck zu verleihen. Nach einer Protestaktion gegen den Diktator Lukaschenko in Minsk wurden die Frauen abgefangen, mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und bei Minusgraden nackt im Wald ausgesetzt.
Die Angst vor der Befreiung der Frau und vor dem Verlust der Kontrolle ihrer Sexualität ist der Glutkern fundamentalistischen Hasses gegen die enthierarchisierte, leichtlebige Moderne. Er lodert keineswegs nur in der islamischen Welt – und nicht nur in rückständigen, autoritär regierten Staaten. Ultraorthodoxe Extremisten in Israel verschärfen neuerdings ihren erbitterten Kampf gegen die Säkularisierung, indem sie militant wider die gleichberechtigte Präsenz von Frauen im öffentlichen Raum zu Felde ziehen. So versuchen sie, mittels Drohungen bis hin zu physischer Einschüchterung Geschlechtertrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln und in der Armee durchzusetzen.
Die säkulare israelische Gesellschaft ist alarmiert – jedoch auch stark genug, sich gegen diesen An-griff auf die Grundfesten einer freiheitlichen Demokratie zur Wehr zu setzen. Recht und Gesetz sind in Israel auf der Seite der Frauen, und sowohl Staatspräsident Schimon Peres als auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärten wiederholt kategorisch, die israelische Demokratie werde keinerlei Beschränkung der Bewegungsfreiheit von Frauen dulden.
Diese Tastsache muss umso deutlicher betont werden, als so mancher “Israekritiker” schnell bei der Hand ist, die schockierende Offensive einer militanten Minderheit (selbst unter den “Ultraorthodo-xen”) zwecks Diskreditierung Israels insgesamt zu instrumentalisieren – und die jüngsten Entwick-lungen im jüdischen Staat auf demagogische Weise mit denen in der Islamischen Republik Iran zu vergleichen.
Apartheidstaaten Saudi-Arabien und Iran
Dabei gehört es in Wahrheit zu den übelsten Verdrehungen der antiisraelischen Propaganda, das demokratische, pluralistische Israel mit seinem ausgeprägten Minderheitenschutz und seiner offenen Gesellschaft als “Apartheid-Staat” abzustempeln. Tatsächlich um Apartheid-Staaten handelt es sich nämlich bei Ländern wie Saudi-Arabien und der Islamischen Republik Iran, wo Frauen per Gesetz mit minderen Rechten ausgestattet sind und im öffentlichen Raum flächendeckend Ge-chlechtertrennung zum Nachteil der weiblichen Bevölkerung vorgeschrieben ist. Zu Recht definiert der Publizist Wahied Wahdat-Hagh dies in seinem jüngst erschienenen Buch über den “islamisti-schen Totalitarismus” des iranischen Regimes als “geschlechtsspezifische Apartheid”.
Doch die israelische Erfahrung mahnt, dass es selbst in hoch entwickelten, westlich-modern gepräg-ten Ländern keine absolute Sicherheit vor dem Wiederausbruch archaischen Wahns gibt. Und zwar umso mehr und gerade, weil die Fortschritte des Kampfes um Frauenrechte weltweit unverkennbar sind. Zugleich zeigt nämlich etwa der rasante sozio-kulturelle Umbruch, den die Gesellschaften Lateinamerikas durch die Emanzipation der Frauen erleben, wie eng diese mit der Frage nach De-mokratie verzahnt ist: So sehr Demokratisierung die Bedingung für autonomes Handeln der Frauen ist, so wenig ist ihre Entfaltung denkbar ohne díe treibende Kraft der sich selbst befreienden Frauen.

US-Außenministerin Hillary Clinton und die birmanische Dissidentin Suu Kyi
Nicht etwa, weil sie bessere Menschen wären, hängt die Zukunft der demokratischen Zivilisation heute vom erfolgreichen Voranschreiten der Frauen ab. Zudem sind sind “die Frauen” gewiss kein monolithisches “historisches Subjekt”, das geradlinig und mit irgendeiner geschichtlichen Gesetz-mäßigkeit im Rücken in eine Richtung ziehen würde. Dass bei den ersten freien Wahlen in Ägypten und Tunesien auch unzählige Frauen für Islamisten und damit für ihre eigene potenzielle Entrech-tung gestimmt haben, zeigt die komplexe Widersprüchlichkeit des weltweiten femininen Aufruhrs. Eine Widerlegung der allgemeinen Tendenz zur global wachsenden Frauenmacht ist das jedoch nicht. Stellt doch andererseits die Abhängigkeit von weiblichen Stimmen bei freien Wahlen für die Islamistenführer eine neue Erfahrung dar, die sie womöglich in ihrem Bestreben behindern könnte, die Gesellschaft im Sinne religiös-patriarchaler Gewalt gleichzuschalten. Voraussetzung dafür ist freilich, dass es in Ländern wie Tunesien und Ägypten auf Dauer bei zumindest annähernd demo-kratischen Verhältnissen bleibt.
