Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Wie soll denn Eure "Gleichberechtigung" aussehen?

Scipio Africanus, Friday, 12.05.2006, 17:02 (vor 6499 Tagen) @ Klausz

Als Antwort auf: Wie soll denn Eure "Gleichberechtigung" aussehen? von Klausz am 12. Mai 2006 07:11:

Hallo,
nachdem hier im Forum anscheinend die meisten nicht mehr die alte Odrnung wollen (wahrscheinlich auch, weil sie auf die feministische Propaganda heraingefallen sind?) - meine Frage: Wie stellt Ihr Euch Eure "Gleichberechtigung" (gleiche Rechte und Pflichten) praktisch vor?

Die alte Ordnung, die du ansprichst, ist das klassiche Modell der Aufgabenverteilung in der bürgerlichen Ehe. Diese Rollenverteilung wird nach wie vor von vielen Paaren gelebt, und es ist ihre persönliche Freiheit, es so zu leben. Damit habe ich gar kein Problem.

Du willst aber diesen Lebensentwurf als allgemeingültiges Leitbild vorschreiben, was eine massive Einschränkung der Freiheit ist. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass viele Männer die alleinige Verantwortung für den materiellen Unterhalt der Familie als grosse Belastung erleben, und Frauen ihr Hausfrauendasein als unbefriedigend empfinden.

Gehen wir einmal davon aus, dass es tatsächlich Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, die "von der Natur der Geschlechtlichkeit" aus als geschlechtsspezifische Neigungen wirken. Dann wird sich "die Natur ihren Weg bahnen", wenn - und das ist eine wichtige Vorraussetzung - sowohl Mann wie Frau so weit wie möglich frei entscheiden können und ihren Lebensentwurf in Freiheit gestalten, d.h gemäss ihren Neigungen. Sowohl du wie auch Feministinnen wollen uns einen Lebensentwurf gemäss ihren Vorstellungen aufzwingen. Ich aber plädiere für die grösstmögliche Freiheit der Wahl.

In der heutigen Zeit, in der die Frau ohne weiteres die Ehe auflösen und den Mann aus der Familie ausgrenzen kann, sehe ich das klassische Rollenmodell als grosses Risiko für den Mann. Also liesse sich nur durch die Wiedereinführung des Ehezwanges dem Mann die nötige Rechtssicherheit gewähren. Was Ehe und Familiengründung betrifft, habe ich meine Vorstellungen schon mehrmals klar formuliert. Die Ehe muss, wenn sie noch einen anderen Sinn haben soll, als die Mutter und die Kinder durch den Vater materiell versorgen zu lassen, wieder an Verbindlichkeiten geknüpft werden. Kurz gesagt : Wer die Familie verlassen will, der verlässt sie und hat keine Ansprüche zu stellen. Die einseitige Ausgrenzung des einen Elternteils ( fast immer der Vater ) soll nicht möglich sein. Ich plädiere für Freiheit, aber Freiheit und Verantwortung dürfen nicht getrennt werden.

Was das Erwerbsleben betrifft : Frauen dürfen alles. Aber als Konkurrentinnen auf dem Arbeitsmarkt steht ihnen keinerlei Vorzugsbehandlung zu. Dagegen sollen Männer sich vehement wehren. Es kann nicht angehen, dass das traditionelle männliche Selbstverständnis, Frauen zu schützen und materiell zu versorgen, ins Erwerbsleben und ganz allgemein auf die gesellschaftspolitische Ebene transformiert wird.

Das grosse Problem mit den Frauen der Frauenbewegung ist, dass sie eben NICHT emanzipiert sind, sondern von den Männern, so wie es schon ihre Grossmütter taten, Schutz und Versorgung einfordern, sowohl materiell wie auch ideell. Hier haben wir das grundsätzliche Problem : Es entspricht eben dem Selbstverständnis der meisten Männer, Frauen zu schützen und zu versorgen. Dieses Selbstverständnis sollte nur im privaten Bereich gelebt, und niemals in den gesellschaftspolitischen Bereich transformiert werden. Denn dies führt zu all den Privilegien für Frauen, die wir hier beklagen.

Übrigens würde mein Ehemodell deinen Lebensentwurf sogar begünstigen, denn es würde dem männlichen Alleinversorger wieder Rechtssicherheit geben.

Scipio


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