Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Liste Lila Pudel 181-190 (Projekte)

verfasst von Oberkellner(R), 24.06.2012, 20:52

LP 181 Marek Dutschke Grüne, Rudi-Marek Dutschke, geboren 1980 in Dänemark - Dutschke studierter Politologe, ist der Sohn von Rudi Dutschke. Er ist an der Hertie School of Governance beschäftigt und lebt in Berlin – Kandidat der Abgeordnetenhauswahl 2006 (Bündnis90/Die Grünen) - http://www.n-tv.de/img/31/314407/Img_4_3_220_marek.jpg

Frauen werden in den USA noch immer stark benachteiligt. Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen bis hin zur restriktiven Abtreibungsrichtlinien. Beim Schutz der Frauen hinken die Amerikaner uns hinterher.

In der Frauenpolitik gibt es ernsthafte Probleme, auf die wir unser Augenmerk richten müssen. Im amerikanischen Wahlkampf werfen demokratische Politiker den Republikanern vor, dass sie ein „war on women“ betreiben. Aus frauenpolitischen Richtungskonflikten gleich einen Krieg zu machen, ist natürlich den schrillen Wahlkampftönen geschuldet. Aber tatsächlich ist es so, dass die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in den USA nur völlig unzureichend realisiert ist.
Die Benachteiligungen für Frauen fangen beim Geld an. Eklatante Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind hinlänglich bekannt. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Konsumprodukte für Frauen teurer sind als ähnliche Produkte für Männer. In Kalifornien wurde ermittelt, dass Frauen im Durchschnitt 1.351 Dollar im Jahr mehr für ihre Produkte bezahlen müssen als Männer. Als Konsequenz wurde 1996 in Kalifornien das sogenannte „gendered pricing“ verboten.

2010 hat das Consumer Reports Magazine ermittelt, dass sich trotz des Verbots leider wenig verändert hat. Egal ob Deo, Rasierschaum oder andere Hygieneprodukte - die Produkte die auf Frauen ausgerichtet sind, waren teurer. Aber nicht nur die Wirtschaft profitiert von der Ungerechtigkeit. Nein, auch der Staat hält bei Frauen stärker die Hand auf. Zum Beispiel wird der Import von Turnschuhen für Frauen mit zehn Prozent stärker besteuert als der von Männer-Turnschuhen - 8.5 Prozent. Viele andere Beispiele zeichnen ein ähnliches Bild. Gerade bei Produkten, die in großen Mengen importiert werden, wird der „woman tax“ angesetzt.
In den USA flammt gerade wieder die Debatte über das Recht der Frau zur freien Bestimmung über ihren Körper auf. In einigen republikanisch geführten Bundesstaaten, wie South Carolina und Arizona, werden Abtreibungen erschwert, indem die Genehmigung des Abbruchs auf die ersten zwanzig Schwangerschaftswochen verringert wird.

Bei Frauenrechten fehlen die gemeinsamen Werte

Eine „späte“ Abtreibung ist nur dann legal, wenn eine Frau unmittelbar in Todesgefahr schwebt. Darüber hinaus haben Politiker in diesen Bundesstaaten beschlossen, dass Abtreibungen von der öffentlichen Gesundheitsvorsorge ausgenommen sind. Organisationen wie Planned Parenthood, die Frauen bei solch schwierigen Entscheidungen mit Rat und Tat zur Seite stehen, sollen nun auch ihre staatliche Förderung verlieren.

Ein weiterer Punkt ist die körperliche Unversehrtheit von Frauen. 1994 wurde ein Gesetz verabschiedet („Violence Against Women Act“), bei dem es darum geht, Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, besser zu beschützen und ihre Peiniger juristisch zu belangen. Das Gesetz soll dieses Jahr novelliert werden, aber die Republikaner versuchen momentan, den Gesetzestext dermaßen abzuschwächen, dass manche Frauen nicht ausreichend geschützt werden, wie zum Beispiel Immigrantinnen deren Aufenthaltsrecht an ihre Ehemänner geknüpft sind.

Auch Versuche, den Schutz für Frauen in Indianerreservaten zu verbessern, werden blockiert. Doch gerade hier wäre staatliches Eingreifen nötig. Die Lage der indianischen Frauen ist erschreckend. Das Justizministerium in den USA will herausgefunden haben, dass ein Drittel aller indianischen Frauen schon einmal vergewaltigt worden sind. Eine unvorstellbare Zahl! Es überrascht nicht, dass es nur in den wenigsten Fällen überhaupt zu einer Anklage gekommen ist.
Es wird in Deutschland immer gerne auf die gemeinsamen Werte verwiesen, die wir mit den USA teilen. Doch bei der Stellung der Frauen stimmen diese Werte nicht überein. Die Lobby der Frauen, gerade im Immigrantenmilieu, ist zu schwach, um sich selbst eine kraftvolle Stimme im politischen Prozess zu geben. Die politische Stimmung ist gerade nicht auf ihrer Seite. Traurig aber wahr, dort wird die Lage nicht besser, sondern eher schlechter.

http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/dutschke-spricht-the-war-on-women/v_detail_tab_print/6676350.html

Günter Grass hat mit seinem Gedicht erreicht, was er wollte – Sein Name ist endlich wie-der in aller Munde, und die ganze Republik streitet über ihn. Das Gedicht wurde sehr ge-schickt in den nachrichtenarmen Osterferien platziert, so konnte es ungehindert sofort zu heller Aufregung beitragen. Doch nicht mal Grass hätte vorhersehen können, dass es solch hohe Wellen schlägt, dass Israel ihm ein Einreiseverbot auferlegt und der israelische Innenminister ihm gleichzeitig ein Treffen an einem neutralen Ort anbietet.
Die ganze Aufregung ist unverständlich und künstlich, denn eigentlich gibt Grass nichts Weltbewegendes von sich. Soweit mir bekannt ist, wird auch der thematisierte mögliche Krieg mit dem Iran von israelischen Medien kritisch diskutiert – mit politischem wie auch ethischem Augenmerk.
Weder die Deutschen noch die Israelis brauchen einen Günter Grass, um ihnen über die moralischen Fragen dieses Konfliktes die Augen zu öffnen. Letztlich bleibt der Kern des Konflikts bei Grass unerwähnt. Die angespannte Lage zwischen Israel und dem Iran ist ein klassisches Gefangenendilemma. Beide Seiten haben zwar kein Interesse einen Krieg anzufangen, aber sind auch nicht bereit, zusammenzuarbeiten. Irans Präsident möchte mit seinen verbalen Kraftspielen und aggressiven Drohungen seine Verhandlungsposition gegenüber dem Westen stärken.
Im Gegenzug will sich Israel keine Blöße geben und peitscht die Stimmung noch weiter hoch mit eigenen Stärkebekundungen. Beide Staaten pokern hoch und gefährlich. Am Ende ist gut möglich, dass dieses extreme Aufbauschen einen möglichen Kompromiss verhindern wird.
Die von Grass kritisierte Haltung Israels kommt nicht von ungefähr. 2009 hat ein CIA-Analyst vorausgesagt, dass Israel spätestens in 20 Jahren als solches nicht mehr existie-ren wird, weil eine Zwei-Staaten Lösung auf Dauer nicht bestehen kann. Es wurde be-hauptet, dass die einzige Alternative ein gemeinsamer Staat sei, und darin würden die Palästinenser eine Mehrheit darstellen.
Im Moment ist die Lage noch prekärer als sonst. Seit der Revolution in Ägypten ist die Si-nai-Halbinsel zu einem Raum begrenzter Staatlichkeit mutiert. Angesichts dieses Hinter-grunds gewinnen die radikalen Kräfte in Israel an Zuspruch und treiben die Regierung zu einer verfehlten Politik. In Berlin begegne ich immer mehr Israelis, die nach Deutschland gezogen sind, weil sie die Lage vor Ort als unerträglich empfinden.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat vor einem Monat auf Facebook geschrieben „Ich war gerade in Hebron. Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“ Ich wäre mit historischen Vergleichen immer vorsichtig, aber fast alle, die Hebron besucht haben, berichten von einer beklemmenden Atmosphäre.
Das Gedicht von Günter Grass ist weder politisch noch literarisch aufregend. Es hat lediglich große Empörung ausgelöst, eben weil es von Grass verfasst wurde. Grass ist ein eitler alter Mann, der nach seinem Outing als Mitglied der Waffen-SS, ein weiteres (oder letztes) Mal die Aufmerksamkeit auf sich lenken wollte. Die ethischen Einwände eines Günter Grass werden einen möglichen Krieg zwischen Israel und Iran nicht verhindern. Die Verantwortung, einen gangbaren Kompromiss zu finden, liegt bei den gemäßigten Kräften in beiden Ländern.
http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/dutschke-spricht-prekaere-lage-im-nahen-osten/6509644-2.html

LP 182 Adi Sprinkart, Die Grünen, geboren 1953 in Waltenhofen-Niedersonthofen (Bayern), Ausbildung zum Industriekaufmann, Studium der Sozialpädagogik, landwirtschaftlicher Berater, Mitglied des Bayerischen Landtages – www.adi-sprinkart.de

Bayern: Schlechte Noten für Lehrerinnen
Frauen schneiden bei dienstlichen Beurteilungen deutlich schlechter ab als Männer

(bikl/pm) Lehrerinnen erhalten in Bayern durchweg schlechtere Bewertungen als ihre männlichen Kollegen. Dies hat eine Schriftliche Anfrage der Grünen zur dienstlichen Beurteilung von Lehrkräften für das Jahr 2006 zu Tage gefördert. "Die Beurteilungspraxis an bayerischen Schulen diskriminiert Frauen eklatant", schlägt der Sprecher der Grünen für den Öffentlichen Dienst Adi Sprinkart Alarm. In allen Schultypen und quer durch alle Regierungsbezirke rangierten weibliche Lehrkräfte nur im Mittelfeld. Die besten Prädikatsstufen, die letztlich auch für die Beförderung in Führungspositionen ausschlaggebend sind, würden dagegen überproportional häufig an Männer vergeben.

