Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Seite 6, 7 und 8 -> "ORGANSPENDE + HIRNTOD-LÜGE" (Gewalt)

Don Camillo, Mittwoch, 24.04.2019, 01:44 (vor 116 Tagen) @ Don Camillo

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KIRCHEN + RELIGIONEN

1. Die allgemeine theologische Ethik hat generell den Standpunkt "Hirntod = Tod" vorerst ebenfalls ohne eigene Prüfung übernommen. Die Organspende wurde 1990 in einer gemeinsamen Erklärung der beiden großen Kirchen Deutschlands als "Akt christlicher Nächstenliebe" gepriesen (übrigens eine Haltung des Mitfühlens und Helfens, die sich von den anderen Hauptreligionen nicht unterscheidet). Sie sollte zwar freiwillig sein, wurde aber nicht als Tötung oder aktive Sterbebeschleunigung angesehen. Sich zu Lebzeiten für die Organspende bereit zu erklären oder als Angehöriger der Organentnahme zuzustimmen, bewerten die Kirchen als moralisch verantwortliches Handeln. Im Laufe der allgemein zunehmenden Skepsis gegenüber der Transplantationspraxis und nach den Skandalen wird die Freiwilligkeit stärker betont; man wendet sich gegen einen Zwang. Den christlichen Krankenhausverbänden ist es wichtig, dass Entscheidungen für oder gegen einen Organspendeausweis respektiert werden. "Die Würde eines Menschen endet nicht mit der Organentnahme und Beendigung der intensiv-medizinischen Maßnahmen" und "Man kann sich mit guten Gründen für oder gegen eine Organspende entscheiden, ohne dass ihm oder ihr ein schlechtes Gewissen gemacht wird." (Generalvikar Theo Paul). Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod [Anm. Organspende nach dem Tod gibt es aber nicht] ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten. Der Präses der EKD, Nikolaus Schneider: „Eine Entnahme von Organen verletzt nicht die Würde des Menschen und stört nicht die Ruhe der Toten“ [verglichen mit als Störung der Totenruhe angesehenen Ereignissen wie Beschmieren eines Grabsteins u. ä. ein sehr befremdliches Statement, insbesondere da der Spender ja nicht vollständig tot ist und man noch nicht einmal von Störung der Totenruhe sprechen kann], aber „es gibt keine christliche Verpflichtung zur Organspende“, alle Optionen sind "christlich verantwortbar und ethisch zu respektieren." Für den evangelischen Theologen E. Schockenhoff besteht kein Zweifel, dass ein Hirntoter tot ist, die Funktionen bei Hirntoten würden nur künstlich aufrechterhalten. Leben definiere sich aber durch die Fähigkeit, sich selbst zu erhalten [Anm. kann das von Schwerstbehinderten und anderen extremen Fällen auch gesagt werden?]. Die Deutsche Bischofskonferenz sieht keine Alternative[***] zum Hirntod-Konzept (Weihbischof A. Losinger). Caritas und Diakonie entwickeln Leitlinien für ein menschenwürdiges Sterben bei Organspende [Anm. Naivität oder blanker Hohn von Vertuschungsgehilfen solange die Transplantationsteams den eigentlichen Tod herbeiführen].

[***] Eine Alternative ist die Positronen-Emissions-Tomografie und die Magnet-Resonanz-Tomografie, mit welcher diejenigen Aktivitäten des Gehirns, die Auskunft über Schmerzreize geben, spezifischer nachgewiesen werden können als mit der herkömmlichen Hirntoddiagnostik. Diese Methode scheint jedoch nicht die übliche zu sein.

2. Wenn selbst die Ärzte der "Harvard Medical School" Frank Miller und Robert Truog seit 2008 für mehr "Ehrlichkeit" eintreten, die Hirntod-Theorie als in sich widersprüchlich und nicht glaubwürdig bezeichnen, sogar dafür plädieren die Tötung des Patienten als gerechtfertigtes "Justified killing" zuzulassen… warum halten dann ausgerechnet die deutschen Bischöfe an der Hirntod-Lüge fest? Sie verschleiern die Organentnahme als "Akt der Nächstenliebe" und lassen damit Sterbende im Stich; das ist Beihilfe zur Tötung. Die "Stellungnahme" der Bischöfe ist so ambivalent formuliert, dass sich sowohl Befürworter als auch Kritiker des Hirntodkonzepts darauf berufen können. Mit ihrer Erklärung lavieren sie um eine moralisch eindeutige Antwort herum, reden zwar mit aber halten sich doch heraus. Dass Klerikale gemeinsame Sache mit den Mächtigen dieser Welt machen, ist beschämend und feige, hat jedoch nicht nur in den deutschen Kirchen eine unrühmliche Tradition.

