Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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was ist dabei?

Maesi, Samstag, 17.04.2010, 19:10 (vor 4244 Tagen) @ vater

Hallo Vater

schwarz und weiß sind nur zwei hautfarben. jungs und mädchen sind zwei
geschlechter. und die geschlechter sind nun mal verschieden. und es hat
überhaupt nichts mit sexsismus zu tun, wenn man unterschiedliches auch
unterschiedlich behandelt. (auf die keule apartheid will ich gar nicht erst
eingehen).

Dass die Geschlechter verschieden sind bestreite ich nicht. Nur ist dieses Argument hier gar nicht einschlaegig. Jungs und Maedchen haben gleichermassen das Beduerfnis einen Beruf zu erlernen. Sowohl Jungs wie Maedchen haben somit ein grosses Interesse daran (oder sollten eines daran haben) in Berufen zu schnuppern, um so in ihrer Berufswahl unterstuetzt zu werden. Der Girls Day unterstuetzt nur Maedchen und laesst Jungs mit ihren legitimen Interessen aussen vor. Deine Argumentation ueberzeugt also genau hier nicht, waehrend die von mir gezogene Parallele zur Apartheid genau ins Schwarze trifft.

ist es auch sexismus, wenn jungs und mädchen getrennten sportunterricht
haben?

Nein. Ist aber ein vollkommen anderes Thema.

jungs werden im kindergarten und der schule in der regel nicht den
erfordernissen ihres geschlechts behandelt. sie müssen sich von
erzieherinnen und lehrerinnen umerziehen lassen, von ihnen werden weibliche
verhaltensmuster erwartet, typisch männliches soll eher verhindert werden.

Zustimmung. Nur soll der Girls Day genau das bewirken, was Du beklagst. Maedchen sollen durch Propaganda in sogenannt maennliche Berufe gedrueckt werden. Ausschliesslich aus diesem Grund wurde der Girls Day geschaffen und so wird er politisch auch verkauft. Deine Argumentation geht abermals am Kern des Problems Girls Day vorbei. Hast Du Dich ueberhaupt naeher mit der Materie befasst?

zurecht fordern viele männer mehr frauraum für jungs in der erziehung,
raum für geschlechtergerechtes, männliches verhalten. und das soll dann
durchaus mit nur für jungs gedachten aktivitäten erreicht werden.

Zustimmung. Ist aber in Bezug auf den Girls Day irrelevant. Im Rahmen des Girls Days sind solche Aktivitaeten gar nicht geplant. Insgesamt halte ich es fuer sehr gefaehrlich, wenn sexistische Politaktivisten mit Hilfe von Steuergeldern Lobbypolitik machen, denn genau das passierte in all den Jahren, in denen der Girls Day organisiert wurde. Solche Subjekte gehoeren aus Staatsdiensten oder staatlich subventionierten Foerderprojekten entfernt, ebenso wie die von Dir monierten Jungenumerzieher in den staatlichen Betreuungs- und Bildungsinstitutionen.

wir können dann aber nichts gegen dinge wie einen girls-day haben, was wir
für unser geschlecht einfordern, dürfen wir falls notwendig dem anderen
nicht vorenthalten. das ist unsouverän, macht uns unglaubwürdig. es gibt
genügend andere dinge für die wir kämpfen müssen.

Hier stellst Du die Tatsachen auf den Kopf. In der politischen Realitaet werden Maedchen gefoerdert und die Jungs sollen selbst schauen, wo sie bleiben. Die Initianten des Girls Days tun also exakt das, was Du ausgerechnet den Postern dieses Forums unterstellst. Keine besonders schlaue Diskussionstaktik.

Das Problem laesst sich ganz einfach loesen. Man fuehrt ein oder mehrere Berufsschnuppertage ein, waehrend denen die Jungs und Maedchen selbst auswaehlen koennen, welchen Beruf sie naeher kennenlernen wollen. Eine vorgezeichnete kollektivistisch motivierte Trennung, wie sie der Girls Day propagiert, bringt keinerlei Nutzen sondern beschraenkt nur die Freiheit der Jugendlichen bei der Berufswahl. Dass Maedchen dann eher frauentypische und Jungs eher maennertypische Berufe kennenlernen wollen, damit habe ich kein Problem. Aber ich bin ja schliesslich auch kein Kollektivist.

wer eine tochter hat, weiß wie sehr diese sich auf einen girls-day freut.
es widerstrebt mir, geschlechterkämpfe auf dem rücken der kinder
auszutragen. lassen wir ihnen den spaß, die lernen an diesem einen tag mehr
als in einer woche schule. sie können nichts für quotendiskussionen,
feministische exzesse.

Ja, und wer einen Sohn hat, weiss, wie sehr dieser sich auf einen weiteren oeden Schultag waehrend des Girls Days freut, wo ihm womoeglich von ebenjenen jungenfeindlichen Paedagoginnen, die Du oben erwaehnt hast, seine maennliche Geschlechteridentitaet miesgemacht wird. Ich missgoenne den Maedchen nichts, und ich habe auch nichts dergleichen geschrieben; Deine Unterstellung trifft somit ins Leere. Es ging mir einfach um den real existierenden Sexismus, den der Girls Day darstellt.

lasst uns lieber auch eine jungengerechte pädagogik fordern.

Da habe ich nichts dagegen. Bloss mit dem sexistischen Girls Day ist das nicht zu machen. Ich bin also der fashcle Adressat, wende Dich stattdessen besser an die Organisatorinnen des Girls Day und halte ihnen ihren Sexismus vor.


Gruss

Maesi


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