Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gleichberechtigung - NEIN DANKE!

Karl, Sunday, 18.03.2007, 09:05 (vor 6897 Tagen) @ Gismatis

Hallo Gismatis,

das Thema ist so groß, darüber könnte man wohl eine Doktorarbeit schreiben.

Für mich gibt es an der Gleichberechtigung vor dem Gesetz ? und darum geht
es ja hauptsächlich ? nichts zu rütteln. Die muss gewährleistet sein.

Zustimmung. Ich gehe da weiter unten noch drauf ein. Nebenbei gesagt, gibt es hier die Situation der Ungleichbehandlung von männlichen und weiblichen Tätern. Männer werden für die gleichen Straftaten wesentlich härter bestraft als Frauen. (Sollte vielleicht auch bei MANNdat noch viel stärker Licht drauf geworfen werden.)

Was nun die Spannung zwischen den Geschlechtern betrifft, so glaube ich
durchaus, dass die Spannung umso größer ist, je unterschiedlicher die
Geschlechter sind, und zu dieser Unterschiedlichkeit können auch
unterschiedliche Rechte und Pflichten gehören.

Das sehe ich auch so.

Aber: Wieviel Spannung
wollen wir überhaupt und zu welchem Preis? Für mich sind gleiche Rechte
und Pflichten eben auch ein Gut, das man nicht einfach so gegen die
Spannung zwischen den Geschlechtern ausspielen kann.

Ich würde vorschlagen wir lassen diesen Dingen wie bisher einfach ihren natürlichen Verlauf. Ich habe etwas gegen (feministische) Doktrin von oben.

Sobald man das Wort Gleichberechtigung benutzt, dauert es nicht lange, bis man aneinander vorbei redet. Es wird dann schnell klar (oder auch nicht ;-)), daß jeder etwas anderes meinte.

Ich mache folgenden Vorschlag:
Wir von der Männerbewegung sollten das Wort Gleichberechtigung nicht mehr benutzen, solange die Bedeutung nicht klar ist.

Hier im Telegrammstil ein paar Gedanken die mir dazu einfallen:

Wer hat dieses Wort überhaupt in die Welt gesetzt? Es scheint so, als habe JemandIn diese Worthülse in Umlauf gebracht, ohne auch gleich eine exakte Bedeutung dazu zu tun. Dieses Wort schwirrt seither herum (ohne klare Bedeutung) und jeder packt eine Bedeutung hinzu wie er sie sich gerade vorstellt, wie es gerade zur gewünschten Ideologie paßt. Die Frage stellt sich hier z.B. wer derzeit die Definitionshoheit hat. Die Frage ist auch, ob es ideologisch verseuchte Wörterbücher bzw. Wörterbuchverlage bzw. mit darin feminismusideologisch verseuchten LektorInnen gibt? Diese Frage kann man mit JA beantworten (siehe Z.B. Wikipedia und Duden).

Man muß sich doch zunächst mal fragen:

Was ist überhaupt ein Wort?

Was ist ein Begriff?

Was ist eine Definition?

Ein Wort ist zunächst einmal ein Symbol.

Ein Begriff ist das, was mit dem Wort gemeint ist. Die Bedeutung eines Wortes. Das, was dahinter steht.

Eine Definition ist eine Begriffsbestimmung. Sie benennt die Grenzen des Begriffs, -der Bedeutung eines Wortes.
Da viele Wörter mehrere Bedeutungen haben, muß es für jede einzelne dieser Bedeutungen auch eine extra Definition geben.

Wie sieht es nun mit der Worthülse ?Gleichberechtigung? aus?

Wer berechtigt hier überhaupt wen?

Wurden Männer durch irgendwen oder was berechtigt?

Wurden sie von der Natur aufgrund ihrer Eigenschaften ?berechtigt? (Wie der Vogel von der Natur zum fliegen ?berechtigt? wurde)?

Oder gab/gibt es irgendwie eine Art ?Berechtigung? aufgrund von Sitten? Wer oder was berechtigt hier? Die Erfahrung? Ja, die gibt es. Aber wäre es hier in den meisten Fällen nicht eher falsch alle gleichzuberechtigen?!

Das Wort Gleichberechtigung scheint nirgendwo richtig zu passen. Es scheint so, als könne man für jedes Beispiel leicht ein besseres Wort (mit einer zutreffenderen Bedeutung) finden.

Mann und Frau sind nicht gleich. Von daher kann oder sollte es ?Gleichberechtigung? (was immer das bedeuten mag. Mir erschließt sich jedenfalls keine auf breiter Ebene anwendbare Version, wie es gemeint sein könnte,) nicht geben. Es würde in beide Richtungen unnatürlich werden da es beide Pole in Richtung entgegen ihrer Natur drängen würde.

Wenn du z.B. von ?vor dem Gesetz sind alle gleich? (bzw. sollten alle gleich sein) redest, stimme ich da sofort zu. Allerdings finde ich auch hier, daß die Worthülse ?Gleichberechtigung? nicht paßt. Gleichberechtigung würde hier bedeuten, das gleiche Recht, für die gleichen Vergehen und Verbrechen, in der gleichen Höhe bestraft zu werden. ?Und wieder bieten sich hier sofort und leicht andere Wörter und Begriffe an, die viel besser passen als ?Gleichberechtigung?. Zum Beispiel der Begriff 'Gleichbehandlung' trifft es viel besser (von mir aus auch: 'das Recht auf Gleichbehandlung vor dem Gesetz').

Es scheint so zu sein, als versuche der einzelne Sprecher das Wort Gleichberechtigung nachträglich in seine Sprachverwendung einzubauen, nur, um es zu verwenden (als sei es zweitrangig ob es überhaupt genau paßt). Das müssen wir nicht!!! Lassen wir es einfach (wieder) weg da es keine klare Bedeutung hat (und solange es keine klare Bedeutung hat. Wir brauchen uns von der Ideologie Feminismus nicht deren diffuse Pseudo-Terminologie unterschieben zu lassen), und verwenden statt dessen andere, für das allgemeine Verständnis geeignetere Wörter.

Das Wort Gleichberechtigung enthält versteckte Nebenbedeutungen, die etwas suggerieren (sollen) mit dem ein (noch) natürlich empfindender Mensch nicht übereinstimmt. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff ?Männergewalt?. Wenn mich jemand fragen würde ob ich gegen Männergewalt bin, würde ich ihm schon mal deshalb nicht antworten weil ich mit der untergeschobenen Nebenbedeutung nicht übereinstimme.

Ein noch anschaulicheres Beispiel wäre, wenn man von einem Mann der seine Frau nie geschlagen hat, verlangen würde, nur mit JA oder NEIN auf die Frage: ?Schlagen Sie ihre Frau immer noch? zu antworten.

Gruß
Karl


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