So wurden beispielsweise an den Gymnasien knapp 25 Prozent der Männer in die Leistungskategorien "herausragend" bzw. "besonders gut" eingestuft. Bei den Gymnasiallehrerinnen kamen dagegen nur 14 Prozent in diese ersten beiden von insgesamt sieben Prädikatsstufen. Noch krasser fällt das Ergebnis an den Volksschulen aus: Über 28 Prozent der männlichen Lehrkräfte erhielten das Prädikat "herausragend" oder "besonders gut", dagegen nur gut 13 Prozent der beurteilten Frauen. "Dieses enorme Missverhältnis bei den dienstlichen Bewertungen führt dazu, dass Frauen massiv um Karriereperspektiven beschnitten werden", so Adi Sprinkart.
Wie die Anfrage ebenfalls offen legt, herrscht im bayerischen Schuldienst eine deutliche Schieflage zwischen Vollzeit- und Teilzeitkräften. Während beispielsweise an den Volksschulen über 23 Prozent der Vollzeitkräfte die ersten beiden Ränge erreichen, sind es bei den Teilzeitkräften nur gut 8 Prozent. An den Gymnasien gelten gut 24 Prozent der Vollzeitkräfte als "herausragend" oder "besonders gut", dagegen nur 11 Prozent der teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte.
"Nach den Beurteilungsrichtlinien ist es völlig unzulässig, Lehrerinnen und Lehrer aufgrund von Teilzeitbeschäftigung bei der Bewertung zu benachteiligen", verweist Adi Sprinkart auf die Rechtslage. Leidtragende seien auch hier überwiegend weibliche Lehrkräfte, die das Gros der Teilzeit-Arbeitsverhältnisse stellen. "Wir haben es hier mit einer ganz offenkundigen Diskriminierung zu tun – schließlich würde niemand behaupten, dass Frauen schlechtere Lehrkräfte sind als Männer. Der Fehler liegt also im System." Besonders ärgerlich ist für den grünen Landtagsabgeordneten die Untätigkeit des Kultusministeriums. So habe schon eine frühere Anfrage der Grünen aus dem Jahr 2001 ein ähnliches Missverhältnis zwischen den Bewertungen von Frauen und Männern belegt. Adi Sprinkart: "Hier ist dringender Handlungsbedarf, um endlich die fortgesetzte Benachteiligung von Frauen zu unterbinden."

http://bildungsklick.de/a/58290/bayern-schlechte-noten-fuer-lehrerinnen/

http://www.kischuni.de/pressemitteilung/schule/gruene-kritisieren-systematische-diskriminierung-von-lehrerinnen-4230.html

Abg. Adi Sprinkart (Grüne) kontert die Aussage, "die Zeit läuft für die Frauen" mit der Feststellung, die Zeit "kriecht" für die Frauen. In Bes.Gr. A 16 fänden sich nicht mehr als 1,5% Frauen.
1,5 % Frauen.Die Annahme, dass Frauen, weil sie in gleichen Positionen im Schnitt fünf Jahre jünger als ihre männlichen Kollegen seien, früher befördert würden, lasse außer Acht, dass Frauen, die Kinder zur Welt brächten, in ihrer Beförderung aufgehalten würden. Dieser Nachteil werde nicht annähernd ausgeglichen.

frauen.mittelfranken.verdi.de/8-maerz/.../data/045OD-Protokoll.pdf

Der grüne Gesetzentwurf für ein neues Gleichstellungsgesetz

Gesetzentwurf der Abgeordneten Simone Tolle, Margarete Bause, Dr. Sepp Dürr, Ulrike Gote, Renate Ackermann, Eike Hallitzky, Christine Kamm, Dr. Chris-tian Magerl, Thomas Mütze, Ruth Paulig, Barbara Rütting, Dr. Martin Runge, Maria Scharfenberg, Adi Sprinkart, Christine Stahl und Fraktion BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN
zur Änderung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes

A) Problem

Gleichstellung ist eine Frage von Gerechtigkeit, Verteilung und Möglichkeiten.

Gerechtigkeit, weil mehr Frauen und Männer dieselben Rechte, Pflichten und Möglichkeiten haben sollen.

Verteilung, weil mehr Frauen mehr Macht, ökonomische Unabhängigkeit und gleiche Möglichkeiten für Entwicklung und Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt haben müssen.

Möglichkeiten, weil Gleichstellung auch Männern die Chance eröffnet, Verantwortung für ihre Familie zu übernehmen und so auf allen Gebieten des Lebens in der Lage sind, ihre eigene Wahl treffen zu können.

Bisher unterscheiden sich - sogar oft erheblich - die allgemeine Lebenssituation und die berufliche Situation der Frauen und Männer in unserer Gesellschaft.

Macht und Einfluss sind unterschiedlich zwischen Frauen und Männern verteilt, es bestehen nicht dieselben Möglichkeiten für Frauen und Männer zu ökonomischer Unabhängigkeit.

Ebenso ist die Verantwortung von Frauen und Männern für die Arbeit im Haushalt und mit Kindern ungleich verteilt.

Das übergreifende politische Ziel muss daher darin bestehen, dass Frauen und Männer nicht nur auf dem Papier dieselben Rechte, Pflichten und Chancen in allen Lebensbereichen haben.

Tatsächliche Gleichstellung wird aber nicht im Selbstlauf erreicht, sondern gerechtere Geschlechterverhältnisse sind von Staat und Gesellschaft aktiv zu fördern. Dabei spielen rechtliche Vorschriften eine entscheidende Rolle.

Zur Schaffung einer Gesellschaft, in der Frauen und Männern gleiche Rechte und gleiche Pflichten zukommen, müssen vielfältige Anstrengungen unter-nommen werden.

In Bayern ist die Gleichstellung von Frauen und Männern noch immer nicht erreicht. Dies hat im Juli 2005 der vom Internationalen Institut für empirische Sozialökonomie (inifes) erstellte Untersuchungsbericht zur Umsetzung des Bayerischen Gesetzes zur Gleichstellung von Frauen und Männern (BayGlG) gezeigt.

Das derzeitige BayGlG wird bis zum Ende seiner vorläufigen Geltungsfrist folgende Ziele nicht erreichen:

Erhöhung der Anteile der Frauen in Bereichen, in denen sie in erheblich geringerer Zahl beschäftigt sind als Männer, um eine ausgewogene Beteiligung von Frauen zu erreichen
Sicherung der Chancengleichheit von Frauen und Männern
bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer
gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gremien

Im Zeitvergleich der drei Berichtsperioden stellt der inifes Untersuchungsbericht anhand der ermittelten Kennziffern ein "Abflachen" der gleichstellungspolitischen Fortschritte fest (inifes 2005: 9).

Obwohl im BayGlG die Aufstellung von Gleichstellungskonzepten (Art. 4) und die Bestellung einer Gleichstellungsbeauftragten den Dienststellen mit regelmäßig mehr als 100 Beschäftigten vorgeschrieben werden, entziehen sich einige Dienststellen diesen Vorgaben. Teilweise fehlen das erste
Gleichstellungskonzept oder dessen Fortschreibung, Gleichstellungsbeauftragte sind nicht bestellt oder es fehlt den Gleichstellungsbeauftragten die Möglichkeit der Beteiligung.

Der Untersuchungsbericht über die Umsetzung des Bayerischen Gesetzes zur Gleichstellung von Frauen und Männern (Berichtszeitraum 01.07.1996 bis 31.12.2004) ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der "noch weite Weg in der gesellschaftspolitischen zentralen und für die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes im Freistaat Bayern sehr wichtigen Frage der Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frau und Mann (.) weitere gesetzliche und tatsächliche Unterstützung (braucht). Dazu gehört auch eine Beseitigung der aus dem vorliegenden (und früheren) Bericht(en) ersichtlichen Vollzugsdefiziten" (inifes 2005: 10).