Der Frauenbefreiung kommt auch nicht deshalb eine alles überragende Bedeutung zu, weil die in großen Teilen der Welt fortgesetzte Unterjochung, Verfolgung, Erniedrigung und Tötung von Frau-en und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts schlimmer und empörender wäre als Gewalt und Dis-kriminierung gegen Menschen unter rassischem, ethnischem oder religiösem Vorwand. Die beson-dere Brisanz der Frage nach der Stellung der Frau besteht vielmehr darin, dass die Hälfte der Menschheit weiblich ist – ihr in großen Teilen des Planeten die vollwertige Zugehörigkeit zur Menschheit aber nach wie vor abgesprochen wird. Rassismus und andere Formen kollektiven Men-schenhasses sind auf dem Planeten nicht weniger endemisch – doch offiziell umfassend geächtet.
Das Selbestimmungsrecht duldet keine “kulturelle” Einschränkung
Im Falle der Frauen dagegen werden immer noch “kulturelle” oder “religiöse” Begründungen her-angezogen, um ihre Herabsetzung zu rechtfertigen oder gar als ethisch geboten zu propagieren – so, wenn es in muslimischen Ländern heißt, Ausgehverbote und Verschleierungszwang für Frauen in der Öffentlichkeit dienten dem Schutz ihrer Würde.
Wenn eine Menschengruppe jedoch noch immer aufgrund ihrer Biologie in eine gesonderte Katego-rie minderen Selbstbestimmungsrechts eingeordnet wird, kann dies von einem universalistischen Denken nicht länger hingenommen werden, das im Zeichen der Globalisierung auf anderen Feldern weltweit längst unbestritten ist. Dass dabei der Grad der weiblichen Emanzipation von männlicher Fremdbestimmung, wie er in westlichen Demokratien erreicht wurde, als Maßstab für den Rest der Welt zu gelten hat, ist keineswegs Ausdruck von “Kulturimperialismus”. Denn ein “Selbstbestim-mungsrecht” der Frau mit von vermeintlichen Traditionen festgelegten Einschränkungen ist nun einmal keines. Die globale Dynamik der Frauenrechtsbewegung wird solche Begrenzungen daher früher oder später sprengen.
In eigener Sache agieren Frauen heute als Avantgarde der ganzen, einen Menschheit. Bevor sie nämlich ihre Ziele nicht erreicht haben, kann von einer solchen noch gar keine Rede sein.
(In kürzerer Fassung zuerst erschienen in der “Welt am Sonntag”, 1.1.2012)

http://freie.welt.de/2012/01/05/die-befreiung-der-frau-ist-die-menschheitsfrage-der-gegenwart/

Der Gotteskrieger
Die "Rüge" des CDU-Vorstands gegen den Abgeordneten Martin Hohmann ist eine Farce, dessen "Entschuldigung" wertlos. Seine Rede enthüllt ein geschlossenes geschichtsrevisionistisches Welt-bild
Die "Rüge", die der CDU-Bundesvorstand heute gegen den Bundestagsabgeordneten Martin Hoh-mann ausgesprochen hat, ist eine Farce und in ihrer Folgenlosigkeit eine glatte Kapitulation vor antisemitischen Tendenzen in der Partei.
Die "Entschuldigung" Hohmanns für seine skandalöse Rede zum 3. Oktober ist völlig wertlos. Bei seiner Erklärung, er habe "nicht die Absicht gehabt", die Singularität des Holocaust zu leugnen und irgend jemandes "Gefühle zu verletzen", handelt es sich um dreiste Heuchelei. Hohmanns Rede enthielt nichts Unbedachtes, Unkalkuliertes. Sie ist ein einziger gezielt antisemitischer Sermon, der systematisch historische Halbwahrheiten bemüht, um zu einer umfassenden geschichtsrevisionisti-schen Entsorgung der deutschen Vergangenheit zu gelangen.
