Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Gedanken fürs neue Jahr (Allgemein)

agztse @, Sonntag, 30.12.2012, 16:31 (vor 2784 Tagen)

Ich verfolge jetzt seit einiger Zeit die Diskussionen im Netz zum Thema Feminismus. Ich hatte schon kleinere Beiträge verfasst, bei Spiegel online, auch bei Andreas Kemper...

Ich selbst habe die DDR noch bewusst erlebt, war 17 als die Mauer fiel. Die Diskussions"kultur" wie sie von einigen VertreterInnen der Frauenbewegung vorgelebt wird erinnert mich an die "Diskussionen" in unserer DDR Schule. Am Dogma - damals war es der Sozialismus - durfte nicht gerüttelt werden, belobigt wurde wer sich am besten zur Lüge positionierte und diese durch krasses Verbiegen des gesunden Menschenverstandes als "wahr" interpretierte.

In jeder Demokratie gibt es gesellschaftliche Strömungen, die gehört werden sollten, und als solche hat auch der Feminismus eine Daseinsberechtigung. Nur ist es für eine Demokratie unabdingbar das auch andere Meinungen hörbar sind. Sonst wird eine Strömung schnell zum Dogma. Wie in fast jedem Beitrag hier festgestellt wird ist Kritik am Feminismus in unseren heutigen Gesellschaft ... schwierig.

Die Frage ist, wie kann man eine gesellschaftliche Gegenposition aufbauen, hörbar machen, Einfluss nehmen?

Ich denke ein Hauptproblem ist das Feminismus, für jeden der sich nicht eingehend mit der Materie beschäftigt, immer noch das Image des Modernen, des Progressiven, Kreativen und Weltoffenen hat mit dem man sich gern identifiziert während Antifeminismus...nun ja, mit dem Gegenteil von alldem assoziiert wird.
Das ist ein Imageproblem, aber ein entscheidendes. Über das Image gewinnt man die Unentschlossenen, das Image entscheidet an der Wahlurne. Leute wie Andreas Kemper haben das hervorragend verstanden. Deshalb versuchen sie beständig den Antifeminismus mit dem Reaktionärsten in Verbindung zu bringen was das letzte Jahrhundert hervorgebracht hatte.

Und wer unterstützt Herrn Kemper? Die Antifeministen.

Viele hier haben schlimme Erfahrungen mit Feminismus gemacht. Ich hatte ebenfalls meine Erfahrungen, die sind aber in keinster Weise zu vergleichen mit den Leidensgeschichten von Männern denen die Kinder entzogen wurden oder die durch falsche Anschuldigungen um ihre Existenz gebracht wurden. Die Wut, die hier und in anderen Foren herrscht ist somit verständlich. Aber Wut ist ein verdammt schlechtes Medium zur gesellschaftlichen Positionierung. Wut ist ein Bumerang, führt zur gesellschaftlichen Isolierung. Aus der Position bleibt dann nichts weiter als noch grössere Wut.

Dabei ist Medusa doch durchaus verwundbar. Ihre Argumente und Thesen wurden vielfach widerlegt, die Mechanismen die angewandt werden um Andersdenkende mundtot zu machen sind leicht durchschaubar und leicht sichtbar zu machen. Und die Selbstzerfleischung die stattfindet in den Reihen der Feministen - man verfolge nur mal einschlägige Blogs - könnte man genüsslich und mit viel Ironie kommentieren. Aber wer in der Wutecke sitzt ist für die grosse Mehrheit nicht hörbar.

Für 2013 plädiere ich für ein Abrüsten.

Jeder Beitrag in einem öffentlichen Forum ist ein Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Und er kann entweder gehört werden oder den Beitragenden - und die für die er spricht - ins Abseits befördern. Wgvdl und andere Foren mögen für viele "Auskotz" Foren sein aber das sind sie nicht mehr. Sie werden beobachtet, zitiert, Aussagen werden aus dem Zusammenhang gerissen und bewusst falsch interpretiert - eben um Antifeminismus zu diskreditieren. Die Foren haben gesellschaftliche Relevanz, ob man will oder nicht. Und wer hier und in anderen Foren schreibt trägt somit Verantwortung.

Fakten, Vergleiche, Analysen und Ironie.

Keine persönlichen Angriffe auf irgendeine Person. Keine Beleidigungen, Drohungen. Kein Ausschlachten, keine Häme bei Tragödien wie der Ermordung der Frauenbeauftragten in Afghanistan - ihr habt gesehen wie schnell A. Kemper das aufgegriffen hat. Kein übertriebener Sarkasmus.

Mechanismen aufzeigen: in den DDR Medien war immer die Rede von der Krise, dem bevorstehenden Untergang des Kapitalismus. Mit bekannten Ausgang. Heute ist die Rede von der Krise, dem Untergang des (weissen) Mannes. Ziel ist das Gleiche. Über die Medien eine "Realität" in die Köpfe der Menschen zu induzieren die dem politischen Wunschdenken einiger Weniger entspricht.

Wir brauchen keine Label: "Maskulisten", "Antifeministen", "Männerrechtler" - wem nützt das? Das alles bietet nur Projektions- und Angriffsfläche. Es geht um ein bestimmtes Entgegentreten gegen eine menschenfeindliche, dogmatische Ideologie: Feminismus. Es geht nicht um das Einführen einer Ersatzideologie. Alle die gegen Feminismus eintreten lassen sich einfach zusammenfassen: Demokraten. Sollen sie sich daran abreagieren.

Mit Witz und Ironie und natürlich mit guter Argumentation ist vieles möglich. Aber ganz entscheidend dabei ist der Humanismus und das Hochhalten moralischer Werte. Erinnert ihr euch an die Schlussszene von "Mephisto" von István Szabó wo am Ende die Scheinwerfer angingen und der eben noch "allmächtige" Protagonist vor aller Augen als machtloser Betrüger sichtbar wurde? Diese Scheinwerfer sollten wir anschalten, und sie zeigen auf ein armseliges, hysterisch keifendes Häuflein Feministen, verstrickt in ihren eigenen Widersprüchen, ihren Lebenslügen, ihren krampfhaften Festhalten am Dogma und im Bemühen sich Privilegien zu schaffen - ihrer gesellschaftlichen Irrelevanz.

Das wird nicht von heute auf morgen gehen, das wird ein zäher Prozess mit viel Frustration. Aber das Ziel ist klar und wenn man nicht den ersten Schritt tut kommt man nie dort an. Und der erste Schritt ist, meine ich, die Schaffung einer neuen Kommunikationskultur in allen antifeministischen, sorry, demokratischen Foren.

In diesem Sinne - ein erfolgreiches Neues Jahr!

PS:
Weil es so schön war und so gut zeigt wie es geht:
http://www.youtube.com/watch?v=p5LRdW8xw70


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