Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

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Re: Wieder mal Evolutionsforschung - warum auch nicht

susu, Friday, 12.05.2006, 23:42 (vor 6582 Tagen) @ Altschneider

Als Antwort auf: Re: Wieder mal Evolutionsforschung - warum auch nicht von Altschneider am 11. Mai 2006 09:51:

man muss natürlich unterscheiden zwischen dem, was Wissenschaftler sagen und dem, was der Wissenschaftsjournalismus daraus macht (der tatsächlich auf den Hund gekommen ist).
zumal auch im Focus ein falsche Quelle genannt wurde - Human Nature wurde meines Wissens nach 2005 eingestellt.

Kruger, D.J., & Nesse, R. M. (2004). Sexual selection and the Male:Female Mortality Ratio. Evolutionary Psychology, 2, 66-77.

Nesse, R. M. & Kruger, D.J. (2006, January 30). The Vulnerable Sex. Invited lead article for The House Magazine, the weekly magazine for the British Parliament, 4-5.

Insofern... BTW, weshalb wurde HN eingestellt? Ich habe in mindestens 3 Artikeln HN als "anerkanntes Fachmaginz" genannt gesehen, während die Meinungen die ich beim MPI für Evolutionsbiologie in Köln und in den Instituten für E.Biol. und Paläontologie in Bonn gehört habe, sowie Äußerungen von zumindest Lewontin und Dawkins eher in Richtung "Human Nature? Hahahahahaha!" gingen.

Wohl aber mag es sein, dass andere genetische Unterschiede bei Männern zu einen gesundheitliche riskanteren Verhalten führen, was durch soziale Faktoren wesentlich verstärkt würde.

Halte ich für bei der derzeitigen Datenlage nicht haltbar.

Interessant ist, dass das Sterberisiko für Männer höher ist als für Frauen trotz des Riskofaktors Geburt, was ja vor allen in ärmeren Ländern so nicht von mir erwartet wurde. Anscheinend sind die gesundheitlichen Gefahren des Gebährens stark übertrieben worden.

Das ist Unsinn. Ca. 2% der Todesfälle bei Frauen weltweit sind durch Geburtskomplikationen verursacht, in einigen Ländern bis zu 10%. Allerdings drücken in diesem Ländern andere Faktoren die Lebenserwartung von Männern. Die Kindersterblichkeitsrate ist für Jungen fast überall höher als für Mädchen, Gründe dafür liegen in früherer Eingliederung in risikoreiche Arbeitsprozesse, z.B. den Bergbau und in einigen Regionen in das Militär (über 99% der Kindersoldaten sind Jungen, und zwar in jeder Region. Der Sudan hat den höchsten bekannten Mädchenanteil unter Kindersoldaten mit 0,5%). In Südarfrika erhöht die Beschneidung von Jungen unter schlechten hygienischen Bedingungen das Infektionsrisiko, insbesondere auch mit HIV. Die Gefahren des Gebährens sind also keineswegs übertrieben, nur gibt es eben andere Gefahrenpotentiale, die sich primär auf Jungen und Männer auswirken. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung in solchen Regionen wird sowohl das Geburtsrisiko verringern, als auch diese Risiken.

susu


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