Hohmann tut das im typischen Gestus der neuen radikalen Rechten, die ihre demagogischen Ver-drehungen der Tatsachen als mutiges Aufdecken unterdrückter historischer Wahrheiten verkauft. Seine ganze Konstruktion baut auf der Unterstellung auf, die Deutschen seien heute von irgend ei-ner offiziellen Stelle als "Tätervolk" eingestuft und würden durch dieses Stigma an der Ausübung ihrer Souveränität gehindert. In Wahrheit existiert eine solche Einstufung überhaupt nicht. Über die Verwendung des Begriffes "Tätervolk" in der öffentlichen Debatte um die deutsche Vergangenheit durch Einzelne mag man sich zu Recht ärgern und sie als unzulässige Pauschalisierung zurückwei-sen. Dies wird in der offenen Auseinandersetzung auch immer wieder getan; zuletzt im Leitartikel der ZEIT vergangene Woche (Nr. 45/2003). In irgendeiner Weise verbindlich ist diese Kategorisie-rung aber nicht. Und den fragwürdigen Begriff "Tätervolk" zurückzuweisen, hat keineswegs das zur Konsequenz, worauf Hohmann hinauswill: eine Ableugnung der Tatsache, dass der Nationalsozia-lismus eine deutsche Herrschaftsform war und dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht nur von ein paar Einzeltätern verübt wurden, sondern ohne die aktive und passive Beteiligung eines großen Teils der deutschen Bevölkerung unmöglich gewesen wären.
Was an Hohmanns Auslassungen über die "Täterschaft der Juden" in Spurenelementen historisch zutrifft, ist der Umstand, dass es in der Frühphase der russischen Revolution im bolschewistischen Apparat - in Relation zu der jüdischen Gesamtbevölkerung Russlands betrachtet - überdurchschnitt-lich viele Funktionäre jüdischer Herkunft gegeben hat. Auf die Gesamtzahl bolschewistischer Funk-tionäre berechnet, waren sie jedoch gleichwohl eine kleine Minderheit. Im Verlauf der Entwicklung der Sowjetunion und endgültig unter dem stalinistischen Regime richteten sich Säuberungen und Terror dann gezielt auch gegen Juden. Über die komplexen Ursachen und Auswirkungen ethnischer Konflikte und Motive im russischen Bürgerkrieg existiert im Übrigen eine reichhaltige seriöse For-schung, deren Ergebnisse jedermann zugänglich sind.
Von der Geschichtsschreibung ebenfalls immer genauer erschlossen wird die massenmörderische und genozidale Dimension des bolschewistischen Terrors – nicht erst unter Stalin, sondern bereits unmittelbar nach der Machtergreifung durch die Partei Lenins (kein Jude!) und Trotzkis. Dokumen-tiert wurde sie zuletzt etwa in der jüngst auf deutsch erschienenen großen Studie der amerikani-schen Historikerin Anne Applebaum über die Geschichte des GuLag.
Die ideologische Propaganda der Rechten konstruiert daraus jedoch die Behauptung, die national-sozialistische Vernichtungspolitik sei nichts als eine Reaktion auf - beziehungsweise eine Folge des - bolschewistischen Terrors gewesen. Tatsache ist aber, dass bereits der "weiße", konterrevolutionäre Terror im russischen Bürgerkrieg der Grausamkeit und genozidalen Logik des Terrors der "Roten" in nichts nachstand – außer vielleicht in der Systematik, zu der er von den Bolschwiki im Laufe des Bürgerkriegs ausgebaut wurde.
Martin Hohmann geht es jedoch überhaupt nicht um die Diskussion und Einordnung solcher ge-schichtlicher Fakten. Um seine These von der "jüdischen Täterschaft" zu entwickeln, stützt er sich nicht auf seriöse historische Quellen, sondern auf ein berüchtigtes Pamphlet Henry Fords aus dem Jahre 1919. Darin wollte er "die Juden" als Drahtzieher der kommunistischen Revolution ausfindig gemacht haben. Mit seinem Hinweis spekuliert Hohmann auf das Unwissen seiner Zuhörer, die Henry Ford nur als großen Autofabrikanten kennen – dem deshalb wohl eine gewisse Glaubwür-digkeit zukommen müsse –, nicht aber als notorischen Antisemiten. Mit diesem Verwirrspiel geht es Hohmann ausschließlich darum, seinen Zuhörern einzuprägen, dass auch Juden schon Untaten begangen hätten. Und dieses bereits vor "uns Deutschen". Dass "die Juden" somit selbst historischen Dreck am Stecken hätten – sozusagen eine Leiche im Keller, von der angeblich niemand zu reden wage. Daraus nun wieder schlussfolgert der "Tabubrecher", Juden und Deutsche hätten sich gegenseitig nichts vorzuwerfen, seien gewissermaßen historisch quitt.
