Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gut so. Wehret den Anfängen!

Achilles, Tuesday, 18.05.2004, 02:34 (vor 7973 Tagen) @ Jörg

Als Antwort auf: Re: Bravo! von Jörg am 17. Mai 2004 18:10:56:

@ Jörg

ob das Strafrecht ein angemessenes Mittel zur Geschlechterdebatte ist, mag hier offen bleiben, fest steht aber, dass es ein absolut angemessenes Mittel ist, gegen gewisse Auswüchse vorzugehen. Guck dir doch den sexistischen Dreck mal an, der von gewissen Femiseiten trieft – bist du etwa wirklich so naiv, anzunehmen, den Leuten, die einen derartigen Dreck ins Netz stellen, ginge es um eine ‚Debatte’, oder gar um eine ‚gleichberechtigte Debatte’? Hier soll durch Verbreiten von dumpfbackigen Hetzparolen ("Männer - das minderwertige Geschlecht" und dergleichen), die denen gewisser kahlgeschorener Hohlköpfe in nichts, aber auch wirklich in gar nichts nachstehen, nichts weiter als Hass verbreitet werden. Die "Verhärtung der Fronten", die du so fürchtest ist doch schon längst eingetreten. Wären gleichartige Machwerke gegen Ausländer, Muslime, "Nigger" oder "schwule Säue" gerichtet, dann wäre eine Strafanzeige hier kein Diskussionsthema sondern eine Selbstverständlichkeit, gegen die sich wahrscheinlich nicht das kleinste Gegenstimmchen regen würde. Ich vermag absolut nicht einzusehen, warum geschlechtsbezogene Hassparolen weniger verwerflich sein sollten als solche, die sich auf, Nationalität, Religion, Hautfarbe oder sexuelle Präferenz.

Auch hat es bei einer solchen - absolut angemessenen - Anzeige weniger mit "Schneid" zu tun, seinen Klarnamen zu veröffentlichen als mit Dummheit und Naivität. Gesetzt den Fall, du entdecktest irgendwo im Netz eine Website, wo z.B. zum "Vergasen von minderwertigem Ausländerpack" aufgerufen wird, würdest Du dann eine Strafanzeige (die du ja wohl hoffentlich wenigstens in so einem Fall erstatten würdest) mit deinem Klarnamen und womöglich noch mit deiner Adresse versehen? Siehste woll, genau das meine ich.

Nicht zuletzt spricht für eine Strafanzeige, dass der hier einschlägige § 130 StGB ja gerade auf Grund einer leidvollen Vergangenheit entstanden ist. Hätte es den bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gegeben, und wäre er konsequent angewendet worden – der ganzen Welt wäre unendlich viel erspart geblieben. Und um weiter bei deinem ‚historischen Kontext’ zu bleiben: natürlich wäre es verfehlt, die Hetz- und Hasstiraden gewisser Radikalfeministinnen mit den TATEN des nationalsozialistischen Terrorregimes zu vergleichen. Allerdings erlaube ich mir, den Vergleich zwischen den Hetztiraden gewisser Radikalfeministinnen und denen der Nationalsozialisten von VOR der Machtergreifung zu ziehen. Die "Harmlosigkeit" der Radikalfeministinnen dürfte IMHO ja wohl nicht zuletzt auf deren Machtlosigkeit zurückzuführen sein. Sollten sie jemals eine ähnliche Machtfülle erlangen wie die Nationalsozialisten 1933, dann kann sich da einiges sehr schnell und gründlich ändern. Und nicht zuletzt um das bereits im Vorfeld zu verhindern, ist § 130 StGB da. Ich für meinen Teil bin froh, dass wir wenigstens in diesem Teil aus der Vergangenheit gelernt haben.

Wenn jetzt hier verschiedentlich behauptet wird, dass z.B. das "Manifest zur Vernichtung der Männer" von V. Solanas ja nicht ernst zu nehmen sein, nur ein kleiner Scherz, eine "Satire", so erinnert mich das fatal an das abwiegelnde Geschwätz, mit dem einst Machwerke wie der "Stürmer" oder "Mein Kampf" verharmlost wurden – "ist doch so bestimmt nicht gemeint"...."wird schon nicht so schlimm kommen"...und wie man sich damals die Sache schöngeredet hat.

Übrigens, den Abwieglern ist zuzugeben, dass es noch in den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts in der Tat außerhalb der realistischen Vorstellungskraft lag, eine europäische Kulturnation könne es sich ernsthaft zum Ziel setzen, sämtliche europäischen Juden zu ermorden (auf der Wannseekonferenz wurden 11 Millionen Morde geplant).

@Emmalein

zu deinen schönfärberischen Abwiegeleien: hätte es in den 20er Jahren bereits Fernsehtalkshows gegeben, dann wäre ein gewisser Joseph Goebbels dort wahrscheinlich ein oft gesehener Gast gewesen. Und hätte man dem dort auf den Kopf zugesagt, dass die Nationalsozialisten alle Juden ermorden wollen, dann hätte er das entrüstet von sich gewiesen, es als eine „jüdisch-bolschewistische Propagandalüge“ bezeichnet, und wahrscheinlich wortwörtlich das gleiche über Juden gesagt, wie du über Männer : "Es wird nie eine geplante Vernichtung der Juden geben."

Übrigens, gebe ich dir insoweit recht, als dass auch ich nicht mit einer geplanten Vernichtung aller Männer rechne. Das aber nicht, weil die Radabfems nicht die entsprechende kriminelle Energie besäßen, sondern weil sie daran gehindert werden – nicht zuletzt durch die Strafjustiz

Ich jedenfalls halte ideologisch vernagelte Hohlköpfe (wozu ich auch und gerade Radikalfeministinnen zähle), die sich im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit wähnen, für gefährlich und begrüße es, dass hier zumindest schon einmal versucht wird, den Anfängen zu wehren. Gewisse Herrinnen der Schöpfung werden sich mit dem Gedanken vertraut machen müssen, dass ihre geradezu grenzenlose sexistische Unverschämtheit langsam aber zusehends auf Widerstand stößt und dass die Zeiten, in denen sie ungehindert sexistische Hetz- und Hassparolen verbreiten konnten, nunmehr unwiderruflich zu Ende gehen.

Achilles


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