Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kernsätze aus "Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat" von Joachim Wiesner

Nihilator ⌂, Bayern, Mittwoch, 16.12.2009, 00:26 (vor 4325 Tagen) @ Maesi

Das geltende Familien- und Scheidungsrecht noetigt die Maenner geradezu,
sich eine erfolgreiche Strategie zurechtzulegen, mit der sie die geltenden
gesetzlichen Bestimmungen unterlaufen koennen. Eine davon ist die totale
Zeugungsverweigerung: keine Ehe/Familie --> keine Unterhaltspflichten,
keine Sorgerechts-, Kindesumgangs- und sonstige
Scheidungsfolgenstreitigkeiten. Eine andere Strategie ist die konsequente
Selektion der Frauen nach Ehetauglichkeit und nach guten
Charaktereigenschaften, womit man(n) die Gefahr des Ehescheiterns oder
zumindest von desastroesen familienrechtlichen Auseinandersetzungen, bei
denen der Mann aufgrund der Ausformung der Gesetze sowieso den kuerzeren
zieht, minimiert; letztere ist mit erheblichem Aufwand belastet und weist
natuerlich ein hoeheres Risikopotential aus als erstere, weswegen sie von
den Maennern wohl wesentlich seltener gewaehlt wird.

Maesi, Widerspruch!

Erstens sind beide Optionen derzeit keineswegs gesetzeswidrig. Selbstverständlich darf man Zeugung verweigern und auch Frauen selektieren. Ich halte es auch für schwer machbar, dies zu kriminalisieren, will aber natürlich nichts ausschließen.
Ein Weg des Feminats, dem zu begegnen, ist die Entindividualisierung von Versorgung und Elternrecht und sogar von Zeugung. Denn die Benachteiligung von häßlichen, widerlichen, lesbischen Weibern muß natürlich abgebaut werden. Die von häßlichen, widerlichen Männern, die nie einen Fick erwischen, natürlich nicht. Menschenwürde ist ans Geschlecht gebunden.
Es gibt Samenbanken, es gibt eine Unterhaltskasse und es gibt Jugendämter als Vormund des Vormundes. Alles natürlich sehr sozial gemeint im Einzelfall, aber verheerend in seiner gesamtgesellschaftlichen Steuerungswirkung. Und gewollt. Die Ansage ist: Frau, auf einen Mann bist Du nicht angewiesen.

Zweitens wählen Männer bisher keineswegs häufiger Zeugungsverweigerung! In Deutschland bleiben ca. ein Drittel der Männer lebenslang kinderlos, in der Schweiz wird es vermutlich ganz ähnlich sein?
Die meisten aber stürzen sich durchaus voller Optimismus in Ehe und Vaterschaft. Oder werden gestürzt.

Da ist die beschworene Biologie nach wie vor stärker als aller Verstand. Und der Verstand allzuoft nur eine Rechtfertigungsfindungsmaschine. Die Instinkte entscheiden, oder das "Reptiliengehirn", und die Ratio findet die dazu passenden Erklärungen. Weil diese eine Frau ja doch ganz anders ist. Weil mann doch zu seiner Verantwortung stehen muß. Weil, noch abstrakter, der Fortbestand der Gesellschaft, die Rentenkassen usw. gesichert werden müssen. Usw. Wir Menschen sind schon sehr klug, unser Verstand ist überragend! Er findet noch für jedes bekloppte Handeln rationale, eingängige, nachvollziehbare Begründungen.

Jetzt red ich biologistisch wie Roslin, oder? ;-)

So oder so: das rechtlich konstruierte System 'Ehe und Familie' zerstoert
sich in unserer Gesellschaft auf lange Sicht selbst.

