Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

BPA: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Christine ⌂, Friday, 09.03.2007, 05:12 (vor 6906 Tagen)

Ja ja ich weiß, man kann es fast nicht mehr hören oder lesen. Trotzdem hier zum einen noch die Meldung des Bundestages und hier das vorläufige Plenarprotokoll mit diversen Themen zum Weltfrauentag.
--

http://www.bundesregierung.de

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"REGIERUNGonline" - Wissen aus erster Hand

Internationaler Frauentag
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Veröffentlicht am: Do, 08.03.2007

Die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt stärken. Das forderten die
Regierungsfraktionen am Internationalen Frauentag im Deutschen Bundestag.
Hintergrund ist eine eher traurige Zahl: Frauen verdienen in Deutschland bei
gleicher Arbeit bis zu einem Viertel weniger als Männer.


Zwar haben Frauen die Männer beim Bildungsniveau überholt. 56 Prozent beträgt der
Frauenanteil des Abiturjahrgangs 2004/2005. Das wirkt sich aber immer noch nicht
auf die Karriere aus.

Gleiche Teilhabe von Männern und Frauen am Erwerbsleben forderte deshalb Ursula
von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Außerdem gebe es viel zu wenige Frauen in Führungspositionen.

Von der Leyen sagte zugleich, Männer hätten ein Recht darauf, aktive Väter zu
sein sowie Beruf und Familie zu vereinbaren. Gleichstellung sei keine
Einbahnstraße.

Erwerbstätigkeit leicht gestiegen

Die Erwerbstätigenquote bei Frauen zwischen 15 und 64 Jahren ist nach Angaben von
Eurostat von 58,7 (2001) auf 59,6 Prozent (2005) gestiegen. Im Vergleich dazu
sind 71,2 Prozent der Männer erwerbstätig. An der europäischen Spitze liegen die
Frauen in Dänemark und Schweden mit jeweils über 70 Prozent.

Auch die Lohnunterschiede sind beträchtlich. Frauen verdienten nach den
Vergleichszahlen 2003 als Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 23 Prozent
weniger als Männer. Bezogen auf den Stundenlohn beträgt der Unterschied gar 26
Prozent.

Auch innerhalb einer Berufsgruppe klaffen die Verdienste auseinander. Nur ein
Beispiel: Chemikerinnen verdienen im Schnitt 850 Euro brutto weniger als ihre
männlichen Kollegen.

Eine Ursache für die Einkommensunterschiede ist, dass Frauen und Männer
hierarchisch unterschiedliche Positionen bekleiden. Zum anderen finden Frauen
sich häufiger in schlechter bezahlten Berufsfeldern und Branchen.

Zu wenig Frauen in Führungspositionen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatte 2006 nur jede sechste
berufstätige Frau einen Job mit viel Verantwortung. Bei den Männern war dieser
Wert mehr als doppelt so hoch.

Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan sagte im "Tagesspiegel", sie wolle
eine Verdoppelung des Frauenanteils in der Wissenschaft erreichen. Unter
habilitierten Forschenden gebe es bisher nur 28 Prozent, unter den Professuren
lediglich neun Prozent Frauen.

Gleichstellung zu Schwerpunkt machen

In ihrem Antrag an die Bundesregierung forderten die Regierungsfraktionen im
Bundestag, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu einem Schwerpunkt zu
machen. Im Jahr der Chancengleichheit solle dies bei weiteren Reformen zur
Umgestaltung des Arbeitsmarktes stärker berücksichtigt werden.

Insgesamt legten die Koalitionsfraktionen 21 Forderungen vor. Durch diese sollen
in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden, den Bundesländern,
Forschungseinrichtungen und Arbeitsagenturen Verbesserungen am Arbeitsmarkt
erreicht werden.

1910 forderten Sozialistinnen beim II. Kongress der Sozialistischen
Internationale in Kopenhagen die Einrichtung eines jährlichen Internationalen
Frauentags - allen voran Clara Zetkin. Ein Tag, an dem weltweit die Frauen für
ihre Rechte demonstrieren sollten. "Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte",
wie Zetkin damals in der Frauenzeitschrift "Die Gleichheit" erklärte. Ein Jahr
später, am ersten Internationalen Frauentag 1911, gingen in Deutschland,
Österreich, Dänemark und der Schweiz die Frauen auf die Straßen. Sie forderten
vor allem eins: das Frauenwahlrecht.

Kontext

Zum Antrag der Koalitionsfraktionen
http://dip.bundestag.de/btd/16/045/1604558.pdf


Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung
E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/

Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 01888 / 272 - 0
Telefax: 01888 / 272 - 2555

--
7. Familienbericht http://dip.bundestag.de/btd/16/013/1601360.pdf
Seite 234, Familienarbeit: - Väter 70 Std. - Mütter 46 Std.
Siehe auch: http://www.wgvdl.com/forum/index.php?id=12360

--
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein


gesamter Thread:

 

powered by my little forum