Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Nachtrag: "Sebastian Scheele ist Soziologe ...

Narrowitsch, Berlin, Montag, 02.08.2010, 15:55 (vor 4098 Tagen) @ Informant

Und dass das Private gefälligst politisch zu sein hat.

Das lese ich anders. Wenn ich diesen geschmeidigen Jungpolitiker richtig verstehe, will er weg von Argumentatationsreflexen, die allein im Privaten wurzeln. Dieser Gedanke wäre durchaus richtig, schüttete er das Kind nicht mir dem Bade aus.

Privates und Politisches stehen selbstverständlich in einer Wechselbeziehung, im Idealfall dient die Politik höchst privater Lebensvorstellungen des Souveräns. Dies gilt auf keinem Feld so sehr, wie dem der Geschlechter- und Familienpolitik.
Aber genau die Vorstellung der Wechselwirkung zwischen Individuen und ihrer politischen Vertretung polemisiert er, freilich ohne sich zu besinnen woher die Vorstellung vom Privaten als Politisches stammt. Geschmeidig nenne ich es, wenn er es sich nicht mit der Femilobby verderben will.
Er wünscht sich augenscheinlich die Betrachtung des Gro?en und Ganzen zurück. Sicherlich eine bedenkenswerte Überlegung, folgte nicht seine Erklärung zur Unerheblichkeit privater Empirie.
Er will eine Expertenrepublik, in denen Typen wie er -auf "wissenschaftlicher" Basis und jenseits des Einzellfalls - Strukturen schaffen, die sie für die doofe Masse als heilbringend und richtig erkannt glauben.

Mich wundert daher nicht, dass er sich letztlich aussuchen will, wen er als Ansprechpartner akzeptiert und wen nicht. Selbst wenn er mit seiner Männerrechtler - Schelte richtig läge, wäre es Sache der Politik auch Leute, wie beispielsweise uns von seine Vorstellungen zu überzeugen. Mit guten Argumenten, versteht sich. Aber nichts liegt ihm ferner.

Es ist durchaus einsichtig, wenn er keine Lust auf Debatten mit Uninformierten verspürt. Aber ein paar Informationen besitzen Männerrechtler und Antifeministen schon. Dass er sie ignoriert, zeigt, welches Demokratie- und Politikverständnis sein Getippe leitet.Eine in allen etablierten Parteien verbreitete Erscheinung....

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


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