Nein! Du hast selbst sehr gut belegt, daß das keine Selbstzerstörung ist. Es ist gewollt, beruht auf geschäftlichen Interessen oder auch auf politisch/gesellschaftlichen (seitens der LesbostalinistInnen).
Im Grunde müßte lediglich die Mehrheit der familienorientierten Menschen der Minderheit der Homos, Femis, Karrierefrauen, die Macht aus der Hand nehmen. Es ist ja nicht so, daß sie dazu nicht in der Lage wäre. Aber sie dämmert in einem propagandistisch befeuerten Koma dahin, hat jeden Mut verloren, hat Angst vor Nazi-Vorwürfen (sh. Eva Herman) und ist bequem geworden. Es läuft doch auch so, und das im individuellen Fall sogar ganz angenehm...

Dem
soziokulturellen Untergang der Familie koennte man nur entgegentreten,
indem man die zweite der obenerwaehnten beiden Strategien waehlte. Das aber
kann nur jedes Individuum fuer sich selbst entscheiden - und es braucht
selbstverstaendlich immer genau zwei integre Persoenlichkeiten (Mann und
Weib), die sich ganz gezielt fuer eine Ehe entscheiden.

Das ist schon richtig. Doch obwohl ich selbst erst geschrieben habe, Gesetze seien nicht alles, sind sie doch unabdingbare Voraussetzung jeder Änderung.

Machen wir uns nichts vor: der Staat (oder vorher "die Gesellschaft") hat die Ehe immer bestimmt und benutzt. Zu seinem Nutzen (denn Versorgung war dadurch individuell, und Kinder waren garantiert), welcher aber der Nutzen aller ist. Die Ehe war immer ein Vertrag (das bedeutet das Wort in seinem althochdeutschen Ursprung). Verläßliche Versorgung für die Frau, für die Kinder, verläßliche Haushälterei und auch Sexualität für den Mann. Bis daß der Tod sie scheidet. Eine ewige, unauflösliche Verbindung, da mußte man durch, auch wenn es nicht immer nur schön war. Und so unschön es im Einzelfall gewesen sein mag, aneinander gekettet zu sein: es war zumindest ein Klima, in dem man Kinder in die Welt setzen konnte. Verläßlichkeit.

Mit heutigem Scheidungsrecht ist die Ehe nicht angekratzt, sondern völlig sinnlos geworden. Verläßlichkeit existiert ja gerade nicht mehr. Man schließt einen Vertrag, aber der eigentliche Vertragsgegenstand ist staatlicherseits von vornherein ausgeschlossen. Oder nein, nicht ganz: er ist für einen Vertragspartner erhalten geblieben. Versorgung der Frau ist staatlich garantiert und wird mit aller Härte des Gesetzes durchgesetzt. Für den anderen Vertragspartner gibt es nichts, nicht den kleinsten Vorteil, den eine solche Verbindung für ihn hätte. Lediglich das Sorgerecht, welches in deutscher entkernter Form einen Dreck wert ist, haben die Antiunterscheidungsbeauftragten (die sonst noch jedes Gesetz nach Ungleichbehandlungen von ehelichen und nichtehelichen Kindern durchgegrast und ganz munter geändert haben) erhalten. Bis jetzt.

Wenn meine Süße mich fragt, ob ich sie heiraten will, fällt die Antwort schwer. Ich kann doch nicht sagen, daß ich ihr mißtraue oder ein Scheitern für möglich halte. Ich glaube es ja selbst auch nicht. Aber das Verlangen ist doch ein etwas Unbilliges: um eines romantischen Vorgangs willen, für ein paar wenige Rechte (Name, Sorgerecht) einen Vertrag vor dem Staat schließen, der so einseitig ist? Und dessen Inhalte der Staat -es ist oft genug passiert- jederzeit nachträglich ändern kann? Auf der Basis würde ein halbwegs zurechnungsfähiger Mensch nicht einmal einen geringwertigen Kaufvertrag abschließen!
Darum: kirchlich heiraten, eine wirkliche Ehe, ein aufrechtes Versprechen: gern. Legalisiertes staatliches organisiertes Verbrechen - niemals!


Grüßla,
nihi

--
CETERUM CENSEO FEMINISMUM ESSE DELENDUM.

MÖSE=BÖSE

Fast ein Jahr lang suchte sie Hilfe bei Psychiatern, dann wandte sie sich Allah zu.


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