Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Aus der Kategorie "War alles schon mal dagewesen" - heute: Girolamo Savonarola (Gesellschaft)

Christine ⌂ @, Mittwoch, 14.08.2019, 11:47 (vor 37 Tagen)

Eine negative Vision
Zukunft ist jetzt!
 
Zu den Bundestagswahlen 2030 schlossen sich die im Bundestag vertretenen Parteien zum Proklimablock zusammen und stellten gemeinsame Landeslisten auf.
 
Girolamo stammte aus gut-bürgerlichem Hause. Sein Studium der Medizin brach er ohne Abschluss ab, wurde, nachdem sein Vater als Bankier gescheitert war, zum Kämpfer gegen die Verschwendungssucht seiner wohlhabenden Mitbürger.
Der Eiferer hatte das Talent, seine Zuhörer mit charismatischen Reden in den Bann zu schlagen. Dabei sprach er vom Ende der Menschheit, welches unweigerlich bevorstünde, würde sie nicht ihren Lebenswandel radikal ändern. Mit seinen Ermahnungen war er bei den Eliten der Gesellschaft wohlgelitten. Einerseits vermochten es seine Reden, das einfache Volk im Zaum zu halten. Andererseits gaben sie den Eliten selbst ein Gefühl der tätigen Reue, auch wenn Verzicht nicht die ihre, sondern die Sache des Volkes war.
 
Im Alter von 42 Jahren gelang es Girolamo, die Herrschaft über den Staat zu erlangen. Zuvor war er an der Spitze von Scharen junger Menschen durch die Lande gezogen, die in ihrem Fanatismus alles vernichteten, was sie als wider die natürliche Vernunft gerichtet betrachteten. Vor allem der Lebensstil der Älteren, deren Lust und deren Verschwendung, war ihnen als wider die Natur gerichtet ein Dorn im Auge. Kaum an der Macht, ließ Girolamo Fegefeuer der Eitelkeiten brennen, auf denen die Bürger als Reue über ihre Missetaten selbst all das vernichteten, was an ihr früheres, ausschweifendes Leben erinnerte.
 
Ein Mainstream der tätigen Reue in der Furcht vor dem Untergang hatte Girolamo an die Macht getragen. Nun schien er am Ziel seiner Vision. Er errichtete eine Gesellschaft der Selbstkasteiung, in der die bisherigen Freuden des Lebens als Schande gebrandmarkt waren. Die Menschheit – zumindest jene, über die Girolamo nun herrschte – hatte endlich zu sich selbst gefunden, sich von allen unnützen Eitelkeiten und Tand befreit und sich zu den wahren Ursprüngen ihrer Existenz zurück begeben. Um ihre Läuterung und ihre neue Haltung zu dokumentieren, übten die Menschen öffentliche Selbstanklage und Verzicht, erklärten ihre früheren Lebensgewohnheiten zur Sünde wider das Leben und die Reinheit des Geistes.
 
Vier Jahre, nachdem Girolamo an die Macht gekommen war, konnten die Menschen die ihnen aufgezwungene Reinheit nicht mehr ertragen. Bei den anstehenden Wahlen verfehlte Girolamos Partei die Mehrheit. Vom Diktator befreit, machten sich jene, die über die Jahre ihre eigene Bußfertigkeit gelebt hatten, auf, den verhassten Prediger eines anständigen Lebens zu quälen und genau dort auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, wo zuvor die Fegefeuer der Eitelkeiten gebrannt hatten. Der Nachwelt sollte Girolamo als Savonarola in ewiger Erinnerung bleiben.[..] https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/zukunft-ist-jetzt/

An den habe ich ja überhaupt nicht mehr gedacht, obwohl ich über diese Person einiges gelesen habe. Das Treiben von Savonarola war überwiegend auf Florenz begrenzt, später griff er aber die Borgias an, was diese sich auf Dauer nicht bieten ließen. Es kam, wie es kommen musste, wenn man sich mit den Mächtigen anlegt.

Ich finde die Parallelen zur heutigen Zeit überaus interessant :-D

Der Beitrag bei Tichys Einblick geht natürlich weiter und die beschriebene Zukunftsvision fängt nach den Absätzen mit Savonarola erst an. Es ist eine aus meiner Sicht sehr düstere Zukunftsvision und das Einzige, was mir dazu einfällt: erst kommt es anders und zweitens als man denkt - hoffentlich.

Christine

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohl angepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

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