Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

Homepage - Archiv 1 - Archiv 2 -- Hilfe - Regeln für dieses Forum - Kontakt - Über uns

118150 Einträge in 27990 Threads, 294 registrierte Benutzer, 86 Benutzer online (0 registrierte, 86 Gäste)

Entweder bist Du ein aktiver Teil der Lösung, oder ein Teil des Problems.
Es gibt keine unbeteiligten Zuschauer!

    WikiMANNia
    Femokratieblog

Klonovsky sagte dazu: "Ich komme aus der DDR, ich komme aus der Zukunft!" (Lügenpresse)

Garfield @, Friday, 23.07.2021, 16:59 (vor 432 Tagen) @ Aldimaier

Hallo Aldimaier,

wenn die DDR unsere Zukunft wäre, dann wäre das alles gar nicht so schlimm. Nur mal zum Thema Mobilität:

Ja, in der DDR bekam man nicht so einfach ein Auto. Das hatte natürlich den Effekt, daß es relativ viele Menschen gab, die kein Auto besaßen. Aber so schlimm war das gar nicht.

Ich lebte damals auf dem Land. Die nächste Stadt war 12 km entfernt. Aber da mußte man kaum hin. Es gab da in den Dörfern überall Konsum-Gebäude. (Für alle Nicht-Ossis: Konsum war eine staatliche Verkaufsstellen-Kette.) Wenn es in einem Dorf mal keinen Konsum gab, dann gab es einen im Dorf dicht nebenan. Wir hatten damals auch keinen direkt im Dorf, aber im Nachbardorf, etwa 1 km entfernt, war einer. Dann noch vier weitere jeweils etwa 5 km entfernt. Da gab es Lebensmittel, Zeitschriften, Schreibwaren und auch sonst alles Mögliche. Nicht unbedingt immer in großer Auswahl, aber was man unbedingt brauchte, konnte man dort bekommen. Da kam man mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß hin, und die Preise waren exakt dieselben wie in den Geschäften in der Stadt.

Und wenn man mal etwas brauchte, was es dort nicht gab, dann fuhr man mit Zug oder Bus in die Stadt. Die Preise dafür waren niedrig und zumindest Busse fuhren überall.

Es gab auch in den Dörfern überall Postämter.

Wenn man täglich zur Arbeit mußte, brauchte man dafür auch nicht unbedingt ein Auto. Die LPGn z.B. schickten kleine Busse durch die Dörfer, um morgens ihre Beschäftigten zur Arbeit abzuholen und sie abends wieder nach Hause zu fahren.

Heute gibt es die kleinen Verkaufsstellen auf dem Land nicht mehr. Die Postämter in den Dörfern sind längst geschlossen - man kann heute froh sein, wenn man in weniger als 1 km Entfernung noch einen Postkasten findet. Und der öffentliche Verkehr wurde stark ausgedünnt. Bahnstrecken wurden stillgelegt, Busse fahren nur noch selten oder in sehr abgelegenen Gegenden auch gar nicht mehr.

Alles, was keinen großen Reibach einbringt, wurde rigoros abgeschafft.

Und wenn man zur Arbeit fahren muß, kann man zusehen, wie man dahin kommt. Wenn man auf dem Land wohnt, wird man im Bewerbungsgespräch für einen Job immer gefragt, ob man Führerschein und Auto hat. Wenn man das verneint, kriegt man den Job nicht.

Wenn man den Menschen in solch einer Situation die Autos nimmt, dann ist das eine Vollkatastrophe.

Und das soll anscheinend unsere Zukunft sein: Die Vollkatastrophe. Mit der DDR hat das nicht viel zu tun, sondern das wird weitaus schlimmer werden.

Freundliche Grüße
von Garfield


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum