Die Probleme in der Schule
1. Als jemand, der selbst unterrichtet, weiß ich, dass es eine womöglich angeborene und schwer bekämpfbare Neigung gibt, von Jungs zu fordern und MEHR zu erwarten, Mädchen aber zu fördern, gerade weil man WENIGER von ihnen verlangt. Man (und frau) begegnet Jungs mit einer Erwartungshaltung, Mädchen mit der Bereitschaft, ihnen wie leicht Behinderten zu helfen. Dahinter steckt nach wie vor die Vorstellung, dass Jungs MEHR können als Mädchen, dass sie aber dazu provoziert werden müssen, ihr Potential zu entfalten, während Mädchen als eher hilfsbedürftig erscheinen. Die FOLGEN sind bekannt, weil die dadurch vergebenen UNGLEICHEN Noten sich auf Schulerfolg und Berufseinstieg auswirken - der Mädchenbonus wird durch männliche Leistng erst im Alter ab ca. 30 ausgeglichen - und um welchen Preis: Viele erhalten nie die Möglichkeit, ihr Können zu entfalten.
2. Schlimmer als die Verweiblichung des Lehrkörpers ist die Verweiblichung und Verweichlichung der Pädagogik und der Lehrpläne. Es geht nicht mehr um Sachkompetenz, es geht um ein sachfernes Plappernkönnen. Dass Jungs das oft vermeiden, ist eigentlich ein positives Zeichen - sie sind ernsthaft an Inhalten interessiert - und bekommen schlechte Noten in einer Schule, die Inhalte für unwichtig erklärt (gilt übrigens auch für die paar reflektierten Mädchen).
3. Erziehung war einst auf das "schwierigere" Geschlecht der Jungs ausgerichtet. Diese mussten einerseits durch die für sie härtere Pubertät gelotst und zugleich auf die Aufgaben vorbereitet werden, in denen sie GEBRAUCHT wurden - durchaus als bloßes Menschenmaterial, als Soldat, Fabrikarbeiter etc. Schule war lange Männerabrichtung, dabei aber doch darauf ausgerichtet, Männern das, was von ihnen verlangt wurde, als etwas schmackhaft zu machen, was mit männlichen Bedürfnissen vereinbar ist. Heute gibt es kein ZIEL männlicher Erziehung mehr, männliche Bedürfnisse gelten als SCHLECHT und werden entweder unterdrückt oder gezielt ausgeschlossen und vernachlässigt. Es gibt keine Männlichkeitsbildung mehr, sondern eine teils gezielte, teils aus Hilflosigkeit resultierende Verwahrlosung von Männlichkeit.
4. 98% alle bedeutenden literarischen, künstlerischen, philosophischen und wissenschaftlichen Werke wurden von Männern geschrieben. Man gibt sie ihnen nicht mehr zu lesen nd wundert sich, dass sie mit rosarot narzisstischer Ich-und-meine-Gefühle-Literatrr nichts anfangen können. Dann lesen sie halt nicht. Weder Plato noch Goethe, weder Kant noch Nietzsche, weder Benn noch Brecht. Viele Lehrpläne sind von solchen Namen schon "befreit". Wenn man den Männern aber die Literatur der Männer vorenthält - was können sie dann anderes werden als halbe Analphabeten?
5. Vielleicht brauchen wir eine geheime männliche Untergrund-Lesebewegung? In der in konspirativ heimlichen Treffen (ein bisschen Abenteuerstimmung darf sein!) das gelesen wird, was uns die weibliche Schule verheimlicht und vorenthält?
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- Die Probleme in der Schule -
Ein Lehrer,
15.04.2011, 03:13
- Wie wahr, - Info, 15.04.2011, 03:24
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Cardillac,
15.04.2011, 11:09
- Die Probleme in der Schule - ImmerNochNormal, 15.04.2011, 16:49
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Cardillac,
15.04.2011, 21:19
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Ein Lehrer,
15.04.2011, 23:25
- Die Probleme in der Schule/Hä? - Dummerjan, 18.04.2011, 04:28
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Ein Lehrer,
15.04.2011, 23:25