Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Werbung als Provokation und Denkanstoss

Paul, Samstag, 03.04.2004, 21:53 (vor 6015 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Männerfeindliche Werbeaktion in der Schweiz: Tally Weijl oder der Mann als Affe von Andreas am 03. April 2004 01:27:50:

Nun, dieses Unternehmen schwimmt halt auf der Welle des Zeitgeistes mit. Das Ziel ist Profit. Wen stört es da schon, wenn dabei der Anstand und die Fakten auf der Strecke bleiben?

Moni hat im M&M-Forum ja die Idee zu einer Gegenaktion skizziert - wobei es ihr aber vermutlich eher um die Provokation von Feministinnen geht, als um das Anstossen eines Prozesses, der zu einem Bewusstseinswandel in der Öffentlichkeit führen könnte. Denken wir mal einen Schritt weiter: Wenn Werbung den Zeitgeist tatsächlich nicht nur nutzt, sondern auch formen kann - warum bedient sich dann nicht die Männerbewegung dieser Möglichkeiten? Was nützt es, wenn feminismuskritische Bücher in den Regalen verstauben, egal wie gut sie sein mögen? Warum konfrontiert man die Leute mit der Thematik nicht dort, wo sie nicht ausweichen können?

Zwei Ideen zu Plakataktionen:

1. Plakat in 3 Fotos / Headlines unterteilt:
Foto 1: Mittzwanziger sitzt auf seinem Sofa, schöne, teuer wirkende Wohnungeinrichtung. Durch das Wohzimmerfenster sieht man seinen Wagen - ein Cabriolet/Sportwagen. Headline: "Gestern"
Foto 2: Mittvierziger sitzt auf seinem zerschlissenen, geschmacklosen Sofa in einer Sozialwohnung. Headline: "Heute"
Foto 3: Nahaufnahme eines Ehevertrages. Headline: "Morgen?"

2. Plakatserie: Man greift den bereits bekannten Claim "Gewalt ist männlich" auf. Diesen setzt man allerdings auf Fotos, die entweder weibliche Straftäter oder männliche Opfer zeigen. Man könnte vielleicht noch einen zusätzlichen Effekt benutzen: Man setzt hinter das "Gewalt ist männlich" noch ein Fragezeichen, welches aber aufgrund geringem Kontrast zum Hintergrund erst beim 2. Hinsehen sichtbar wird. Besonders wichtig ist natürlich, daß die Fotos real sind, und nicht gestellt!

Richtig, beide Plakate transportieren eine undifferenzierte Message, aber dies ist für Werbung typisch und für das Funktionieren notwendig.

Ich vermute, es dürfte sehr schwer für Kampffeministinnen werden, gegen diese Plakate vorzugehen. Die Begründungen würde ich jedenfalls gerne hören.

Das eigentliche Problem liegt wohl viel eher in der Finanzierung. Im Gegensatz zur feministischen Gegenseite kann die Männerbewegung hier kaum mit öffentlicher Untersützung rechnen.

Gruß,
Paul


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