Aus diesen Ergebnissen müssen politische Konsequenzen gezogen werden, sonst kommt die Staatsregierung ihrer Verpflichtung zur Gleichstellung von Frauen und Männern nicht nach.

B) Lösung
Die Staatsregierung hat bereits anlässlich der Präsentation der Ergebnisse des 3. Untersuchungsberichtes am 05.07.2005 festgestellt, dass sich das Gesetz bewährt habe, seine Ziele jedoch nicht innerhalb der bisher im Gesetz festgelegten Frist erreicht werden können. Deshalb ist das Gesetz unbefristet fortzuschreiben.

Jedoch nur eine weit reichende Novellierung des BayGlG kann als Motor bei der geschlechterdemokratischen Gestaltung Bayerns dienen. Eine umfassendere gesetzliche Regelung, die Kontrollmechanismen und -befugnisse vorschreibt, ist ein entscheidender Baustein, damit Gleichstellung in Bayern in allen Bereichen der Gesellschaft zur Realität wird.

Daneben bedarf es

eines starken politischen Willens zur Veränderung, einer politischen Klarsicht über den Zusammenhang von Gerechtigkeit, sozialer Gleichwertigkeit von Frauen und Männern und Gleichstellung bzw. Gender Mainstreaming,

eines interdisziplinären Wissens in Geschlechter- und Gleichstellungsfragen,

Methoden und Instrumente als Handwerkszeug, um Gleichstellung systematisch und komplex zu erreichen

sowie ─ einer fundierten Datengrundlage.

Ein novelliertes BayGlG muss außerdem seinen Beitrag dazu leisten, dass neben der quantitativen Seite der Gleichstellung auch der qualitative Aspekt ausreichend berücksichtigt wird.

Die quantitative Seite beinhaltet die gleiche Verteilung von Frauen und Männern in allen Bereichen des Geltungsbereichs des Gesetzes.

Unter "gleicher Verteilung" wird verstanden, dass der Anteil von Frauen und Männern in einer Gruppe zwischen 40 Prozent und 60 Prozent liegt.

Die qualitative Seite bedeutet, dass die Kompetenz, die Kenntnisse, Erfahrungen und Wertvorstellungen sowohl von Frauen als auch von Männern gleichermaßen berücksichtigt werden und die gesellschaftliche Entwicklung bereichern und beeinflussen sollen.

Eine Novellierung des BayGlG muss zudem den Gleichstellungsbegriff auf die Sicht des Gender Mainstreaming ausweiten.

Durch Gender Mainstreaming kann eine in Bayern stark auf Frauen(förder)politik reduzierte Gleichstellungspolitik verbreitert und vertieft werden.

Zusammenfassend lauten die wichtigen Elemente des Gesetzentwurfs zur Änderung des BayGlG:

Einführung von Sanktionen bei Nichtumsetzung des BayGlG

Verpflichtung zur Erstellung von Gleichstellungskonzepten

Festschreibung von Gender Mainstreaming als Leitprinzip (d.h. Gleichstellung ist in allen Aufgabenbereichen der von dem Gesetz erfassten Organisationseinheiten als durchgängiges Leitprinzip, alle Beschäftigten sind dazu verpflichtet die Gleichstellung von Frauen und Männern zu achten)

Verpflichtung zu einem geschlechterdemokratischen Beschäftigungsverhältnis (d.h. der Anteil der Frauen und Männer in einer Vergütungs- oder Besoldungsgruppe liegt zwischen 40 Prozent und 60 Prozent)

Schaffung gleicher Möglichkeiten von Frauen und Männern, Erwerbstätigkeit und Familie miteinander zu vereinbaren

Verpflichtung zu einer geschlechterdemokratischen und geschlechtersensiblen Personalentwicklung (Gender-Trainings)

wirksame Beteiligungsrechte für Gleichstellungsbeauftragte (Personalplanung, Personalentscheidung, Personalentwicklung, Mitwirkung und Sanktionsmöglichkeiten)

Erstellung einer geschlechtsspezifischen Statistik, die beiden Geschlechtern gleiche Aufmerksamkeit widmet und erreichte Erfolge und weiterhin bestehende Defizite an Gleichstellung sichtbar macht

Aufhebung der Befristung.

C) Alternativen
Keine

http://www.tolle-simone.de/sites/gensite.asp?SID=cms060520071759496067&Art=444

LP 183 Dr. Andreas Keller, geboren 1965, Studium der Philosophie in Marburg (Promotion) der Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Soziologie (Diplom) – Beruf: GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) - Hauptvorstand, Vorstandsbereich Hochschule und Forschung, Frankfurt am Main - Fraktionsreferent der PDS im Bundestag von 2000 bis 2002 - andreas.keller@gew.de - http://www.gew.de/Binaries/Binary62164/foto.jpg - Mitglied des Vorstands der Max-Traeger-Stiftung - http://www.gew.de/Andreas_Keller.html

zwd Berlin (jvo). Die Bildungsgewerkschaft GEW hat sich im Forschungsausschuss im Bundestag am 18. Februar für eine verbindliche Frauen-Quotierung in der Wissenschaft ausgesprochen. Auf jeder Stufe der Karriereleiter müssten mindestens so viele Positionen für Frauen reserviert bleiben, wie auf der vorangehenden Stufe schon erreicht sind, erläuterte GEW-Vorstandsmitglied, Andreas Keller, das von seiner Gewerkschaft und den Grünen favorisierte Konzept zur Förderung von Frauen in den Wissenschaften.

www.budrich-journals.de/index.php/feminapolitica/article/.../534

hib - heute im bundestag Nr. 046
Mo, 18. Februar 2008 Redaktionsschluss: 15:30 Uhr

2. Sachverständige: Das Bild des Wissenschaftlers muss weiblicher werden
Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (Anhörung)
Berlin: (hib/SKE) Frauen müssen mehr und vor allem anders als bisher gefördert werden, wenn sie an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Erfolg haben sollen. Darin waren sich die Sachverständigen mit den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung während der öffentlichen Anhörung am Montagnachmittag einig. Wichtig war vielen Experten, dass die Hochschulen eigenständig über Maßnahmen entscheiden können. Eine Frauen-Quote spielte in ihren Überlegungen weniger eine Rolle als Anreizsysteme wie Frauen-Netzwerke und Mentoren sowie die Möglichkeit, einen wissenschaftlichen Arbeitsplatz mit Familienplanung zu vereinigen.

"Es gibt eine Art kumpaneihafte Verbrüderung in vielen Organisationen", sagte Professor Susanne Baer, Direktorin des GenderKompetenzZentrums der Humboldt Universität Berlin. Professor Amélie Mummendey, Prorektorin für die Graduierten-Akademie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, sah ein Problem in dem immer noch vorherrschenden Idealbild des Mannes als Wissenschaftler. Die Benachteiligung der Frauen sei heute subtiler und äußere sich in Berufungsverfahren meist in Aussagen wie "hervorragende Qualifikation, aber sie passt nicht ganz ins Profil". Um das Bild des idealen Wissenschaftlers zu wandeln, müssten auch Kampagnen, die sich an Männer richten, organisiert werden. Auch sie müssten sich vorstellen können, Familie und Beruf zu verbinden. Eine gute Kinderbetreuung sei natürlich ebenfalls notwendig, "aber wenn man die Kinder nicht outsourcen will, dann muss man die Arbeitszeiten verändern, um die Chancen auf Doppelkarrieren zu erhöhen". Ähnlich argumentierte Andreas Keller von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. "An den Hochschulen existiert der Mythos des Wissenschaftlers, der sein ganzes Leben der Wissenschaft zu widmen hat", so Keller. Das Karriereprinzip sei immer noch "Aufstieg oder Ausstieg". Wer Frauen in der Wissenschaft fördern wolle, der müsse auch eine "horizontale Lebensplanung" und Pausen vom Beruf zulassen.