So dumpf und hirnrissig diese "Logik" im Kern ist – die innere Kohärenz und Dramaturgie der Rede zeigt, dass Hohmann diese "Argumente" nicht zufällig selber eingefallen sind, sondern dass er in den propagandistischen Manipulationstechniken der neuen radikalen Rechten geschult ist. Deren "Beweistechnik" zielt darauf ab, die Aufmerksamkeit auf alle möglichen Verbrechen der Weltge-schichte zu lenken, um daraus immer die gleiche Insinuation abzuleiten: Dass die nationalsozialisti-schen Verbrechen in keiner Weise etwas Besonderes seien und sich Deutsche deshalb für die ge-schichtliche Schuld ihres Landes in keiner Weise mehr verantwortlich fühlen müssten als irgendein anderes Volk.
In das Schema der rhetorischen Strategie der Neuen Rechten, wie sie etwa im Umkreis der Zeitung "Junge Freiheit" gepflegt wird, passt auch, dass Hohmann die Denunziation "der Juden" als ein "Tä-tervolk" sogleich wieder zurück nimmt. Hohmann sagt in seiner Rede ja eben nicht, dass die Juden ein Tätervolk seien, sondern nur, dass man sie "mit einem gewissen Recht" so nennen könnte. Dann folgt die nächste gedankliche Volte: Hohmann erklärt, tatsächlich sei es ebenso unzulässig, die Ju-den ein Tätervolk zu nennen wie dies gegenüber den Deutschen statthaft sei. Das propagandistische Ziel, die moralische Gleichsetzung von deutscher und angeblicher "jüdischer" Schuld, hat Hohmann damit erreicht, ohne sich zu stark dem Risiko strafrechtlicher Verfolgung auszusetzen und ohne sich taktische Rückzugsräume für Ausflüchte und "Entschuldigungen" zu verbauen. Er selbst hat ja "die Juden" nachweislich nie ein "Tätervolk" genannt.
Dass die nationalistische Entschuldungsdemagogie á la Hohmann und der Neuen Rechten in Wirk-lichkeit überhaupt nicht "neu" ist, zeigt die letzte Wendung in Hohmanns Rede. Hier spricht er "die Juden" nun doch wieder von ihrer bolschewistischen Täterschaft frei, indem er anmerkt, dass die jüdischen Bolschewiken ja, bevor sie ihre Untaten begingen, vom jüdischen Glauben abgefallen seien – und zieht sofort wieder die Parallele, auf die es ihm ankommt: genauso habe es sich bei vie-len Nationalsozialisten ja um Christen gehandelt, die der "Gottlosigkeit" verfallen mussten, um zu nationalsozialistischen Tätern zu werden. Und die abstruse Schlussfolgerung Hohmanns lautet, man könne die "Gottlosen" aller Richtungen und Nationen als das wahre "Tätervolk" des 20. Jahrhun-derts bezeichnen. Eine Feststellung, nebenbei bemerkt, die ihm eigentlich eine Verleumdungsklage konfessionsloser Menschen einbringen müsste.
Hohmann schließt sich damit aber einer gängigen rechtskonservativen Denkfigur der unmittelbaren Nachkriegszeit und der fünfziger Jahre an, die den Nationalsozialismus als Ausdruck eines sündigen Abfalls der Moderne vom rechten Glauben hinweg zu erklären versuchte. Demnach gab es keine spezifisch deutsche Schuld an den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, sondern nur die allgemeine Verantwortlichkeit einer insgesamt vom Weg abgekommenen Menschheit. Mit Hilfe dieser Kon-struktion gelang es damals, ehemaligen Nationalsozialisten eine Brücke zur Ideologie von der Rückbesinnung auf die Wurzeln des "christlichen Abendland" zu ebnen, die in der frühen CDU in hohem Kurs stand. Diese Ideologie, gepaart mit heftiger Propaganda gegen die vermeintliche De-mütigung des deutschen Volkes qua Vergangenheitsbewältigung, wird heute in Zirkeln wie dem "Arbeitskreis konservativer Christen" gepflegt, der Hohmanns Rede auf seiner Homepage verbreitet. Gruppen wie diese stellen eine Schnittmenge zwischen der extremen Rechten und dem rechts-konservativen Milieu innerhalb der Union dar.
