Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Zustimmung!

Manfred, Wednesday, 12.05.2004, 14:36 (vor 7979 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Zustimmung! von Andreas am 12. Mai 2004 09:46:03:

Ich will nicht sagen, dass man Vergleiche mit dem Nationalsoialismus überstrapazieren sollte.
1. weil die damaligen Geschehnisse qualitativ und quantitativ bislang alles bekannte in den Schatten stellen.
2. weil Vergleiche grundsätzlich hinken.

Andererseits warne ich auch vor einem überzogenen "Sprich-das-Tabuthema-nicht-an" Gebahren. Man müßte sich ernsthaft fragen worin denn eigentlich die so oft beschworene "Aufarbeitung der Vergangenheit" bestehen soll, wenn nicht einer gesellschaftspolitischen Selbstreflektion. Welchen Sinn hat es, wenn aus linken Ecken erschallt "wehret den Anfängen" dann aber jeder mit Scheuklappengesinnung darauf wartet, es werde schon rechtzeitig eine "höhere Institution" davor warnen ob der Anfang gemacht wurde und ob nun "wehren" angesagt ist.
Wer so denkt, hat sicher nicht allzuviel kapiert.
Man erlennt einen Faschisten nunmal nicht daran, dass er ein paar braune Schuhe unterm Bett stehen hat.
Mein Fazit ist, dass man so ziemlich alles mit jedem vergleichen kann und darf, wenn man es nur redlich tut. Gemeinsamkeiten benennen, Unterschiede nicht abstreiten.
Ob ein Vergleich schließlich schlecht oder gut ist hängt nicht nur von demjenigen ab, der ihn durchführt, sondern auch von den Lesern die den Vergleich interpretieren. Wer will, wird ohnehin vorsätzlich alles mißverstehen und sein eigenes Süppchen kochen. Er/sie wird auch alle Vergleiche mit konstruktivem Potential so ausschlachten wie es beliebt.
Ich jedenfalls denke oft über die Verhältnisse im Dritten Reich nach, ohne dabeigewesen zu sein. Es interessiert mich. Die Stimmung im Lande, die Psychologie einzelner, wie es geschehen konnte. All das und mehr interessiert mich.
Wer mir Vergleiche untersagt -eines der wenigen konstruktiven Instrumente, wirklich zu lernen- der kann genausogut auch die Geschichtsbücher verbrennen.

Gruß,
Manfred


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