Wie aus den Unterlagen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, die vor der Ausschusssitzung verteilt wurden, hervorging, waren 2005 52,5 Prozent der Abiturienten weiblich. Unter den Studienanfängern waren noch 48,8 Prozent Frauen. Im selben Jahr waren die Hälfte der Hochschulabsolventen Frauen. Die Zahlen sinken jedoch deutlich, wenn es sich um Promotionen, Habilitationen und Führungsposten wie Universitätskanzler handelt. Knapp 40 Prozent der Wissenschaftler, die 2005 promovierten, waren weiblich, sowie 14,2 Prozent der Professoren. 2006 waren 8,4 Prozent der Rektorenposten mit Frauen besetzt.

http://www.hof.uni-halle.de/steuerung/doku/BerlHG-GesetzentwurfPDS.pdf

LP 184 Gerd Hoofe, CDU, geboren 1955 in Mittelnkirchen (Niedersachsen), wohnhaft in Osnabrück, studierte Rechtswissenschaften in Göttingen, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, verheiratet und hat zwei Töchter

Staatssekretär Gerd Hoofe: "Thema Gleichstellung muss lebendig vermittelt werden"
Medienkoffer "Frauen und Männer – Gleich geht´s weiter" bringt Schwung in den Unterricht
Berlin, 19.12.2008
Im neuen Jahr können Lehrerinnen und Lehrer der 9. bis 12. Klasse ihren Unterricht beim Thema "Gleichstellung" noch bunter und lockerer gestalten. Dabei hilft ihnen der neue Medienkoffer "Frauen und Männer – Gleich geht´s weiter" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den man bei den jeweiligen Landesfilm- und Landesmediendiensten kostenfrei ausleihen kann. Er enthält zahlreiche Unterrichtsmaterialien wie zum Beispiel Filmclips, Tipps für Rollenspiele und Postkarten mit lustigen Motiven als Diskussionsanstoß.
"Gleichstellung ist ein Thema mitten aus dem prallen Leben, so sollte es jungen Menschen auch vermittelt werden", sagt der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Gerd Hoofe . "Warum gibt es so wenige Frauen in Führungspositionen? Welche Rolle spielen Männer bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Und was bedeutet Gleichberechtigung in meinem eigenen Leben? Wenn Schülerinnen und Schüler zum Beispiel sehen und hören, wie Breakdance-Kids über Gleichstellung denken oder selbst aufgefordert werden, einen Rapsong zum Thema zu machen, setzen sie sich intensiv mit ihren Zielen und dem eigenen Rollenverständnis auseinander. Das hilft den Mädchen wie auch den Jungen dabei, ihren eigenen Weg zu gehen – in Beruf und Familie."
Hauptbestandteil des Medienkoffers ist die DVD "Frauen und Männer – Gleich geht´s weiter". Der Film besteht aus insgesamt fünf Clips zum Thema Gleichstellung: Ein Comicfilm zeigt die Entwicklung der Gleichstellung von 1848 bis heute, in einem weiteren Clip tanzen Jugendliche Breakdance und fragen sich, ob das wirklich nur ein Sport für Jungs ist. Im nächsten Clip erzählen fünf Karrierefrauen, unter ihnen eine Börsenchefin und eine Politikerin, wie sie Beruf und Familie miteinander vereinbaren. Auch im darauf folgenden Clip geht es um Vorbilder: Männer wie zum Beispiel ein Kinderarzt in Elternzeit erzählen, welche Probleme ihnen in ihrem Alltag als Vater begegnen. Der Film endet mit einem Resümee zum Stand der Gleichstellung und lustigen Outtakes aus den Clips. Außerdem enthält der Medienkoffer eine Broschüre mit Tipps zur Auflockerung des Unterrichts: Zum Beispiel werden die Jugendlichen aufgefordert, eine Talkshow nachzuspielen und sich dabei typisch männlich und weiblich zu verhalten. Außerdem gibt es eine CD-Rom, auf der unter anderem Gesetze wie das Elterngeldgesetz jugendgerecht erklärt werden. Dazu kommen drei lustige Postkarten, die zur Diskussion anregen sollen.
Ein Motiv zeigt zum Beispiel ein Pärchen im Ruderboot: Die Frau rudert in die eine, der Mann in die andere Richtung. Der Medienkoffer kann ab Mitte Januar 2009 kostenfrei bei den Landesfilm- bzw. Landesmediendiensten der einzelnen Bundesländer ausgeliehen werden. Darüber hinaus stehen Film und Begleitbroschüre dort kostenfrei auch als Download zur Verfügung. Mehr erfahren Sie unter www.landesfilmdienste.de. Die drei Postkarten zum Film können Sie außerdem beim Publikumsversand der Bundesregierung unter publikationen@bundesregierung.de bzw. www.bmfsfj.de bestellen.

http://bildungsklick.de/mobil/pm/65254/staatssekretaer-gerd-hoofe-thema-gleichstellung-muss-lebendig-vermittelt-werden/