3. Es gibt allerdings auch zunehmend andere Stimmen und Verweigerer in der Kirche. Schon 1996 erklärte Kardinal Meisner: "Die Identifikation des Hirntods mit dem Tod des Menschen ist aus christ­licher Sicht beim derzeitigen Stand der Debatte nicht mehr vertretbar. Der Mensch darf nicht auf seine Hirnfunktion reduziert werden. Weder kann man daher sagen, der Hirntod bedeute den Tod, noch ist er ein Todeszeichen. Er ist auch nicht der Todeszeitpunkt". Der katholische Theologe und Arzt Dr. Manfred Lütz: "Was die Kirche sagen kann, ist: Man darf nicht jemanden töten, um an seine Organe zu kommen." Kardinal Ratzinger [für mich sonst keine Autorität] hatte sich zunächst für Organspenden "post mortem" im Sinne christ­licher Nächstenliebe ausgesprochen. Als Benedikt XVI. nahm er dies 2005 jedoch zurück und forderte, Organentnahmen seien nur "ex cadavere" zulässig, also nur aus dem Leichnam eines im klassischen Sinne toten Menschen. Bloß taugt das zur Spende der meisten Organe nicht. Die Piusbruderschaft schreibt: "Der Hirntod ist kein hinreichendes Todeskriterium im christlichen Verständnis. Ob der Hirntod mit dem definitiven Tod eines Menschen gleichgesetzt werden kann, ist weder naturwissenschaftlich noch philosophisch geklärt. Aus diesem Grund empfehlen wir, sich auf die Freiwilligkeit der Organspende zu berufen und eine Organentnahme zum Zeitpunkt des Hirntodes bei erhaltener Vitalfunktion abzulehnen."

4. Papst Johannes Paul II erklärte 1991 und 2000: "Das, was technisch möglich ist, ist nicht auch deshalb schon moralisch annehmbar" und "Die Entscheidung, unentgeltlich einen Teil des eigenen Körpers für die Genesung und das Wohlbefinden eines anderen zur Verfügung zu stellen" ... "Genau darin besteht die Größe dieser Geste, eine Geste, die eine wahre Tat der Liebe ist." ebenso "Demnach muss jedes Verfahren, das zur Kommerzialisierung menschlicher Organe führt oder sie als Tausch- oder Handelsware betrachtet, als moralisch nicht vertretbar angesehen werden, denn es verletzt die Würde des Menschen, den menschlichen Körper als 'Objekt' zu betrachten und zu gebrauchen." Außerdem: "Anerkennung der einzigartigen Würde der menschlichen Person führt wiederum zu einer weiteren grundlegenden Konsequenz: Lebenswichtige Organe, die nur einmal im menschlichen Körper vorhanden sind [Anm. z.B. das 1 Herz, anders als die 2 Nieren], können nur nach dem Tod entfernt werden, d.h. dem Körper eines Menschen entnommen werden, der eindeutig tot ist. Diese Voraussetzung ist zweifellos selbstverständlich, denn jede andere Handlungsweise würde die durch die Entnahme der Organe verursachte absichtliche Tötung des Spenders bedeuten."

5. Andere namhafte Theologen äußern sich folgendermaßen. "Außer dem paradoxen Interesse der Transplantationsmediziner, lebende Organe aus toten Menschen haben zu wollen, gibt es kein anderes Interesse daran, die Lebenszeichen hirntoter Menschen, die sich vor oder während der Explantation zeigen, nicht als Lebenszeichen anzusehen. Tot ist der Mensch erst, wenn sein Kreislauf zum Stillstand gekommen ist und er in keiner Weise mehr auf Reize aus der Umwelt reagiert. Deshalb stellt sich die Frage, ob der Eingriff in die letzte Sterbephase eine Tötungs­handlung darstellt. Die einzige Alternative zur Organtransplantation ist der Verzicht darauf." [***] (Dr. theol. Klaus‐Peter Jörns). "Im Interesse an transplantierbarem Gewebe wird das irreversible Koma als ‚Gehirntod‘ erklärt und mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt. Diese Vordatierung des Todes erklärt den sterbenden Menschen zum Leichnam, obwohl doch ein komatöser Mensch tatsächlich in den Sterbeprozess eingetreten und der Sterbeprozess noch nicht abge­schlossen ist. Die Todesgrenze wird pragmatisch festgesetzt, obwohl Wissen an dieser Stelle mangelt und ein Übergang vom Leben zum Tode vorliegt. Die vorgezogene Todesdefinition verdeckt, dass die Maßnahmen zur Organentnahme in den Sterbeprozess eingreifen." (Dietmar Hahn).

[***] Es wird an einer Alternative zur derzeitigen Transplantationsmedizin geforscht: nachgezüchtete menschliche Organe. Sie liegen zwar noch in ferner Zukunft, aber ein neuer Bioreaktor wurde zu diesem Ziel schon zusammengebaut.

6. Die evangelische Landesbischöfin I. Junkermann lehnt es ab, dass Knochen von Spendern gemahlen und zu Arzneimitteln verarbeitet werden. 2013 gab der Verband "Evangelische Frauen in Deutschland" (EFiD) ein Positionspapier heraus. EFiD ist der Dachverband von 38 Organisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern. Sie setzen sich ein für eine deutliche Veränderung der Gesetzgebung und der transplantationsmedizinischen Praxis. Eine der Schwächen des Transplantationsgesetzes liegt darin, dass die Definition des Todes allein der Bundesärztekammer übertragen wird. "Die Medizin kann den Tod feststellen. Definieren kann sie ihn nicht. Genau das passiert aber nach derzeitiger Gesetzeslage" (Ilse Falk, Vorsitzende).

7. Die Anthroposophie befürwortet zwar die Lebendspende, bezweifelt jedoch das Hirntodkriterium und rät deshalb von der Organspende eher ab.