Es wird Zeit, dass die Führung der CDU/CSU hier eindeutige, inhaltlich definierte Grenzen zieht. Ideen wie die Hohmanns sind mit den Anschauungen einer demokratischen Partei, schon gar ihrer Bundestagsfraktion, unvereinbar. Antisemitismus trifft nicht nur Juden, sondern richtet sich gegen die Grundlagen der deutschen Demokratie insgesamt, und damit in letzter Instanz auch gegen alle demokratischen Politiker. Die CDU hätte jetzt die Gelegenheit, in diesem Sinne ein klares Zeichen zu setzen.
http://www.zeit.de/politik/herzinger_0345_hohmann

Optimist Herzinger: Starke Frauen sind weltweit nicht mehr aufzuhalten. Menschenrechtlerin Suu Kyi tritt bei den Wahlen in Birma an und kann nur durch massive Wahlmanipulation um den Sieg betrogen werden. In Weißrussland muss der Tyrann Lukaschenko eine Delegation der barbusigen Feministinnengruppe Femen empfangen und gesteht ihr, dass er sich re-gelmäßig von Dominas auspeitschen lässt. Und nach dem Ende ihrer Amtszeit als US-Außenministerin gründet Hillary Clinton eine Welt-Schattenregierung der Frauen und schreibt ein Buch über ihre Zeit mit Obama: "The better man was I."

Pessimist Broder: Dazu fällt mir absolut nix ein. Ich hab eine Vorliebe für Schwache.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13789724/2012-wird-Helmut-Schmidt-Kanzlerkandidat.html

Seit siebzehn Jahren führen die Männer Krieg in Afghanistan. Das Leben ist dennoch irgendwie weitergegangen, dafür haben die Frauen gesorgt. Sie haben die Felder bestellt, sie haben die Kinder aufgezogen, über 30 000 Kriegswitwen gibt es allein in Kabul.
Sie haben in der Trümmerkolonne gearbeitet und die Verwaltung aufrechterhalten, siebzig Prozent der Lehrer- und Ärzteschaft waren weiblich. Während der Westen langsam begreift, daß Entwick-lungshilfe, die wirksam sein soll, den Frauen zukommen muß, nehmen die selbstgerechten Gottes-krieger ihrem Land alle Zukunftschancen. Von nun an ist die Funktion der Frauen auf das Gebären von Söhnen beschränkt.
Im Namen des Islam, weil es angeblich so im Koran steht.
Feindbild Islam: Die Taliban bauen mächtig daran, bestätigen alle Vorurteile. Vorurteile? "In isla-mischen Diktaturen werden Menschenrechte als solche militant abgelehnt und bekämpft", schreibt Richard Herzinger ("Die Moral als Sahnehäubchen", ZEIT Nr. 40/1996). Nein, nicht alle islamischen Länder sind Diktaturen - und doch unterwerfen sie die Frauen. Und was soll der Rückgriff auf die schöne Theorie?
So wie Annemarie Schimmel sich darum drückt, Farbe zu bekennen, indem sie allein die hehre Mo-ral der islamischen Mystiker zu ihrem Thema macht, so setzt sich Michael Lüders Scheuklappen auf und beklagt dann, daß westliche Beobachter in Sachen Islam "leider nur selten einen differenzierten Blick zeigen" ("Den Islam nicht verteufeln", ZEIT Nr. 43/1996).
Warum diese Realitätsferne? Die islamische Wirklichkeit heißt auch Taliban. Gewiß, nicht überall werden den Dieben die Hände abgehackt. Aber überall werden Frauen grausam erniedrigt, werden Menschenrechte verletzt. 500 Millionen Frauen sind Schritt für Schritt ihre Rechte genommen wor-den, im Namen Allahs. Auch in Ländern, die international einen guten Ruf haben, wie Malaysia, wo Frauen nicht Richterinnen werden können. Auch in Demokratien wie Pakistan und Bangla

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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