Rede von Herrn Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, anlässlich des FidAR-Forums „Eine gute Wahl - Mehr Frauen in die
Aufsichtsräte“ am 16. September 2009 im ARTrium der Britischen Botschaft in Berlin
Es gilt das gesprochene Wort!
Inhalte:
I. Begrüßung – „Eine gute Wahl“
II. Zahlen und Fakten
III. Welche Barrieren stehen Frauen entgegen?
IV. Wie und wo setzen wir an?
V. Fazit / Leitgedanke o. Fragen an die Veranstaltung
Anrede,
sehr geehrte Frau Schulz-Strelow
sehr geehrter Herr Botschafter,
sehr geehrte Damen und Herren!
Wir wissen, dass das Problem in Veränderungsprozessen nicht die Veränderung selbst ist,
sondern immer das Denken in Kategorien und der Logik von gestern. In diesem und im
vergangenen Jahr haben wir einige Jubiläen der Gleichberechtigung gefeiert und einen Blick zurückgeworfen. 90 Jahre Frauenwahlrecht, 60 Jahre Artikel 3 im Grundgesetz. Wir erinnern uns an gestern. Die Frauen, die für Gleichberechtigung gekämpft haben, kämpften um dasRecht auf Bildung und Erwerb. Sie wollten unabhängig sein – gerade auch finanziell. Und sie wollten beweisen, dass Frauen genauso kompetent sind wie Männer – nicht nur in denWissenschaften, in der Kunst oder im Management. Nein, jederzeit und überall.
Aber das waren nicht die Kategorien im Denken und die Logik, die in der Gesellschaft und der Politik tatsächlich verankert und präsent waren. Nur so ist auch das wohl 60 Jahre alte Zitat von Käthe Ahlmann, der Gründerin des VdU, zu verstehen, wenn sie sagte, sie er-warte von einem Mann nicht, dass er ihr einen Platz in der Straßenbahn anbiete, Hauptsache sei, dass er ihr einen Platz im Aufsichtsrat anbiete.
Lange Zeit wurde den Frauen diese Kompetenz vehement abgesprochen, da sie schließ-lich biologisch „anders“ seien und daher entsprechende Fähigkeiten nicht in ihnen angelegt sein könnten.
Natürlich sind Frauen „anders“. Sowohl biologisch als auch soziologisch gesehen, denn unsere Kulturgeschichte ist auch eine Geschichte von Geschlechterrollen – und diese
bestimmen das „soziale Geschlecht“ bis heute. Was unser heutiges Wissen von den früheren Diskussionen unterscheidet ist die bewusste Erkenntnis, dass aus diesem „Anderssein“ kein Weniger an Kompetenz hergeleitet werden kann und auch ansonsten kein Weniger, kein Geringer und kein Seltener.
Frauen sind hervorragende Naturwissenschaftlerinnen, phantastische Komponistinnen,
Malerinnen, Bildhauerinnen, perfekte Mütter, beste Sozialarbeiterinnen und Ingenieurinnen und - sie können Unternehmen führen und erfolgreich steuern. Ob sie all diese Tätigkeiten anders ausführen als Männer, kann man sicher lange diskutieren. Letztlich kann es uns aber egal sein, ob sich die Führungsstile von Frauen und Männer signifikant unterscheiden oder nicht, wichtig ist, dass keinem Geschlecht prinzipiell Führungseigenschaften abgesprochen werden können.
Von daher wäre es folgerichtig, genau so viele Frauen wie Männer in Chefetagen von
Großunternehmen, in Aufsichtsräten und Vorständen anzutreffen. Doch nach wie vor weit gefehlt, dort sind nur wenige Frauen präsent.
Anders ist es auch nicht zu verstehen, wenn jetzt ein Aufheben gemacht wird, dass Simone Bagel-Trah als erste Frau an der Spitze des 133 Jahre alten Henkel-Konzerns und einzige Frau im Chefsessel eines Dax-Unternehmens Platz nimmt. Das sei für die Firma „schon ein krasser Wechsel“, sagt Bagel-Trah in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Allerdings
sieht sie sich gewappnet: „Ich war meistens jünger als die anderen und fast immer die einzige Frau.“ Richtig und bedenklich.
I. Zahlen und Fakten
Werfen wir ein Blick auf die größeren Zahlen. Wie sieht die Datenrealität aus. Eigentlich
müsste Frauen danach der Weg an die Spitze offen stehen:
51 % der Hochschulabsolventen sind heute weiblich. Aber: 80 % der Führungspositionen
werden mit Absolventen der Wirtschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften besetzt – und nur 25 % der Absolventen dieser Fächer sind Frauen.
15% Frauen gibt es in den gehobenen Führungsetagen (2. Ebene) von Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, bei Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sind es nur noch 12 %. Wenden wir den Blick nach ganz oben. Nur 16 der 160 Aktiengesellschaften in den wichtigsten deutschen Börsenindizes haben überhaupt weibliche Vorstandsmitglieder.
Das bedeutet im Umkehrschluss, in 144 dieser Unternehmen ist keine Frau im Vorstand. Nur ganze 6 der 160 Unternehmen kommen auf ein Drittel weiblicher Vorstandsmitglieder; der Regelfall sind rein männliche Vorstandsrunden. Und je höher das Börsenengagement, desto niedriger ist der Frauenanteil im Topmanagement. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten beträgt10,2 %, auf Vorstandsebene gerade einmal 3,0 %.
Und dabei muss berücksichtigt werden, dass 78 % (Untersuchung der Hans- Böckler-Stiftung, 9/2009) der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder von den Arbeitnehmervertretungen entsandt wurden.
Ein positiver Trend 2009 verglichen mit 2008 ist, dass in allen Kategorien die Anteile zugunsten der Frauen leicht gestiegen sind. Nun ja, man kann sich auch an Marginalien in der Entwicklung freuen, aber man sollte sich davon nicht betören lassen.
Fakt ist:
Deutschland liegt im europäischen Vergleich von Frauen in Führungspositionen im Mittelfeld. Allerdings damit ist nichts gewonnen. Deutschland bleibt hinter seinem Potenzialweit zurück und die allermeisten anderen Länder eben auch. Man muss die Dinge schon relativ sehen - aber bitte auch absolut. Und absolut ist hier wenig nicht mehr, sondern wenig ist ein Dilemma.
Ich zitiere die Kanzlerin: In ihrer Rede beim 28. Bundesdelegiertentag der Frauen Union am 26.8.2009
„Was sich in der deutschen Wirtschaft abspielt, gerade in den großen Unternehmen, ist ausmeiner Sicht nicht hinnehmbar.” Und das meine sehr verehrten Damen und Herren bezieht sich diesmal auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen.
II. Welche Barrieren stehen Frauen entgegen?
Wieso gelingt es nur so wenigen Frauen, die „gläserne Decke“ zur Ebene des Top-Managements zu durchbrechen? Welche informellen „Bollwerke“ stehen ambitionierten
Frauen entgegen? Sind es die dummen selbstherrlichen Männer, die über kluge Frauen bestimmen wollen oder ist es die Höhenangst oder von beidem etwas oder was anderes? Um diese Frage zu beantworten, ist es höchst aufschlussreich, diejenigen zu fragen, die selbst in Führungsetagen sind: männliche Manager.
Bei einer qualitativen Befragung von Männern im Management – Herr Dr. Wippermann wird die Ergebnisse später ausführlicher darstellen – wurden 3 Mentalitätsmuster deutlich: Die konservative / die aufgeschlossene / und die individualistische Haltung.
Die befragten Männer mit eher konservativer Einstellung wollten prinzipiell keine Frauen in
Führungspositionen. Ihrer Auffassung nach stören Frauen die eingespielten, bewährten Netzwerke der Männer. Frauen, die Führungspositionen anstreben, seien oft verbissene Einzelkämpferinnen, die versuchten, „männlicher“ zu sein als die Männer. Außerdem würden sie sich zu stark über ihre Fachkompetenzen definieren, sie könnten nicht gut delegieren und würden alles selbst machen wollen. Eine Führungsperson brauche zudem einen stabilen familiären Background, der auch Wirtschaftspartnern "ordentliche Verhältnisse" signalisiere – also die Frau, die ihrem Mann den Rücken frei hält. Diese Familienkonstellation ist bei Frauen eher selten anzutreffen.
Männer mit einer aufgeschlossenen Haltung gegenüber Frauen in Führungspositionen sind eher im mittleren Management anzutreffen. Sie gehen davon aus, dass Frauen und Männergleichberechtigt sind. Daher sollten sie in Führungsetagen der Unternehmen grundsätzlich gleich stark vertreten sein. ABER: "Vorstand: Das ist eine andere Sport-art.“ Dort gehe es einzig um kurzfristig messbaren Erfolg. Offenbar trauen sie diese „harte Gangart“ Frauenweniger zu.
Für Männer mit individualistischer Grundhaltung spielt nach eigenen Angaben das Geschlecht bei einer Kandidatur keine Rolle mehr. Es komme allein auf die Persönlichkeit, die fachliche Qualifikation und die Kontinuität der Karriere an. Aber auch sie finden ein Haar in der Suppe: Es gäbe nicht genügend qualifizierte Bewerberinnen. Ein Teil der qualifizierten Frauen wolle einige Zeit ganz für die Kinder da sein. Damit fehle ihnen die notwendige berufliche Kontinuität.
Diese drei Mentalitäten finden sich oft auch in ein und demselben Unternehmen - und das hat Folgen: Da es die Männer in den Führungsetagen sind, die definieren, wie sich frau zu
verhalten hat, ist deren Einstellung maßgebend. Wird die Frau dem einen gerecht, fällt sie möglicherweise unter das Verdikt des anderen. Und dann wird natürlich ohnehin nach dem Ähnlichkeitsmuster gehandelt, die die mir ähnlich sind, der Golfpartner und der Mitwirkende im Netzwerk, erhalten den Vorzug.
So sind es diese Mentalitätsmuster, die innerhalb von Unternehmen Hüter der gläsernen Decke sind. Durch die Antworten der (Top)Manager zog sich ein roter Faden: Was spricht
alles gegen Frauen in Führungspositionen? Dies ist in den Führungsetagen offenbar – bei allem Wohlwollen gegenüber Frauen – der selbstverständliche Reflex.
Als notwendige Kompetenzen für Führungsaufgaben werden von Personalberatungen
genannt: die Fähigkeit zur Bewältigung von komplexen Sachlagen, mittel- und langfristiges Denken, Kommunikationsfähigkeit, Empathie. Außerdem Intuition, Kreativität und Pioniergeist. Sind das nicht genau die Voraussetzungen, die ambitionierte rauen mitbrin-gen?
Oftmals sind es aber genau diese Eigenschaften, die Frauen als Defizit ausgelegt werden, diese Eigenschaften sind also durchaus zweischneidig in der Bewertung durch Männer. Wer die Hoheit über Deutung und Definition hat, besitzt die Macht, die Macht der anders-lautenden Entscheidung.
Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen: In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir wiederholt gehört: Mit Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten wäre es möglicherweise nicht zur dramatischen Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Denn: Frauen hätten eher die Strategie, Erfolg dadurch zu erreichen, dass sie Misserfolge vermeiden. Sie spielen weniger auf Risiko, ja, sie „spielen“ überhaupt weniger. Auf lange Sicht sei dies von Vorteil; von Nachteil jedoch, wenn das Unternehmen jemanden sucht, der mit Mut und Risiko schnelle Entscheidungen fällt.
Anrede,
Personalberater und Unternehmen arbeiten eng zusammen mit der Folge, dass die in manchen Führungsetagen vorhandenen stereotypen Bilder von Frauen von den Personalberatern übernommen werden: Ein Teufelskreis, der die "gläserne Decke" gegenüber Frauen verstärkt.
III. Wie und wo setzen wir an? Die gläserne Decke zu durchbrechen.
Die Befragungen zeigen, dass Ausgangspunkt von Veränderung eine neue
Unternehmenskultur sein muss. Unternehmensleitungen müssen sich der Barrieren - auch in den eigenen Köpfen - bewusst werden. Wie kann man diese Entwicklung befördern?
Ein wichtiges Instrument ist, Transparenz herzustellen. Transparenz, wie es in den Führungsetagen großer Unternehmen aussieht – und was gegen das Frauendefizit unternommen wird. Haltung und Einstellung müssen endlich der Erkenntnis folgen: Wir können es uns nicht leisten, Chancen zu verschwenden und auf Kompetenzen zu verzichten.
Mein Haus fördert zur Zeit ein kreatives und verblüffend einfaches Projekt des Deutschen Juristinnenbundes: Um Aufmerksamkeit sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei den Anteilseignern zu gewinnen, gehen Anteilseignerinnen oder ihre Bevollmächtigten in
Hauptversammlungen deutscher Großunternehmen und stellen den Unternehmen Fragen:
„Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Aufsichtsräte, spielt auch das Geschlecht
eine Rolle?“, „Stand eine Frau als Aufsichtsrätin zur Auswahl?“ oder „Wenn nein: Hat das Unternehmen sich um eine Frau als Aufsichtsrätin bemüht?“
Bei diesen Fragen gerät so mancher Aufsichtsrat ins Schwitzen. Peinlich wird es, wenn auf der nächsten Hauptversammlung die gleichen Fragen gestellt werden – und die Be-fragten erneut keine Antworten geben können. Der Druck wächst und nach dem physikalischen Gesetz: Unter Druck wird alles flüssig, die Starrheit wird aufgehoben und an ihre Stelle tritt Beweglichkeit, entwickelt sich Veränderung jenseits der ewig gestrigen Denkmuster und Logik. Aber allein auf Physik kann man sich nicht verlassen, das allein reicht nicht aus.
Dieser Weg über die Anteilseigner ist zwar eine gute Strategie, es braucht aber weitere Schritte i.S. eines konkreten Stufenplans verschiedener abgestimmter Handlungsoptionen, die in der nächsten Legislatur in Angriff genommen werden müssen. Eine weitere Massnahme wäre die entsprechende Ergänzung von Geschäftsberichten. Jedes Jahr wird vom managermagazin „Der beste Geschäftsbericht“ gekürt. Eine transparente Geschäftsberichterstattung ist
Ausdruck einer guten Unternehmensführung. Um noch mehr Aufmerksamkeit in der
Wirtschaft zu bekommen, könnte man an die Veranstalter des Wettbewerbs den Gedan-ken herantragen, Chancengleichheit als Bewertungskriterium zu berücksichtigen.
Mehr Transparenz könnte nach schwedischem Vorbild auch auf dem Weg über das
Handelsgesetzbuch eingefordert werden: „Soweit von Bedeutung“ sind große
Kapitalgesellschaften nach dem Gesetz verpflichtet, in ihren Lagebericht auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren aufzuführen. Ich behaupte: Der Anteil von Frauen auf allen
Hierarchieebenen hat diese Bedeutung, denn er ist ein wichtiger Indikator, wenn man sich ein umfassendes Bild von der Lage eines Unternehmens
machen will. Ein uns vorliegendes Gutachten kommt zu dem Ergebnis: Bereits nach
gegenwärtiger Gesetzeslage müsste ein Lagebericht den Anteil von Frauen in allen Hierarchieebenen aufzeigen.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass in der Praxis Unternehmen eher selten auf diese Idee kommen und den Frauenanteil in Führungspositionen angeben. Hier muss noch das Bewusstsein geschärft werden und ich halte auch eine klarstellende Novelle des HGB für
machbar, so dass es keinen Ausweg und keine Ausflucht mehr gibt.
Ein anderes diskutiertes Instrument, das mehr Frauen in Führungspositionen bringen soll, birgt besonderen Zündstoff: „Die Quote“ oder eine vergleichbare rechtliche Regelung. Eine gesetzlich verpflichtende Quote für Vorstände und Aufsichtsräte nach norwegischem Vorbild passt als Mustervorlage zunächst nicht 1:1 zum deutschen Recht. Allerdings kann man von europäischen Nachbarn immer lernen sollte aber auch genau hingucken, wenn es um die belastbaren Erfahrungen und die Vergleichbarkeit von Strukturen geht.
Bundeskanzlerin Merkel selbst hat vor wenigen Wochen bei einer großen Veranstaltung der Frauen-Union in Duisburg auf die bereits allein im Rahmen der Diskussion über eine Regelung in Norwegen eingetretenen positiven Effekte verwiesen und auf die Erfolge, die in den deutschen Parteien mit Quoten-Selbstverpflichtungen erzielt wurden.
Diese selbstverpflichtenden Quoten seien in der Politik der Anstoß zum tätigen Nachden-ken gewesen, so dass heute vielen Entscheidungsträgern bei der Behauptung, es sei keine geeignete Frau für ein Gremium zu finden zumindest die Peinlichkeit im Gesicht steht.
Das Für und Wider von Quotenregelungen, ihre optimale Reichweite und die Frage, ob sie gesetzlich oder untergesetzlich verankert werden sollten, wird sicher im Laufe des Nachmittags noch weiter erörtert werden. Und auch wir werden diese Frage vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse, dem Ergebnis laufender Begutachtungen und auch im Angesicht der vorliegenden Repräsentativbefragung immer wieder neu stellen, erörtern und entscheiden müssen.