8. In den anderen Religionen (Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Schintoismus, Taoismus) sind die Meinungen vor allem dahingehend gespalten, Leben durch Spenden zu retten gegenüber der Verstümmelung bzw. Unversehrtheit des Leichnams. # Im Judentum ist es – trotz des strikten Verbots, Leichname zu verstümmeln – die oberste Pflicht, Menschenleben zu retten. Das Leben eines Organspenders darf nicht entscheidend gefährdet werden. Nachdem Israels Chefrabbinat die „postmortale“ Organentnahme aufgrund von Hirntod akzeptierte, sind Juden dadurch sogar aufgerufen, ihre Organe zu spenden. Es gibt jedoch weitere Diskussionen um die Definition des Hirntodes, so dass es auch Transplantationsbefürworter nach irreversiblem Herzstillstands gibt. Nach dieser Meinung ist Explantation bei Hirntod nicht erlaubt und wird mit Tötung gleichgesetzt. # Sehr ähnlich ist es im Islam. In vielen arabischen Ländern wird nach islamischer Rechtsprechung der Hirntod dem Herztod gleichgestellt. Der Spender soll schriftlich eingewilligt haben und darf nicht geschädigt werden. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sagt, für in Deutschland lebende Muslime ist Organspende mit dem Islam vereinbar. Trotzdem gibt es theologische Bedenken, bei einer Explantation Allahs Vorsehung zu durchkreuzen, so dass viele religiöse Führer eine Transplantation erst nach sicherem Herzstillstand befürworten. # Wegen des Gebots zum Helfens ist man gegenüber der Organspende nach dem Tode im Hinduismus positiv eingestellt, da die Seele den Körper verlassen hat. Die Entscheidung dazu ist jedem Individuum überlassen und wird – vor allem bei gutem Ausgang – auch angesehen als Verbesserung des eigenen Kamas. Die Familie muss einverstanden sein, sonst ist der positive Effekt zunichte. Abstoßung verpflanzter Organe wird mit Reaktionen gegen mentale und emotionale Charakterzüge des Spenders in Verbindung gebracht. # Im Jainismus sind Mitgefühl und Nächstenliebe die höchsten Tugenden. Deshalb wird Organspende sehr aktiv unterstützt. # Im Buddhismus versteht man das Sterben als einen längeren Prozess, der über das Sichtbare hinausgeht. Das wiederspricht einem definierbaren Zeitpunkt durch den festgestellten Hirntod. Besonders die Tibeter wissen um die Etappen des Sterbeprozesses, was der Erfahrung des Reanimationsmediziners Sam Parnia aus New York entspricht. Dennoch sind Organspenden erlaubt. Wie im Judentum und im Islam ist Helfen und Lebenretten ein zentrales Anliegen, die Organspende aber eine individuelle Entscheidung. # Der Schintoismus in Japan lehnt Organentnahmen als Leichenschändung ab und weil die Zustimmung zur Organentnahme der Familie Unglück bringen würde. Außerdem wird die Hirntodtheorie angezweifelt. # Im Konfuzianismus wird der Nutzen einer medizinischen Behandlung für den Einzelnen mit dem für die Gemeinschaft abgewogen, doch ist auch hier die Unversehrtheit des Leichnams ein gewichtiger Aspekt. Nur bei Verbrechern, deren Taten selbst durch den Tod nicht gesühnt werden können, werden Organe entnommen. # Die Zeugen Jehovas lehnen Blutspenden kategorisch ab, weshalb sie verlangen, dass explantierte Organe kein fremdes Blut mehr enthalten. Im Übrigen kann jede_r selber entscheiden. # Die Roma lehnen Organtransplantationen gänzlich ab. # Transplantationen sind akzeptiert von der orthodoxen Kirche, bei den Bahais und den Sikhs. # Individuell freigestellt ist es bei den Mormonen nach Abwägen der Vor- und Nachteile, je nachdem was mehr Friede und Trost bringt. Individuell freigestellt ist es auch bei der Christian Science, Presbyterian Church und der Pfingstbewegung. # Die Transplantationspraxis wird ausgesprochen unterstützt durch die Sieben-Tage-Adventisten, Christian Church, Baptisten und die Evangelisch-methodistische Kirche.

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BEWUSSTE FEHLINFORMATION (Dies ist nur eine sehr kleine Auswahl)

1. In Deutschland werden Studien über den Hirntod nicht veröffentlicht, insbesondere wenn sie auf Grund von kritischen Ergebnissen an der "herrschenden Meinung" (hirntot = ganz tot) Zweifel aufkommen lassen. Abgesehen davon sind sie gar nicht zur Veröffentlichung gedacht.

2. Gewarnt werden muss auch vor der Broschüre von Bridge2Life – Brücke zum Leben, dem Verband für Organtransplantierte, Kunstherzpatienten und Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz e.V. Zielgruppe sind Schüler_innen, welche zu einem Ja zur Organspende bewogen werden sollen. Um dies zu erreichen wird das Thema so beschönigend dargestellt wie etwa die Schweiz, das Rheinland oder eine Mittelmeerinsel in einem Hochglanz-Ferien-Prospekt. Der Aufklärungsanspruch wird nicht erfüllt, da entscheidende Fakten und Probleme unerwähnt bleiben oder mittels Halbwahrheiten und Fehlinformationen verharmlost werden.

Dazu folgende Zitate.

A) "... kann ein Patient (Organempfänger) heute viele Jahre mit sehr guter Lebensqualität überleben."

