Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Zur Homo-Ehe (anlässlich des Pariser Beschlusses) (Gesellschaft)

Newman, Dienstag, 12.02.2013, 20:37 (vor 2318 Tagen)

Das Volk hat zwar dagegen demonstriert, doch die Zeiten, in denen sich Politiker dafür interessiert haben, was die Menschen wollten, gehören eindeutig der Vergangenheit an (der patriarchalischen vermutlich). Nun gibt die Homo-"Ehe" also auch in Frankreich:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/frankreichs-nationalversammlung-stimmt-fuer-homo-ehe-a-882995.html

Ein paar Gedanken, die mir angesichts dieser ganzen Thematik kommen:

Natürlich geht es in dieser Frage nicht darum, wer mit wem wie zusammenleben soll & kann. Die Freiheit haben die Menschen. Es geht um die Dekonstruktion des Konzepts Ehe.

Natürlich kann man den Menschen das nicht mehr beibringen, denn in Abstrakta zu denken ist heute eine nahezu ausgestorbene Fähigkeit. Wenn heute über Schaden und Nutzen nachgedacht wird, ist das immer konkret und materialistisch aufzufassen.
Wenn schwule Kabarettisten im Fernsehen behaupten, die Institution Ehe würde nicht zerstört, wenn sie alle möglichen anderen Beziehungs- und Verwaltungsformen - wie z. B. eine homosexuelle Partnerschaft - miteinbeziehe. Tatsächlich geschieht jedoch genau das: Das Konzept der Ehe wird damit inhalts- und bedeutungslos. Jeder kann alles darunter verstehen. Entscheidend ist letztendlich nur, was der Staat als legale Verwaltungsform anerkennt und was nicht. Wir kennen die Ideologie unseres und anderer westlicher Staaten, die monogame heterosexuelle Ehe hat keine große Priorität. Das Konzept Ehe wird dadurch zerstört, indem man es vermeintlich "befreit" - "befreit" von einer als "zu eng begrenzt" bezeichneten Bedeutung, um den Preis der letztendlichen Inhaltslosigkeit.

Die Masse der nicht zu solchen abstrakten Gedanken fähigen Menschen interpretiert die Frage so: "Sie lieben sich, also warum sollen sie nicht heiraten?"
Diese Auffassung klammert zum einen aus, dass es keine Definition von Liebe gibt: Die Anerkennung durch den Staat soll wohl als letztes dazu dienen, die Promiskuität zu sanktionieren. (Wo wären wir ohne ONSs und Seitensprungagenturen - monogame Beziehungen? Igitt, wie abartig!)
Zum anderen hat der Eheschluss nicht das geringste mit Liebe zu tun - weder wird durch ihn Liebe geschaffen, noch wird sie durch ihn bewahrt.
Diese Ansicht verkennt, dass der ursprüngliche staatliche Schutz der Ehe überhaupt nichts mit Gefühlen zu tun hat - wie sie ihre Ehe gestalten, bleibt den Partnern überlassen.

Die Ausweitung - bzw. Entkonkretisierung des Begriffes hat allerdings sehr konkrete politische Folgen, die in obiger Auffassung nicht verstanden werden. Die Ehe ist mehr als ein rechtlicher Zusammenschluss zweier Menschen. Als Ursprung der gesellschaftlichen und menschlichen Reproduktion ist sie - oder kann sie, idealerweise - mehr sein als zu was jedes politische Gesetz sie erklären wollen könnte. Sie hängt unmittelbar mit dem Konzept der Familie zusammen, weshalb es kaum verwunderlich ist, dass auch dieses Kozept durch Ausweitung von der Auflösung bedroht ist.

Der Staat legalisiert und dekonstruiert damit. Gleichzeitig kriminalisiert er eine zu enge, an biologischen Fakten orientierte Auslegung. Cui bono?

Traditionelle Familien haben keinen Nutzen aus diesen Regelungen.

Einen "Nutzen" ziehen jene daraus, die für ihr Selbstverständnis darauf angewiesen sind, dieses nicht durch Gesetze zu überwindende "Mehr", das eine Beziehung zwischen Mann und Frau ausmachen kann - die Schöpfung neuen Lebens, die Verbindung der Abstammung sowohl über Biologie als auch Erziehung und anderes mehr - als unerheblich aufzufassen bzw. in letzter Instanz ganz zu negieren. Die Gleichstellung alternativer Partnerschaften mit Ehe & Familie wertet erstere nicht auf, sondern letztere ab und reduziert sie.

Einen besonderen Nutzen haben Interessengruppen, die sich hinter dem Begriff Staat verstecken. Wenn die faktische Untrennbarkeit von Biologie und Sozialem, wie sie in traditioneller Ehe und Familie ihre Entsprechung fand, in gesetztlicher Realität getrennt wird, dann gibt es nichts, woraus sich die Familie noch legitimieren kann, außer ihrer Begriffsbestimmung durch den Staat, die allein der Verwaltung dient. Der Staat erlaubt, verteilt oder verwehrt Kinder bzw. den sozialen Kontakt zu ihnen, wo durch die Biologie eine faktische Bindung gegeben ist; er ordnet neu in seinem Interesse, wo diese Verbindungen nicht bestehen, und sieht es als seinen Auftrag an, diese gekappten Bindungen als exemplarisch darzustellen und zu fördern.

Am Ende ist die gesamte Gesellschaft ärmer, das "Mehr" ist aus ihr verschwunden und die modernen Individuen können den Mangel, dessen Abwesenheit sie nie kennenlernen durften, vielleicht nicht einmal mehr artikulieren. Wahrscheinlich sind sie sich dessen nicht einmal bewusst. Begriffe wie Ehe und Familie haben keine Bedeutung mehr. Der Zeitgeist feiert das als "Befreiung" und Ende der Repression durch Festlegung. Es lebe die Beliebigkeit! :-(

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