http://www.fidar.de/webmedia/documents/forum/forum1/Rede_StS_Hoofe.pdf

Deutschland unterstützt die finnische Ratsprä-sidentschaft in der europäischen Gleichstel-lungspolitik
Deutschland will sich auch nach Übernahme der EU-Ratpräsidentschaft am 1. Januar aktiv für die bessere Teilhabe von Frauen an der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsfindung sowie für eine Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen einsetzen. "Wir brauchen mehr Mütter, die Karriere machen", sagte Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beim informellen Treffen der europäischen Gleichstellungsministerinnen und -minister in Helsinki. Die Bundesregierung fördert die Berufstätigkeit von Frauen mit zahlreichen Initiativen und Programmen.

Die amtierende finnische Ratspräsidentschaft hatte das Ministertreffen am 7. Oktober unter die Überschrift "Frauen und wirtschaftliche Entscheidungsfindung" gestellt. "Frauen sind in den Führungspositionen dramatisch unterrepräsentiert. Die damit verbundene Arbeitsteilung - Frauen führen die Entscheidungen aus, die Männer treffen - ist nicht zukunftsträchtig. Um in komplexen Entscheidungssituationen problemgerecht und zielorientiert zu handeln, bedarf es eines Managements, das möglichst viele Kompetenzen verbindet", so Gerd Hoofe in Helsinki. Der Erfolg der Wirtschaft, die von mehr Frauen in Entscheidungspositionen profitiert, kann aber nur unter der Voraussetzung zu einem Erfolg für die Gesellschaft werden, wenn sich Kinder nicht länger als Karriereknick erweisen. "Wir brauchen vor allem mehr Mütter, die Karriere machen. Unternehmen, die auf die Fähigkeiten und Erfahrungen von Frauen mit Kindern verzichten, gehen ein unternehmerisches Risiko ein", so Hoofe.

Die Bundesregierung will die Chancen berufstätiger Frauen verbessern. Die Vereinbarung der Bundesregierung mit der Privatwirtschaft fördert die Chancengleichheit von Frauen und Männern. Das Gesetz zum Ausbau der Kindertagesbetreuung und die neuen Regeln zur Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten verbessern kontinuierlich die Rahmenbedingungen für berufstätige Mütter. Die Partnermonate des neuen Elterngeldes ermöglichen es jungen Paaren, berufliche Auszeiten für die Erziehung eines Neugeborenen wesentlich flexibler als bisher zwischen den Partnern aufzuteilen. Eine Regelung, die nicht nur den vielen Vätern entgegen kommt, die sich mehr Zeit mit ihren kleinen Kindern wünschen. Auch die Mütter erhalten so die Chance, früher wieder in den Beruf einzusteigen und so die Karrierechancen zu wahren.

Am Vortag der Konferenz hatte bereits die europäische Fachtagung "Männer und Gleichstellung" stattgefunden. Im Fokus stand die Frage, wie Männer für eine aktive Rolle bei der Überwindung überkommener Rollenmuster zu begeistern sind. Um Gleichstellungspolitik erfolg-reich zu machen, hielten es Experten und Expertinnen aus den Mitgliedsstaaten für notwendig, an den konkreten Interessen der Männer anzuknüpfen, um ihnen die Loslösung von ihrer herkömmlichen Rolle zu erleichtern.

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Archiv/16-legislatur,did=86540.html

LP 185 Jörg Strohschein, freier Journalist u.a. Tagesspiegel, beheimatet in Leverkusen, im Verband Deutscher Sportjournalisten

Wer nicht hören will, muss fühlen. Offenbar lassen die tradierten Strukturen der allermeisten Unternehmen (noch) nicht zu, dass mehr Frauen in Führungspositionen gelangen. Dabei ginge es laut Untersuchungen vielen Firmen besser, wenn vermehrt weibliche Blickwinkel in das Management einflössen. Die Firmen müssen offenbar zu ihrem Glück gezwungen werden – was aber auch eine eminente Einschränkung der unternehmerischen Freiheit bedeutet.

http://www.wz-newsline.de/home/wirtschaft/grosser-eingriff-1.926269

LP 186 Joachim Güntner, CH, geboren 1960, Studium der Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften, Kulturkorrespondent für Deutschland der NZZ, nzz.guentner@t-online.de