B) "Wird für mich (mit Organspenderausweis) trotzdem alles medizinisch Mögliche getan ...?" Antwort: "Natürlich. An erster Stelle steht immer, das Leben des Patienten zu retten. Erst wenn der ... Hirntod festgestellt worden ist, wird die Frage der Organspende erörtert."

C) "Naturwissenschaftlich und medizinisch gesehen, bedeutet der Hirntod den Tod des Menschen".

D) "Wie wird der Hirntod festgestellt?" Antwort: "Der Patient liegt im Koma, die Pupillen reagieren nicht mehr auf Lichtreize, Reflexe und Spontanatmung fehlen. ... Apparative Untersuchungen unterstützen die Diagnose."

E) "… ist der Konsum von Designerdrogen lebensgefährlich. Er kann zu Herz-Kreislauf-Versagen durch eine nicht mehr zu reparierende Schädigung beider Herzkammern kommen."

F) "Kann ein hirntoter Mensch wieder aufwachen?" Antwort: "Nein. ...".

G) "Nach der Organentnahme wird die Wunde mit der gebührenden Sorgfalt verschlossen...".

H) "Gibt es religiöse oder ethische Bedenken gegen die Organspende?" Antwort: "Nein, alle größeren religiösen Gemeinschaften in Deutschland haben sich für die Organspende ausgesprochen".

Kritik dazu in Stichworten: # die Lebensqualität eines Organempfänger ist reduziert; # bei (auch nur angedeuteter) Einwilligung zur Organspende wird nicht mehr alles für die Lebenserhaltung des "Spenders" getan, die Hirntoduntersuchung verringert die Überlebenschancen; # der Hirntod wäre bei mindestens 50% der Komapatienten rückgängig zu machen, wenn anstelle der gefährlichen Hirntodtests echte Therapien aufgrund neuer Erkenntnisse durchgeführt würden; # die Gleichsetzung Hirntod = vollständiger Tod ist naturwissenschaftlich umstritten; # der Pupillentest genügt nicht und was sich hinter "apparative Untersuchungen" verbirgt, wird nicht gesagt; # Hirntote können wieder aufwachen; # durch die Aussicht auf ein neues Herz nach Drogenkonsum, werden dessen Folgen teilweise heruntergespielt; # wie soll eine "Wunde" zugenäht werden, wenn Augen, Hände und Kieferknochen fehlen?; # es gibt seit vielen Jahren erhebliche ethische Bedenken seitens Mediziner, Pflegepersonal, Bioethiker und Philosophen und Teile beider Kirchen sind auf Abstand zur Transplantation gegangen. Auch wenn die beiden großen Kirchen in Deutschland – trotz des päpstlichen Statements und der massiven Bedenken anderer Kirchenführer – offiziell immer noch zum Transplantationsgesetz stehen, beruhend auf der "herrschenden Meinung" und der parteiischen Meinung der Transplantationsmediziner, ist es absolut unredlich, in einer Broschüre für Schüler, die Frage mit einem glatten Nein zu beantworten und nur die erwünschte Meinung in einem einzigen Satz zu veröffentlichen statt auf Gegenargumente hinzuweisen.
Derartig verkürzte und vertuschende Werbung zwecks Organbeschaffung hat nichts mit Aufklärung zu tun und lockt gutgläubige Jugendliche (einschließlich Angehörige) in eine schicksalhafte Falle. Diese Broschüre ist eine "arglistige Täuschung".

3. Deutsches Gesetz: "Wer eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende abgibt, kann in eine Organ- und Gewebeentnahme einwilligen, ihr widersprechen oder die Entscheidung einer namentlich benannten Person seines Vertrauens übertragen (Erklärung zur Organ- und Gewebespende). Die Erklärung kann auf bestimmte Organe oder Gewebe beschränkt werden. Die Einwilligung und die Übertragung der Entscheidung können vom vollendeten sechzehnten, der Widerspruch kann vom vollendeten vierzehnten Lebensjahr an erklärt werden."
Dazu der Kommentar von Jus@Publicum vom 30.10.2012: "Die Unglaubwürdigkeit, Bürgern ihre Entscheidung zur Organspende zu erleichtern, ihren Willen pro oder auch contra zu dokumentieren, entlarvt sich schon daran, dass erst den Versicherten ab 16 Jahren diese Unterlagen zugesandt werden: Denn ab diesem Zeitpunkt können auch Minderjährige sich ZU einer Organspende bereit erklären. Ginge es ehrlich darum, jedem die Entscheidung zu erleichtern, der sich rechtswirksam über seine eigene Einstellung zur Organspende erklären darf, müssten auch den Minderjährigen ab 14 Jahren diese Informationen und Ausweise zugesandt werden, die ab 14 Jahren ihren Widerspruch GEGEN die Organspende rechtlich wirksam erklären können. Damit ist evident, dass es nicht um die Förderung einer freien Entscheidungsfindung und deren Dokumentation geht, sondern um eine Instrumentalisierung des Willens allein zur Organspende und nicht um eine sachgerechte Aufklärung aller Bürger, die ihre Organspende pro oder contra erklären können."

