Antidemokrat fordert Revolution im deutschen Wahlrecht (Allgemein)
So könnten die Altparteien ihre antidemokratische Macht mit Hilfe der Kleinstparteien erhalten
"Gefahr der Versteinerung"
Experte fordert Revolution im deutschen Wahlrecht
Es wäre eine Revolution im deutschen Wahlrecht. Ein ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgericht fordert die Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde.
Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen für nicht mehr zeitgemäß. "Ich plädiere dafür, die Sperrklausel bei Bundestagswahlen von fünf auf drei Prozent abzusenken", sagte er dem "Tagesspiegel".
Bei den Europawahlen habe das Bundesverfassungsgericht jede Sperrklausel als verfassungswidrig erklärt, "als unvereinbar mit dem Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit. Das ist Anlass genug zu prüfen, ob die hohe Fünf-Prozent-Hürde für Bundestag und Landtage noch angemessen ist", argumentierte der Jurist.
Papier sieht "Gefahr der parteipolitischen Versteinerung"
Grundsätzlich sei eine Sperrklausel verfassungsrechtlich legitimierbar, weil sie die Funktionsfähigkeit des Bundestages schütze. Bei der Bundestagswahl 2025 seien jedoch 6,8 Millionen von 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen "unter den Tisch gefallen", weil sie auf Parteien entfielen, die weniger als fünf Prozent erzielten, sagte Papier. "Damit war fast jede siebte Zweitstimme wertlos. Ist das zwingend notwendig, um das Parlament funktionsfähig zu erhalten und eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Ich meine Nein."
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Pack,
28.07.2026, 10:17
- War doch klar, dass das kommen musste - Christine, 29.07.2026, 07:22