http://www.nzz.ch/images/guentner_joachim_1.87884.1265362547.jpg

Männer fallen als Gegner aus
Der neue Feminismus hadert mit dem alten und verzichtet auf den Geschlechterkampf
Joachim Güntner
Auch der aufgeklärte Mann hat seine schwachen Momente. Dann blickt er aus der Zone fortgeschrittener Gleichberechtigung – sagen wir: aus Deutschland – neidvoll auf seine Geschlechtsgenossen in Osteuropa und seufzt: Pole müsste man sein; gern auch Bulgare oder Ukrainer. Das ist natürlich nur eine kurze Anwandlung, und sie wird pflichtschuldigst unterdrückt. So ganz aber kann er nicht verdrängen, welche Verhältnisse auf den Strassen und in den Restaurants von Breslau, Sofia oder Lwow herrschen, wie sehr sich die Männer dort gehen lassen dürfen und wie wenig das die Frauen stört. Simpel gekleidete, aus dem Leim gehende Typen an der Seite eleganter feingliedriger Weibchen. Als er eine Polin fragte, wie das denn möglich sei, dass solche verfetteten Kerle mit Frauen solchen Formats – da lachte sie und meinte, Männer müssten nun mal «stattlich» sein. Stattlich? Sind das, wollte er bissig erwidern, nicht vielmehr Fleischklösse? Aber die Antwort gab er sich gleich selbst: Besser ein in sich ruhender Kloss als ein desperates armes Würstchen.
«Was vom Manne übrig blieb», bilanziert der Basler Soziologe Walter Hollstein in einem soeben erschienenen Buch zur «Krise und Zukunft des starken Geschlechts» (Untertitel), und es ist lehrreich, diese Männerkunde neben jüngere und jüngste Publikationen aus dem frauenkundlichen Ressort zu stellen. Hollsteins Buch ist gerammelt voll mit Befunden aus der Welt der Würstchenartigen, er weiss von Buben, die in der Schule von Mädchen überflügelt werden, von Männern, die im Schnitt sechs Jahre früher sterben als Frauen, die leichter Krebs kriegen, schneller ihren Job verlieren, als geschiedene Väter traurig ohne Kind dastehen, die in der Werbung immer den Trottel geben müssen und vor Gericht härter bestraft werden als weibliche Delinquenten. Dagegen spreizen sich in den Büchern des neuen Feminismus selbstbewusste Damen als «F-Klasse» oder «Alphamädchen».
Und nicht etwa, dass sie nun mit emanzipiertem Elan die Männer in Grund und Boden stampfen wollen. Anders als die zweite Frauenbewegung vom Anfang der 1970er Jahre, deren Pioniere die Suffragetten des frühen 20. Jahrhunderts waren, sucht die sogenannte dritte Welle des Feminismus nicht mehr den Geschlechterkampf. Männerhass ist out. «Es sind subtile Hindernisse, die sich uns in den Weg stellen, kein grosses, böses Patriarchat an sich», meinen die «Alphamädchen», das Autorinnen-Trio Meredith Haaf, Susanne Klinger und Barbara Sreidl. Wo der moderne westliche Mann, gestresst von Fitness-Erwartungen und überfordert von der Idee, Alleinverdiener und Ernährer einer Familie zu sein, wo also dieses desolate Geschlecht kein Gegner sein kann, reiben sich die Jungfeministinnen lieber an ihrer Altvorderen: an Alice Schwarzer.
«Buchhalter-Feminismus» halten etwa Jana Hensel und Elisabeth Raether der langgedienten «Emma»-Herausgeberin vor. Dergleichen kann man jetzt öfter lesen. Alice Schwarzer denke antiquiert über Pornografie und Sexarbeit, sie diskriminiere mit ihren Attacken auf den Islam und das Kopftuch die muslimischen Frauen und spreche, alles in allem genommen, nicht mehr die Sprache der «neuen deutschen Mädchen» – Mädchen? – unter fünfunddreissig. Die Angegriffene fuhr, als sie kürzlich den Börne-Preis erhielt, eine Retourkutsche über das junge Gemüse, sprach von einer «Verluderung des Feminismus» zu «Wellness-Feminismus», putzte ihre Kritikerinnen als Girlies herunter und nannte die Beschönigung der Prostitution einen Ausbund an Hartherzigkeit. Seither tut der feministische Diskurs so, als lebe er wieder.
Beeindruckend ist die theoretische Unbedarftheit des neudeutschen Feminismus. «Spass» soll er machen, lässig und sexy wollen seine Vertreterinnen daherkommen. Bücher über Intimrasuren sind spannender als «Gender-Studies». Die kommode Denkungsart erlaubt, eine geschwätzige Körperöffnungsspezialistin wie Charlotte Roche zur Frauenrechtlerin aufzuwerten. Und die weiss denn auch sogleich die Anti-Pornografin Alice Schwarzer zu belehren, indem sie vorschlägt, Pornos als etwas anzusehen, «bei dem Männer auch was lernen können». Nämlich? «Wie man Frauen befriedigt zum Beispiel.» Na, dann . . . Grossartig auch, wenn Roche rügt: «Alice Schwarzer wird dem Menschen in der Frau nicht mehr gerecht.» Grossartig ist das deswegen, weil Schwarzer selber gern klagt, sie bleibe, gleich ob bewundert oder angefeindet, «doch immer eine Frau, bin nie einfach Mensch». Die Berufung auf das Menschliche in jedem Weibe ist jene letzte triviale Basis, die alle Feministen eint. Darüber vergessen sie einmal für Momente ihre Richtungsstreite und postulieren unisono den Feminismus als «Teil eines unvollendeten humanistischen Projekts» (Barbara Gärtner, Kritikerin von Roche & Co.).
Lob der Frauenpower
Was kennzeichnet die allgemeine Lage? Männer entdecken sich als Opfer, Frauen aber wollen nichts wie raus aus der Opferrolle. Der Anspruch auf die politische und soziale Gleichstellung der Geschlechter ist unstrittig; marxistisch gesprochen hat sich der Feminismus im Überbau totgesiegt, im Unterbau bleibt allerdings ein statistisch signifikantes Lohngefälle (in Deutschland von über zwanzig Prozent) zwischen Männern und Frauen in gleichen Positionen zu beseitigen. Da Männer als Gegner ausfallen, richten sich allfällige neofeministische Beschwerden bloss noch gegen «die Strukturen», namentlich gegen altmodische Rollenerwartungen in Chefetagen oder die ästhetischen Diktate der Schönheitsindustrie und der Bildmedien.
Vor dreissig Jahren sangen linke Theoretikerinnen vom Schlage Luce Irigarays das Loblied der «spezifisch weiblichen» Tugenden, propagierten ein Fühlen und Denken, zu welchem nur Frauen fähig seien, und sahen darin eine die Welt erlösende Gegenkraft zur männlichen Härte. «Differenzfeminismus» nennt man das. Heute bekennt sich Wolfgang Schäuble zu eben jenem modernen Frauenbild, das die CDU-Mitglieder seiner Generation einst schreckte. Denkt der deutsche Innenminister an die Überwindung islamistischer Macho-Kulturen, so setzt er ganz auf «Frauenpower» und rühmt sie als «eine der grössten Hoffnungen für die Entwicklung moderner, demokratischer Gesellschaften». Ein konservatives Regierungsmitglied, gereift an Jahren und männlichen Geschlechts, als Differenzfeminist – dahin sind wir gekommen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/maenner_fallen_als_gegner_aus_1.740603.html

GÜNTNER, Joachim (2003): Männer dämmern, Frauen stapeln tief.
Anmerkungen zur Geschlechterdebatte in Deutschland,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.08.
Inhalt:
Joachim GÜNTNER stimmt seinem FAZ-Kollegen SCHIRRMA-CHER hinsichtlich der Männerdämmerung zu:
"Schirrmachers Diagnose wäre wohl noch überzeugender, würde er sie nicht nur mit Frauen illustrieren, denen in der Mehrzahl Macht bloss als Erbe ihres Ehemannes zugefallen ist. Auf die jüngere Generation sollte er sehen.
Schon 1964 betrachtete (...) konservative Soziologe Arnold Gehlen misstrauisch die kulturelle Umprägung im Verhältnis der Geschlechter (...). Vierzig Jahre später tritt der Mann in Werbespots fast nur noch als Trottel auf, verwirrt vom überlegenen weiblichen Gegenpart, ungeschickt, blöd blickend und weitgehend stumm. Und in der Popmusik beherrschen sexuell herausfordernde Supergirlies die Szene, während die knäbischen Sänger um die Wette wimmern: «Fühlst du nicht den Schmerz in mir / O siehst du nicht, ich kann nicht mehr», greint Jungstar Ben seine Liebste an, und das Popidol Xavier Naidoo schmachtet: «Ihrer Königlichkeit ist nur ein König wert / Und ich bin wenig königlich / Sie hat all das, was ich nicht hab / Sie sieht mich einfach nicht.» Männerdämmerung? Wer wollte es leugnen."

http://www.single-generation.de/grossbritannien/steve_jones.htm

LP 187 Markus Schwering, geboren 1956, Studium der Geschichte, Germanistik, Philosophie, Musikwissenschaften, Kulturredakteur beim Kölner Stadtanzeiger – http://www.ksta.de/ks/images/mdsBild/1235599563476m.jpg