4. Dr. Mona Motakef (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen): Die Menschen werden durch die Werbekampagnen regelrecht desinformiert, das Hirntodkriterium sei eine Meinungsmanipulation zum Zwecke des erleichterten Zuganges zu menschlichen Organen. Die Werbekampagnen zeigen eine idealisierte Organtransplantation. Irgendwelche Bedenken oder Kritik am Hirntodkriterium werden ganz ausgeblendet. Von Aufklärung darüber, was wirklich geschieht, kann nicht die Rede sein. Dies fordert allerdings das Transplantationsgesetz.

5. Dr. Paolo Bavastro (Facharzt für Innere Medizin, Internist, Kardiologe, Ethiker): Die Transplantation wird idealisiert dargestellt; die Gefahr der Abstoßung, Infekte, entstehender Tumore, hohen Suizidrate und der psychiatrischen Probleme der Organempfänger aufgrund der notwendig gewordenen Medikamente würde fast gar nicht thematisiert. Die öffentliche Diskussion um die Transplantation ist verzerrt: es wird immer wieder gesagt, dass täglich 3 Menschen am "Mangel an Organen" sterben, dabei sterben sie eigentlich, weil sie krank oder verletzt sind (gleichzeitig verzeichnet man täglich 383 Raucher-Tote).

6. Thema Gewebespende: Für die Schönheits-Chirurgie werden deutsche Pharmafirmen mit Leichenteilen beliefert. Knochengranulat beim Zahnarzt und Nasenknorpel in der plastischen Chirurgie werden aus Leichen gewonnen. Dies wird den Menschen vor der OP verschwiegen, weil man nicht aufklären möchte, dass man Leichenteile im Gesicht trägt.

7. Nur in den seltensten Fällen werden Fehldiagnosen oder vorschnelles Handeln publik, wenn Komapatienten kurz vor der Explantation wieder aufwachen. So werden auch die Berichte über ehemals "Hirntote" unterdrückt, die heute studieren, zum dritten Mal verheiratet sind, sich ihres Lebens freuen und mit Entsetzen an ihr beinahes, vorzeitiges und unnötiges Ende durch Ärztehände denken.

8. Auswahl der offiziellen Empfehlungen des spanischen Gesundheits- und Sozialministeriums in den "Good Practice Richtlinien im Organspendeprozess": "Die Moderatoren [Anm. im Gespräch mit Angehörigen von Strebenden] sollten immer ergebnisoffen vorgehen und sich immer um eine Zustimmung zur Organspende bemühen [Anm. Das ist ein Widerspruch in sich und entlarvt die wahren Absichten]. Ganz wichtig ist es, in dem Gespräch eine professionelle, helfende Beziehung herzustellen, damit die Angehörigen das für die Akzeptanz einer Organspende nötige Vertrauen aufbauen können [Anm. Das hört sich nach Wolf im Schafspelz an]. Die hierfür nötigen Kommunikationsstrategien muss der Gesprächsmoderator kennen und anwenden können [Anm. Also doch professionelle Beeinflussung]. Das Angehörigengespräch ist strukturiert und läuft in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen ab: Gesprächseröffnung, Todesmitteilung, Bitte um Zustimmung zur Organspende sowie Abschluss. Diese Reihenfolge sollte immer eingehalten werden, und es ist wichtig, dass die Familienangehörigen zunächst verstehen, dass ihr Angehöriger verstorben ist, bevor die Bitte um Zustimmung zur Organspende geäußert wird [Anm. Wenn Organe entnommen werden sollen, darf der Organismus noch gar nicht tot sein, er wird allenfalls als "hirntot" deklariert]. Die Bitte um Zustimmung zur Organspende sollte direkt, deutlich und in einfachen Worten erfolgen. Dabei kann der Koordinator die Organspende als Möglichkeit, Recht, Privileg oder Chance, anderen zu helfen, ansprechen. Die Bitte darf immer erst vorgetragen werden, wenn die Familienmitglieder verstanden haben, dass ihr Angehöriger tot ist [Anm. Man muss den Angehörigen also 'beibringen', dass jemand tot ist, weil es gar nicht so offensichtlich erkennbar ist]. Bei Ablehnung der Organspende kann versucht werden, die Familie umzustimmen. [Anm. Also insistieren]. Koordinatoren müssen für das Moderieren von Angehörigen geschult sein [Anm. Es wird sehr systematisch vorgegangen]." Das spanische Transplantationsmodell gilt weltweit als vorbildlich und wenn die Bürger sowie ein paar Juristen, Klerikale und Ärzte mit gesundem Menschenverstand nicht gemeinsame Aktionen unternehmen, werden wir auch spanische Verhältnisse bekommen. Feriengäste und Senioren mit Sitz in Spanien sollten ohnehin besonders wachsam sein!

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PERSÖNLICHE BERICHTE

1. Viele Angehörige, besonders von Unfallopfern, fühlen sich überrumpelt, unter Schock, uninformiert und stimmen im Zeitdruck einer Organentnahme zu. Die Hoffnung, dass aus dem Schlimmen etwas Gutes wird, erfüllt sich nicht. Dafür überwältigen danach Entsetzen, Trauer und Wut, dass man in der größten eigenen Not für den Tod Dritter (Organempfänger) verantwortlich gemacht wurde. Das ist nicht nur in Deutschland und in der Schweiz so, sondern beispielsweise auch in Frankreich, Italien und USA. Nachdem sie die volle Wahrheit erfahren haben, machen sich Eltern von Kindern, die als hirntot erklärt und deshalb zur Explantation freigegeben wurden, lebenslange Vorwürfe, dass sie ihr sterbendes Kind in einer der schützenswertesten Lebensphasen im Stich gelassen haben, statt beim ihm zu sein. Sofern Eltern den Mut hatten, ihr Kind nach der Organentnahme noch einmal anzusehen (und es ihnen auch erlaubt wurde), waren sie bis ins Mark geschockt über die Entstellung des Körpers. Viele Kinder hatten deutlich verzerrte Gesichtszüge, die auf Schmerzen hindeuteten.

2. "Da lag die Tochter, deren Herz schlug, die beatmet wurde, und neben ihr standen die Eltern, völlig überfordert. Die Eltern waren zögerlich. Der Oberarzt hat dann gesagt: 'Ihrer Tochter nützen die Organe nichts mehr. Jemand anders kann mit den Organen aber weiterleben. Überlegen Sie sich das doch, ich komme in einer halben Stunde wieder vorbei'." "Bei uns war inzwischen ein Krankenhausseelsorger, der sich zwar zurückhielt, aber doch unmissverständlich zu verstehen gab, dass in dieser Situation ein anderer Mensch gerettet werden könne. Auch ihm ging es nicht um die Fürsorge für uns und nicht um die Frage: Was brauchen diese Eltern und ihr sterbendes Kind jetzt."

3. Gisela Meyer: "Ich wachte am Bett meines Sohnes, hoffte und betete, dass er die Augen wieder aufmachen möge und glaubte ganz fest an dieses Wunder. Sein Gesicht wies weder eine Schramme noch eine Blutspur noch einen Bluterguss auf. Das Bedrohliche war nur durch die Beatmung wahrzunehmen. So begriffen wir auch nicht die Aussichtslosigkeit der Situation, als ein jüngerer Arzt uns kurz – im Stehen – den Zustand mitteilte. Am nächsten Mittag, – es waren ca. 18 Std. nach seiner Einlieferung vergangen und kein Arzt hatte es bis dahin für nötig gehalten, sich blicken zu lassen und mit uns ein Gespräch zu führen – erschien der Chefarzt der Intensivstation, als ich allein draußen vor der Tür warten musste, und fragte, ob ich die Mutter sei. Er sagte dann, quasi im Vorbeigehen und zu einem Zeitpunkt, als der ‚Hirntod‘ überhaupt noch nicht feststand, er müsse mir bedauerlicherweise mitteilen, dass mein Kind tot sei ( er benutzte nicht das Wort Hirntod ) und dass die Apparate am nächsten Morgen abgestellt würden. Bis dahin sollten wir bitte überlegen, ob wir Organe spenden könnten. Gebraucht würden Herz, Leber, Nieren, Augen, es folgten noch andere Organe. Damit ließ er mich stehen und verschwand. Das Ganze fand auf dem Flur im Stehen statt, als mein Mann gerade abwesend war. Es dauerte ca. zwei Minuten. Mich überkam für einen Moment ein großes Zittern, ich suchte Halt, dann war alles wie ausgelöscht. Unser Kind war trotz dieser Todesmitteilung völlig unverändert. Es wurde weiter behandelt, seine volle Urinflasche gewechselt, gebettet, es bekam Medikamente. Ich dachte natürlich, alles sei zu seiner Heilung, worauf wir hofften. Erst später erfuhr ich, dass da schon die sogen. Spenderkonditionierung begonnen hatte und unser Kind schon [nur noch] Material in den Augen der Mediziner war. Das empfinde ich als unerhört! Unser Kind bekam zu diesem Zeitpunkt einen Hautausschlag, der später wieder verschwand. Wie grotesk! Ich glaubte keinen Moment an seinen Tod, ich sah mein lebendes Kind und hielt seine warme Hand! Nach einer weiteren durchwachten Nacht wurde die Frage nach den Organen wiederholt. Als wir nichts dazu sagen konnten, setzte man uns eine Frist von einer halben Stunde, in der wir unser Kind allein ließen und uns den Kopf1 zerbrachen, was wir wohl tun sollten, aber im Grunde konnten wir keinen klaren Gedanken fassen. Dann wurde uns zum dritten Mal von einem Arzt – wiederum im Stehen – erneut die Frage nach Organspende gestellt, und wieder erfolgte die Aufzählung der Organe. Bei uns war inzwischen ein Krankenhausseelsorger, der sich zwar zurückhielt, aber doch unmissverständlich zu verstehen gab, dass in dieser Situation ein anderer Mensch gerettet werden könne. Auch ihm ging es nicht um die Fürsorge für uns und nicht um die Frage: Was brauchen diese Eltern und ihr sterbendes Kind jetzt? Es erfüllt mich mit Empörung und noch nach Jahren mit ganz großer Wut, wenn ich an diese Situation denke. Ich fühlte mich nach zwei durchwachten Nächten so unerträglich elend.Ich fühlte mich schuldig, mein Kind würde sterben, mein ganzes Selbstwertgefühl war zusammengebrochen. Ich wusste nicht aus noch ein. Und wenn ich nicht einwilligen würde, wäre ich auch noch schuldig am Tod eines anderen. Später wurde mir klar, was hier so subtil abgelaufen ist. In meinen eigenen überwältigenden Schuldgefühlen hatte ich Angst, noch mehr Schuld auf mich zu laden, wenn ich nicht einwilligen würde. Es steht dazu im Raum, dass man doch mit so einer schlechten Situation noch etwas Gutes tun könne, dass eine Einwilligung diese schlimme, unerträgliche Situation 