Diese Kolumne ist politisch unkorrekt - und wer auf politischer Korrektheit besteht, sollte nicht weiterlesen. Ich selbst äußere das folgende auch nur zögernd - und mit gebührendem Abstand zum schreckensvollen Geschehen. Der Schulmordlauf von Winnenden hat wieder einmal gezeigt: Wenn Amok gelaufen wird, dann sind stets Männer bzw. männliche Wesen die Täter, so gut wie nie Frauen. Im Fall von Winnenden wird dieser Umstand verschärft durch die Beobachtung, dass der Mörder gezielt Lehrerinnen und Mitschülerinnen ins Visier nahm.
Das führt zu einer Frage: Benachteiligt unser Bildungssystem, unsere Gesellschaft je nach dem gerade Jungen in einer Weise, dass sie - wieder je nach dem - anfällig werden für monströs-radikale Konfliktlösungen? „Je nach dem“ - das meint, dass die Katastrophe selbstredend viele Ursachen hat, die teils menschlichem Erkennen unzugänglich sein mögen. Davon unabhängig ist doch bemerkenswert, wie die auch im Zuge der Frauenemanzipation durchgesetzte geschlechtsübergreifende „Feminisierung“ von Verhaltensformen und -normen Männer ins Abseits stellt.
Die haben nun mal dank ihrer hormonellen Disposition - Stichwort: Testosteron - einen Aggressivitätsüberschuss, der sich normalerweise in typischem Macho-Gehabe auslebt. Damit ist es nichts mehr: Jungen, schon in der Grundschule von Frauen regiert, sollen wie Mädchen fleißig, aufmerksam, strebsam und interessiert sein. Das aber kollidiert dann leicht mit ihrem Selbstbild und der inoffiziellen männlichen Werte-Hierarchie. Dass der Konflikt keine Einbildung ist, zeigt das Leistungsverhalten der Jungs: Die Mädels ziehen mühelos an ihnen vorbei, stellen an den Hochschulen die Mehrheit der Studierenden.
Ist die Vermutung abwegig, dass es die durch diese Konstellation aufgestauten Spannungen und Frustrationen sind, die sich dann schon mal kurzschlüssig und katastrophal Bahn brechen. Was tun? Muss sich nach der Frau der Mann emanzipieren? Es gibt ja bereits Jungen-Förderprogramme, die auf der Erkenntnis beruhen, dass etwas zu geschehen hat. Reicht es?
Fatal wäre freilich der Umkehrschluss: Wenn der Mann - wie in patriarchalischen Gesellschaften üblich - seine Frau verprügeln darf, dann läuft er auch nicht Amok. Und wer mutmaßt, ich wolle mit vorangehenden Einlassungen meine eigene Frauen verachtende Lebenspraxis rechtfertigen, irrt ebenfalls. Ich prügle meine Frau nicht - da können Sie sie ruhig fragen. Aber ich bin auch kein Amokläufer.

http://www.ksta.de/html/artikel/1238966891642.shtml

LP 188 Dr. Olaf Scholz, SPD, geboren 1958 in Osnabrück, Landesvorsitzender der Hamburger SPD und stellv. Bundesvorsitzender, Fachanwalt für Arbeitsrecht - seit 2011 Bürgermeister von Hamburg – www.olafscholz.de

Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass Frauen und Männer im Job gleich bezahlt werden. Arbeitsminister Scholz will die Klagerechte weiblicher Angestellter stärken – doch Arbeitsrechtler sehen hier keinen Bedarf. Opposition und Wirtschaftsverbände halten den Vorschlag für eine Mogelpackung.
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BERLIN. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass Frauen und Männer im Job gleich bezahlt werden. Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will die Rechtsposition von Frauen stärken, die von ihrem Arbeitgeber den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen einklagen wollen. Doch Arbeitrechtsexperten, Opposition und Wirtschaftsverbände halten den Vorschlag des Ministers für eine Mogelpackung, da die derzeitige Gesetzeslage diese Möglichkeit vor den Arbeitsgerichten längst vorsehe.
Scholz hatte angesichts einer erheblichen statistischen Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen vor kurzem vorgeschlagen, den Klageweg für Frauen zu erleichtern. Die Unternehmen sollen danach verpflichtet werden, die Daten für einen Gehältervergleich zur Verfügung zu stellen. Scholz forderte eine Beweislastumkehr bei Auseinandersetzungen um ungleiche Löhne: „Wenn es eine Ungleichheit gibt, muss die Firma beweisen, dass es sich dabei nicht um eine Diskriminierung der Frauen handelt“, sagte Scholz.
Auslöser des Vorstoßes ist eine vor kurzem vorgestellte Studie des Bundesfamilienministeriums, der zufolge Frauen bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleichem Beruf im selben Betrieb im Schnitt fast ein Viertel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Trotz dieser Zahlen halten renommierte Arbeitsrechtsexperten wie Frank-Karl Heuchemer von der Kanzlei White & Case in Frankfurt „die Wunschvorstellungen von Scholz für rechtlich nicht fundiert“, wenn es etwa um die Beweislastumkehr bei finanziellen Benachteiligungen am Arbeitsplatz geht. Der Arbeitgeber müsse nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schon heute darlegen, dass kein Verstoß gegen die Bestimmungen zum Schutz vor Benachteiligungen vorliege, sagte Heuchemer dem Handelsblatt.
In die gleiche Kerbe schlägt Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer von der Kanzlei Gleiss Lutz: „Es soll wohl mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden. Verdient eine Arbeitnehmerin 15 Euro pro Stunde, während ihr Kollege am gleichen Arbeitsplatz für die gleiche Arbeit einen Stundenlohn von 22 Euro bekommt, liegt schon heute nach Paragraf 22 AGG ein Indiz für eine Diskriminierung vor“, sagte Bauer. Scholz werde daher sehr wohl wissen, dass die von ihm geforderte Beweislastumkehr bereits Gesetz sei. „Eine Neuregelung ist überflüssig“, sagte Bauer dieser Zeitung.
Ähnlich kritisch äußerte sich auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): „Die Ursache für Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern ist nicht, dass gleiche Arbeit beim gleichen Arbeitgeber unterschiedlich entlohnt wird. Das ist schon nach geltendem Recht unzulässig“, heißt es in einer Stellungnahme. Neuer gesetzlicher Aktionismus sei daher überflüssig.
Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser Schnarrenberger (FDP) kann mit dem Vorstoß von Scholz ebenfalls wenig anfangen: „Frauen sind heute im Erwerbsleben aus ganz unterschiedlichen Gründen benachteiligt. Das fängt bei der nach wie vor mangelhaften Ganztagsbetreuung von Kindern an, und es hört mit Aufstiegsbarrieren in Unternehmen auf, die vor allem in konservativer Unternehmenskultur vorzufinden sind“, sagte die liberale Politikerin. Ein Blick nach Skandinavien zeige, dass der Staat in der Kinderbetreuung die richtigen Rahmenbedingungen setzen könne, damit Frauen im Erwerbsleben weniger benachteiligt würden.
„Die von Scholz ins Feld geführten Zahlen geben einen rein statistischen Durchschnittswert wieder“, argumentiert Arbeitsrechtler Bauer. Die Daten vernachlässigten, dass Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern deshalb entstünden, „weil Frauen sich häufiger für niedrig bezahlte Berufe entscheiden und Auszeiten für die Kindererziehung nehmen“, sagte Bauer.
Doch nicht nur die Forderung des Bundesarbeitsministers nach einer Beweislastumkehr in einem Arbeitsgerichtsprozess löst Kritik aus. Widerstand gibt es von Seiten der Arbeitsrechtler auch gegen seinen Vorschlag, die Quote von Frauen in Aufsichtsräten zu erhöhen: „Ziel sollte generell eine bessere und professionellere Überwachung der Unternehmensführung sein, die zunächst dadurch erreicht wird, dass die geeignetsten Personen Mandate besetzen“, sagte Heuchemer. Eine pauschale Quote laufe diesem Ziel aber zuwider.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-gleicher-lohn-fuer-frauen-gilt-bereits-seite-2/3141408-2.html

Der Hamburger SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz will im Falle eines Wahlsieges die Hälfte der Senatorenposten an der Alster an Frauen vergeben. Das kündigte Scholz in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag an. "Klar ist: Der Senat wird hälftig aus Frauen und Männern bestehen", sagte Scholz.

http://www.sueddeutsche.de/politik/politik-kompakt-scholz-will-frauenquote-im-hamburger-senat-1.1055979

Olaf Scholz will die Frauen-Quote
28. Oktober 2011 |

Frauen sind als Führungskräfte in der Wirtschaft “auf hanebüchene Weise unterrepräsentiert”, sagt Bürgermeis-ter Olaf Scholz und kündigt Senatsinitiativen zur Gleichstellung an.
Scholz sprach vor dem Verband deutscher Unternehmerinnen. Das Treffen der Dax-Konzerne mit der Bundes-regierung und die freiwillige „Flexi-Quote“ von Familienministerin Kristina Schröder kamen beim Senatschef nicht so gut an: „Alles in allem macht die Verabredung auch auf mich den Eindruck, es werde da nicht viel Sand aus dem Getriebe herausgeholt und nicht sehr entschlossen. Auf keinen Fall genug.“ Norwegen habe dagegen ein Gesetz, nach dem fast 400 börsennotierte Unternehmen verpflichtet sind, 40 Prozent ihrer Aufsichtsratspos-ten mit Frauen zu besetzen: “Es funktioniert, und ich finde es vorbildlich.”
Kaum ein Unternehmen in Deutschland strebe eine Mindestbeteiligung von Frauen von einem Drittel an, so Scholz. Neun von dreißig hätten selbst gesetzte Ziele von unter 20 Prozent genannt: „Außerdem sind die Zusa-gen der meisten Unternehmen auf ihre sämtlichen weltweiten Managementebenen bezogen. Ob dadurch der Anteil in Spitzengremien in Deutschland spürbar gesteigert wird, ist fraglich.“
Scholz weiter: „Der Wettbewerb um Fachkräfte, den manche Branchen und viele Unternehmen schon führen müssen, beruht darauf, dass es an Fachkräften fehlt. Wäre es nicht eine viel angenehmere und spann

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

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