'sinnvoll' beenden würde. Das Kind lebe ja in anderen weiter, das sei doch Trost, und du und dein Kind – ihr seid Helden! Dies alles suggeriert die Transplantationsmedizin und raubt unter dem Deckmantel der Nächstenliebe dem Sterbenden und den Angehörigen die Begleitung und den letzten Abschied. Wir rangen uns endlich zur Freigabe der Nieren durch, aber in der Meinung, die Nieren würden nach dem Abstellen der Apparate entnommen. Da erfuhren wir nur so viel, dass das nicht ginge, waren aber auch nicht in der Lage zu fragen, was es denn konkret heiße, die Nieren zu entnehmen. Wir sind völlig uninformiert in unserem schwächsten Moment in eine Einwilligung manipuliert worden, deren Folgen wir gar nicht absehen konnten. Wir bestanden lediglich darauf, dass wir nach der Entnahme wiederkommen würden, um noch einmal bei unserem Kind zu sein. Wir wurden betrogen. Als wir zurückkamen, war unser Kind nicht mehr da, die diensthabende Schwester wusste von nichts. Für die Ärzte waren wir, nachdem sie die Einwilligung hatten, uninteressant. Wir sahen nach einer Wartezeit von eineinhalb Stunden und gegen viel Widerstand unser Kind im Leichenkeller wieder. Bei seinem Anblick glaubte ich zunächst an einen Irrtum, so entstellt war sein zuvor unverletztes Gesicht. Bis dahin hatte ich schon als Krankenschwester und in der eigenen Familie Sterbende begleitet und in das Gesicht von Verstorbenen geschaut. Ich hatte keine Berührungsängste und kannte den friedlichen und entspannten Gesichtsausdruck, der sich oft bei Verstorbenen einstellt. Das Gesicht meines Kindes war hingegen ganz klein geworden, seine schönen vollen Lippen waren zusammengepresst, der Gesichtsausdruck sah nach Schmerzen aus. Schon im Krankheitsfall hätte ich doch mein Kind nie verlassen! Doch im Sterben habe ich mich wegschicken lassen und es an Chirurgen ausgeliefert. Hier ging es um den letzten, den endgültigen Abschied. Er wurde uns genommen und wir haben ihn uns nehmen lassen. Das hat die Trauer unendlich verschlimmert und ist quälend bis zum heutigen Tag. Einen geliebten Angehörigen im Sterben nicht zu verlassen und ihm die letzten Liebesdienste zu erweisen, gibt dagegen Trost und Kraft zur Bewältigung der Trauer. Es ist ebenso tröstlich zu erleben, wie mit dem Eintritt des Todes ein entspannter, friedlicher Ausdruck im Gesicht des Verstorbenen erscheint, wenn sein Sterben behütet war. Kein Leid eines Dritten rechtfertigt einen so würdelosen Umgang mit Menschen in ihrem schwächsten Moment. Kein Leid eines Dritten rechtfertigt, dass hier bei Sterbenden und ihren Angehörigen das Leid vergrößert wird. Kein Leid eines Dritten rechtfertigt, dass letzte Liebesdienste und Abschiednehmen keinen Wert haben, einfach gestohlen werden können. Ich hätte mein sterbendes Kind unbedingt bis zuletzt begleiten und es nach seinem Tod unbedingt ein letztes Mal in die Arme nehmen müssen. Da man damals schamlos unsere Schocksituation ausgenutzt hatte, wollten wir die betreffenden Ärzte zur Verantwortung ziehen. Als wir dazu endlich nach fünf Jahren in der Lage waren, versuchten wir mit Hilfe eines Schweizer Rechtsanwaltes die Herausgabe der Krankenakte unseres Sohnes zu erwirken. Es folgte ein jahrelanger Briefwechsel, in dem das behandelnde Krankenhaus (in der Schweiz) um Herausgabe der Unterlagen gebeten wurden. Für uns endete der belastende Briefwechsel mit der Herausgabe der Kopien einiger Dokumente und einer Stellungnahme der Untersuchungskommission, die zu dem Ergebnis kam, dass alles rechtmäßig zugegangen sei. Ich war inzwischen an Krebs erkrankt. Wir gaben auf. 21 Jahre nach dem Unfall entdeckte einer unserer Söhne, selbst inzwischen Arzt, in den Unterlagen den ausführlichen Befund des Elektroenzephalogramms (EEG), welches bei meinem Sohn am Tag der Explantation durchgeführt worden war; hier ließen sich neben Spontanaktivität eindeutige Reaktionen auf Schmerzreize nachweisen. Im Befund des Neurologen wurde ausdrücklich betont, dass es sich keineswegs um ein Null-Linien-EEG handelte. Obwohl dieser Befund auch damals schon nicht mit der Diagnose Hirntod vereinbar war und eine Organentnahme verboten hätte, setzte man sich darüber hinweg und führte die Explantation am gleichen Tag durch. Inzwischen wurde eine Strafanzeige auf Mord eingereicht."

4. Renate Greinert (stark gekürzt): "Wir befinden uns durch die Transplantationsmedizin im modernen Kannibalismus. Der Mensch reißt seinem Gegenüber nicht mehr sein Herz aus der Brust und verspeist es zur eigenen Kraftgewinnung, nein, in der heutigen Zeit legt sich der Mensch auf einen Operationstisch, schließt die Augen und lässt einverleiben. Ich gab den Kampf um meinen Sohn auf, weil der Arzt sagte, er sei tot. Eine ungeheuerliche Situation: Ich wende mich von meinem Kind ab, das lebendig aussieht und behandelt wird wie ein Lebender, weil der Arzt sagt, mein Kind ist tot. Ich musste gegen mein eigenes Empfinden glauben. Wir waren bereit gewesen, ein Organ zu spenden, danach erfuhr ich, dass sie meinem Sohn Herz, Leber, Nieren und Augen entnommen hatten, man hatte ihm sogar die Beckenkammknochen aus dem Körper gesägt. Zerlegt in Einzelteile war er dann über Europa verteilt worden. Er war zum Recyclinggut geworden. Ich war gar kein Einzelfall, wie mir eingeredet werden sollte. Alle diese Angehörigen waren – wie ich – unaufgeklärt oder falsch informiert in die Organentnahme manipuliert worden. Die Mütter erzählen von nächtlichen Alpträumen, in denen ihre Kinder schreien und ihnen vorwerfen, sie verlassen zu haben. Und das genau haben wir getan – es ist nicht zum Aushalten! Wir finden keinen Weg aus der Schuld. Gewinner ist der Transplantationsmediziner, der seinen Traum, den Tod zu besiegen, einen wesentlichen Schritt näher gekommen ist. Die Gesellschaft wird mit ihrer Angst vor dem Sterben so manipuliert, dass wir uns alle nur in der Rolle der Organempfänger sehen, aber nicht als Lieferant. Die Akzeptanz der Organspende beruht darauf, dass keiner mehr sterben will. Jeder hofft, auf Kosten eines anderen zu überleben. Über Organverteilerstellen werden sie wie Ware angeboten. Entnommen und in Kühlboxen verpackt verkommt der Mensch zum Sonderangebot, tiefgefroren bis zur Verwertung. Die einzige Alternative zur Transplantationsmedizin für Spender und Empfänger von Organen, für jeden von uns, ist die Akzeptanz des Sterbens."

5. Gebhard Focke (stark gekürzt): "Ich werfe mir vor, dass ich ihn (meinen verunglückten Sohn) habe sterben lassen, während er aufgesägt und aufgeschnitten wurde, während er mit kalter Perfusionslösung durchspült wurde – und das alles ohne Narkose. Keiner weiß aber genau, was ein sogen. 'Hirntoter' noch empfinden kann. Ich werfe mir vor, dass ich tatsächlich meinen Sohn für tot hielt, als die Ärzte mir das verkündeten, obwohl er sich durch die Hirntod-Feststellung in keiner Weise verändert hatte. So aber fühle ich mich über den Tisch gezogen, meine Unwissenheit wurde ausgenutzt. Ich habe mir oft überlegt, was ich denn hätte wissen müssen, um eine begründete Entscheidung treffen zu können. Vielleicht hätte schon folgende Frage ausgereicht: ‚Ihr Sohn liegt im Sterben. Sind Sie damit einverstanden, dass er auf dem OP-Tisch zu Ende stirbt, während ihm die Organe entnommen werden?‘ Wenn ich gewusst hätte, dass es begründete Zweifel am Hirntod-Konzept gibt, hätte ich meine Zustimmung zur Organentnahme nie gegeben – wer möchte seinen hilflosen Angehörigen solch einem ungewissen und grausamen Sterben ausliefern? Statt von der 100%igen Zuverlässigkeit der Hirntod-Diagnostik zu fabulieren, sollte man die Öffentlichkeit darüber informieren, dass Studien das Gegenteil belegen. Statt den schwammigen Begriff der Nächstenliebe zu verwenden, sollten gerade die Kirchen ein Interesse daran haben, ihre sterbenden Mitglieder nicht schutzlos der Medizin auszuliefen, sondern ihnen einen Übergang in Würde und Ruhe zu ermöglichen. Und die DSO sollte nicht dauernd von Solidarität in der Gesellschaft reden und damit die Ausbeutung des einen zu Gunsten eines anderen meinen. Zusammen mit der Pharma-Industrie, die an den Transplantierten, die ja Dauerpatienten sind, viel Geld verdient, ist hier ein Kartell entstanden, das Informationen nur dann fördert, wenn sie Werbung für Organspende darstellen. Sonst tut man alles, um die Öffentlichkeit nur in eine Richtung zu beeinflussen."

6. Wer noch nicht überzeugt ist, lese z.B. auf der Website des Vereins Initiative-KAO weitere Berichte von Angehörigen. Der Verein wurde von betroffenen Eltern gegründet und auf der Website findet man sehr viele Infos, Artikel, weiterführende Links sowie eine Literaturliste zu einzelnen Aspekten der Problematik. Auch unter http://www.organspende-aufklaerung.de/ gibt es umfassende Aufklärung (online, in Dokumenten, Buchempfehlungen) und immer die neuesten Berichte zum Thema. Eine besonders umfassende Website ist auch http://www.transplantation-information.de/. Weitere Infos ebenso auf http://www.aktion-leben.de/organspende

... weiter bei Seite 9, 10 und 11

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